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Ein offener Brief an Friedrich Merz

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Ein offener Brief an Friedrich Merz


Lieber Friedrich,

weiter so! Wie hat Uli Hoeneß neulich so schön gesagt, als es auf der Jahreshauptversammlung des FC Bayern um den Sponsorenvertrag mit Katar ging: „Das ist der Fußballclub Bayern München und nicht die Generalversammlung von Amnesty International.“
Genau das gilt natürlich auch für die CDU.
Schluss jetzt mit der falschen Zurückhaltung, im Herbst 2025 stehen die nächsten Bundestagswahlen an, in dem Jahr wirst du 70, es muss also klappen mit der Kanzlerschaft, sonst wird die Zeit knapp.

Und das hast du jetzt ganz offensichtlich verstanden. Draufhauen ist angesagt. Spalten. Diffamieren. Rechte Haken setzen. Schluss mit lustig!
Wichtig ist, jetzt zu fokussieren.
Worum muss es künftig gehen? Richtig, es muss darum gehen, dass Deutschland in den nächsten Monaten und Jahren bis zur Wahl nur noch schlecht funktioniert. Darum ist das Gebot der Stunde, möglichst alles mies zu finden, was die Regierung fabriziert. Und das bekommst du schon ganz wunderbar hin. Zweifeln, Misstrauen sähen, destruktiv sein, den Teufel an die Wand malen.
Sollen sie ruhig richtig Angst bekommen, die kleinen Menschlein, und auf der Straße ihre Wut herausbrüllen, das steigert den Druck auf die Ampel. Und genau dann machen die Fehler. Du kennst das Spiel.
Und für den guten Zweck darf man sich jetzt auch ruhig ein bisschen Inspiration von der AfD holen. Den Geflüchteten aus der Ukraine Sozialtourismus vorzuwerfen, war jedenfalls schon mal ein Volltreffer. Man muss halt wissen, wie man die Menschen abholt.
Es ist jetzt ganz wichtig, nicht wieder weich zu werden. Spiel die richtigen Karten aus. Streich das leidliche C aus deinem Kopf und hau drauf! Du hast alle Trümpfe in der Hand.
Die Zeiten werden schlechter, gleichzeitig kommen mehr Flüchtlinge, das passt. Werden die sich an unserer Kultur orientieren? Werden sie Deutschland voranbringen? Oder werden sie nur Geld kosten? Ja, du musst jetzt unbedingt die richtigen Fragen stellen. Und dabei unterschwellig gerne ein bisschen diskreditieren und hetzen.
Und lass bloß die Fakten beiseite, niemand interessiert sich für die komplizierte Wahrheit. Mach es den Leuten möglichst leicht.

Und du darfst natürlich auf keinen Fall vergessen, jetzt demnächst mal so ganz nebenbei zu erwähnen, dass nicht alles, was die AfD sagt, immer falsch sein muss. Dass es in deren Reihen durchaus auch den einen oder anderen klugen Kopf gibt.
2024 wird in Sachsen, Brandenburg und Thüringen gewählt, vielleicht kann man sich bei der Gelegenheit schon mal an neue denkbare Mehrheiten herantasten. In Schweden und Italien funktioniert das doch auch …
Also, immer schön hart und unfair bleiben – wir sind Fan, unsere Stimme hast du im Sack!

Foto: Tiago Sierra sierratds / Pixabay.com

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