„Es gibt nichts Schöneres, als sich dafür einzusetzen, dass Menschen sehen: Ihr Ehrenamt wird wahr- und ernstgenommen“, sagt Monika Fricke strahlend. Seit Jahren setzt sie sich in ihrer Funktion als Leiterin der Stabsstelle Ehrenamt und Freiwilligenagentur des Landkreises Leer und im geschäftsführenden Vorstand der LAGFA Niedersachsen dafür ein, Strukturen zu schaffen, in denen das Ehrenamt wachsen kann.
Mit der LAGFA wurde vor rund 20 Jahren ein Netzwerk geschaffen, das Menschen zusammenbringt, die freiwilliges Engagement fördern möchten. Freiwilligenagenturen in ganz Niedersachsen sind über die LAGFA verbunden und stärken einander. Inzwischen gehören rund 115 Mitglieder dazu – von kommunalen Agenturen, über Wohlfahrtsverbände, bis hin zu kleinen Vereinen, die kommunale Ehrenamtsstrukturen aufbauen. „Man kann sagen, die LAGFA gibt es nicht nur einmal, sondern über hundert Mal in Niedersachsen“, so Fricke.
Zugunsten jener Mitglieder organisiert die LAGFA Fortbildungen, Netzwerktreffen, unterstützt bei Qualitätsmanagement und entwickelt gemeinsam mit Politik und Verwaltung Strategien für die Zukunft des Engagements.
„Die Agenturen profitieren aber vor allem vom Netzwerk“, sagt Fricke. „Sie lernen voneinander und miteinander.“ Einmal im Jahr treffen sich die Mitglieder zu einer großen Fachtagung, bei der aktuelle Themen diskutiert werden. Wie können ältere Menschen für ein Engagement gewonnen werden? Welche Konzepte sprechen junge Leute an? Welche Rolle spielt Inklusion? Fragen wie diese stehen im Mittelpunkt. Darüber hinaus gibt es regelmäßige Onlineformate, sogenannte Spotlights, in denen Expert*innen aus der Praxis ihr Wissen teilen.
Fricke erklärt: „Unser Netzwerk kostet nichts, bringt aber unglaublich viel für die tägliche Arbeit“, denn viele der Freiwilligenagenturen stehen vor ähnlichen Herausforderungen. Sie beraten Menschen, vermitteln verschiedene Möglichkeiten des Engagements und müssen gleichzeitig Strukturen aufbauen, die langfristig funktionieren. Damit das funktioniert, „versuchen wir alles miteinander zu verknüpfen. Wissen, Netzwerk und Förderung sollen miteinander einhergehen“.
Dass die Arbeit der LAGFA Wirkung zeigt, lässt sich vielerorts beobachten. Ehrenamt findet sich in Niedersachsen in nahezu allen Lebensbereichen: im Sportverein, in der Feuerwehr, in der Hospizbegleitung, im Kulturverein oder im Umwelt- und Naturschutz. „Es gibt mindestens 15 große Engagementbereiche“, erklärt Fricke. „Und eigentlich stehen sie alle gleichberechtigt nebeneinander.“ Die LAGFA sorgt durch Qualitätsmanagementschulungen dafür, dass die ehrenamtliche Arbeit in all diesen Bereichen durch hauptamtliche Koordinator*innen durchgeführt werden kann.
Für die Zukunft hat die LAGFA klare Ziele. Unter anderem unterstützt sie die niedersächsische Landesregierung bei der Umsetzung einer langfristigen Ehrenamtsstrategie. Ein aktuelles Beispiel ist die sogenannte Mikroförderung. Dadurch werden kleine finanzielle Zuschüsse für Vereine und Initiativen zur Verfügung gestellt. Bis zu 2.500 Euro können Organisationen für konkrete Projekte beantragen – etwa für neue Instrumente im Musikverein, für eine Obstwiese im Kleingartenverein oder für notwendige Renovierungen im Vereinsheim. „Das sind keine riesigen Summen, aber genau diese kleinen Beträge machen oft den Unterschied“, merkt Fricke an.
Und der Bedarf ist riesig: „Innerhalb weniger Tage waren Förderanträge für die gesamte bereitgestellte Summe des Landes eingegangen“, berichtet Fricke. Sie ist begeistert, wie passioniert die vielen Ehrenamtlichen bei der Sache sind. „Wer sich engagiert, gibt das Wichtigste, was er hat: seine Lebenszeit. Und Menschen, die sich engagieren, strahlen. Das ist wunderbar!“
Laura Druselmann
Landesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen und Koordinierungsstellen für das Ehrenamt in Niedersachsen e.V. (LAGFA)
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