Mit Sandra Kretschmer als Sängerin, Nils Nordmann am Synthesizer und Mathias Trauschke an der Gitarre sind Trixi Linden komplett. Beim neuen Album „Helgoland“ der hannoverschen Band trifft Melancholie auf Elektro, Indie trifft auf Tanz, und Gesang und Melodie verschmelzen zu einer Atmosphäre, die in ferne Welten entführt und gleichzeitig ein Gefühl von Verbundenheit transportiert. Aus einem beginnenden Remix-Projekt ist eine Band zusammengewachsen, die nicht mehr aus Hannover wegzudenken ist.
Der musikalische Weg startete für sie alle schon recht früh in ihrer Kindheit: Mathias begann mit 16 Jahren sich für die Gitarre zu begeistern, nahm Musikunterricht und spielte daraufhin in verschiedenen Bands. Nils legte eher klassisch mit Klavierunterricht los. Später entdeckte er auch die Gitarre für sich und agierte lange in der Punk-Hardcore-Szene und Sandra fand sich schon mit 14 Jahren in ihrer ersten Mädchenband wieder. Über Freund- und Bekanntschaften fanden sie schließlich zueinander und der Startschuss des gemeinsamen Musikmachens viel 2019. Zwei Jahre später erschien dann schon ihr erstes Album „Kosmos und Kometen“. Die drei haben über die Zeit ihre eigene Art und Weise entwickelt, gemeinsam Songs zu erarbeiten: „Anfangs haben wir eher etwas ,isoliert‘ Musik gemacht“, berichtet Mathias. „Kurz vor den Corona-Lockdowns, haben wir angefangen zusammen als Band zu agieren. Aufgrund der Situation damals, ist vieles zu Hause auf unseren eigenen Computerstudios entstanden und wurde per Dropbox hin und her geschickt, überarbeitet und neugeschrieben, ehe es dann alles zusammenkam und ein kompletter Song entstanden ist.“ Generell sei die Vorgehensweise eher banduntypisch, so Mathias, aber für Trixi Linden ist es genau das richtige, um zusammen Musik zu kreieren. Und auch als Corona vorbei war, hat sich diese Strategie weiter durchgesetzt. „Es ist nicht so, dass wir zusammen im Probenraum sitzen und in einer Session ein Song geboren wird, an dem wir gemeinsam arbeiten. Es entwickeln sich bei jedem Einzelnen zu Hause individuelle Bausteine, die schließlich über die Ferne und natürlich mithilfe der Technik zusammenfinden.“ Nils fügt hinzu, dass er sich dadurch auch mehr Zeit für Kleinigkeiten nehmen könne, die jedoch letzten Endes viel an der Qualität des Songs ausmachen würden. „Ich würde mich im Probenraum vielleicht schneller mit einem Sound zufriedengeben, während ich zu Hause die Zeit habe, so lange dran zu feilen und zu basteln, bis es mir hundertprozentig gefällt.“ Sandra nickt zustimmend und ergänzt noch: „Die ersten Gesangslinien entstehen sogar manchmal im Liegen auf dem Sofa, bevor sie dann Gestalt annehmen und ich sie im Studio richtig einsinge.“ Wenn die Songs zu großen Teilen feststehen, treffen sich die drei zu einer gemeinsamen Live-Probe für den Feinschliff, bis der Song schließlich fertig ist. Durch dieses vorerst ungeplante und durch Corona bedingte System hat Trixi Linden Zeit ihre Songs atmen zu lassen, sie so lange reifen zu lassen, bis sie den richtigen Nerv treffen und genau das richtige Gefühl transportieren. Ihr neues Album „Helgoland“, welches im März diesen Jahres erschienen ist, umfasst zehn einzigartige, originelle Titel und soll im Vergleich zu ihren bisherigen Alben einen „eher intimeren Rahmen schaffen“, so Nils. In der elektronisch-verträumten Atmosphäre spiegeln sich Themen wie Orientierungslosigkeit, Sehnsucht nach Entschleunigung und Weite, Reizüberflutung im Großstadtalltag und durch die fortschreitende Digitalisierung und das Thema Erwachsenwerden und Freiheit wider. Trixi Linden transportieren Stimmung und Gefühle nicht nur durch den Songtext und deren Geschichte, sondern vor allem auch durch ihre sphärisch-synthetisch klingenden Melodien. Definitiv zum Mittanzen, sich schwerelos fühlen und die Zeit vergessen. Zu kaufen ist das Album auf ihrer offiziellen Bandcamp-Website und streambar auf ausgewählten Musikplattformen. Gefeiert haben sie das Album mit einem Record Release Konzert im Spandau Keller in der Nordstadt.
Für die Zukunft sind selbstverständlich weitere muskalische Projekte geplant. Zudem hat die Band Lust, sich weiterzuentwickeln, zwischendurch vielleicht ein wenig analoger zu werden oder auch mal ein paar Schritte in andere Musikrichtungen zu gehen um neue Sounds auszuprobieren. Natürlich wollen sie ihren unverwechselbaren „Trixi-Linden“-Vibe dabei nicht verlieren. Bevor aber neue Projekte verraten werden, wird erstmal dazu plädiert, „Helgoland“ rauf und runter zu hören.
» Lilly Struckmeier
Weitere Infos auf www.trixilinden.de.

