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El Kurdis Kolumne im Oktober

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El Kurdis Kolumne im Oktober


Ein herrenloser Damenrad-Traum

Kürzlich träumte ich, ich sei in meiner Aufwachs-Stadt Kassel mit einem Damenrad in eine vollbesetzte Straßenbahn eingestiegen. Für die, die sich auskennen: In die Linie 1, mit der ich dann vom Rathaus zum Bahnhof Wilhelmshöhe fuhr. Das Fahrrad musste ich aus Platzmangel hochkant stellen und mit Körperdruck vor dem Umfallen sichern – indem ich mich mit dem Rücken dagegen lehnte. Während der Fahrt beugte sich ein mir schräg gegenübersitzender Jugendlicher nach vorne und versuchte, mir heimlich die Schnürsenkel zusammenzubinden. Ein Practical-Joke-Klassiker. Ich sagte: „Ey, hast duse noch alle?“ Er antwortete: „Ist doch nur‘n Spaß!“ Und dann lachte er. Woraufhin ich ihm – weiterhin mein Fahrrad mit dem Rücken sichernd – seine Sonnenbrille aus dem Gesicht nahm und sie in hohem Bogen durch den Waggon warf. Ein anderer junger Mann ließ seinen Arm nach oben schnellen, schnappte sich die Brille, steckte sie ein und stieg aus.

Der Schnürsenkel-Verknoter baute sich drohend vor mir auf. Ich fragte: „Und? Willste mir jetzt eine in die Fresse hauen?“ Er grinste, griff hinter mich, zog blitzschnell mein Fahrrad zwischen mir und der Fahrzeugwand hervor als sei es ein Blatt Papier, schlüpfte damit durch die noch geöffnete Tür und radelte davon. Während des ganzen Vorgangs lief im Hintergrund „Here Comes the Rain Again“ von den Eurythmics. Dann wachte ich auf.

Was bitte soll das? Das „Lexikon der Traumdeutung“ – keine Ahnung welche KI oder abgebrochene Psychologie-Studentin das ins Netz gestellt hat, aber egal – sagt folgendes über diesen Themenkreis: „Es ist keinesfalls unüblich, dass Menschen von Fahrrädern träumen.“ Aha. „Träume, in denen Fahrräder eine Rolle spielen, werden oft als ‚glückliche Träume‘ empfunden, der Betroffene fühlt sich munter und frohsinnig.“ Naja, ehrlich gesagt: Geht so. Weiter: „Wird ein Fahrrad im Traum gestohlen oder geht es verloren, hat man vermutlich im Leben eine Chance verpasst, die das (berufliche) Weiterkommen ermöglicht hätte. Der Träumende sollte die letzten Monate Revue passieren lassen und über einen Verlust nachdenken.“ Äh … okay, kann ich gerne machen, aber ist das Leben nicht sowieso eine endlose Reihe von verpassten Chancen und Verlusten? Für meinen Traum irrelevant, aber mit Anstand am schönsten fand ich übrigens diese komplexe Deutung eines Fahrrad-Traum-Motivs: „Wer einen Gepäckträger im Traum erblickt, der wird sich darauf einstellen müssen, dass schwere seelische Lasten auf ihn zukommen werden.“ Gepäckträger gleich drohende „seelische Last“ – I love it!

Entgegen des Freud-Klischees ist es nicht so, dass real existierende Psychoanalytiker*innen ihre Kundschaft mit solchen albernen Deutungen belästigen. Ich weiß das, weil ich mal eine Psychoanalyse gemacht habe. Nicht etwa, weil ich – wie manche Leute sich dann gerne herausreden – meine Persönlichkeit weiter entwickeln wollte, sondern weil ich einen veritablen mittelschweren Dachschaden habe. Anderes Thema. Auf alle Fälle hätte meine Psychoanalytikerin niemals geraunt: „Wenn in einem Traum ein anderer eine Sonnenbrille trägt, ist dies ein Warnsignal. Sie sollten dieser Person gegenüber vorsichtig sein.“ Auch das steht nämlich in dem komplett überflüssigen Internet-Traumdeutungslexikon und erinnert damit nicht nur zufällig an das morgendliche 10:10-Uhr-Horoskop bei NDR-1-Niedersachen. Klar, wenn einem jemand die Schnürsenkel zusammenbindet, dann sollte man dieser Person gegenüber vorsichtig sein. Mann, Mann Mann!

Meine Psychoanalytikerin hätte hingegen gefragt: „Und was glauben sie, was ihr Traum bedeutet?“ Als sie mir diese Frage zum ersten Mal stellte, dachte ich: „Pardon? Wessen Krankenkasse zahlt hier eigentlich wofür? Muss man in diesem Land eigentlich alles selbst machen?“ Bis mir dann klar wurde, dass es bei der Analyse genau darum geht: Einfach irgendwas als Redeanlass nehmen, und sei es ein bekloppter Traum, und losquasseln und mental loslassen, weil man beim Herumassoziieren erfahrungsgemäß immer wieder auf die gleichen Themen – nämlich auf die für die eigene Person relevanten – kommt und beim dreiundsiebzigsten Mal Durchdelirieren eines solchen Themas dann vielleicht sogar mal was kapiert.

Ein bisschen ist das übrigens wie beim Kolumnieren. Man glaubt, man schreibe, Monat für Monat über aktuelle politische Themen, kulturelle Phänomen oder erzähle lustige kleine Anekdoten, aber in Wahrheit … Eben. In diesem Sinne: Danke für’s Zuhören. Und bis nächsten Monat hier im psychoanalytischen Stadtkind-Stuhlkreis.

Hartmut El Kurdi

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Neu in der Stadt: Grapeful Deli Naturwein-Loft

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Neu in der Stadt: Grapeful Deli Naturwein-Loft


Dies ist nicht einfach ein weiterer Weinladen, sondern vielmehr ein Naturwein-Loft.
Die Besucher*innen dürfen sich hier auf ein vollkommen neues Geschmackserlebnis freuen:

Grapeful Deli bietet lebendige, wilde und fruchtige Weine, allesamt vegan.
Die Weine werden so naturnah wie möglich hergestellt, die Trauben werden ökologisch angebaut. Das Angebot umfasst eine Vielzahl an Naturweinen deutscher Winzer, die dem Inhaber Carsten Vorbrodt alle persönlich bekannt sind.
Er selbst sagt, es war ihm wichtig, einen Ort zu schaffen, an dem die Besucher*innen den Alltag vor der Tür lassen können, einen Ort der Ruhe, der entschleunigt und entspannt.

Im Obergeschoss des alten Fabrikgebäudes steht Gruppen bis zu zehn Personen außerdem ein Workingspace für Workshops oder Meetings zur Verfügung.
Abseits der gewohnten Büroumgebung kann hier bei einem Glas Wein oder auch einem Kaffee den Gedanken und der Kreativität freier Lauf gelassen werden.

Jeden Donnerstag lädt Inhaber Carsten Vorbrodt im Grapeful Deli zudem zu einem offenen Tasting ein.
Weitere öffentliche und private Weintastings zu anderen Terminen werden ebenfalls angeboten.

Das Naturwein-Loft ist eine echte Bereicherung für alle (Natur-)Weinliebhaber*innen und all diejenigen, die es noch werden wollen.

GrapefulDeli
Falkenstraße 8 (Hinterhof), 30449 Hannover-Linden.
Mi-Fr 9.30-12 Uhr und 15.30-19 Uhr, Sa 15.30-19 Uhr.
Weitere Infos auf www.grapefuldeli.de.

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Neu in der Stadt: Bonatarte

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Neu in der Stadt: Bonatarte


Bonatarte – Die Adresse für Quiche-Genuss in Hannover

Mit dem Anspruch, die beste und leckerste Quiche in Hannover anzubieten steht Bonatarte für 100 Prozent Handarbeit und Herstellung vor Ort – das gilt für Teig, Füllung und Salatdressing – 100 Prozent natürliche Zutaten und Null Prozent Geschmacksverstärker, Farbstoffe oder Konservierungsstoffe.

Hier trifft französische Quiche-Tradition auf saisonale und zeitgemäße Ernährung, sodass eine unschlagbar leckere und neuartige Kombination entsteht.
Das klassische Quiche-Rezept wurde vom Bonatarte-Team in zahlreichen Versuchen mit viel Liebe und Leidenschaft verfeinert und neu interpretiert.
So sind neben den bekannten Quiche-Klassikern auch vollkommen neue Variationen entstanden und im Menü etabliert.

Das vielfältige Angebot erstreckt sich von der Kröpcke-Quiche mit Speck-Sahne-Ei-Füllung, über die Linden-Quiche mit roten Linsen, Paprika, Feta und Harissa bis hin zu verschiedenen Tartes mit Schokolade oder Früchten sowie frischen Salaten.
Mit dem Motto „Quiche für alle und jeden Geschmack“ bietet Bonatarte außerdem einen Catering- und Partyservice für beispielsweise Geburtstage, Firmenevents oder Kundenmeetings.

Bonatarte
Davenstedter Straße 27, 30449 Hannover-Linden.
Mi-Fr 12-20 Uhr, Sa & So 11-20 Uhr.
Tel. 015165114057.
E-Mail kontakt@bonatarte.de. Instagram bonatarte_quichelovers.
Weitere Infos auf https://bonatarte.de.

Foto: © Elena Richert

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Editorial 2023-10

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Editorial 2023-10


Liebe Leserinnen und Leser,

um Freiheit geht es in dieser Ausgabe in unserem Titelthema. Ein großes Wort. Und auch eine Verabredung, im Idealfall mit klaren Grenzen. „Die Freiheit des Einzelnen endet dort, wo die Freiheit des Anderen beginnt“, hat Immanuel Kant gesagt.
Das ist schon beinahe so etwas wie ein Gesellschaftsvertrag.

Freiheit ist ein Begriff, der in unserer Gesellschaft fast inflationär verwendet wird, aber nur selten thematisieren wir die Bedeutung von Freiheit für unser tägliches Leben. Wir sind sie gewohnt, während sie in anderen Ländern längst gestorben ist. Freiheit ist kein abstraktes Konzept; sie ist im Grunde die Luft, die wir atmen, die Grundlage unserer Demokratie und die Triebkraft für Fortschritt und Wachstum. Sie bietet die Möglichkeit, unsere eigenen Entscheidungen zu treffen, unsere Überzeugungen zu vertreten und uns in einer Welt der Vielfalt und Differenzierung zu entfalten.
Die Geschichte hat gezeigt, dass Gesellschaften, in denen Freiheit gefördert wird, florieren und blühen. Freiheit inspiriert Kreativität, Unternehmertum und den Wunsch nach ständiger Verbesserung.
Wenn wir die Freiheit einschränken, ersticken wir nicht nur individuelle Ambitionen, sondern behindern auch den gesellschaftlichen Fortschritt. Freiheit ist kein Privileg, sondern ein grundlegendes Menschenrecht. Sie ist das Fundament unserer Gesellschaften und unserer individuellen Würde.

Und ich möchte das alles nicht missen. Ich fühle mich in Deutschland frei, nicht eingeschränkt, nicht zensiert, nicht beobachtet. Ich kann hier an dieser Stelle schreiben, was immer ich will. Ich kann Olaf Scholz für einen schlechten Kanzler halten und Christian Lindner für einen noch schlechteren Finanzminister, sie werden mich nicht morgen mit einer schwarzen Limousine abholen und ich werde auch nicht aus irgendeinem Fenster fallen.
Das droht nur, wenn ich den Antidemokraten meine Meinung sage, was ich an dieser Stelle hin und wieder tue. Dann bekomme ich unschöne Anrufe, manchmal auch handfeste Drohungen.

Ich habe mich entschieden, das nicht weiter zu beachten. Da rufen Idioten an – warum sollte ich mich auch nur eine Sekunde mehr mit diesen Leuten beschäftigen als ich muss. Diese Menschen sind mir ein Rätsel, und ich weiß, dass mit ihnen zu diskutieren mir nicht helfen wird, sie zu verstehen.
Gerade erst gab es wieder eine Rechtsextremismus-Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung mit einer klaren Tendenz. Die Zahl der Idioten wächst. Es gibt tatsächlich Leute in Deutschland, die wünschen sich eine Diktatur und einen Führer.
Warum?
Das will irgendwie nicht in meinen Kopf. Wie erbärmlich und lebensunfähig muss jemand sein, um sich Unfreiheit zu wünschen?

Da ist echt drüber. Ich habe schon vor dieser Studie des Öfteren überlegt, wie hirnverbrannt man sein muss, um die AfD zu wählen. Wie schafft man es, Alice Weidel gut zu finden? Oder Bernd Höcke? Verstehe ich nicht. Aber sich eine Diktatur zu wünschen ist noch einmal ein Schritt mehr. Womöglich noch mit der Diktator-Doppelspitze Weidel/Höcke. Hoffentlich bekommt jetzt niemand Albträume. Was braut sich da bloß zusammen in Deutschland? Ist das wieder die alte braune Suppe?

Wenn ich solche Studien lese oder mir die aktuellen Umfragen ansehe, dann wird mir inzwischen wirklich übel. Ich weiß, viele winken ab. Die Zustimmungswerte für die AfD werden demnächst wieder sinken, alles nur ein Zwischenspiel, das höre ich ständig. Und Olaf Scholz spricht von einer Schlechte-Laune-Partei. Ich finde das grundfalsch. Und ich finde es genauso grundfalsch als Reaktion auf die guten Zahlen der AfD nun ebenfalls rechts zu blinken. Ich wünsche mehr Rückgrat in Deutschland. Es geht jetzt nicht darum, den Rechten alles nachzuplappern und rechte Light-Versionen anzubieten, es geht darum, den Rechten laut und deutlich zu widersprechen!

Viel Spaß mit dieser Ausgabe!

Lars Kompa
Herausgeber Stadtkind 

 

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Die Oktober-Ausgabe ist da!

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Die Oktober-Ausgabe ist da!


Perfekte Lektüre für den aufkommenden Herbst!

Die Oktober-Ausgabe bringt wieder 116 abwechslungsreiche Seiten zu unserer Stadt.
U.a.:
– El Kurdis Kolumne: Ein herrenloser Damenrad-Traum
– Stanlee der nicht ganz Dichter: Eine Stern im Himmel
– Ein offener Brief an Markus Söder
– Politisches: Bitte, jetzt umkehren!
– Die Eltern-Kind-Kolumne: Unbekannt verzogen: Jugendsünden und Politik
– Bonnataxi: Three Feet Nine Inches To Eternity
– Stadtkinder revolutionieren den Duden: Einfaltsinsel
– Randgruppenbeleidigung: Fake-Menschen
– Ticki-Ticki: Die 96-Kolumne – Ein historischer Tag
– Stadtgeschichte(n): Am Haselbusch
– Matti, Paula und Wiese in: Nicht hier!
– Stadtkinder bewältigen den Alltag: Ich schlafe nicht mit Billie Eilish
– Der besondere Laden: Miss Patty
– Ehrenamtliches Engagement: Kreofant
– Tipps von der Insel – Stanlee im Exil – Talking Heads Special Edition: Stop making Sense
– Im Interview: Freie Theater Hannover – Inka Grund und Katharina Laage
– Stadtkinder essen: Ma’loa
– Der Freundeskreis im Gespräch: Patrock Döring und Joachim König
– Traumberufe: Influencer
– Titel: 52 Über Freiheit … und die Freiheit der anderen
…u.v.m
Und wie immer: Ein letztes Wort: das Interview mit dem Ministerpräsidenten Stephan Weil

Und natürlich jede Menge Programm:

https://www.stadtkind-kalender.de/kalender
Wir wünschen Euch einen wonnigen Tag und Monat ❤

Unsere neue Ausgabe bekommt Ihr am gut sortierten Kiosk und Buchandel, im Abo für nur 22,- €/Jahr monatlich druckfrisch in’s Haus und z.B. hier:

Stadtteil Firma Anschrift Telefon Oeffnungszt WEBSITE
Kirchrode-Bemerode-Wülferode Carl Schlüter – Inh. Berthold Schlüter Alte Bemeroder Straße 08,30539 Hannover 0511 511011 Mo.-Fr. 7-18h, Sa. 8-14h www.getraenke-schlueter.de
Linden-Limmer Anne Behne Schuhe Stephanusstraße 17,30449 Hannover 0511 2 615550 Mo-Fr 11-14+15-18.30h
Sa 11-14h
Do vorm.geschlossen
www.anne-behne.de
Linden-Limmer Biologisch Baby & Kind Lindener Marktplatz 12,30449 Hannover 0511 2134209 Mo-Fr 10-18h, Sa 10-14h www.biologisch-hannover.de
Linden-Limmer Biologisch Linden Stephanusstraße 10,30449 Hannover 0511 2135588 Mo-Fr 9-19h, Sa 8.30-16h www.biologisch-linden.de
Linden-Limmer die Lindenblüte Limmer Str. 89,30451 Hannover 0511 2152358 Mo. -Fr. 10-18h, Sa. 10-14h www.lindenbluete.de
Linden-Limmer EyLinda Stephanusstr. 17,30449 Hannover 0511 9208655 M.-Fr.11-14 + 15-18:30h, Sa. 11-14h www.eylinda.de
Linden-Limmer Fabian Schuh & Leder Fabian Schuh & Leder,30449 Hannover 0511 54307864 Di-Fr 9-13; 15-18h
Sa 9-13h
Linden-Limmer Kaffeebar Rossi Weidestraße 6,30453 Hannover Di-Fr 9-18h
Sa & So 11-18h
www.kaffeebar-rossi.de
Linden-Limmer Kopierzentrum Linden Limmerstraße 12,30449 Hannover 0511 447901 Mo-Fr 8.30-18.30h
Sa 10-13h
www.kopierzentrum-linden.de
Linden-Limmer Ohrwurm Deisterstr. 32,30449 Hannover 0511 454265 Mo-Fr 10-19h, Sa 10-18h www.ohrwurm-cds.de
Linden-Limmer Salon Lindener Marktplatz 12,30449 Hannover 0511 4739991 Mo-Fr 10-19h, Sa 10-16h www.salon-loves-you.de
Linden-Limmer Universum(ehemals Burgernah) Offensteinstraße 14,30451 Hannover 0511 47071487 Di-Do 13-21; Fr 13-22h www.burgernah.de
Linden-Limmer Wein und Bild Quellengrund 2,30453 Hannover 0511 1699409 Mi & Fr 15-19h
Sa 10-14h
www.wein-und-bild.de
Mitte Räderwerk Hainhölzer Straße 13,30159 Hannover 04272 9648001 Mo.- Fr 10-18, Mi 14-18 h
Sa 10-14 h
www.raederwerk.com
Nord Internationalismus Buchladen Engelbosteler Damm 4,30167 Hannover 0511 7100441 Mo.-Fr. 9-18:30, Sa. 9-14h
Südstadt-Bult BH-Lounge Kestnerstraße 45a,30159 Hannover 0511 546 17523 Mo,Do,Fr 11-18:00h, Di,Mi,Sa 11-15:00h www.bh-lounge.d
Südstadt-Bult Bio Corner Fiedlerstr. 23,30519 Hannover 0511 836037 Mo-Sa 8-20h
Südstadt-Bult Craftbeerkontor Schlägerstraße 17,30171 Hannover 0511 89865334 Mi -Fr. 14-20, Sa.12-18h www.craftbeerkontor.de
Südstadt-Bult GEA Kleine Düwelstraße 6,30171 Hannover 0511 85645700 Mo. – Fr.: 11 – 19h
Sa.: 11 – 15h
https://gea-hannover.de
Südstadt-Bult Naturkostladen Südstadt Geibelstr. 13,30173 Hannover 0511 8093823 Mo.-Fr. 8:30-19, Sa. 8:30-18h www.naturkostladen-suedstadt.de
Südstadt-Bult SofaLoft GmbH & Co. KG Jordanstr. 26,30173 Hannover 0511 807070 Mo.-Fr. 10-19h, Sa. 10-18h www.sofaloft.de
Südstadt-Bult Zanzarelli Hildesheimer Straße 2,30419 Hannover 0511 235 2923 www.zanzarelli.de
Vahrenwald-List 25 music Kronenstraße 12,30161 Hannover 0511 331330 Mo 15-18h, Di-Mi 11-18h
Do-Fr 10-19h, Sa 10- 16 h
www.25music.de
Vahrenwald-List Bücherstube Konertz Lister Meile 86,30161 Hannover 0511 663918 Mo.-Fr.: 9:30 -18:30
Sa.:10-16 h
www.konertz-buchhandlung.de
Vahrenwald-List Jolie Parisienne Drostestraße 12,30161 Hannover 0160 91527332 Mo.-Fr. 11-19 h
Sa. von 10-16 h
www.jolieparisienne.de
Vahrenwald-List Karla Sedanstr. 35,30161 Hannover 05113480207 Mo-Fr 11-19h, Sa 11-18h
Vahrenwald-List Laden SiebenundSiebzig Bödekerstraße 77,30161 Hannover 0511 2354 6030 Di-Fr 10-18h, Sa 12-16h www.siebenundsiebzig.net
Vahrenwald-List Porzellan Café Jakobistr. 20,30163 Hannover 0511 628701 Mi 10-19, Do + Fr 14-19
Sa 11-14 + 15-18
www.porzellancafe.de
Vahrenwald-List Restaurant Marie Wedekindplatz 1,30161 Hannover 0511 65399074 Mo-Mi 11.30-22
Do-Sa 11.30.-23
www.restaurantmarie.de
Vahrenwald-List Wedevini Wedekindplatz 2,30161 Hannover 0511 3360610 Mo-Fr 10-19h
Sa 10-15h
www.wedevini.de
Vahrenwald-List Wingert Weinhandel Jakobistraße 31,30163 Hannover 0511 620388 Mo-Do 14-19h
Fr 10-19; Sa 10-14h
www.wingertweinhandel.de

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Ein letztes Wort im September

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Ein letztes Wort im September


mit dem Ministerpräsidenten Stephan Weil

Herr Weil, wie war der Urlaub? Batterien wieder voll?
Mein Urlaub war rundum schön. Ich teile meinen Sommerurlaub ja immer ein bisschen auf. Zuerst war ich wandern im Riesengebirge, das hatte ich bisher noch nicht so auf dem Zettel, ist aber ein wirklich wunderschönes Wanderrevier mit großartigen Wäldern und beeindruckenden Felslandschaften. Wirklich sehr zu empfehlen für alle Tippelbrüder und Tippelschwestern. Und dann war ich mit meiner Frau in den Alpen im nördlichsten Italien, kurz vor der Grenze zur Schweiz. Da hatten wir ebenfalls eine richtig gute Zeit und auch nicht so viele Wetterkapriolen. Ich bin also mit aufgeladenen Akkus zurück am Schreibtisch und voller Tatendrang.

Hatten Sie Zeit für das Nebelmeer. Mal ein bisschen in die Landschaft gucken und den Kopf freikriegen? Neue Horizonte entdecken?
(Lacht) Ich hatte Zeit, mal die verschiedenen Horizonte zu sortieren. Es ist ja im Moment vieles in Bewegung – von der Energiewende über die Wirtschaftstransformation bis zur Künstlichen Intelligenz. Aber ja, das geht mir beim Laufen so und das geht mir beim Wandern so, da bekomme ich die besten Gedanken und kann eine Menge sortieren. Und gleichzeitig ist das für mich auch eine Form von aktiver Erholung. Es gibt wirklich nichts, bei dem ich mich so gut erholen kann wie beim Wandern.

Dann kehren wir mal gut erholt zurück in die Niederungen des bundesdeutschen Alltags. Und da haben wir nach wie vor ein Thema, das gibt immer mehr Anlass zur Sorge. Die AfD hat in Umfragen inzwischen die SPD überflügelt. Das scheint nicht nur ein kurzes Zwischenhoch zu sein. Verfestigt sich da ein Trend?
Nicht zwangsläufig. Wir haben an dieser Stelle ja schon häufiger darüber gesprochen. Ich bin nach wie vor überzeugt, dass ein großer Teil der momentanen Zustimmung für die AfD eine Reaktion darauf ist, dass auf die Menschen von allen Seiten massive Veränderungen einprasseln, und sie gleichzeitig den Eindruck haben, dass sie sich auf den Staat nicht verlassen können. Das heißt für mich ganz klar, wenn die AfD schwächer werden soll, dann müssen die anderen Parteien wieder besser werden. Diejenigen, die in der Regierung sind, müssen Verlässlichkeit und Orientierung vermitteln, Vertrauen schaffen, und diejenigen, die in der Opposition sind, müssen erfolgversprechende Gegenvorschläge zur Regierung bieten. Beides gelingt im Augenblick nicht ausreichend, das gilt für die Ampel und das gilt in Berlin auch für die CDU/CSU. Die Union müsste ja unter normalen Bedingungen eigentlich in den Umfragen von der Schwäche der Regierungsparteien profitieren, tut sie aber nicht.
Auch in Niedersachsen sind die AfD-Werte zwar deutlich zu hoch, aber auch noch deutlich unter den Bundeswerten. Das mag daran liegen, dass wir es in Niedersachsen einigermaßen hinbekommen, mit unserer Landespolitik Vertrauen zu schaffen.

Was ich für absolut elementar halte in diesen Zeiten, das ist, dass die Mitte sich mehr zu Wort meldet. Seit Harald Welzer mit Richard David Precht die Köpfe zusammensteckt, bin ich ja öfter eher skeptisch, aber die These Welzers, dass Demokratien nicht wegen zu starker Ränder kippen, sondern wegen einer zu trägen Mitte, die zu spät reagiert, das halte ich für sehr stichhaltig und einleuchtend. Die Mitte in Deutschland scheint mir aber momentan im Dornröschenschlaf. Und noch schlimmer, ich erlebe bei bestimmten Themen auch zunehmend ein eher gleichgültiges, müdes Schulterzucken. Da läuft schon eine Weile so eine schleichende Verschiebung des Diskurses nach rechts. Sehen Sie das ähnlich?
Ich sehe diese Tendenzen mit großer Sorge. Ich habe Verständnis für Menschen, die momentan an vielen Stellen ratlos oder verunsichert sind und teilweise auch sauer auf die Politik. Mal ein kleiner Einschub: Um als Ministerpräsident nicht Ärger wegen mangelnder Neutralität zu bekommen, äußere ich mich mal kurz als SPD-Landesvorsitzender und sage klipp und klar: Die AfD löst keine Probleme, sie ist ein Problem. Es handelt sich um eine Partei, die in hohem Maße rechtsextrem beeinflusst ist. Der Verfassungsschutz hat genug Gründe, um die AfD zu beobachten. Wir müssen unsere Demokratie schützen vor diesen Leuten. Am Ende gilt immer noch das alte Wort von Winston Churchill: „Demokratie ist die schlechteste aller Regierungsformen – abgesehen von all den anderen Formen, die von Zeit zu Zeit ausprobiert worden sind.“ Und gerade in Deutschland müssten alle wissen, dass unsere Demokratie uns über Jahrzehnte Frieden, Freiheit und Wohlstand gebracht hat. Das gilt insbesondere für die von Ihnen eben genannte Mitte. Das ist etwas völlig anderes als das nationalistisch- autoritäre Denken, das die AfD kennzeichnet. Nicht alle Wählerinnen und Wähler der AfD sind rechtsradikal oder rechtsextrem, aber sie wählen rechtsextrem – das muss jeder und jedem bewusst sein.

Die AfD ist ja sehr strategisch unterwegs, vor allem im Osten Deutschlands trifft man sie in Vereinen, in der Feuerwehr, sie sind nah dran und engagiert. Während beispielsweise SPD oder CDU vor Ort eher nicht so aktiv und sichtbar sind.
Mit solchen Aussagen wäre ich sehr vorsichtig. Die AfD versucht dieses Bild zu vermitteln, ob dieses den Tatsachen entspricht, würde ich doch sehr bezweifeln. Jedenfalls im Westen stimmt es definitiv nicht. Die anderen Parteien haben deutlich mehr Mitglieder und viele sehr engagierte Menschen in ihren Reihen. Man muss aufpassen, dass man den Erzählungen der AfD als „Partei des kleinen Mannes“ nicht auf dem Leim geht – zahlreiche Führungsköpfe der AfD gehören der vermeintlichen Elite an, die die Partei so gerne kritisiert.

Muss man es nicht trotzdem versuchen, die Basisarbeit wieder zu verstärken?
Natürlich! Ich kann nur alle aufrufen, sich vor Ort zu engagieren – davon lebt die Demokratie. Und man muss eben gleichzeitig auch von Seiten der Regierungen für Vertrauen sorgen. Und da ist leider manches in letzter Zeit schiefgelaufen, Stichwort Heizungsgesetz. Es gab sehr viel Konfusion und öffentlichen Streit und darüber ist dann letztlich auch der richtige und wichtige eigentliche Ansatz des Gesetzes völlig in den Hintergrund getreten. Also, die Regierungen müssen gut sein, die Opposition muss gut sein. Und gleichzeitig müssen wir tatsächlich auch versuchen, überall als Demokratinnen und Demokraten präsent zu sein, aktiv zu sein und nicht passiv. Und das ist nicht nur eine Sache der Parteien. Die Demokratie geht uns alle an. Es ist eine Aufgabe der gesamten Gesellschaft, unsere Demokratie so zu festigen, dass sie eben auch in unruhigen Zeiten stabil bleibt. Demokratien scheitern meistens nicht daran, dass sie zu viele Feinde haben, sondern dass sie zu wenig Freunde haben. Wir sind in Deutschland zum Glück nicht so weit, dass unsere Demokratie akut in Gefahr ist, aber wir erleben Verschiebungen und Tabubrüche.

Was halten Sie denn von den sogenannten Bürgerräten zur Stärkung der Demokratie? Der erste zum Thema „Ernährung im Wandel“ ist ja jetzt gerade an den Start gegangen.
Alles in allem können Bürgerräte durchaus eine sinnvolle Ergänzung sein. Im Prinzip aber sind wir mit unserer starken parlamentarischen Demokratie und einer starken Zivilgesellschaft bisher in Deutschland ganz gut gefahren. Ich finde es dennoch absolut in Ordnung, dass man das jetzt ausprobiert, erwarte allerdings auch keine bahnbrechenden Ergebnisse. Es gab ja auch bei den Grünen mal den Gedanken, je mehr Partizipation stattfindet, desto schneller kommen wir voran – das kann sein, muss aber nicht sein.

Ich sehe gar nicht so sehr die Gefahr, dass die Vorschläge nicht fortschrittlich genug sind, ich sehe eher die Gefahr, dass so ein Bürgerrat beispielsweise zur Verkehrswende ganz klar feststellt, dass wir sofort ein Tempolimit brauchen, die FDP dann aber trotzdem ablehnt, weil sie ihrer Klientel das nicht zumuten möchte. Da ist also ein Bürgerrat mit nachvollziehbaren und klugen Vorschlägen und die Ergebnisse werden nicht gehört …
Das ist auch ein wichtiger Punkt. Wenn ich diese Form der Partizipation zulasse, dann darf ich die Ergebnisse im Nachgang natürlich nicht einfach wegwischen, aber auch die Entscheidungen gewählter Repräsentanten nicht einfach übergehen. Gleichzeitig finde ich es aber auch wichtig, dass Bürgerräte die Machbarkeit ihrer Vorschläge mitbedenken. Sie müssen sich fragen, wie die Vorschläge umgesetzt und finanziert werden könnten. Nehmen wir das Thema Ernährung: bei Umfragen gibt es sehr hohe Zustimmungswerte für mehr Tierwohl, aber an der Supermarkttheke wird dann doch eher zum billigsten Angebot gegriffen.

Interview: Lars Kompa
(das Gespräch wurde Ende August geführt)

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