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El Kurdis Kolumne im Mai

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El Kurdis Kolumne im Mai


Meine nominelle Arisierung

Für viele Deutsche ist es eine Herausforderung, jemandem mit einem nahöstlichen, asiatischen oder afrikanischen Namen zu begegnen.
Sie fangen an zu stammeln, machen hilflose Artikulationsversuche und sprechen den Namen dann halt irgendwie aus.
So wurde ein Mitschüler meiner Tochter von den Lehrer*innen konsequent „Aamett“ genannt, obwohl er selbstverständlich Ahmed hieß, und es ja nun wirklich nicht so schwer sein sollte, sich zu merken, dass ein solches „h“ in der Mitte tendenziell eher wie ein „ch“ gesprochen wird.
Aus diesem Grund habe ich meinen arabischen Vornamen schon 1971, kurz nach meiner Einschulung, selbständig gegen meinen urdeutschen Mittelnamen getauscht. Eigentlich heiße ich ganz vorne nämlich „Samer“, was hübscherweise soviel bedeutet wie „Jemand, der seine Freunde des Nachts mit Plaudereien unterhält“. Leider aber bekamen die Kinder in meiner Klasse diesen Namen einfach nicht über die Lippen. Obwohl „Samer“ ja keinerlei schwer auszusprechende Konsonantenanhäufungen, übermäßig viele Ypsilons oder andere komplizierte Buchstabkombinationen enthält.
Selbst meine Lehrerin konnte „Samer“ bei der Anwesenheitskontrolle nicht ohne Stocken aus dem Klassenbuch ablesen.
Damals hieß man als Junge in Deutschland üblicherweise Matthias, Andreas, Michael. Die mit exzentrischen Eltern hießen Oliver oder Pascal. Da ich in einem robusten Viertel in Kassel aufwuchs, nannten mich meine Mitschüler wahlweise „Samen“ „Besamer“ oder irgendwas anderes mit Sperma. Ein Junge nannte mich, warum auch immer, „Senftopf“.
Ich dachte mir: Dann doch lieber „Hartmut“. Das klang für mich eindeutig, unverfänglich und deutsch. Diesen Zweitnamen hatte mir meine deutsche, sommersprossige Mutter verpasst, weil sie, als ich ihr in Amman nach der Geburt in die Arme gelegt wurde, vermutlich dachte: Okay, es ist also, wie erwartet, ein kleiner Schwarzkopf geworden. Der kriegt jetzt mal zum Ausgleich einen germanisch-blonden SS-Mittelnamen. Quasi als Look-Name-Balance. Und als eine Art nominelle Arisierung.

Meine Umbenennung war allerdings nur so mittel erfolgreich: Mein Nachname „El Kurdi“ verwirrt manche Deutsche so, dass sie gar nicht anders können, als meinen Vornamen schriftlich zu „Hartmoud“ zu orientalisieren. Analog zum arabischen „Mahmoud“, was übrigens der Vorname meines Vaters ist. Der von Deutschen allerdings oft „Mammut“ ausgesprochen wird. Siehe: Aamett.
Auch schön: In verschiedenen Zeitungen – von TAZ bis ZEIT – erschienen schon Texte von mir unter meinem unfreiwilligen Pseudonym „HELMUT El Kurdi“. Daran gefällt mir, dass die Verantwortlichen hier gar nicht dazu kommen, meinen arabischen Nachnamen zu verhunzen, sondern sich vorher schon im deutschen Vornamengestrüpp verheddern: Hartmut, Helmut, Helmfried, Friedhelm – was soll’s? Alles eine Suppe! Lustigerweise nennt mich auch meine Freundin Mely Kiyak  – im Gegensatz zu mir halbkurdischem Hessen vollkurdische Niedersächsin – konsequent Helmut. Zumindest in unserer erschütternd albernen Digital-Korrespondenz. Beim ersten Mal war es wohl ein Versehen. Wir kannten uns noch nicht gut. Seitdem macht sie es aus Daffke. Ich nenne sie folgerichtig und durchgehend seit Jahren Melanie. Melanie ist, neben Claudia beziehungsweise „Claudi“, mein deutscher Lieblings-Frauen-Seventies-Name.  Obwohl: „Dagmar“ respektive „Daggi“ und „Petra“ finde ich auch nicht schlecht…

Abschweifung: Hätten meine Freundin und ich unsere Tochter „Petra“ genannt, dann wäre Petra kürzlich in Petra gewesen. Was mir sehr gefallen hätte. Die junge Frau war nämlich kürzlich zum ersten Mal in meinem Geburtsland und besuchte dort unter anderem die alte nabatäische Felsenstadt „Petra“. So war aber nur Salima in Petra. So heißt meine Tochter nämlich wirklich. In Jordanien war sie mit einer französischen Freundin, die den schönen, leicht ähnlich klingenden hebräischen Namen „Salomé“ trägt  – und die prompt bei der Einreise am Flughafen in Amman von den jordanischen Grenzbeamten gefragt wurde, ob sie Jüdin sei. Als meine Tochter mir davon berichtete, dachte ich: Die lassen aber auch kein Klischee aus. Vor allem: Was wäre passiert, wenn sie tatsächlich Jüdin gewesen wäre und mit „ja“ geantwortet hätte?  Abschweifung beendet.

Meine Tochter Salima wird in Deutschland übrigens mal Samira, mal Selina, mal Shalimar genannt. Selbst wenn die Leute ihren Namen vor sich auf einem Formular oder ihrem Ausweisdokument stehen haben. Manchmal glaube ich, dieses Land braucht dringend eine Alphabetisierungskampagne.

Hartmut El Kurdi

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Neu in der Stadt: smow

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Neu in der Stadt: smow


smow

Ab Mai besitzt Hannover ein Kleinod mehr. Von der Innenstadt fußläufig erreichbar, eröffnet der neue smow Store am Klagesmarkt 43, direkt angrenzend an Fahrradboulevard und Wochenmarkt.
Auf einer Fläche von 420 m² bietet der Design-Store eine Auswahl an aktuellen Trends und legendären Klassikern aus dem Designmöbelsegment.

Möbelkreationen von Charles & Ray Eames, Verner Panton oder Egon Eiermann werden in dem urbanen Laden genauso vertreten sein wie beispielsweise die zeitgenössischen Herstellerlabels Jan Cray oder Moooi, die junge Designer*innen in den Fokus stellen.

Zusätzlich zu Designer-Einzelstücken bietet smow auch ganzheitliche Konzeptionen für Büroräume und ähnliches an.
Das vierköpfige Team aus Innenarchitekt*innen steht bei der Raumplanung kompetent zur Seite.
Das Erfolgsgeheimnis von smow ist die Omnichannel-Strategie, die der Designmöbelanbieter seit einigen Jahren verfolgt: smow betreibt neben dem erfolgreichen Onlineshop für Designmöbel und Accessoires Einrichtungshäuser in 17 deutschen Städten sowie einen Schweizer Standort – und realisiert komplexe Einrichtungsprojekte von der Planung bis zur Umsetzung und Nachbetreuung.

Die Kombination aus Onlineshop und Ladennetzwerk ermöglicht es, sich vor dem Kauf online die Designermöbel anzuschauen und sie auch vor Ort im Laden auszuprobieren.

smow Hannover
Am Klagesmarkt 34
30159 Hannover

E-Mail: hannover@smow.de
www.smow.de/hannover

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Neu in der Stadt: Kvik

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Neu in der Stadt: Kvik


Der Küchenhersteller Kvik eröffnet sein erstes Studio in Hannover und bereichert die Landeshauptstadt um ein reichhaltiges Sortiment dänischen Designs.
Es ist das mittlerweile sechste Küchenstudio in Deutschland – und präsentiert auf 165 m² moderne Küchendesigns, Badmöbel und Schranklösungen.
Das breite und vielfältige Sortiment bietet für fast jeden Geschmack und Geldbeutel eine passende Lösung.
Kvik wirbt mit schnellen Lieferzeiten, absoluter Preistransparenz und einem hohen Anspruch an Design und Nachhaltigkeit.
Das Kvik Studio befindet sich am Klagesmarkt 17 und wird am 11. Mai ab 10 Uhr mit einem feierlichen Akt eröffnet – alle Küchen-, Design- und Wohninteressierten sind dazu herzlich eingeladen.

Christian Stolte, Kvik Country Manager Deutschland, blickt optimistisch auf die Neueröffnung in Hannover: „Die positive Resonanz und Nachfrage der Kunden zeigt uns, dass dänisches Design gepaart mit Nachhaltigkeit und einem Produktportfolio, das für jedes Budget etwas bereithält, gefragter ist denn je.“
Das Kvik Studio ist bequem per U-Bahn (Haltestelle: Christuskirche) erreichbar sowie per Bus (Haltestelle: Am Klagesmarkt).
Wer mit dem PKW kommt, kann die öffentlichen Parkplätze direkt vor dem Studio nutzen. Bei Bedarf steht ein Tiefgaragenparkplatz zur Verfügung.

Kvik Hannover Mitte
Am Klagesmarkt 17
30159 Hannover

Allgemeine Öffnungszeiten
Montag – Freitag 10:00 – 18:00 Uhr
Samstag 10:00 – 16:00 Uhr

Ein unverbindliches Beratungsgespräch kann online auf www.kvik.de/hannover-mitte oder
direkt im Studio gebucht werden.
Fotos: Kvik A/S

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Editorial 2023-05

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Editorial 2023-05


Liebe Leserinnen und Leser,

ich muss hier zum Einstieg gleich mal ein Geständnis machen, ich arbeite sehr gerne in meinem Job. Zumindest teilweise. Auf ein paar Geschichten könnte ich ehrlich gesagt ganz gut verzichten. Es wäre schon nett, wenn ich ein paar dieser unangenehmen Aufgaben delegieren könnte. Kann ich aber nicht, denn das würde Geld kosten, das so ein Verlag einfach nicht erwirtschaftet. Also bin ich dran und muss in den sauren Apfel beißen. Es ist ein Kompromiss: Ich erledige Arbeiten, die ich nicht mag, weil mir das ermöglicht, auf der anderen Seite einen wirklich sehr schönen und erfüllenden Job zu machen. Ich habe mich damit arrangiert. Es sind wahrscheinlich drei oder vier Jobs, aber das Positive gleicht das Negative locker aus.

Ich habe kein Problem damit, diese nicht so schönen Arbeiten zu erledigen. Ich jammere zwar manchmal ein bisschen, aber es ist nicht so schlimm, es gibt viel anstrengendere Tätigkeiten. Ich habe viele solcher anstrengenden Tätigkeiten in meinem Leben kennengelernt, ich habe als Schüler Zeitungen ausgeteilt, als Student unter anderem in einem Presswerk für Autobleche gearbeitet, ich habe bei einer großen Spedition am Band gestanden, ich habe bei der Müllabfuhr gejobbt, ich habe bei einem Unternehmen, das Schlafzimmer herstellt, nachts in langen Stunden LKW beladen, ich habe natürlich in der Gastro gearbeitet, ich habe wirklich sehr viel gemacht, um mir meinen Lebensunterhalt zu verdienen. Für mich war das immer eine Selbstverständlichkeit. Das hat einfach dazugehört. Und es war okay. Ich habe viel gelernt während dieser Jobs. Bestimmt mehr als in meinem Studium.

Ich habe natürlich auch negative Erfahrungen gemacht. Fiese Vorarbeiter, schlechte Arbeitsbedingungen, miese Bezahlung, mieses Trinkgeld. Meine Lieblings-Negativerfahrung war während eines Jobs bei einer Werbeagentur. Ich bin kurzfristig als Fahrer für eine Fotografin eingesprungen, eigentlich habe ich dort getextet. Und ich musste die Erfahrung machen, wie es sich anfühlt, als absoluter Untermensch behandelt zu werden. Diese Frau war charakterlich ein derartiger Totalausfall, dass ich im Nachgang mein Erlebnis in gleich mehreren Kolumnen verarbeiten musste. Traumatisch. Aber keine Sorge, ich habe das inzwischen ganz gut verarbeitet. Ich wache nachts kaum noch schweißgebadet und schreiend auf.

Mit 30 oder 31 habe ich meinen Verlag gegründet und es war (und ist) echt nicht leicht. Und trotzdem würde ich mal behaupten, dass mein Job ein Traumjob ist. Für mich ist er das. Klar, ich hätte gerne ein bisschen mehr Zeit. Für mich, für meine Kinder. Und ich lerne gerade immer besser, mir diese Zeit auch mal zu nehmen. Ich gucke mir da ein bisschen was ab von der Generation Z, die bei mir zunehmend arbeitet. Ich bin ganz glücklich über meine Generation Z. Weil sie sehr klar realisieren, wie viel ich arbeite und wieviel Herzblut ich ins Stadtkind stecke.

Es gibt aber auch eine ganz andere Generation Z, und auch die habe ich bereits kennengelernt. Ich nenne sie die Generation „Ich-komme-morgen-vielleicht-zur-Arbeit“. Mit dieser Generation Z, das gebe ich gerne zu, habe ich so meine Probleme. Vor allem, wenn ich mir Vorträge darüber anhören muss, dass ich mal ein bisschen mehr mein Leben chillen soll. Und dass ich – so als Bonze mit eigenem Verlag – ja auch mal ein bisschen was drauflegen könnte. Diese Bonzen-Geschichte ist tatsächlich ganz spannend. Wenn du Unternehmer bist, dann wirst du von manchen Menschen ganz automatisch abgelehnt, dann gehörst du zur anderen Seite, zur Ausbeuter-Seite. Und aus der Schublade kommst du auch nicht mehr raus. Egal ob die ganze Nacht in deinem Büro das Licht brennt. Du bist als Unternehmer ein Kapitalist. Und Kapitalisten sind böse. Alle. So geht die Geschichte. Und diese Geschichte haben auch Teile der Generation Z gerne mal im Kopf, wenn sie ins Berufsleben starten. Nicht so sehr den Böse-Teil, aber den Bonzen-Teil. Entsprechend fall die Ansprüche und Forderungen aus. Ich habe ganz krasse Erfahrungen glücklicherweise noch nicht machen müssen, wer sich bei einem Verlag bewirbt, bringt sehr wahrscheinlich doch ein bisschen Kenntnis der Branche mit. Aber ich habe von vielen anderen (kleinen und sehr fleißigen) Unternehmer*innen schon sehr spezielle Geschichten gehört.

Ich bin beim Thema Generation Z und Arbeitsethik durchaus zwiegespalten. Ich sehe den Ansatz, die Arbeit nicht zum absoluten Mittelpunkt des eigenen Lebens zu machen, mit sehr viel Sympathie. Aber ich sehe auch eine Generation, der aus meiner Sicht ein bisschen mehr Realismus stellenweise ganz gut zu Gesicht stünde. Mehr zum Thema ab Seite 56.
Viel Spaß mit dieser Ausgabe!

Lars Kompa
Herausgeber Stadtkind  

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Willkommen im Wonnemonat

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Willkommen im Wonnemonat


Der Mai ist da ?
Der Tag der Arbeit ist da ?
Das neue Stadtkind ist da ?
Titelthema:
Generation faul?
Über eine neue Arbeitsethik.
 
Mit Theaterbeilage: Bühnenüberblick 2023
 
Und heute natürlich jede Menge Programm:
https://www.stadtkind-kalender.de/kalender
Wir wünschen Euch einen wonnigen Tag und Monat ❤

#tagderarbeit #1.Mai #hannover #stadtkind #theater

Unsere neue Ausgabe bekommt Ihr am gut sortierten Kiosk und Buchhandel und z.B. hier:

Stadtteil Firma Anschrift Telefon Oeffnungszt WEBSITE
Kirchrode-Bemerode-Wülferode Carl Schlüter – Inh. Berthold Schlüter Alte Bemeroder Straße 08,30539 Hannover 0511 511011 Mo.-Fr. 7-18h, Sa. 8-14h www.getraenke-schlueter.de
Linden-Limmer Anne Behne Schuhe Stephanusstraße 17,30449 Hannover 0511 2 615550 Mo-Fr 11-14+15-18.30h
Sa 11-14h
Do vorm.geschlossen
www.anne-behne.de
Linden-Limmer Biologisch Baby & Kind Lindener Marktplatz 12,30449 Hannover 0511 2134209 Mo-Fr 10-18h, Sa 10-14h www.biologisch-hannover.de
Linden-Limmer Biologisch Linden Stephanusstraße 10,30449 Hannover 0511 2135588 Mo-Fr 9-19h, Sa 8.30-16h www.biologisch-linden.de
Linden-Limmer die Lindenblüte Limmer Str. 89,30451 Hannover 0511 2152358 Mo. -Fr. 10-18h, Sa. 10-14h www.lindenbluete.de
Linden-Limmer EyLinda Stephanusstr. 17,30449 Hannover 0511 9208655 M.-Fr.11-14 + 15-18:30h, Sa. 11-14h www.eylinda.de
Linden-Limmer Fabian Schuh & Leder Fabian Schuh & Leder,30449 Hannover 0511 54307864 Di-Fr 9-13; 15-18h
Sa 9-13h
 
Linden-Limmer Kaffeebar Rossi Weidestraße 6,30453 Hannover   Di-Fr 9-18h
Sa & So 11-18h
www.kaffeebar-rossi.de
Linden-Limmer Kopierzentrum Linden Limmerstraße 12,30449 Hannover 0511 447901 Mo-Fr 8.30-18.30h
Sa 10-13h
www.kopierzentrum-linden.de
Linden-Limmer Ohrwurm Deisterstr. 32,30449 Hannover 0511 454265 Mo-Fr 10-19h, Sa 10-18h www.ohrwurm-cds.de
Linden-Limmer Salon Lindener Marktplatz 12,30449 Hannover 0511 4739991 Mo-Fr 10-19h, Sa 10-16h www.salon-loves-you.de
Linden-Limmer Universum(emelas Burgernah) Offensteinstraße 14,30451 Hannover 0511 47071487 Di-Do 13-21; Fr 13-22h www.burgernah.de
Linden-Limmer Wein und Bild Quellengrund 2,30453 Hannover 0511 1699409 Mi & Fr 15-19h
Sa 10-14h
www.wein-und-bild.de
Mitte Räderwerk Hainhölzer Straße 13,30159 Hannover 04272 9648001 Mo.- Fr 10-18, Mi 14-18 h
Sa 10-14 h
www.raederwerk.com
Nord Internationalismus Buchladen Engelbosteler Damm 4,30167 Hannover 0511 7100441 Mo.-Fr. 9-18:30, Sa. 9-14h  
Südstadt-Bult BH-Lounge Kestnerstraße 45a,30159 Hannover 0511 546 17523 Mo,Do,Fr 11-18:00h, Di,Mi,Sa 11-15:00h www.bh-lounge.d
Südstadt-Bult Bio Corner Fiedlerstr. 23,30519 Hannover 0511 836037 Mo-Sa 8-20h  
Südstadt-Bult Craftbeerkontor Schlägerstraße 17,30171 Hannover 0511 89865334 Mi -Fr. 14-20, Sa.12-18h www.craftbeerkontor.de
Südstadt-Bult GEA Kleine Düwelstraße 6,30171 Hannover 0511 85645700 Mo. – Fr.: 11 – 19h
Sa.: 11 – 15h
https://gea-hannover.de
Südstadt-Bult Naturkostladen Südstadt Geibelstr. 13,30173 Hannover 0511 8093823 Mo.-Fr. 8:30-19, Sa. 8:30-18h www.naturkostladen-suedstadt.de
Südstadt-Bult SofaLoft GmbH & Co. KG Jordanstr. 26,30173 Hannover 0511 807070 Mo.-Fr. 10-19h, Sa. 10-18h www.sofaloft.de
Südstadt-Bult Zanzarelli Hildesheimer Straße 2,30419 Hannover 0511 235 2923   www.zanzarelli.de
Vahrenwald-List 25 music Kronenstraße 12,30161 Hannover 0511 331330 Mo 15-18h, Di-Mi 11-18h
Do-Fr 10-19h, Sa 10- 16 h
www.25music.de
Vahrenwald-List Bücherstube Konertz Lister Meile 86,30161 Hannover 0511 663918 Mo.-Fr.: 9:30 -18:30
Sa.:10-16 h
www.konertz-buchhandlung.de
Vahrenwald-List Glücksgefühl GmbH & CoKG Gabelsberger Strasse 16,30163 Hannover 0511 96772944   www.gluecksgefuehl-fitness.de
Vahrenwald-List Jolie Parisienne Drostestraße 12,30161 Hannover 0160 91527332 Mo.-Fr. 11-19 h
Sa. von 10-16 h
www.jolieparisienne.de
Vahrenwald-List Karla Sedanstr. 35,30161 Hannover 05113480207 Mo-Fr 11-19h, Sa 11-18h  
Vahrenwald-List Laden SiebenundSiebzig Bödekerstraße 77,30161 Hannover 0511 2354 6030 Di-Fr 10-18h, Sa 12-16h www.siebenundsiebzig.net
Vahrenwald-List Porzellan Café Jakobistr. 20,30163 Hannover 0511 628701 Mi 10-19, Do + Fr 14-19
Sa 11-14 + 15-18
www.porzellancafe.de
Vahrenwald-List Restaurant Marie Wedekindplatz 1,30161 Hannover 0511 65399074 Mo-Mi 11.30-22
Do-Sa 11.30.-23
www.restaurantmarie.de
Vahrenwald-List Wedevini Wedekindplatz 2,30161 Hannover 0511 3360610 Mo-Fr 10-19h
Sa 10-15h
www.wedevini.de
Vahrenwald-List Wingert Weinhandel Jakobistraße 31,30163 Hannover 0511 620388 Mo-Do 14-19h
Fr 10-19; Sa 10-14h
www.wingertweinhandel.de

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Ein letztes Wort im April

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Ein letztes Wort im April


Ein letztes Wort

mit dem Ministerpräsidenten Stephan Weil


Vorab noch nachträglich Glückwunsch zum Zehnjährigen in der Staatskanzlei. Sind Sie zufrieden mit Ihrer Bilanz?
Das ist ja fast schon wieder verjährt. Es kommt mir nicht so lange vor, was daran liegen mag, dass es ein Jahrzehnt der Krisen war. Aber ja, ich bin ganz zufrieden. Und vor allem macht mir meine Arbeit immer noch genauso viel Freude wie am ersten Tag.

Für den Blick zurück bleibt auch momentan kaum Zeit, weil einfach zu viele Themen parallel heiß diskutiert werden, aktuell zum Beispiel das Aus für das Verbrenner-Aus – die FDP hat sich in Brüssel quergelegt. Und dann auch noch das angedachte Verbot von Öl- und Gasheizungen ab 2024 aus dem Hause Habeck. Was ist Ihr Standpunkt zu diesen Themen?
Ich habe ja keinen Hehl daraus gemacht, dass ich das Veto zum Verbrenner-Aus nicht verstanden habe. Dieses Thema hat eine lange Vorgeschichte mit vielen Diskussionen, die gesamte Automobilindustrie hat sich darauf eingestellt und längst einen Haken dran gemacht. Es gibt kein nennenswertes Automobilunternehmen mehr, das nicht massiv in Elektromobilität investiert. Die E-Fuels sind für PKW wirklich ein Randthema. Für mich ist das gar keine Ideologie-Frage. E-fuels sind unter dem Strich CO2-neutral, das ist gut. Aber sie haben einen großen Nachteil: Sie sind teuer, weil sie sehr viel Energie benötigen und die Produktion aufwendig ist. Da reden wir über einen großen Preisunterschied zum Elektro-PKW.

Was sagen Sie zu Habecks Heizungsplänen?
Das Thema ist absolut wichtig. Wenn wir in Zukunft klimaneutral werden wollen, kommen wir um Gebäudedämmungen und neue Heizungssysteme nicht herum. In diesem Bereich ist in den vergangenen Jahren viel zu wenig passiert ist, Peter Altmaier hat sich an diese schwierige Thema nicht herangetraut. Insofern ist es gut, dass jetzt die Öl- und auch Gasheizungen auf die Agenda kommen. Aber man sollte nicht versuchen, das im Hauruck-Verfahren durchzuziehen. Es ist wichtig, dass alle mitgehen können, dass es ausgewogen bleibt und dass die Leute nicht überfordert sind.

Kann man das Ende der Diskussionen vielleicht so vorwegnehmen: Das Aus für die Verbrenner kommt so oder so, das Aus für Habecks Vorschlag in der Form kommt ebenfalls so der so?
Nein, wir müssen ran an die Wärmewende. Es ist Robert Habeck wirklich hoch anzurechnen, dass er sich die Gebäudewirtschaft vornimmt. Aber es muss eben auch realistisch sein, damit der Start gelingt. Man wird da jetzt alle an einen Tisch holen müssen, die Bauwirtschaft, die Gebäudewirtschaft, die Energiewirtschaft, die Wohnungswirtschaft. Dafür braucht es einen gut durchdachten Prozess, einen realistischen Weg. Wie schnell geht das, was kostet das alles und wer zahlt das? Wir haben in Niedersachsen zum Beispiel gerade im eher ländlichen Raum viele ältere Menschen, die in Häusern mit Ölheizungen wohnen. Sie bedauern oftmals ihren hohen CO₂-Ausstoß, sehen aber von jetzt auf gleich keine Alternative, die sie sich leisten können. Für solche Probleme muss man die richtigen Antworten finden. Ich würde mir bei diesem Thema sehr viel differenziertere Diskussionen wünschen.

Sie werden aber in den einschlägigen Talkshows alles andere als differenziert geführt. Wenn Sie diese Diskussionen verfolgen und teilweise ja auch selbst in den Runden sitzen, so wie neulich bei Anne Will, wie genervt oder auch gelangweilt sind Sie eigentlich davon? Der FDP geht es offensichtlich nur noch darum, das eigene Profil zu schärfen. Die CDU kritisiert, dass die Ampel jetzt nicht schnell genug alle Versäumnisse nachholt, die uns die Regierungszeit der CDU eingebrockt hat. Es wird viel geredet, teilweise auch völliger Unsinn, und die Zuschauer dürfen dann in diesem Nebel herumstochern, das ist ganz oft mein Eindruck …
Ich hatte bei Anne Will den Eindruck, dass es durchaus auch Diskussionsteilnehmer gab, die sich sehr bemüht haben, vernünftig zu argumentieren (lacht). Aber im Ernst, mich machen solche Diskussionen auch nicht glücklich. Ich befasse mich nun schon sehr lange mit Energiepolitik und bin überzeugt, dass wir für den Klimaschutz längst weitaus mehr hätten tun können und müssen. Klimaschutz ist eines der wichtigsten Themen unserer Zeit. Und gerade darum brauchen wir durchdachte Pläne, die überzeugen, keinen platten Populismus, keine Scheindiskussionen. Nur so bekommen wir für den Klimaschutz die gesellschaftliche Zustimmung, die es braucht. Ich setze mich in diese Diskussionsrunden, weil ich für dieses Thema werben und es gerade nicht den Bremsern überlassen möchte. Und ja, manchmal nerven mich manche Diskussionsbeiträge dann auch. Die Themen sind zu wichtig, als dass man leichtfertig damit umgehen dürfte.

Ich verfluche hin und wieder den Tag, an dem die Talkshow erfunden wurde. Sie auch?
Nein, ich würde Talkshows nicht pauschal verteufeln. Ich kann mich durchaus an Sendungen erinnern, die bei mir zu Erkenntnisgewinnen geführt haben.

Finden Sie eigentlich, dass wir gesellschaftlich gerade wirklich über die richtigen Fragen diskutieren? Unterm Strich geht es für mich um zwei ganz wesentliche, übergeordnete Punkte: Schafft es die Welt, eine Klimakatastrophe noch abzuwenden? Und schaffen es die Demokratien durch die kommenden Jahre? Wenn ich mir hier in Deutschland den politischen Betrieb so ansehe, sehe ich da ehrlich gesagt ein bisschen schwarz.
Über den Klimaschutz ist tatsächlich lange genug geredet worden. Das Thema gehört jetzt auf die operative Ebene. Wie genau schaffen wir das? Was können und müssen wir wie bis wann umsetzen? Bei der Demokratie gebe ich Ihnen vollkommen recht. Wir werden aber unsere Demokratie ganz sicher nicht durch abstrakte Diskussionen schützen und festigen. Ich denke, der beste Schutz vor antidemokratischen Kräften ist eine überzeugende, glaubwürdige Politik. Ich brauche nicht die fünfundneunzigste Sonntagsrede über Demokratie. Wir brauchen klare und schnelle politische Entscheidungen. Mir fehlt bei einigen Themen die Stringenz in der Umsetzung.

Wenn ich mir diese beiden Fragen vorlege, führt mich das zu einer weiteren, sehr großen Frage: Schafft es die Welt, den Kapitalismus einzufangen und einzuhegen? Würde das gelingen, würde ich auch bei den zwei anderen Fragen nicht ganz so schwarzsehen.
Ich sehe als Grundmodel eigentlich keine Alternative zu unserem System, aber wir müssen es schaffen, den Kapitalismus zu bändigen, ihn sozialer und nachhaltiger auszugestalten. Wir brauchen einen gesellschaftlich kontrollierten Kapitalismus.

Wir sehen ja weltweit ganz offensichtliche Fehlentwicklungen im Kapitalismus, einzelne Menschen werden unfassbar reich, während viele andere hungern. Bei uns steht der Konsum im Vordergrund, Wachstum ich das höchste Gebot und in anderen Teilen der Welt zerstört der Klimawandel die Lebensgrundlagen. Und dann bekommt Olaf Scholz zwischendurch Besuch aus Bhutan und freut sich über das Bruttonationalglück – aber dann geht es weiter um den deutschen Wohlstand, der in Euro und Cent gemessen wird …
Das sind jetzt echte Grundsatzfragen: Wie definiere ich mein persönliches Glück? Was ist mir und was ist uns als Gesellschaft wichtig? Die Menschen treffen ihre ganz eigenen, privaten Entscheidungen. Aufgabe der Politik, aber auch gesellschaftlicher Institutionen ist es, dafür zu sorgen, dass es einigermaßen gerecht zugeht und dass wir Klima- und Umweltschutz einen größeren Raum geben. Für Teile der jüngeren Generation hat Nachhaltigkeit heute eine sehr viel größere Bedeutung als für frühere Generationen. Das ist auch dringend notwendig. Wir beobachten aber auch die Tendenz, die Gesetzmäßigkeiten des Kapitalismus zu hinterfragen und mehr Wert auf Zeit und weniger auf Geld zu legen. Das passiert allerdings bei nicht wenigen auf einem recht hohen, als selbstverständlich wahrgenommenen materiellen Niveau. Das durchschnittliche Nettoeinkommen in Deutschland gibt das kaum her. Meine Sorge gilt eher der alleinerziehenden Mutter oder dem Arbeiter, der knapp oberhalb des Mindestlohnes irgendwie eine Familie durchbringen muss. Da misst sich ein bisschen mehr Glück dann sehr wohl auch in Cent und Euro. Mich treibt eher um, dass sich einige Menschen angesichts des alltäglichen Drucks mehr und mehr ins Private zurückziehen. Ich möchte, dass sie sich stattdessen als Teil einer solidarischen Gemeinschaft fühlen können, in der sich jede und jeder nach Kräften engagiert.

 

Interview: Lars Kompa

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