Die Sozialen Medien sind voll davon: Unzählige Asia-Online-Shops wollen uns animieren, unser Geld bei ihnen für Instant-Ramen oder Tiefkühlblätterteig auszugeben. Klar, es gibt Schlimmeres, in das man investieren könnte. Crack zum Beispiel. Den Wahlkampf von Ursula von der Leyen. Immobilien in Samoskworetschje. Da scheinen Ramen alles in allem die gesündere Option, selbst, wenn man die TikTok-Challenges bedenkt, bei denen sich Teenager mithilfe zu scharfer Tütennudeln regelmäßig ins Koma challengen. Keine Politik jetzt, lieber Essen.
Mit Blick auf koreanisches Fastfood, das man in Gläsern mit nicht lesbarem Aufdruck oder in bunter Plastikfolie, niedlich mit brennenden Pandabären bedruckt, kaufen kann, stellt sich die Frage, wie schwer das sein kann, es selbst herzustellen. Antwort: Einfach.
Wir haben uns an drei superduper Foodtrends versucht und finden: Leider geil! Los geht’s mit Mayak Gyeran. Angeblich heißt das in der Übersetzung so etwas wie „Drogeneier“, weil der Geschmack unwiderstehlich und süchtig machend sein soll. Wollen wir doch mal sehen. Für sechs Eier brauchen wir je 120 Milliliter Sojasauce und Wasser, eine Stange Lauchzwiebel, zwei Esslöffel Honig, zwei Teelöffel Zucker, eine milde Chilischote, eine Knoblauchzehe, Sesamsaat und einen Schuss Soju. Das ist ein traditioneller Reiswein aus Korea. Der ist optional und kann auch weggelassen werden, aber das Rezept sieht ihn nun mal vor und wir haben welchen, also werden wir ihn auch benutzen. Während wir die Eier kochen (eigentlich wachsweich, aber wer Bedenken wegen Salmonellen hat, kann sie natürlich auch hart kochen), hacken wir Lauchzwiebel, Knoblauch und Chili so klein wie es geht. Wasser, Sojasauce, Honig und Zucker verrühren wir, bis sich alles gut verbunden hat, fügen dann die restlichen Zutaten hinzu und baden die gekochten und gepellten Eier darin. Mindestens über Nacht.
Für unser zweites Rezept, Tteokbokki, brauchen wir koreanische Reiskuchen. Das sind zylindrische Teigstücke, die an Penne erinnern, nur, dass sie eben nicht hohl sind. Man bekommt sie im Asialaden getrocknet, so dass sie zuhause erst eingeweicht und dann gekocht werden müssen. Tteokbokki sind der heiße Scheiß und laufen Ramen momentan den Rang ab – gemischt mit Gochujang wird daraus eine scharfe Sache. Gochujang ist gewissermaßen der heilige Gral der koreanischen Küche. Die Antwort auf Maggi, Fondor und alles, was Essen sonst noch rund macht. Es ist eine fermentierte Chilipaste mit süß-scharfem Umami-Geschmack. Auf 200g (trockene) Tteok brauchen wir 2 EL Gochujang, 1 TL Gochugaru (oder anderes Chilipulver), 350ml Gemüsebrühe, 1EL Sojasauce, 2TL Zucker, 1TL Sesamöl, Sesamsaat und zwei Lauchzwiebeln. Die Tteok werden mit kochendem Wasser übergossen und für 20 Minuten eingeweicht. Wir verrühren Brühe, Sojasauce, Zucker, Chili und Gochujang miteinander, lassen es aufkochen und fügen die eingeweichten Reiskuchen hinzu. Durch die darin enthaltene Stärke beginnt die Sauce bald einzudicken. Jetzt fügen wir Zwiebel und Sesam hinzu und lassen das Gemisch gute 8 Minuten köcheln. Kurz vor dem Servieren mischen wir noch das Sesamöl unter.
Für unser letztes Gericht brauchen wir 400g Tofu (natur), abgetupft und gleichmäßig geschnitten, eine große Karotte (gerieben), 3EL Bulgogi-Marinade, 100ml Wasser sowie die unvermeidliche Sesamsaat und Frühlingszwiebel. Den Tofu braten wir mit etwas Öl in der Pfanne an, bis er ein bisschen braun und knusprig ist. Dafür lassen wir uns Zeit – die Regelmäßigkeit macht’s. Ist das geschehen, verrühren wir die Bulgogi-Marinade (im Grunde eine Art Barbecue-Sauce) mit Wasser und erhitzen sie, werfen den Tofu, die Karotte und die gehackte Zwiebel rein und lassen das Ganze bei mittlerer Hitze schmoren, bis die Flüssigkeit aufgesaugt ist. Vor dem Servieren kommt, na klar, Sesam drüber.
Alles kein Hexenwerk und alles schnell gemacht. Finden wir gut und kaufen keine Instant-Tütchen mehr.



