Mitten in der List, gleich oben in der Jakobistraße am Lister Platz, gibt es seit kurzem ein neues Schmuckstück. Das muss man so sagen. Denn das Mosaik Café, Patisserie und Restaurant ist wirklich eines: Allein der Schriftzug erinnert, namensgebend, an Glasmosaik, was sich drinnen fortsetzt: Schwarz gestrichene Wände mit handwerklich herausragenden Wandmalereien, bunte Mosaiklampen (na, was sonst!), Sitznischen zum Hineinkrabbeln und eine enorme Menge an Zierkissen. Meisterwerke konditorischer Handwerkskunst stehen hinter Glas in Vitrinen, schwarz gekleidete Servicekräfte im Hijab wuseln busy umher und schenken uns ein strahlendes Lächeln, als wir zu unserem Tisch geführt werden. Das afghanische Mosaik Café bietet neben spannenden Tellerfrühstücken und sensationellen Gebäckkreationen auch afghanische Küche an, naturgemäß allerdings keine alkoholischen Getränke. Dafür gibt es eine enorme Tee-Auswahl. Aus Gründen der diesbezüglichen Überforderung entscheiden wir uns für Wasser (eine Karaffe mit Orange und Zitrone, die war kostenlos) und einen einfachen Schwarztee.
Und es ist kein Witz: Das ist so ungefähr der leckerste Schwarztee des Jahrhunderts! Gereicht wird er mit einem Kandisstab, in den ein Safranfaden eingegossen ist. Ob es nun am Safran liegt oder die Teemischung eine besondere ist – keine Ahnung, aber es schmeckt herrlich. Unsere Servicekraft rät uns von unserer Vorspeisenauswahl ab und erklärt, wer ein Hauptgericht bestellt, bekommt ohnehin einen Begrüßungsteller, auf dem sich das befindet, was wir auch bestellt hätten. Und schon wenig später bringt sie uns ein frisch gebackenes, noch ganz aufgeblähtes Fladenbrot und drei Schälchen mit Dips: Eine leckere Mayonnaise-Joghurtcreme mit Knoblauch, eine Art Salad-e Shirazi (sehr fein gewürfelte Gurken, Tomaten, rote Zwiebel, Minze) und einen scharfen Dip aus Paprika- und Tomatenmark, Chilipaste und Granatapfel. Alles ist super abgeschmeckt und macht direkt glücklich und Lust auf mehr. Es dauert gar nicht lange, schon werden unsere Hauptgerichte gebracht: Qaboli mit Mahiche (22,90 Euro) und Kose Kebab mit Hähnchen (15,90).
Beim Qaboli handelt es sich um ein afghanisches Festtagsgericht: Aromatischer Basmatireis und brauner Reis gemischt, mit süßen Karottenstreifen, Rosinen und Mandeln, gewürzt mit Kardamom und Garam Masala. Dazu gibt es eine langsam geschmorte Lammkeule, für die man weder ein Messer noch Zähne braucht: Äußerst zart fällt das Fleisch schon vom Knochen, wenn man es nur zu ruppig anschaut, orientalisch gewürzt mit Zimt, Nelke und gemahlenem Koriander. Ein Volltreffer! Allerdings eine gigantische Portion, die alleine schwer bezwingbar ist, selbst, wenn man sich nicht vorfreudig auf den Begrüßungsteller gestürzt hat. Das Kose Kebab steht dem in nichts nach, im Gegenteil, allein der Serviervorgang ist schon ein aufregendes Spektakel: Das Hähnchenfleisch ist in mundgerechte Stücke geschnitten, um Zwiebeln und Paprika ergänzt, mit Curry gewürzt und in einer Tonschale gegart worden. Oben über diese Schale hat man ein Hütchen aus Brotteig gestülpt und der ganze Wahnsinn wird brennend serviert. Die Servicekraft zerfetzt das Brothütchen, damit wir uns den Schnabel nicht verbrennen und bringt noch mehr Brot zum Auflöffeln des Kebabs. Das ist extrem lecker und wir ärgern uns über unsere stark eingeschränkte Magenkapazität.
Aufgrund des hohen Aufkommens an Laufkundschaft sei ausdrücklich zum Reservieren geraten, wir haben diverse Gäste enttäuscht abziehen sehen, weil das Café ausgebucht war.
Hier waren auch wir definitiv nicht zum letzten Mal!
Mosaik Café, Patisserie und Restaurant
Jakobistraße 6
30163 Hannover
So.-Do.: 08-20 Uhr
Fr.-Sa.: 08-22 Uhr





