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Am Küchentisch: mit Luvuyo Mbundu – Staatsoper Hannover

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Am Küchentisch: mit Luvuyo Mbundu – Staatsoper Hannover


Luvuyo Mbundu ist aktuell in „Rusalka“ zu erleben. Hier mit Kiandra Howarth + Nina van Essen

Der Bariton Luvuyo Mbundu stammt aus Südafrika und studierte an der University of Cape Town Opera School. 2017 gewann er den 3. Preis beim Les Azuriales Opera-Programm in Nizza, 2018 den 2. Preis beim ATKV-Muziqanto-Wettbewerb in Südafrika sowie den 1. Preis der Gabriela Benackova-Competition in Tschechien. Ab der Spielzeit 2019/20 war er Mitglied des Opernstudios der Deutschen Oper am Rhein und dort unter anderem als Papageno in „Die Zauberflöte für Kinder“, Fiorillo in Rossinis „Der Barbier von Sevilla“ und Ein Steuermann in Wagners „Tristan und Isolde“ zu erleben. Bei der Académie du Féstival d’Aix sang er im Sommer 2021 die Titelpartie in Mendelssohn Bartholdys Oratorium „Elias“. An der Opera Vlaanderen in Antwerpen war er 2022 als Schaunard in Puccinis „La Bohème“ zu erleben und verkörpert diese Partie zudem im Sommer 2022 beim Glyndebourne Festival. Seit dieser Spielzeit ist Luvuyo Mbundu Ensemblemitglied der Staatsoper Hannover.

Was gab es heute bei dir zum Mittagessen? Welche Bedeutung spielt die Küche in deinem Alltag?

Es gab Geflügel und Salat, ein einfaches Essen. Wenn ich frei habe, koche ich schon ab und zu. Und dann macht es mir auch wirklich Spaß.

Du bist diese Spielzeit neu ins Ensemble gekommen, dein erstes Festengagement nach deiner Ausbildung im Opernstudio der Deutschen Oper am Rhein. Wie geht es dir? Wie waren deine ersten Monate hier in Hannover?

Bevor ich nach Hannover gekommen bin, habe ich hier und da gastiert. Im Sommer war ich beim Glyndebourne Festival. Mein Start in Hannover war dann sehr gut, ich habe Marcello in „La Bohème“ gesungen, eine meiner Lieblingsrollen. Und ich habe das Neujahrskonzert gesungen, was auch toll war. Alle sind sehr nett, ich bin gut reingekommen. Ich habe noch nicht so viel unternommen hier in Hannover, es fühlt sich anders an als in Düsseldorf, etwas ruhiger …

Warum bist du nach Hannover an die Staatsoper gekommen?

Es ist ein großes Haus. Ich bin hergekommen, weil ich wusste, dass es eines der besten Häuser in Deutschland ist. Ein A-Haus. Und ich mag, dass es ein Repertoire-Haus ist. Es wird das gespielt, was an all den großen Häusern weltweit gezeigt wird. Es ist also vor allem für junge Sänger wie mich interessant, weil wir viel lernen und ausprobieren können, bevor wir vielleicht irgendwann weiterziehen.

Du bist ja schon viel rumgekommen … Wie bist du zum Gesang gekommen?

Ich komme aus Südafrika, aus Kapstadt. Zu Hause bin ich in einer sehr musikalischen Familie groß geworden. Mein Vater ist Pfarrer und in seiner Kirche gibt es einen Chor, in dem ich schon sehr früh angefangen habe zu singen. Ich bin zur Highschool gegangen und in eine Musikschule, die von einem Opernsänger gegründet wurde. Ich habe dort viel gelernt und bin so zum Operngesang gekommen. Nach der Uni bin ich in Düsseldorf gelandet. Für mich war es ein leichter Weg, aber ich weiß, dass es das nicht für jeden ist.

Sind es der Gesang und die Karriere wert, so weit weg von zu Hause zu leben?

Es ist schon sehr hart. Du kommst in ein Land, das dir völlig fremd ist. Alles ist anders! Es hat Zeit gebraucht, bis ich angekommen und mich angepasst habe. Am Ende geht es um meine Passion und um Liebe. Ich weiß, dass ich singen kann und versuche, daraus mein Zuhause zu machen. Aber manchmal ist es schon sehr einsam in einem Land zu leben, das nicht deine Heimat ist.

Musik ist also deine zweite Heimat?

Ja, sie ist es geworden. Was ich liebe, ist in mir. Ich muss die Bedingungen akzeptieren und daran glauben, dass es klappen wird. Die ersten paar Monate in Düsseldorf wollte ich einfach nur nach Hause, ich hatte Heimweh, aber jetzt bin ich entspannt und fühle mich gut.

Im März hat „Rusalka“ Premiere gefeiert, deine erste Neuproduktion am Haus. Was hat dir an der Inszenierung von Tatjana Gürbaca gefallen?

Ich liebe die Ausstattung, das Bühnenbild. Es ist anders als in anderen Produktionen, modern, und ich mag es sehr!

Wie würdest du deine Rolle beschreiben?

Heger ist ein Wildhüter, der immer mit dem Küchenjungen unterwegs ist und mit ihm tratscht. Es ist eine Art Comic-Rolle. Ich habe sehr viel Spaß auf der Bühne, zusammen mit Nina van Essen, die den Küchenjungen spielt. Zwischendurch mag ich es, auch mal eine lustige Rolle zu spielen. Es war ein Rollendebüt, aber kein wirklich großes und schweres.

In einer Szene trägst du ein wahnsinnig tolles Glitzerkleid. Liebst du es, in verschiedene Rollen zu schlüpfen? Macht das – neben dem Gesang – die Faszination Oper für dich aus?

Ja, das liebe ich an Oper. Du machst Sachen, von denen du niemals dachtest, dass du sie jemals tun würdest. Ich hätte nie gedacht, dass ich mal ein Kleid trage. Aber sag niemals nie, vor allem nicht in der Oper. Du kannst jeder Charakter sein, den man sich vorstellen kann. Das ist sehr aufregend. Das mag ich so gern. Alles ist möglich.

Aber ist trotzdem immer auch ein bisschen Luvuyo mit dabei?

Wenn ich ein Kleid trage, überlege ich, wie es wäre, wenn ich eine Frau wäre. Wie würde ich dann laufen, mich bewegen? Wenn ich ein gefährlicher Typ auf der Bühne bin, versuche ich mir vorzustellen, wie ich dann wäre. So versuche ich, mich der Rolle anzunähern, mich wirklich hineinzuversetzen. Ich versuche das schon auf mich selbst zu beziehen.

Apropos Mode – auf deinem Instagram-Account bekommt man den Eindruck, dass du dich sehr für Mode interessierst …

Wenn du gut aussiehst, dann bist du auch gut in dem, was du tust. Ich versuche immer etwas Positives und Gutes auszustrahlen. Ich mag es, gut auszusehen. Das bin ich. Das plane ich nicht unbedingt, es passiert einfach (lacht). Wenn ich unter Leute gehe, möchte ich gut aussehen.

Du stehst also gerne im Mittelpunkt, im Rampenlicht?

Vielleicht … (lacht) Man muss sich schon daran gewöhnen, dass Menschen kommen, um einen anzugucken. Aber so bin ich aufgewachsen. Ich habe schon immer vor Menschen gesungen, sie haben mich immer angeschaut. Ich habe mich also daran gewöhnt und mag es vielleicht deshalb, wenn ich angeschaut werde (lacht).

Bald hast du ja wieder die Möglichkeit dazu. Im April steht gleich die nächste Neuproduktion an, mit dir in der Titelrolle. Mit „L’Orfeo“ reisen wir in der Musikgeschichte über 200 Jahre zurück in der Zeit. Der italienische Komponist Monteverdi erfand mit „L’Orfeo“ die Gattung Oper mit. Wie stellt man sich als Sänger auf diese ganz unterschiedlichen Musiken ein? Wie bereitest du dich darauf vor?

Das ist eine ganz neue Art für mich zu singen. Es ist meine erste Barockoper, und herausfordernd. Aber machbar. Ich habe die Musik bereits gelernt und sie ist wunderschön, ich genieße sie. Als ich die Noten das erste Mal angeschaut habe, hatte ich schon etwas Respekt, weil ich so etwas noch nie gesungen hatte. Ich musste mir erstmal Aufnahmen anhören, wie damals gesungen wurde. Ich musste mich mit dieser Art Gesang erstmal vertraut machen. Du kannst hier nicht mit der gleichen Opernstimme singen wie du Verdi oder Puccini singst. Deine Stimme muss sehr kontrolliert sein. Es gibt viel, was man beachten muss. Es hat mehr Zeit gebraucht, zu lernen wie man diesen Stil singt. Jetzt bin ich fast da, aber lerne noch. Im November habe ich angefangen und bis Ende April ist noch ein bisschen Zeit, damit die Rolle perfekt wird.

Magst du diese Art Herausforderung?

Mein Lieblingsjahrhundert ist das 19. mit Werken von Puccini und Verdi. Aber als Sänger ist es wichtig, Dinge auszuprobieren und ich bin immer neugierig. Ich probiere gerne Dinge aus. Mein Instrument, meine Stimme, ist ein Geschenk Gottes. Du weißt nie, welche Möglichkeiten, in dir stecken. Es ist nie gut, irgendwo stehen zu bleiben und sich zu langweilen. Lieber versucht man etwas und schaut, ob es klappt. Das kann man auf alle Bereiche im Leben übertragen.

Was reizt dich an der Geschichte und an der Musik von „L’Orfeo“ konkret?

Barockmusik ist sehr frei, du kannst alles machen, was du möchtest. Monteverdi gibt dir die Struktur vor, aber dann kannst du innerhalb dieser sehr flexibel agieren. Du bist viel freier als in der Musik des 19. Jahrhunderts. Das Publikum kann also sehr gespannt sein. Die Geschichte ist sehr interessant. Ich habe viel gelernt. Manchmal glauben wir Menschen nicht an die Liebe. Orpheus hat Eurydike wirklich geliebt, er ist bereit, ihr in die Unterwelt zu folgen. Diese tiefe Liebe und das tragische Ende finde ich sehr interessant.

Orpheus hat Kräfte, die anderen Menschen versagt sind: Wenn er singt, halten die Tiere inne und horchen auf, er kann sprichwörtlich Steine erweichen. Was ist deiner Meinung nach die Kraft von Musik/Gesang?

Ein Leben ohne Musik ist nicht vorstellbar. Egal, ob wir traurig sind oder glücklich: Wir wollen Musik hören. Eine Party ist nur eine Party, wenn es Musik gibt. Das Leben wäre wirklich ein Fehler ohne Musik. Ich bin hier in Europa nur wegen der Musik. Es gibt eine unendliche Liste an Dingen, die Musik den Menschen bringt. Wir brauchen sie!

Du hast Silvia Costa, die „L’Orfeo“ inszenieren wird, neulich getroffen und ein Stück von ihr angeschaut. Was ist sie für eine Künstlerin? Hat sie schon was über ihre Pläne in Hannover verraten?

Sie ist eine großartige Regisseurin. Ich habe ein Stück von ihr angeschaut und an dem Abend ist sie selbst für jemanden der krank war, auf der Bühne eingesprungen. Das war sehr beeindruckend. Ihre Inszenierungen und Installationen werden europaweit gefeiert, ich bin gespannt, wie ihr „L’Orfeo“ aussehen wird. Ich habe gehört, dass es surreale Elemente geben soll. Und dass ich viel auf der Bühne sein werde. Orpheus ist eine große und herausfordernde Rolle für mich, auf die ich mich aber sehr freue!

Abschließend die Frage, was du brauchst, um glücklich zu sein? … Auch wenn ich mir die Antwort schon denken kann …

Ich glaube, ich muss singen … (lacht). Wenn ich gut singe und das erreiche, was ich mir vorgenommen hab, dann bin ich glücklich. Ansonsten gehe ich gerne aus, hab Spaß und lebe mein Leben. Wir arbeiten sehr viel, aber manchmal muss man sich auch distanzieren und andere Dinge machen.

Vera Barner

L’Orfeo“ von Claudio Monteverdi feiert am 28. April Premiere.

Fotocredit: Sandra Then

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Stadtkinder essen: Wok’n‘Joy

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Stadtkinder essen: Wok’n‘Joy


Liebe Stadtkinder,
das nächste Mal, wenn ihr durch die Altstadt lauft und denkt: „Ach kuck, noch ein auf hip gemachter Asia-Imbiss, das hat die Welt ja gebraucht!“ – vergesst das wieder und geht sofort rein. Jedenfalls dann, wenn es sich um Wok’n’Joy in der Kramerstraße handelt. Hoch und heilig versprochen, dass ihr das nicht bereuen werdet. Auch wir waren voller Vorurteile: Bei der Einrichtung weiß man nicht so genau, ob man sich gerade bei Hollister oder auf Dschungelsafari befindet – es ist sehr schick eingerichtet. Und sehr dunkel. Aus den Boxen kommen leise und unaufdringlich loungige Coverversionen bekannter Rock- und Popklassiker. Bepflanzte Vogelkäfige, Neonschriftzüge und man wirbt mit einem Präfix, der wirklich alles bedeuten kann: „Fusion“ –wirklich extrem hip hier.

Allerdings nicht ungemütlich. Die schlichten Sitzbänke sind erstaunlich bequem und der Service ist wahnsinnig freundlich. Wir werfen einen Blick in die Karte: Sushi gibt es auch. Nee, zu kalt dafür. Und überhaupt, man weiß ja nie. Erst mal das Gegarte testen. Und was zu trinken! Die Bierauswahl ist groß, sowohl lokale, als auch andere europäische und asiatische Biere stehen auf der Karte. Diese Art von „Fusion“ mögen wir natürlich. Die Wahl fällt auf ein vietnamesisches „Asahi“-Bier (0,33l, 3,80€) und den hauseigenen Cocktail „Woky Bubbles“ (6,20€), der aus Prosecco, Litschisaft, Eis und Minze besteht. Sehr lecker!

Zur Vorspeise bestellen wir uns „Crunchy Pockets“ (4,80€) und „Wrapped in Leaves“ (5,20€). Dabei handelt es sich um je vier Teile mit Salat. Zum einen frittierte Teigtaschen, die mit einer feinen Hähnchen-Garnelen-Mousse gefüllt sind und mit einem süßen Chili-Dip serviert werden. Die Teigtaschen sind so knusprig, dass sie beim Reinbeißen einen Lärm machen, als äße man Kartoffelchips. Und sie schmecken wirklich großartig!
Genau wie das andere Gericht, dass aus einer gut gewürzten, mageren Rindfleischfüllung besteht, die in marinierte Betelblätter gewickelt wurde und mit hausgemachter Unagi-Sauce gereicht wird. (An dieser Stelle müssen wir alle Freunde der natürlichen High-Macher enttäuschen: Hier handelt es sich um ein typisches vietnamesisches Gericht, das extrem lecker ist, aber kein Bisschen ballert!). Sensationell! Wenn der Hauptgang genauso gut ist…

…Ist er!

Wir entscheiden uns für „Ocean’s Best“ (19,60€) und „Pretty Chick“ (10,60€).

Ersteres ist ein großzügiger Querschnitt an Schalen- und Krustentieren: Reichlich Black-Tiger- Garnelen, Grünschal- und Jakobsmuscheln, sowie Tintenfischtuben, die auf einem unglaublich leckeren Bett aus knackigem Gemüse, frischem Salat und einer Sauce serviert werden, die herrlich nach Zitronengras, Thai-Basilikum und der genau richtigen Menge Chili schmeckt.

„Beim „Pretty Chick“ handelt es sich um eine reichliche Portion knuspriger Hähnchenbruststreifen im Pankomantel mit Salat, frischem Wokgemüse und einer cremigen Erdnuss-Kokos-Sauce, für die man sich am liebsten einen Löffel geben lassen möchte.

Zu beiden Gerichten wird Reis serviert, den wir aber aufgrund der Portionsgröße der Hauptgerichte überhaupt nicht anrühren – und das, obwohl er herrlich nach Jasmin duftet. Auch, wenn mit „Fusion“ wohl eher „transasiatisch“ gemeint ist, bei Wok’n’Joy waren wir garantiert nicht zum letzten Mal – und beim nächsten Besuch gibt’s Sushi!

Wok’n’Joy
Kramerstraße 22
30159 Hannover
0511-47392555

Täglich 11:30-22:00h geöffnet

IH

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Der besondere Laden: niceZeit

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Der besondere Laden: niceZeit


Lindener Eiskonzept

Bei „Rote Beete“, „Safran“ oder „Lavendel“ denken wahrscheinlich die wenigsten zuerst an Eis. Doch eben diese Sorten findet man in der Vitrine von nicezeit zentral am Schmuckplatz in Linden. Was früher eine Schlecker-Filiale war, ist heute ein Ort, an dem Groß und Klein ganz besonderes Eis genießen können.

Ob eine Kugel auf die Hand, eine Kugel im Laden oder im großen To-Go-Becher – mitten in Linden-Nord bekommen Eisliebhaber*innen haus- und handgemachtes Premiumeis. nicezeit verzichtet bei der Herstellung der kalten Köstlichkeiten vollständig auf künstliche Aromen und Farbstoffe. „Wir arbeiten nur mit reinen Rohstoffen. In unserem Rote-Beete-Eis ist auch wirklich Rote Beete drin“, erzählt Jan, Mitinhaber der nicezeit. „Außerdem ist unser Eis so besonders, weil es hier vor Ort von Hand, mit viel Liebe, produziert wird“, fährt er fort. Und dabei kann man den Eiskonditor*innen auch ganz genau auf die Finger schauen. Ein Fenster zum Eislabor ermöglicht Neugierigen einen direkten Blick in die Eisproduktion. „Bei uns kann man genau sehen, was alles in das Eis reinkommt. Ob Nussmuse, dunkle Schokolade oder Frucht – wir wollen transparent sein.“ Neben den üblichen Sorten wie Erdbeere, Schokolade und Vanille landen auch immer wieder neue, ungewöhnliche Sorten im Verkauf. „Wir probieren immer mal wieder Neues aus. Und wenn die neue Kreation schmeckt, landet sie in der Vitrine.“

Erst letztes Jahr im Mai hat Jan, gemeinsam mit anderen, den Laden übernommen. „Ich arbeite schon mein Leben lang in der Gastro und fand Eis immer spannend, weil jeder damit etwas Positives verbindet. nicezeit war genau das, was wir gesucht haben. Und dann lag es nahe, den Laden zu übernehmen“, erinnert er sich. Eine Zeit, die nicht sehr leicht war. Schwankende Rohstoffpreise gehörten zu den größten Herausforderungen. „Das war eine schwere Zeit, aber wir haben es geschafft und konnten die Qualität halten“. Die Übernahme war sogar so erfolgreich, dass sich nun bald auch die List über das Eis aus der Lindener Eisproduktion freuen kann. Die nicezeit eröffnet hier eine kleine To-Go-Filiale in der Podbielskistrasse 6.

Doch Eis ist nicht das Einzige, was die nicezeit in petto hat, es gibt außerdem Suppen und Café.

Und ein mietbares Eisfahrrad, sowie ein „Mini-Eis-Tresen“, gefüllt mit zwei oder drei leckeren nicezeit Sorten, welches man samt Equipment mieten kann, sorgt darüber hinaus bei Feierlichkeiten, Kindergeburtstagen oder Gartenparties, für leckere Abkühlungen. Der neuste Streich ist eine mietbare „Gulaschkanone“ – eine alte, restaurierte Feldküche der Bundeswehr, in der für bis zu 700 Leute gekocht werden kann.

Auch für die Zukunft hat Jan für die nicezeit noch einige Pläne: „Wir versuchen mit anderen Gastronomen oder Unternehmen neue Projekte anzukurbeln.“ Denn so kann das Eis von nicezeit noch mehr Menschen ein Lächeln ins Gesicht zaubern. „Wir kommen hier mit vielen Menschen zusammen und ziehen mit vielen wirklich engagierten Mitarbeiter*innen und Geschäftspartner*innen etwas hoch. Das Gefühl dabei, das Lächeln und die Freude der Leute an diesem Produkt, ist einfach toll.“

Jule Merx

nicezeit
Velberstraße 15, 30451 Hannover
Öffnungszeiten Mo-So 14-18 Uhr
www.nicezeit.com

E-Mail info@nicezeit.com

Instagram: @nicezeit

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Der Freundeskreis im Gespräch im April

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Der Freundeskreis im Gespräch im April


Diesen Monat sprechen wir mit dem selbstständigen Kommunikationsdesigner Christoph Jahn und Paulina Ancira, der Motion Designerin an einer hiesigen Werbeagentur, über die Arbeit von Designer*innen, die Vorzüge und Herausforderungen des Berufes sowie über seine Außenwahrnehmung.

Stellt euch doch beide einmal vor …

Paulina Ancira

PA – Ich bin Paulina Ancira und habe Visuelle Kommunikation studiert, was so wie Grafikdesign ist – der einzige Unterschied ist, dass Visuelle Kommunikation auch noch Interaktive Medien und Bewegtbild mit einschließt. Aktuell bin ich Motion Designerin bei creativteam.communications, einer Werbeagentur hier in Hannover. Außerdem bin ich ehrenamtliche Grafikerin beim Freundeskreis Hannover. Meine Mutter ist auch Grafikdesignerin gewesen … und seit ich klein bin, habe ich immer gerne gezeichnet und hatte dann den Vorteil, dass ich wusste, das man das beruflich machen kann.

Christoph Jahn

CJ – Den Vorteil hatte ich nicht. Ich komme aus einer Familie, da laufen unheimlich viele andere Berufe rum. Da hätte ich z. B. auch Jura studieren können, aber das war mir dann zu langweilig. Ich wollte das auch schon nach dem Abitur machen: einfach etwas anderes mit Design oder so … Ich habe dann den einfachen Weg gewählt und ein Studium begonnen – und auch abgebrochen. Dann habe ich eine Berufsausbildung zum Mediengestalter gemacht, was jetzt 23 Jahre her ist. Und seit knapp 18 Jahren betreibe ich mein eigenes Büro.

Man findet ja Begriffe wie Grafikdesign, Mediendesign, Kommunikationsdesign gleichermaßen, wobei ja Kommunikationsdesign und Grafikdesign nahezu identisch sein sollen. Das ist mitunter recht verwirrend …

CJ – Das ist schon sehr unterschiedlich. Es ist ja auch kein geschützter Begriff. Jeder darf sich Designer nennen. Gerade bei Stellenausschreibungen findest du locker 20 Begriffe, wobei unklar ist, was du können solltest. Ich bezeichne mich gerne als Kommunikationsdesigner, weil Grafik das nicht so ganz umschreibt. Ich glaube aber, es gibt 1.000 Berufsbezeichnungen und alle meinen das gleiche.

PA – Es ist insgesamt ein Problem, dass die Menschen nicht so recht wissen, wie man das benennen soll. In meiner Uni gab es zwei Studiengänge: Visuelle Kommunikation und Mediendesign. Und Mediendesign ging schon mehr in die Richtung Animation, aber auch mehr für Film … Visuelle Kommunikation betrifft eher Plakate, Buchgestaltung. Bei Stellenausschreibungen steht dann aber mitunter Mediendesigner*in – eigentlich brauchen sie aber jemanden, der Werbung macht. Das machen aber nicht die Menschen, die sich komplett auf Animationen ausgerichtet haben.

CJ – Ich habe mich entschieden, meinem Büro den Namen „Gebrauchsgrafik“ zu geben. Das ist der alte Begriff für Kommunikationsdesigner gewesen. Also ein Kunde kommt zu mir und sagt „Ich hätte gerne das so und so“ oder „Ich habe ein Problem, das hätte ich gerne gelöst“. Kundenansprache, Kundenkommunikation – das kann man auch gar nicht so pauschal sagen, das ist auch immer unterschiedlich. Wobei ich eigentlich ursprünglich aus dem Druck komme. Ich habe ganz viel Druckgrafik gelernt. Letztendlich mache ich Digitales aber auch, weil du es einfach machen musst und es auch Spaß macht.

Was sind denn so eure Standard-Handwerksmittel, die zum Einsatz kommen?

PA – Also standardmäßig benutzt man die Adobe-Suite und da so fast alle Programme … Photoshop, Illustrator, InDesign.

CJ – Bei mir ist es das gleiche. Also letztendlich ist Adobe der Marktführer.

Auch um 2000 rum, als du angefangen hast?

CJ – Ne, da war Adobe noch nicht in allen Bereichen so präsent wie jetzt. Für Satztechnik hast du eigentlich QuarkXPress genommen. Die gab es einfach vorher und die waren auch mehr angesagt. Und statt Illustrator gab es Freehand. Da du jetzt aber einfach die Creative-Suite von Adobe buchst und dann alle Programme hast, macht es keinen Sinn, noch ein zweites Programm zu kaufen. Mein wichtigstes Programm ist letztendlich InDesign, weil ich am meisten noch für den Druck tätig bin.

Ist es mit den technischen Entwicklungen, die es da so gegeben hat, einfacher geworden? Oder auch etwas komplizierter?

CJ – Anders. Der Kunde ist ja der gleiche geblieben. Klar, früher gab es manche Sachen nicht, die es heute gibt – und das hast du gar nicht infrage gestellt. Und es sind ja ganz viele Berufe weggefallen: Früher gab es ja den Lithografen und den, der den Film belichtet hat. Die ganzen Firmen gibt es gar nicht mehr. Und das ist schon einfacher geworden, weil heutzutage mehr möglich ist.

Wo du gerade den Kunden erwähnst: Wie ist das mit Kundengesprächen? Manche Designer*innen, beschreiben das als langwierigen Prozess mit viel Rumgeeiere, bei dem man irgendwie erraten muss, was der Kunde möchte …

PA – Also auf jeden Fall glaube ich, dass man ganz viel Erfahrung dabei sammeln kann. Ich habe keinen direkten Kontakt mit der Kundschaft, erfahre aber durch die Manager, was der Kunde zu dem, was ich gemacht habe, gesagt hat. Das ist mitunter schwierig, denn die Kund*innen wissen manchmal noch gar nicht, was sie wollen. Sie kommen etwa mit einer Anfrage und sagen, sie hätten gerne „etwas wie dieses Bild“ – wollen aber im Grunde ganz genau dieses Bild.

CJ – Das gibt’s immer. Und du kannst ja nicht einfach ein Bild kopieren, so nach dem Motto „Ich hätte gern die Werbung von dem“. Manche Kund*innen haben auch nicht die Vorstellungskraft, was es bedeutet, wenn sie was sagen: „Ich hätte gerne das – aber anders“. Anders kann ja 1.000 Varianten sein.

Sind solche Missverständnisse störende Fehler, die eigentlich nicht sein sollten? Oder sagt man sich eher: Das ist Teil das Geschäfts und gehört dazu … es geht darum, so lange rumzukreisen, bis man sich dann gefunden hat …

CJ – Dafür ist man ja selbst verantwortlich. Kein Kunde kennt alle Fachbegriffe, weil die einfach nicht Teil seines Alltags sind. Es kann manchmal ein bisschen nervig sein, wenn du etwas das 300. Mal erklärst – aber das musst du halt machen, weil das keiner weiß. Woher denn auch? „Ist ein Handybild druckbar?“ Klar, dann musst du dem erklären „Per se ist das druckbar, aber nicht so, wie es in der Kamera ist.“ Das musst du erst einmal erklären.

Ich bin schon häufiger darüber gestolpert, dass Designer*innen vorgehalten wird, Werbung und Manipulation zu betreiben. Seid ihr mit solchen Vorwürfen konfrontiert, dass ihr zwecks besserer kommerzieller Verwertbarkeit etwas aufhübschen oder verfälschen würdet?

PA – Also es gibt, glaube ich, neue Bewegungen, die sagen, dass Design automatisch Haltung ist. Nach dieser Bewegung sollte man immer bewusst entscheiden, wofür man etwas macht. Aber ich finde es ein bisschen schwer, das jedes Mal zu bedenken, weil man sich als Designer*in zwar darüber Gedanken machen kann, aber ich bekomme z. B. die Aufträge von der Agentur. Man soll sich schon Gedanken machen, was man mit seiner Arbeit macht – aber es gibt eben Levels dabei. Da gibt es Menschen, die das sehr extrem sehen.

CJ – Also ich mache ja eigentlich gar nicht so sehr Werbung. Du kannst ja auch Formulare für eine Versicherung machen. Aber klar: Du musst gucken, wer bei dir bestellt. Denn dem verhilfst du dazu, sich besser darzustellen. Du lässt ja wen attraktiv erscheinen. Du kannst eine Mini-Firma riesig erscheinen lassen. Das ist ja immer auch das, was der Kunde gerne möchte. Bei Werbung weißt du ja eigentlich, dass die Leute da geschummelt haben, dass Werbung lügt. Auch deshalb sage ich vielleicht manchmal ganz gerne: „Ich mache keine Werbung, sondern Gebrauchsgrafik“. Da wird mit Sicherheit auch noch mehr drauf zu kommen sein: Im Moment sind ja AI-Prozesse sehr im Gespräch … Letztlich ist das eine Frage, wie du dich selber siehst; aber auch eine Frage des Geldes.

À propos AI: Wie blickt ihr in die Zukunft? Macht ihr euch Gedanken, dass es jetzt ganz schnell gehen könnte mit der technischen Entwicklung und man aussortiert werden könnte?

CJ – Also, das ist, finde ich, nichts Neues. Es ist halt gerade populär, darüber zu sprechen. Mit Sicherheit wird ein Teil meiner Arbeit oder unserer Arbeit irgendwann ersetzt werden. Vielleicht bist du dann nur noch Berater oder der, der dann das Programm füttert. Aber wenn der Kunde jetzt nicht weiß, was er möchte, dann wird er das auch in 30 Jahren nicht wissen. So toll auch die Technik dahinter ist, das Ergebnis wird nicht besser, aber anders.

PA – Ich würde mich da anschließen. Bei freien Künstler*innen kann ich die Sorge aber auch sehr verstehen, weil deren Styles teilweise kopiert werden, was nicht fair ist. Aber als Designerin glaube ich, dass die AI noch nicht so weit ist. Manche Bekannte von mir benutzen Teile von diesen AI-Programmen, um ihre Grafiken zu verbessern. Sie machen am Ende das Design, aber nutzen solche Programme als Tool. Man muss nur vorsichtig sein, denn mit gewissen Informationen gefüttert, werden auch problematische Ergebnisse für bestimmte Begriffe geliefert, sodass die Bilder, die rauskommen, teilweise rassistisch sind bzw. eine gewisse Weltanschauung widerspiegeln. Ob das nun an denjenigen liegt, die das programmiert haben, oder daran, dass die Mehrheit der Bilder, die sich im Internet befinden, auch so sind …

CJ – Es gibt leider viele Rassisten auf der Welt und die sorgen auch für viele Fotos im Internet. Aber für Künstler*innen ist das schon echt hart, denn diese Tools für Bildgenerierung sind ja eher Kunst und nicht Grafikdesign. Für Grafikdesign ist das nur ein anderes Tool irgendwann und da finde ich es spannend, dass man das nutzen kann. Wenn du Photoshop anguckst: Ich habe angefangen mit Photoshop 3.0 – und wenn du siehst, was Photoshop jetzt kann, ist das ja komplett anders. Ich müsste ja sonst sagen: „Ich kann nur Grafikdesign machen, wenn ich Photoshop 3.0 benutze, denn da muss ich noch mein ganzes Handwerk können.“ Jetzt klicke ich für manche Aktionen bei Photoshop einmal auf einen Button und das macht den ganzen Rest.

Wenn ihr gerade von Künstler*innen sprecht: Wie würdet ihr die Frage nach Kreativität in eurem Beruf bewerten? Waltet da eher Kreativität, eher Monotonie? Als Künstler seht ihr euch ja offenbar nicht …

CJ – Ne. Ich mache Handwerk, würde ich eher sagen: schon kreatives Handwerk, aber Handwerk. Ich wüsste jetzt gar nicht, wie viel Kreativität das bedeutet. 60 % meiner Arbeit kann ich verkaufen, dann darf ich mich noch mit dem Finanzamt unterhalten, mit allen Verwaltungssachen. Das hast du nicht.

PA – Das stimmt, ja. Ich finde, man sollte schon kreativ sein, um Design machen zu können. Aber es ist auf jeden Fall anders als bei Künstler*innen, weil man beim Design immer ein Briefing bekommt; es gibt gewisse Dinge, an die man sich halten muss. Das ist für mich wie ein guter Leitfaden. Im Studium haben wir eher freiere Aufgaben bekommen: etwa, ein Buch zu gestalten – Thema und Gestaltung waren frei. Das war teilweise schön, weil man alles machen konnte – aber es war zum Teil auch anstrengend, weil man nicht wusste, wo man anfangen sollte. Das habe ich jetzt im normalen Alltag nicht mehr so, weil ich einen festeren Rahmen habe, an den ich mich halten muss.

CJ – Ganz freie Arbeiten sind echt schwierig. Es gibt durchaus Kunden, die sagen „Mach mal was“. Mit was fängst du an und was kannst du dann am Ende auch vermitteln? Andererseits finde ich es auch ganz schwierig, wenn der Kunde schon ganz krasse Vorstellungen hat und die dann aber blöd sind. Das ist dann auch eher unkreativ, weil es dann wirklich reines Abarbeiten ist.

PA – Das ist auch sehr anstrengend. Wenn die Kunden etwas Genaues wollen und man ihnen dann nicht unbedingt vermitteln kann, warum das nicht so gut funktionieren wird – und sie es dann eben trotzdem wollen.

CJ – Ja, sie gehen zum Fachmann, wollen aber dessen Meinung nicht akzeptieren. Dass du aus einem bestimmten Grund etwas machst, das sehen die manchmal nicht. Da ist das Foto und dann kommt das und das aus einem bestimmten Grund … die Blickrichtung oder so. Du kannst das alles begründen, aber das wollen diese Personen leider nicht hören. Das ist so ein bisschen das Vorurteil: Ich mache nur was schön. Aber dass da auch was dahinter steht, dass das ein Handwerk ist, in dem du der Fachmann bist, das sehen viele gar nicht.

PA – Auch ganz schwierig ist es, wenn man zwei Konzepte für ein Projekt entwickelt, mit zwei verschiedenen Ansätzen. Dann zeigt man das dem Kunden und dann heißt es: „Ich mag von dem einen Entwurf das und von dem anderen Entwurf das. Können wir die miteinander verheiraten?“ Man hat sich ja extra Gedanken gemacht – und dann muss man beide Ideen miteinander vermischen, was ja gar nicht der Plan war.

CJ – Ne, das war manchmal so gar nicht gedacht. Da stellt man sich, glaube ich, manchmal selber das Bein.

Wenn ich jetzt einen einfachen Text nehme und ändere da was an den Abständen, ziehe die entweder sehr groß auf oder halte sie ganz eng, dann kann ich ja wirklich ins Extrem gehen und man hat am Ende auf jeden Fall Probleme damit als Leser*in. Es gibt aber wahrscheinlich auch einen Bereich, wo man sagen würde, dass man das durchaus noch lesen kann, aber wo du jetzt vermutlich bereits sagen würdest, so unterschwellig ist es wahrscheinlich eher suboptimal …

CJ – Da mache ich bei mir aber eine ganz große Unterscheidung. Am Anfang darf der Kunde auf jeden Fall noch mitreden, wenn er darauf besteht, dass es die Farbe ist oder sowas. Zur Lesbarkeit sagt mir der Kunde dann meist: „Ich habe die und die Kunden.“ Für jemanden mit einem Kundenstamm um 65+ musst du den Textsatz anders machen, weil da fast jede*r eine Lesebrille hat. Da lasse ich mir auch heutzutage nicht mehr reinreden. Im Gegensatz: Wer hat sich denn früher Mal die AGBs auf Briefbögen durchgelesen? Du kannst ja auch Texte absichtlich unleserlich halten. Ich finde das immer gruselig, wenn du etwas findest und das nicht lesen kannst.

Wenn sich jetzt jemand denkt: „Ja, Grafikdesigner*in könnte ich mir vorstellen …“ Was wäre da so euer Rat? Was gibt es da so für große Pluspunkte? Was kann Spaß machen? Was muss man mitbringen? Und was ist eher unschön?

PA – Also, ich finde es schön, dass jeder, der Designer ist, das macht, weil er es möchte. Wenn man mit Designer*innen spricht, weiß man, dass die Person sich auch wirklich für Gestaltung interessiert. Was ich nicht so schön finde, ist, dass manche Menschen, die nicht Gestalter sind, sich als solche sehen – die das nicht so wertschätzen, weil sie denken, sie können das einfach so mit Canva machen: weil das doch jeder könne.

CJ – Du musst schon Leidenschaft dafür haben und das gerne machen. Ich kenne auch keinen, der nicht auch früher schon gerne gezeichnet oder sich für Kunst und Design interessiert hat. Mann kann kreativ arbeiten und jeder Kunde ist anders, jedes Projekt ist anders: Du machst nicht immer das gleiche. Und wenn ich mir bei Pinterest Designs angucke, ist das Arbeit: Ich lasse mich inspirieren oder recherchiere.

PA – Man befasst sich damit nicht nur in der Zeit, in der man arbeitet.

CJ – Genau, das ist gleichzeitig Arbeit und auch privat das Hobby. Das ist alles gleich.

 

CK

CJ:
www.gebrauch-grafik.de
Instagram: @denkinhalt

PA:
Instagram:
@paulina_ancira

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VolxKüche im unabhängigen Jugendzentrum Kornstraße

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VolxKüche im unabhängigen Jugendzentrum Kornstraße


Ehrenamt in Hannover
Die VolxKüche, kurz VoKü, von der jüngeren Generation eher KüfA, Küche für Alle, genannt, gibt es in der Kornstraße schon seit Mitte der 80er-Jahre. Immer montags und mittwochs wird hier ab 19 Uhr leckeres veganes Essen für nur ein 1,50 Euro aufgetischt.

Es ist wirklich irre, dass dieses Projekt schon seit gut 40 Jahren existiert. Das ist relativ außergewöhnlich“, meint Dirk. Er ist einer der rund 50 Ehrenamtlichen, die die VoKü umsetzten und das seit Jahren. „Ich habe Ende der 80er, Anfang der 90er, das erste Mal VoKü gemacht“, erinnert er sich. „In dieser Regelmäßigkeit, dieser Zuverlässigkeit, schon so lange und so gut besucht – das ist, glaube ich, etwas Besonderes!“, meint auch Sabo, der seit knapp eineinhalb Jahren in der VoKü kocht.

Das unabhängige Jugendzentrum Kornstraße, das seit 1972 existiert, versteht sich als Ort für jugendliche Subkulturen mit sozialem, kulturellem und politischem Engagement. Die VoKü hat sich Mitte der 80er aus einem Café-Projekt in der Korn entwickelt. „Irgendwann hat sich herausgestellt, dass es für die Leute wichtiger ist, abends zusammenzukommen, sich treffen zu können und etwas zu Essen zu bekommen“, erzählt Dirk.

Zweimal die Woche gibt es in der Kornstraße in der Nordstadt für einen schmalen Taler eine vegane Mahlzeit. „Was von Anfang an wichtig war: Es ging hier nie nur um eine ,Armenspeisung’, sondern es ging immer auch darum, Kochen und Essen als ein kulturelles Gut zu verstehen. Das heißt, als etwas, worüber sich Gemeinschaft herstellt. Sowohl beim Essen als auch beim Kochen“, erklärt Dirk. „Es ist eine soziale und politische Vernetzung“, ergänzt Sabo. „Das Schöne ist, dass man hier herkommen, sich unterhalten, ewig lange versacken und bleiben kann – um dann danach weiterzuziehen und zu plakatieren oder was auch immer. Oder man kommt einfach her, isst, und verschwindet dann wieder, wenn man nicht in so Stimmung ist. So kommt man aber wenigstens kurz ein bisschen unter Leute“, meint Sabo.

Für die VoKü haben sich rund 10 Kochgruppen zusammengefunden, die immer abwechselnd im Jugendzentrum Essen zubereiten. Zwischen 80 und 100 Menschen kommen zusammen und essen gemeinsam – manchmal sind es bis zu 200. „Ich habe hier gelernt, dass es etwas komplett anderes ist, für so viele Leute zu kochen. Das ist auf jeden Fall eine geile Erfahrung, das zu lernen und hinzubekommen: Ich kann einfach mal für 100 Leute kochen, mit meinen drei Kumpels“, erzählt Sabo. „Wir versuchen immer, dass die Leute nicht nur essen, sondern – zumindest in der Perspektive – auch mal kochen“, erklärt Dirk. „Es hören immer mal wieder einzelne Leute auf oder machen Pause, aber im Moment habe ich das Gefühl, dass schon alle Gruppen sehr stabil am Start sind. Wenn man sich engagieren möchte, ist es aber trotzdem immer gut, zur KüfA zu kommen, den Vibe aufzusaugen und sich mit ein paar Leuten zu unterhalten. Und natürlich auch zum KüfA-Line-Plenum zu kommen, um zu erzählen, was man machen möchte. Die Gruppen entscheiden dann, ob sie darauf Bock haben“, erzählt Sabo. „Ich freue mich schon, wenn wieder Sommer ist und wir wieder im Innenhof essen können. Da gehen dann locker auch mal 200 Portionen raus. Das ist richtig schön, das ist richtig Sommer.“ Und eine richtig gute Sache ist es auch!

Jule Merx

UJZ Kornstraße – VoKü
Kornstraße 28 – 30, 30167 Hannover
Mo & Mi, ab 19 Uhr
www.ujz-korn.de

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Wir sind dran 2023-04

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Wir sind dran 2023-04


Eingang zur Ausstellung „WHO’S NEXT? Obdachlosigkeit, Architektur und die Stadt“ im MKG Hamburg

Vom Raum nehmen und (fair)teilen

Raum / Raúm / Substantiv, maskulin [der]. 1. zum Wohnen, als Nutzraum o. Ä. verwendeter, von Wänden, Boden und Decke umschlossener Teil eines Gebäudes (oder) 2. in Länge, Breite und Höhe nicht fest eingegrenzte Ausdehnung“, so erklärt mir Google die konkrete und abstrakte Seite des Raums. Zeitgleich weiß ich, dass Worte Raum schaffen und Raum Worte inszeniert. Ein gegenseitiges Wechselspiel, das zu Bedacht in der Architektur und auch in der Kommunikation mahnt.

Einen ähnlichen Appell habe ich kürzlich bei meinem Besuch der Ausstellung „WHO’S NEXT? Obdachlosigkeit, Architektur und die Stadt“ im Museum für Kunst & Gewerbe Hamburg vernommen. Das beeindruckende – und ursprünglich für das Architekturmuseum der Technischen Universität München erarbeitete – Ausstellungskonzept hat selbst mich als Kennerin der Baubranche erschreckt und gleichermaßen wachgerüttelt. Obwohl mir Begriffe wie „feindliche Architektur“, „defensive Architektur“ oder ganz konkret „Anti-Obdachlosen-Architektur“ fremd sind, musste ich mir eingestehen, dass ich viele Anwendungsbeispiele im öffentlichen Raum kenne. Die Ausstellung zeigte jedoch auch auf, inwieweit Architektur der Herausforderung von Obdachlosigkeit positiv begegnen kann. Sie präsentierte unterschiedliche Perspektiven auf die realen Umstände von Obdachlosigkeit – und führte vor Augen, dass es heutzutage jede*n treffen kann. Als Grund für Obdachlosigkeit wird immer wieder Verlust genannt: Verlust von Arbeit, von Gesundheit, von Familie. Brechen berufliche oder private Sicherungsnetze weg, ist die Wohnalternative „Straße“ global gesehen nicht weit: „Nach Schätzungen der UN leben gegenwärtig 1,6 Milliarden Menschen weltweit in unzureichenden Wohnungen oder haben keine dauerhafte Unterkunft“, klärte mich die Ausstellung auf. Außerdem erfuhr ich, dass allein in New York City aktuell 130.000 schulpflichtige Kinder und Jugendliche direkt oder indirekt von Obdachlosigkeit betroffen sind.

Die dramatische Entwicklung ist kein Phänomen ausschließlich jenseits des Atlantiks; vor unseren Haustüren herrschen genauso kritische Zustände: Laut dem DRK – Region Hannover e.V. haben in unserer Region rund 4.000 Menschen kein Zuhause, etwa 400 von ihnen leben dauerhaft auf der Straße. Zeitgleich warnt uns die neue Studie des hannoverschen Pestel-Instituts vor einem neuen Notstand bei den Sozialwohnungen. Matthias Günther, Leiter des Instituts, sagt: „Wir haben eine Rekord-Zuwanderung. Und wir werden 2023 einen Rekord-Wohnungsmangel bekommen: das größte Wohnungsdefizit seit Jahrzehnten“. Das Verbändebündnis „Soziales Wohnen“, zu dem unter anderem der Deutsche Mieterbund, die Caritas Behindertenhilfe und Psychiatrie und die Gewerkschaft IG BAU gehören, fordert einen Kurswechsel von Bund und Ländern: „100.000 Sozialwohnungen first. […] Es geht um einen äußerst sensiblen Punkt, der den sozialen Frieden in der Gesellschaft enorm und akut gefährdet: um das Wohnen – um das Dach über dem Kopf“.

Tragen wir als Baukünstler*innen eine Mitschuld an den aktuellen Verhältnissen? Ist es nicht unsere ethische Pflicht, für Schutzräume zu sorgen?

Das Wort „Raum“ skizziert mitunter eine eher abstrakte Ausdehnung. Zeitgleich sehe ich einen Kreislauf gegenseitiger Abhängigkeiten: Sprache prägt Raum, Räume prägen Menschen und vom umbauten Raum geprägte Menschen gestalten Zukunft. „Die Frage nach dem Raum ist also immer auch eine Frage der Zukunft. Und es geht um weitaus mehr als (nur) Architektur. Es geht um unseren Lebensraum, um den blauen Planeten. Um ein neues Bewusstsein unserer Verantwortung anderen und uns selbst gegenüber.“ (Astrid Maria Rappel und Dr. Tania Ost, https://whomademyspace.com [aufgerufen am 21. März 2023)

Versuche ich die Thematik vollumfänglicher zu durchdringen, wird auch die Diskussion schnell auf eine abstrakte, fast philosophische Ebene gehoben. Ein Metier, in dem meine beiden Gesprächspartnerinnen Anna Brandes und Dr. Tania Ost beheimatet sind.

Anna-Brandes

Die Hannoveranerin Anna Brandes stellt mit unterschiedlichen Formaten Verbindung zwischen Menschen her – und schafft damit die Basis, um gemeinsam Veränderungsprozesse zu gestalten, Lösungsansätze zu finden oder auch Verständnis füreinander zu entwickeln. Ich schätze ihren analytischen Blick und ihr vernetzendes Denken. Möchte eine*r gedanklich aus dem eigenen Silo ausbrechen, bietet Annas Philosopherei-Format die Möglichkeit zu Begegnung – mit Leichtigkeit und Tiefgang gleichermaßen.

Als Ingenieurin im Feld der Architektur, Kommunikationsdesignerin und Doktor der Philosophie beschäftigt sich die Berliner Architekturkommunikatorin Tania Ost schon von „Berufswegen“ mit dem, was an der Schnittstelle von Architektur und Verantwortung geschieht. Wenn Sprache Raum prägt, bestimmt Architekturkommunikation, wie wir Raum wahrnehmen und wertschätzen. Tania ist überzeugt, dass faire Architektur dazu beitragen kann, dass Zukunft möglich wird. Mit der Initiative „who made my space?“ setzt sie sich für faire Architektur(-Kommunikation) ein.

Für mich, architektonisch geprägt, steht „Raum“ für die gebaute Struktur. Der Innen- und Außenraum, die Baukunst. Dabei zeigte sich in unserem Gespräch schnell, dass Raum fast alles bedeuten kann. Kommunikationsraum. Virtueller Raum. Lebensraum. Um diese Räume verhandeln zu können, muss die Bewusstmachung am Anfang stehen, dass es sich um einen Raum handelt, den wir uns mit ganz bestimmten Absichten, unter Berücksichtigung konkreter Spielregeln, mit einem gemeinsamen Verständnis erobern, auf Zeit nutzen und hinterher wieder frei geben. So die Theorie. In der Praxis werden die verschiedenen Räume meist unbewusst genutzt: Sie bekommen nicht die verdiente Wertschätzung. Sorgfalt geht verloren. Es fehlt das Regelwerk. Liegt es daher nicht auch in unserer Verantwortung, bewusst zu hinterfragen, welchen Raum wir gerade nutzen, welche Regeln dort gelten, welche Rechte wir haben? Wie sollte mit ihm umgegangen werden, dem Raum? „Fair!“, fordert Tania.

Für Anna führt der Begriff Wohnraum gedanklich direkt zur Adresse einer Person. Diese ist eine Zuschreibung von außen, stellt sie fest und fragt sich, wie sehr eine Adresse den eigenen Selbstwert beschreibt oder das eigene Gefühl von Zugehörigkeit. Denken wir an den zuvor beschriebenen Kreislauf, so prägt die Zuschreibung das Individuum. Das Umfeld prägt, die Umgebung prägt, der gebaute Raum prägt. Sind wir privilegiert und können uns unsere Adresse aussuchen, entscheiden wir über die Einflussfaktoren, die uns prägen. Anders ist es meist im Kontext des sozialen Wohnungsbaus, wenn Menschen Wohnraum zugewiesen wird.

Hannover hat jüngst einen Weg gelebter Diversität gewählt: Im Südosten der Landeshauptstadt entsteht derzeit das Neubaugebiet Kronsrode als Erweiterung des Stadtteils Bemerode. Mit Blick auf die soziale Nachhaltigkeit hat die Stadt die Bau- bzw. Interessensgemeinschaften dazu verpflichtet, dem geförderten Wohnungsbau einen mindestens 25-prozentigen Anteil an den knapp 4.000 Wohneinheiten zu geben. Als weiteres positives Merkmal sind diese Wohnungen weder am Rand, noch auf weniger attraktiven Flächen zu platzieren, sondern haben sich gleichmäßig eingestreut in das Gesamtareal einzufügen. „Die Vorgabe war, dass tatsächlich in jedem Baublock ein Viertel an geförderten Wohnungen ist – das man nicht sieht, weil es dem gleichen Gestaltungsanspruch und dem gleichen baulichen Zusammenhang entspricht“, so die verantwortliche Stadtplanerin Ulrike Hoff. Hannover kann dem Mangel an Wohnraum nicht ausschließlich mit innerstädtischen Nachverdichtungen begegnen, sondern muss weitere Flächenversiegelungen in Kauf nehmen. Angesichts des insbesondere in Großstädten angespannten Wohnungsmarkts fordert die Bundesregierung den Bau von 400.000 neuen Wohnungen jährlich. Ist es damit getan?

Tania-Ost

„Wir stellen schnell fest, dass einigen mehr ‚Kästchen‘ zur Verfügung stehen als anderen“, so Tania. „Aber ist dies wirklich nur auf einen Mangel an Wohnraum zurückzuführen? Müssen wir uns nicht eher Gedanken darüber machen, wie viel den Einzelnen zur Verfügung steht? Vielleicht herrscht kein Flächenmangel, wie wir ihn wahrnehmen, sondern unsere Ansprüche an Fläche sind lediglich gewachsen?“

Ende 2021 gab es laut Umweltbundesamt in Deutschland 43,1 Millionen Wohnungen mit einer durchschnittlichen Wohnfläche von 92 qm. Im Schnitt beanspruchte jede*r Einwohner*in 48 qm Wohnraum. Ein Pro-Kopf-Verbrauch, der durch die zunehmende Zahl der Singlehaushalte mit aktuell durchschnittlich 68 qm und das Wohnverhalten älterer Menschen konstant steigt. Weil Senior*innen so lange wie möglich ihr Eigenheim bewohnen und sich in ihrer Art des Wohnens nicht bevormunden lassen wollen, liegt der Flächenanspruch der über 75-Jährigen im Mittel sogar bei 78 qm.

Würden wir die Kästchen, um bei Tanias Bild zu bleiben, fair(er) verteilen und der Empfehlung einer Pro-Kopf-Flächennutzung von 40 qm folgen, wäre wahrscheinlich genug Raum für alle da. Abgesehen davon, führt jeder Quadratmeter Gebäudefläche zu höherem Energie- und Ressourcenverbrauch sowie Schadstoffemissionen, denn der Raum wird beleuchtet, beheizt, mit Bodenbelag versehen und möbliert, muss gereinigt und instandgehalten werden. Wie können wir unsere Mitbürger*innen zu einer gerechteren Verteilung motivieren? „Wir müssen weg von einem Mangelbewusstsein, hin zu einem Füllebewusstsein“, hält die Berliner Architekturkommunikatorin fest und betont, dass nur so Stadt (fair)teilt werden könne. Laut der empfehlenswerten ARTE Dokumentation „Retten Städte die Welt?“ sind nur 38 % der Deutschen bereit, ihre Wohnsituation zu verändern, um das Klima zu retten, während der Anteil der Willigen in Frankreich bei 63 % liegt. Schuld an unserer geringen Veränderungsbereitschaft ist mitunter der Traum vom Eigenheim. Vor 100 Jahren gab es ihn nicht und in naher Zukunft wird er ausgeträumt sein, aber aktuell bestimmt dieser Wunsch das Leben und Wirtschaften vieler Menschen. In den USA leben derzeit etwa 50 % der Menschen in Eigenheimen. Den massiven Anstieg erlebte Amerika nach dem 2. Weltkrieg, unter anderem begünstigt durch den kalten Krieg, der die Menschen aus den Städten und potenziellen Angriffszielen fliehen ließ. Und auch in Deutschland haben Bausparverträge und Eigenheimsparzulagen Begehrlichkeiten nach den eigenen vier Wänden befeuert. Analysieren wir unsere Wohntypen, so besteht Deutschland zu 2/3 aus Einfamilienhäusern, erklärt die Stadtplanerin Dita Leyh in der Dokumentation.

„Who’s next“

Wir beanspruchen also im Schnitt zu viel Raum, Ausweisungen neuer Einfamilienhausgebiete sind kontraproduktiv. Es ist höchste Zeit für ein „Umparken im Kopf“. Jedoch muss die Sensibilisierung früh(er) kommen; mit 60 oder 70 Jahren will sich niemand mehr „umpflanzen“ lassen. Vielleicht ist es meine Generation der Mitvierziger, der dieser Shift leichter fallen wird? Einerseits wird uns schon jetzt viel Flexibilität abverlangt. Gleichzeitig haben wir verstanden, dass Raum und Ressourcen endlich sind. Mit Sharing Economy haben die meisten von uns Erfahrungen gemacht und teilen Autos, Roller und Fahrräder mit Leichtigkeit. Wenn mir Wohnraum – bereits ansprechend möbliert mit Einbauküche und -schränken, einem Bad mit Stauraum, bestenfalls einem Waschkeller und einer flexibel dazu buchbaren Gästewohnung – ebenso leicht zugänglich wäre, würde die Anpassung des von mir genutzten Raums an meine aktuellen Bedürfnisse sehr viel leichter fallen, bin ich überzeugt. „So oder so stehen wir als Architekturkommunikator*innen in der Verantwortung. Wir können sensibilisieren, aufklären und Mut machen. Und wir können uns für faire Architektur und ebenso faire Kommunikation einsetzen“, schließt Tania.

P.S. Wer über das Spannungsfeld „Raum“ diskutieren möchte, über die Verantwortung, die wir mit unserem eigenen (Innen- und Wohn-)Raum gegenüber der Welt da draußen haben, ist am 25. April zu Annas nächster Philosopherei eingeladen. Wir freuen uns auf ein herzlich-kontroverses Gespräch in den Räumen von BAUKUNST.PLUS (https://waldlichtung.com/die_philosopherei/).

P.P.S. Das ASPHALT Magazin bemüht sich aktuell darum, die Ausstellung „WHO’S NEXT?“ anlässlich des Tages der Obdachlosigkeit (11. September 2023) nach Hannover zu holen.

Kathrin Albrecht

www.baukunst.plus

Portrait Anna Brandes: Fotocredit: Patrick Slesiona):
Anna Brandes, https://waldlichtung.com/

Portrait Dr. Tania Ost: Fotocredit: Claudia Lommel):
Dr. Tania Ost, https://whomademyspace.com/

“Who’s next”: Fotocredit: Meldt Albrecht):

Eingang zur Ausstellung „WHO’S NEXT? Obdachlosigkeit, Architektur und die Stadt“ im MKG Hamburg

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