„Heißester Sommer seit Beginn der Aufzeichnungen“, heißt es, und „Deutschland glüht“. Aber kann das stimmen? Mein Eindruck ist, dass es ein Sommer ist wie jeder andere, außer vielleicht, dass dieser ein hohes Maß an Tagen bietet, an denen das Wetter absolut beschissen ist. Aber ich will mich nun wirklich nicht mit Jörg Kachelmann anlegen, der wird da schon Bescheid wissen. Dafür koche ich besser, mutmaßlich. Diesen Monat etwas Kaltes und Süßes, weil es, mit oder ohne Aufzeichnung, nicht das richtige Wetter für einen Schweinebraten ist. Darum gibt’s heute ein sommerliches Dessert.
Es ist ziemlich schnell gemacht und auch relativ idiotensicher. Für sechs Portionen dieses tropischen Zauberzeugs brauchen wir unter anderem Kekse. Butterkekse zum Beispiel sind sehr gut geeignet, und zwar 400g. Das sind meistens zwei Verpackungseinheiten, je nach Hersteller. Die geben wir ruppig und unvorsichtig in eine große Schüssel und drücken danach noch aggressiv darauf herum. Das ist vonnöten, denn diese Nachspeise enthält einige Kalorien, die ja auch irgendwie verbrannt werden wollen. Jetzt nehmen wir 500g Mangofleisch zur Hand – und zwar das aus der Dose, gießen es ab und fangen 300ml von der Einlegeflüssigkeit auf, die wir direkt auf die Kekse gießen, kurz umrühren und dann einweichen lassen. Man kann auch durchaus 100ml dieser Flüssigkeit durch Rum ersetzen, schmeckt prima! Das Mangofleisch hacken wir ganz fein und werfen es in einen Kochtopf, wo wir es mit 100ml Milch und einem Tütchen Vanillezucker zum Kochen bringen. Mit weiteren 50ml Milch verrühren wir ein Päckchen Puddingpulver und ziehen es, sobald die Mangomasse kocht, zügig unter selbige, lassen das Ganze noch einmal kurz aufblubbern und nehmen den Topf vom Herd.
In der Zwischenzeit widmen wir uns wieder dem, was irgendwann mal Kekse waren. Die Flüssigkeit dürfte sie mittlerweile in einen Matsch verwandelt haben, der in Farbe und Konsistenz irgendwie an Leberwurst erinnert. Wir rühren den Matsch schön glatt, stellen ein Drittel davon beiseite und verteilen den Rest auf sechs Dessertgläser als eine Art Boden.
In einer Pfanne schmelzen wir nun einen Esslöffel Butter und lassen sie leicht braun werden, ehe der restliche Keksmatsch dazukommt und Gesellschaft von je 4EL Mandelblättchen und Kokosraspeln erfährt. Die Keksmasse teilen wir mit dem Pfannenwender grob und rösten die Mischung bei kleiner bis mittlerer Hitze, bis sie braun und leicht krümelig ist und lecker riecht.
Jetzt verteilen wir den etwas abgekühlten Mangopudding in die sechs Gläser und somit auf die Keksböden, ehe der Inhalt der Bratpfanne als Topping obendrauf kommt. Zum Schluss bestäuben wir unsere Kunstwerke noch mit Puderzucker und servieren sie dann. Egal ob warm, lauwarm oder aus dem Kühlschrank, das Dessert schmeckt wirklich erfrischend (und die Mango aus irgendwelchen Gründen ein kleines Bisschen nach Rhabarber). Voll toll lecker!
» IH

