

Echo & The Bunnymen – „Apples for Isaac“
Zwölf Jahre nach ihrem letzten Studioalbum melden sich Echo & The Bunnymen mit „Apples for Isaac“ zurück. Es ist ein vitales, wenn auch zutiefst melancholisches Spätwerk, das sich hörbar mit dem Älterwerden auseinandersetzt. Ian McCulloughs Stimme trägt immer noch dieses charismatische Flehen, und Will Sergeants Gitarrenarbeit sorgt für gewohnt dichte, neopsychedelische Passagen. Dem packenden, hymnischen Opener stehen im weiteren Verlauf jedoch einige zähe, allzu vorhersehbare Füller gegenüber. Manche Stücke plätschern arg hüftsteif vor sich hin und verlieren sich in der Repetition, ohne den dringlichen Funken früherer Werke zu entfachen. Dennoch bleibt es ein respektables, stellenweise tief berührendes Comeback der Post-Punk-Ikonen. Die Band verwaltet ihr monumentales Erbe mit Würde und lässt die alte, düstere Magie der Achtziger aufleben.
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Giant Rooks – „If Heaven Exists, This Might Be It“
Giant Rooks festigen ihren Status als internationale Indie-Pop-Größe, bewegen sich dabei aber gefährlich nah an der Komfortzone. Heißt: extrem poliertes Sounddesign, treibende Rhythmen und die gewohnt packende, unverkennbare Stimme von Frederik Rabe. Jede Hookline sitzt perfekt und zielt hörbar auf die ganz großen Festivalbühnen ab. Genau hier liegt allerdings der Schwachpunkt: Die Ecken und Kanten, die den früheren Art-Pop der Band ausmachten, wurden zugunsten maximaler Eingängigkeit glattgeschliffen. Viele Songs wirken, als seien sie auf pure Publikumswirkung hin kalkuliert worden, wobei überraschende Wendungen auf der Strecke bleiben. Trotzdem ein handwerklich makelloses, wunderbar tanzbares Werk, das man, wagemutig oder nicht, auch erst mal so abliefern muss; der Blick auf die großen Bühnen ist kein unrealistischer!


Lotte – „Lotte“
Mit ihrem selbstbetitelten Album liefert die Künstlerin ein nahbares Werk ab. Die Produktion ist erwartungsgemäß modern, verliert sich aber ziemlich im Mainstream-Einheitsbrei. Während die ehrliche Texte durchaus berühren, sind die Melodien alle schon mal dagewesen. Ein solides Album, das aber allzu zu oft auf Nummer sicher geht.
Carly Rae Jepsen – „Day and Night“
Ein ambitioniertes Doppelalbum. Während die organische „Day“-Hälfte mit gewagten 70er-Einflüssen glänzt, richtig Spaß macht und echtes Suchtpotenzial entfaltet, verliert sich die elektronische „Night“-Seite leider in etwas zu simpler Club-Meterware. 24 Songs sind am Ende einfach zuuu langatmig.


Muff Potter – „Klepto“
Muff Potters neuntes Werk zeigt die Band lyrisch gewohnt stark am Puls der Zeit. Musikalisch beschreitet die Platte experimentelle Pfade und bricht gängige Songstrukturen auf. Für manche Ohren driftet das allerdings in zu viel verkünstelten Indie-Pop ab – der rohe Punk weicht bisweilen einer dezenten Melancholie. Schön, aber sehr kopfig.
Bloc Party – „Anatomy of a Brief Romance“
Die Songs funktionieren wie ein Tagebuch, das den exakten Verlauf der Liebe abbildet. Es beginnt mit der anfänglichen Euphorie und Verknalltheit (in Tracks wie „Love Bombs“ und „Pigwig“), geht über Vertrauensbrüche („Worst Birthday Ever“) bis hin zur schmutzigen Phase des Social-Media-Stalkings nach dem Aus („Stories“). Intensiv, aber fremdschämig.


Anthrax – „Cursum Perficio“
Latein für „Ich vollende meinen Weg“. Ist hier Nomen Omen? Die Mischung aus 11 Stücken mit knackigen Riffs, 80er-Thrash-Energie und modernen Melodien reißt durchaus mit. Zwar verliert die zweite Hälfte etwas an Puste, doch dank grandioser Soli und Belladonnas starker Stimme bleibt es ein absolut würdiges Album.
Beck – „Ride Lonesome“
Spieluhrmusik, elegante Holzbläser und Chöre, die Brian Wilson sich so auch gedacht hätte. Damit ist „Falling Through My Hands“ ein absolutes Highlight des Albums. Die vertraute Melancholie geht direkt ins Herz. Auf Dauer zieht sich das gemächliche Tempo aber zäh durch die Tracks, wodurch manche Passage fast schon arschlangweilig wirkt und an Tiefe verliert.
