Literarisches: Burkard Rabe von Pappenheim

Ein Förster, ein Mord, und ganz viel Waldwissen. Burkhard von Pappenheim verbindet all
das in einem Krimi. Knapp, dialoggetrieben, auf 150 Seiten.
Wald, Wild, Tod – ein Försterroman von Burkard Rabe von Pappenheim (B.Rabe). Als
Journalist schreibt von Pappenheim sein Buch anders als andere Autorinnen. Eine Krimi-Geschichte, Wissen über den Wald und eine Liebesgeschichte auf 150 Seiten. „Ich mag keine Texte, bei denen ich das Gefühl habe, da wird etwas wiederholt, das ich schon weiß. Redundanzen stören mich. Ich schreibe lieber klar und zielgerichtet“, sagt Burkhard von Pappenheim über sein erstes Buch. Der Journalist und Autor besitzt in Liebenau, im Dreiländereck Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, ein Stück Wald, das er bewirtschaftet. „Dort kümmere ich mich intensiv um unseren kleinen Wald von 100 Hektar und habe angefangen, ihn im Sinne der naturnahen Waldwirtschaft umzubauen. Ich arbeite da auch selbst mit: pflanze und arbeite mit der Motorsäge – immer mit Profis. Dadurch habe ich einen Einblick in die ganze Bandbreite bekommen.“ Schon lange wollte von Pappenheim das, was er dort tagtäglich erlebt, zu Papier bringen und etwas über die Leute schreiben, „die sich schon seit Jahrzehnten dafür einsetzen, den Wald vorsichtig und nachhaltig zu behandeln“. So kam die Idee, Wissenswertes mit einem Krimi zu verbinden – Pappenheims Lieblingsgenre. „Die Geschichte hat in meinem Kopf rumgegeistert. Das hat mich irritiert und ich habe gemerkt, ich werde sie nur los, wenn ich sie aufschreibe.“ Der Förster Alexander Wilesen wird zu einer der Hauptfiguren in Wald, Wild, Tod. In seinem Waldrevier häufen sich die Probleme: Ein Wolf wird erschossen. Dann ein Jäger. Dazu schleichen Wilderer durch Wälder, der Borkenkäfer frisst sich durch Fichten und eine Frau protestiert lautstark gegen die Jagd. Alexander muss entscheiden, ob er eingreift. Ein Krimi über Wald, Mensch, Liebe und die Frage, wie weit man für das einsteht, was man kennt und schützen will. Von Pappenheim ist in seinem Roman nicht der klassische allwissende Erzähler. Er sagt über sich: „Ich bin ein handlungsgetriebener Leser: Wenn jemand aus der Tür geht und nach rechts abbiegt, möchte ich nicht wissen, warum – sondern wohin.“ Als Autor wählt er also Dialoge als Stilmittel, um Handlung, Gesehenes und natürlich auch Gesagtes zu beschreiben. „Dialoge treiben einen Text voran, machen Spaß und bringen Leben ins Buch. Deshalb erkläre ich Dinge lieber im Dialog als in Beschreibungen.“ Durch die fehlenden Ausmalungen liest sich von Pappenheims Roman beinahe protokollartig, kantig. Das Werk eines Journalisten, dem das „Bla-Bla abgewöhnt“ worden ist. Wald, Wild, Tod ist im Eigenverlag erschienen. Dadurch lassen sich kleine Makel finden: Es gibt keine Seitenzahlen, das Buch ist nicht im Blocksatz gelayoutet und ohne professionelles Lektorat haben sich auch kleine Schreibfehler eingeschlichen. Vorerst ist von Pappenheims Försterroman sein einziges Buch. Aber „es irrlichtet wieder etwas in meinem Kopf. Ich denke, irgendwann wird da wieder so viel sein, dass es raus muss.“ Bisher vorwiegend in seinem näheren Umfeld gelesen, „sickert“ das Buch unterdessen in eine breitere Leserinnenschaft. „Ich habe sehr gute Rückmeldungen
bekommen, keiner hat sich abfällig geäußert. Ich hätte also den Mut, ein zweites Buch zu
schreiben. Dann aber in Zusammenarbeit mit einem Verlag.“
Burkhard von Pappenheim verwebt in Wald, Wild, Tod Sachbuch mit Kriminalroman und
erfindet so ein neues Genre, das „amüsant und unterhaltend“ Wissen vermitteln möchte. Der
Försterroman ist ein „Plädoyer für die naturnahe Waldwirtschaft im Gewand einer
spannenden Geschichte über eine mörderische Auseinandersetzung zwischen Jagdgegnern
und Jägern.“


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