Hilfe zur Selbsthilfe leisten – das ist die Grundlage, auf der die Arbeit des Frauen-Treffpunktes basiert. Die Räumlichkeiten in der List sind eine Anlaufstelle für alle Frauen, die mit alltäglichen, aber auch tieferliegenden Sorgen und Problemen zu kämpfen haben. „Wir bieten einen Schutzraum, einen sicheren Ort, an dem wir den Frauen zuhören, ihnen glauben und sie unterstützen.“
Gegründet vor 40 Jahren leistet der Frauen-Treffpunkt bis heute Stabilisierungsarbeit für Frauen in allen Lebenslagen. In geschützten Räumen gibt es die Möglichkeit, einzeln oder in Gruppen mit Themen wie Gewalterfahrungen, Trennung und Scheidung, Depressionen, Burnout oder auch der weiblichen Identität zu arbeiten. „Oftmals ist es so, dass sich die Frauen an uns wenden, wenn es eigentlich schon gar nicht mehr geht“, berichtet Sanna Kennett, Diplom-Sozialpädagogin und Mitarbeiterin des Frauen-Treffpunktes. „Unsere oberste Priorität ist dann, den Frauen Halt zu geben und Schritt für Schritt, ohne Erwartungsdruck voranzugehen.“ Individuelle Beratungstermine können neben Deutsch auch auf Englisch, Ukrainisch und Russisch stattfinden.
Darüber hinaus erstreckt sich die Arbeit des Frauen-Treffpunktes von Telefon- und Onlinesprechstunden, über Gruppenangebote wie einem offenen Treff für Frauen mit Essstörungen, einem Kunstatelier sowie Tanz- und Kampfsportkursen, bis hin zu einem Pferdeprojekt und einem Treff für Natur und Kultur. „Wir geben den Frauen einen Raum, sich zu entwickeln – auf ganz vielen Ebenen“, so Beate Schacht, Diplompsychologin aus dem Team der Beratungsstelle. Es sei wichtig, dass die Frauen auch Spaß haben, ihr Selbstbewusstsein (wieder-)erlangen und Selbstwirksamkeit lernen. Während eines Kampfsportkurses ein Holzbrett mit den bloßen Händen zu zerschlagen habe zum Beispiel eine Wirkung darauf, wie die Frauen ihren eigenen Wert wahrnehmen. „Sie merken: Ich kann Dinge verändern. Und das überträgt sich auf ihren Alltag“, erläutert Kennett.
Der Frauentreffpunkt sollte allerdings nicht als Therapiezentrum missverstanden werden. Vielmehr bieten die Mitarbeiterinnen der Beratungsstelle, wenn nötig, übergangsweise eine Beratung an, bis ein Therapieplatz gefunden wurde und wahrgenommen werden kann. Auch bei der Suche nach dem passenden therapeutischen Ansatz und dem Verfassen von Anträgen, beispielsweise auf Opferentschädigungshilfe, steht der Frauen-Treffpunkt zur Seite. Für das Frauenhaus „Frauen helfen Frauen e.V.“ werden zudem Sachspenden unter anderem in Form von Bettwäsche und Handtüchern oder auch Kinderspielzeug gesammelt.
Neben der Unterstützung, die vom Frauen-Treffpunkt nach außen strahlt, sind finanzielle oder materielle Hilfen von Außenstehenden von großer Bedeutung, um die Arbeit der Beratungsstelle weiterhin zu gewährleisten und auszubauen. Ein Förderverein besteht bereits, „damit wir den Frauen, die hierher kommen, und ihren Kindern in Notlagen sofort helfen können“. Der Hauptanteil der Finanzierung des Vereins besteht allerdings aus öffentlichen Geldern. Da regelmäßig zur Debatte steht, freiwillige Leistungen der Stadt zu kürzen, kommen in den Reihen des Frauen-Treffpunktes Sorgen auf. „Das raubt wirklich Energie!“ Energie, die in wertvolle Arbeit mit Frauen investiert werden könnte, die die Beratung in Anspruch nehmen. „Wir wollen jeder Frau, die zu uns kommt, helfen und wieder Hoffnung geben können. Wir wollen zeigen: Das ist nichts Endgültiges und ich habe immer selbst den Schlüssel in der Hand, die Dinge anzupacken und zu verändern.“
Laura Druselmann
Frauen-Treffpunkt e.V.
Jakobistraße 2, 30161 Hannover
Tel.: 0511 332141
E-Mail: info@frauentreffpunkt-hannover.de
www.frauentreffpunkt-hannover.de
Instagram: frauentreffpunkt_hannover
Telefonische Sprechzeiten:
Di: 10 bis 12 Uhr
Do: 17 bis 19 Uhr
Sprechstunden vor Ort (mit Terminabsprache):
Di: 17 bis 18.30 Uhr
Do: 11.30 bis 13 Uhr





Chancengleichheit, Integration, Vielfalt – für das und vieles mehr steht Märchenkoffer e.V. seit nunmehr zehn Jahren. Angefangen mit einem Theaterworkshop und Märchenlesestunden, ist aus dem Herzensprojekt von Alexandra Konopleva inzwischen eine Gemeinschaft aus rund 100 Ehrenamtlichen erwachsen, die täglich ein abwechslungsreiches Programm bieten.
Um einer solchen Entwicklung entgegenzuwirken, haben die studierte Musikpädagogin und ihr Team in Vahrenwald einen Raum geschaffen, in dem Kinder und Jugendliche „bilingual glücklich“ werden können. Zwischen 9 und 11 Uhr sind die Räumlichkeiten für Mütter mit Kleinkindern geöffnet, die sich vor Ort austauschen und gemeinsam spielen können. Anschließend wird bei einem offenen Treff zusammen gegessen und Unterstützung bei Hausaufgaben geboten. Ab 16 Uhr finden verschiedene Kreativprojekte statt. Im kommenden Schuljahr wird es unter anderem Kurse mit einem 3D-Drucker sowie mit VR-Brillen geben, die spielerisch zum Lernen genutzt werden können. Abends stehen die Türen des Märchenkoffer e.V. zum Austausch auch für junge Erwachsene offen. „Bei uns ist jede*r herzlich willkommen!“
Das Programm findet an sieben Tagen die Woche entweder in der Herkunftssprache der Anwesenden oder zweisprachig auf Russisch, Polnisch, Ukrainisch, Arabisch oder Türkisch und Deutsch statt. Für geflüchtete Kinder und jene mit einem speziellen Förderbedarf gibt es außerdem Deutsch-Lernangebote. Jährlich werden rund 40 Kleingruppenprojekte und etwa 50 Wochenendworkshops organisiert. Hinzu kommt ein umfangreiches Ferienprogramm mit teils mehrtägigen Gruppenfahrten und internationalen Kooperationen mit ähnlichen Organisationen. Im Fokus steht hierbei neben dem Lernerfolg vor allem, dass alle Spaß haben. „Wir legen einen wirklich großen Wert auf informelle Bildung, aber nicht wie im Schulalltag, sondern spielerisch“, erläutert Konopleva. Die Kinder und Jugendlichen werden regelmäßig gefragt, wo ihre Interessen liegen und welche Ansprüche sie an das Märchenkoffer-Programm haben. „Uns ist es wichtig, dass die Kinder sich aktiv beteiligen möchten und motiviert sind, zu lernen“.
Zukünftig soll das Angebot um weitere Sprachen und Projekte ergänzt werden. Hierzu sind vor allem größere Räumlichkeiten und mehr Ehrenamtliche nötig. „Die Nachfrage ist sehr groß, aber vieles können wir noch nicht abdecken“, bedauert Konopleva. Sie wünscht sich, Leerstände in der Stadt für Projekte von Märchenkoffer e.V. nutzen zu können und, dass „Geflüchtete aus unterschiedlichen Ländern aktiver werden und sich ehrenamtlich engagieren“. Auf diese Weise „tun sie etwas für andere und auch für sich selbst“. Das Team rund um Alexandra Konopleva setzt sich derzeit aus Menschen mit vielen verschiedenen Wurzeln zusammen, darunter Pädagog*innen und Künstler*innen, aber auch Ärzt*innen und Ingenieur*innen, die ihre individuelle Lebenserfahrung teilen. „So lernen die Kinder und Jugendlichen eine Vielzahl von Menschen kennen, die auch gerade dabei sind, sich zu integrieren, oder schon gut integriert sind – ein großer Mehrwert“ und Grund dafür, in Zukunft „noch größer und noch bunter zu werden“.
Schon seit über 30 Jahren verbirgt sich hinter den Fassaden eines Wohnhauses in der Calenberger Neustadt ein Ort zum Wachsen und Wohlfühlen. In der Kindertagesstätte Zappelige Zebras e.V. stehen Bedürfnisorientierung und die individuelle Betreuung jedes Kindes an erster Stelle.
Bei den verschiedenen Aktivitäten wird stets darauf geachtet, dass sich jedes Kind wohlfühlt und den Ablauf mitgestalten kann. Außerdem lernen die Kinder, ihre persönlichen Bedürfnisse und Grenzen zu erkennen und zu kommunizieren. „Wenn wir etwa merken, dass einem Kind etwas nicht gefällt, dann regen wir dazu an, das Problem zu äußern und zusammen nach einer Lösung zu suchen. Wir fragen die Kinder beispielsweise auch, bevor wir sie wickeln, ob das für sie in Ordnung ist und von wem sie gewickelt werden möchten“, erklärt Schecker. Auf diese Weise sollen die Kinder schon von klein auf lernen, dass ihre individuellen Bedürfnisse wahrgenommen und respektiert werden.