Wer mit seiner Familie schon einmal das Niedersächsische Landesmuseum Hannover besucht hat, kennt ihn vielleicht: den animierten T-Rex, der dort seit Jahren als stereoskopischer 3D-Film läuft. Hinter der Animation steckt Arthur Ulmann – damals Student, heute Gründer des hannoverschen Studios Nartillus.
Mit Nartillus spezialisiert sich Ulmann auf die Visualisierung naturwissenschaftlicher Inhalte. Für Museen, Science Center und Forschungseinrichtungen entwickelt er 3D-Animationen, interaktive Exponate und wissenschaftliche Datenvisualisierungen. Sein Ziel: komplexe Inhalte verständlich und erlebbar machen.
„Es geht darum, Dinge sichtbar zu machen, die man sonst nicht sehen kann – und sie so zu erzählen, dass sie hängen bleiben“, sagt Ulmann. Der Grundstein dafür wurde früh gelegt. Parallel zu seinem Kommunikationsdesignstudium arbeitete Ulmann in der Forschung und Entwicklung bei Volkswagen – mit Aussicht auf einen sicheren Berufseinstieg. Gleichzeitig erhielt er vom Landesmuseum Hannover den Auftrag für eine T-Rex-Animation. „Ich habe mich für den T-Rex entschieden. Und damit eigentlich auch für meinen Weg.“
Nach dem Museumsprojekt folgten weitere Anfragen aus dem naturwissenschaftlichen Bereich. Um die Arbeitsweise von Forschenden besser zu verstehen, absolvierte Ulmann zusätzlich ein Biologiestudium und beschäftigte sich intensiv mit Laborarbeit, Datenanalyse und wissenschaftlichen Publikationen. „Heute verstehe ich die Inhalte – und kann sie gleichzeitig so übersetzen, dass sie auch für eine breite Öffentlichkeit nachvollziehbar sind.“
Schon während des Studiums entwickelte er Animationen für Hochschulen und Forschungseinrichtungen, später sammelte er Erfahrungen in Werbung, Film- und Startup-Umfeldern und schärfte dabei sein eigenes Profil. Heute bewegt sich Nartillus nach eigener Beschreibung zwischen dem Vergangenen, dem Verborgenen, dem Unsichtbaren und dem Unerreichbaren – von ausgestorbenen Tieren über biologische Prozesse bis hin zu Molekülen oder fernen Galaxien. „Entscheidend ist nicht nur die Visualisierung, sondern die Reduktion. Ich filtere heraus, was wirklich wichtig ist, und baue daraus eine verständliche Geschichte.“
Zu den Auftraggebern zählen unter anderem das Niedersächsische Landesmuseum Hannover, das phaeno Wolfsburg sowie internationale Einrichtungen wie das Naturalis Biodiversity Center in Leiden oder das Natural History Museum Abu Dhabi. Unterstützung auf dem Weg in die Selbstständigkeit erhielt Ulmann auch von hannoverimpuls – unter anderem bei Businessplan, Positionierung und Netzwerkaufbau. Anke Pawla, Projektleiterin Gründung und Entrepreneurship bei hannoverimpuls, sagt: „Mit Nartillus zeigt Arthur Ulmann eindrucksvoll, wie aus wissenschaftlicher Expertise, kreativer Exzellenz und unternehmerischem Mut ein innovatives Geschäftsmodell entstehen kann.“
Für Ulmann ist die Richtung klar: Nartillus soll international weiter wachsen. Denn der Bedarf an verständlicher Wissenschaftskommunikation nehme stetig zu. „Am Ende geht es immer um dieselbe Frage: Wie machen wir Wissen sichtbar?“
» AL
www.nartillus.de
Tel. 0511 53460790

