Jürgen Müller lehnt sich zurück und lächelt. Vor ihm liegen Förderanträge und Notizen – ein Stapel Unterlagen, die darüber entscheiden werden, welche Ideen in Linden und Limmer schon bald in die Realität umgesetzt werden. Seit fast 20 Jahren unterstützt die LindenLimmerStiftung Menschen, Vereine und Initiativen im Stadtbezirk, „weil gesellschaftliches Engagement für uns alle unverzichtbar ist.“
Die Projekte sind vielfältig: Mal entstehen neue Begegnungsorte, mal werden Kulturprojekte möglich, mal erhalten Kinder und Jugendliche Freizeitausstattung, die ihnen bislang gefehlt hat. Es sind selten die großen Schlagzeilen, die hier entstehen, sondern vielmehr kleine Veränderungen, die den Alltag der Menschen im Stadtteil langfristig besser machen sollen.
Die Stiftung versteht sich dabei nicht als Geldgeber im Hintergrund. Wer gefördert wird, wird häufig auch persönlich begleitet. Mitglieder aus Vorstand und Beirat besuchen Veranstaltungen, schauen sich Projekte vor Ort an oder bleiben mit den Verantwortlichen in Kontakt. „Viele Stiftungen machen das nicht“, erzählt Jürgen. „Wir versuchen aber, immer irgendwie da zu sein.“ Sichtbar wird das Engagement der LindenLimmerStiftung inzwischen auch im Stadtbild. Auf vielen geförderten Projekten weist eine kleine Plakette auf die Unterstützung der Stiftung hin und setzt ein bewusstes Zeichen dafür, dass gemeinsames Engagement sichtbar werden darf.
Rund 10.000 Euro investiert die Stiftung jedes Jahr in Projekte aus Linden und Limmer. Viel Geld ist das nicht. Gerade deshalb wird jede Anfrage sorgfältig geprüft. Für manche Antragsteller ist der Papierkram eine kleine Herausforderung, doch dann wird einfach gemeinsam nach einer Lösung gesucht. „Manche Anträge sind etwas holprig formuliert“, schmunzelt Jürgen. „Da leisten wir durchaus auch mal Schützenhilfe, damit was draus wird.“ Wer am Ende gefördert wird und wer nicht, entscheiden Vorstand und Beirat im Anschluss gemeinsam und demokratisch.
Erst vor Kurzem erhielt zum Beispiel der Kinder- und Jugendzirkus CircO neue Bühnentechnik und Kletterausrüstung. Aktuell fördert die Stiftung außerdem ein Kunstprojekt für ältere Menschen. Dieses Projekt liegt Vorstandsmitglied Petra Gremmel besonders am Herzen. Sie engagiert sich seit vielen Jahren in der Stiftung und erlebt immer wieder, welche Wirkung gemeinsame Erlebnisse entfalten können. „Viele Menschen sind im Alter einsam“, stellt sie fest. „Wenn sich aus dem Projekt ein fester Termin für sie entwickelt und Menschen vielleicht mit 70 noch entdecken, wie kreativ sie eigentlich sind, würde ich das richtig gut finden.“ Für sie sind es genau diese Projekte, die den Unterschied machen: nicht Dinge, die einfach gekauft werden können, sondern Begegnungen, aus denen etwas wachsen kann.
Möglich sind all die Projekte und Erfolge der LindenLimmerStiftung nur durch Spenden und das Vertrauen vieler Menschen, die die Stiftungsarbeit schätzen. Unternehmen stellen Spendendosen auf, Pfandflaschen werden gesammelt und Einzelspender*innen sichern ihre regelmäßige Unterstützung zu.
Und dass die Arbeit der Stiftung auch von den Geförderten sehr geschätzt wird, merkt das Team immer wieder. Zwischen den Förderanträgen landen regelmäßig handgeschriebene Dankesbriefe auf Jürgens Schreibtisch. Kinder malen Bilder, Projektgruppen schicken Karten oder laden zu Veranstaltungen ein.
Für die Zukunft wünschen sich die Vorstandsmitglieder der LindenLimmerStiftung, dass „noch mehr Menschen gemeinsam etwas auf die Beine stellen und die Förderung der Stiftung anfragen.“ Sie finden, es gibt jede Menge besonderer Ideen und auch bereits bestehende Projekte im Stadtteil, die mehr Unterstützung und Sichtbarkeit verdienen.
» Laura Druselmann
LindenLimmerStiftung
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