Tag Archive | "Ehrenamt"

Ehrenamtliches Engagement: Naturfreundejugend Hannover (NFJ)

Tags: , ,

Ehrenamtliches Engagement: Naturfreundejugend Hannover (NFJ)


„Unsere Aktionen sind unvergesslich. Man bekommt die Möglichkeit, persönlich zu wachsen, Verantwortung zu übernehmen und erlebt so viel Tolles“, strahlt Linda. Die 20-Jährige engagiert sich ehrenamtlich in der Naturfreundejugend Hannover. Gemeinsam mit anderen jungen Menschen geht’s raus in die Natur – und regelmäßig rein in kleine Abenteuer.

Manchmal beginnt ehrenamtliches Engagement ganz zufällig: Immer mal wieder paddelte Linda bei Aktionen der Naturfreundejugend im Kanu über die Gewässer Hannovers, als eine hauptamtliche Mitarbeiterin des Vereins auf sie aufmerksam wurde. „Sophie hat mich gefragt, ob ich bei einer Kanuaktion mal mithelfen möchte. Über ein Jahr lang hat sie immer wieder nachgehakt, ob ich Lust hätte, Aktionen der NFJ anzuleiten.“ Und das zahlte sich schließlich aus: Linda ließ sich überzeugen, absolvierte ihre Jugendleiter*innen-Card, kurz Juleica, und ist heute froh, dass Sophie damals so hartnäckig war.

Inzwischen ist Linda Vorstandsmitglied der Naturfreundejugend Hannover, organisiert und begleitet Freizeiten. „Im Mittelpunkt stehen Naturerlebnisse, Mitbestimmung und Nachhaltigkeit, aber vor allem unsere Überzeugung, dass Kinder und Jugendliche ihre Freizeit aktiv mitgestalten können und sollten.“

All das währt inzwischen seit 100 Jahren. Noch in diesem Sommer wird ein großes Jubiläumsfest gefeiert. Für Kinder zwischen sechs und 16 Jahren gibt es an diesem Tag tolle Einblicke in die Arbeit des Vereins. Unabhängig davon gibt es aber auch das ganze Jahr über Möglichkeiten, den Verein kennenzulernen. Neben den Freizeiten gehören eine wöchentliche Kindergruppe, Angebote im Jugendtreff in der Nordstadt sowie Mitmachaktionen auf Straßenfesten zum Programm. Dort wird beispielsweise Linoldruck ausprobiert oder gemeinsam gebastelt.

Doch die Freizeiten sind für Linda definitiv das Herzstück der Vereinsarbeit. Damit seien besonders intensive Vorbereitung, lange Tage und viel Verantwortung verbunden, die letztlich aber in schöne gemeinsame Erlebnisse für alle Beteiligten münden. „Ein großes Highlight sind die Zeltlager. Die sind meistens extrem anstrengend, aber auch richtig, richtig schön.“ Die 20-jährige berichtet, dass es ihr jedes Mal wieder ein Lächeln ins Gesicht zaubert, wenn aus einer Gruppe fremder Kinder innerhalb weniger Tage ein super Team wird. „Es ist schön, zu merken, wenn sich die Kinder wohlfühlen, gut zusammenwachsen und gemeinsam Quatsch machen.“

Ein super Team sind aber nicht nur die teilnehmenden Kinder, sondern auch die Ehrenamtlichen selbst. „Inzwischen besteht mindestens die Hälfte meines Freundeskreises aus Menschen, die Teil der Naturfreundejugend sind oder einmal an einer Freizeit teilgenommen haben“, lächelt Linda. Und das ist kein Zufall: Die Naturfreundejugend setzt bewusst auf Mitbestimmung und darauf, jungen Menschen Verantwortung zu übertragen. Es geht nie nur um Freizeitgestaltung. Hinter jeder Aktion stecken Organisation, Absprachen, Finanzierung und viele Stunden ehrenamtlicher Arbeit.

Genau dafür wünscht sich Linda künftig mehr gesellschaftliche Anerkennung. „Als außenstehende Person weiß man oft gar nicht, wie viel Arbeit hinter solchen Sachen steckt.“ Ihr Wunsch richtet sich deshalb auch an die Politik. Sie erhofft sich für die Zukunft mehr Unterstützung für die Jugendarbeit, bessere Rahmenbedingungen für hauptamtliche Mitarbeitende und stärkere Anreize für ehrenamtliches Engagement. Gleichzeitig appelliert sie an junge Menschen in Hannover, sich zu beteiligen und den Verein zu entdecken: „Kommt mit auf Freizeiten, werdet Mitglieder oder werdet Ehrenamtliche. Wir freuen uns über jede Person, die Bock hat.“

» Laura Druselmann

Naturfreundejugend Hannover
Maschstraße 24, 30169 Hannover
Tel. 0511 8094566
www.njf-hannover.de

Abgelegt unter Ehrenamtliches Engagement, MenschenKommentare deaktiviert für Ehrenamtliches Engagement: Naturfreundejugend Hannover (NFJ)

Ehrenamtliches Engagement: Kinderbeirat Hannover

Tags: , ,

Ehrenamtliches Engagement: Kinderbeirat Hannover


„Kinder für Kinder – das fanden wir sofort charmant“, sagt Michaela Necke und lächelt Stephanie Michel an, die sofort ergänzt: „Und dass Kinder wirklich selbst entscheiden dürfen, nicht wir Erwachsenen – das ist das Besondere.“ Sie sind die Initiatorinnen des Kinderbeirats Hannover, der seit 2019 zum bundesweiten Netzwerk von „Children for a better World“ gehört. Die Idee dahinter ist, früh für Kinder erlebbar zu machen, dass ihre Stimme zählt und ihr gesellschaftliches Engagement etwas verändern kann.

Die Kinder und Jugendlichen sind zwischen sieben und 18 Jahre alt und entscheiden gemeinsam über Fördergelder für soziale Projekte. Bis zu 1.500 Euro können pro Projekt vergeben werden. Ob ein Musical an einer Brennpunktschule, ein Schul-Avatar für ein krebskrankes Kind an der MHH oder ein Aufenthaltsraum im Jugendzentrum Roderbruch: Die Entscheidungen über die Vergabe der Fördergelder treffen die Kinder vollkommen eigenständig. Stephanie und Michaela organisieren nur den Rahmen, legen aber großen Wert drauf, dass die Hilfe möglichst direkt ankommt.

Wer den beiden zuhört, merkt schnell, sie reden nicht einfach über ein Ehrenamt, sondern über eine Herzensangelegenheit. Im Gespräch mit den beiden wird viel gelacht und geschwärmt, vor allem dann, wenn es um „ihre“ Kinder geht – die Mitglieder des Kinderbeirats. Auch, was bei den Beiratstreffen passiert, klingt sehr vertraut. Es hört sich weniger nach Vereinssitzung und vielmehr nach einem ziemlich lebendigen Nachmittag und Freund*innen an. Es gibt Pizza oder Hotdogs, die Hunde laufen zwischen den Kindern hindurch, es wird Tischtennis gespielt – und erst dann wird über Kosten, Gerechtigkeit und darüber, was wirklich sinnvoll ist, diskutiert.

„Die Kinder rechnen richtig mit“, berichten die zwei Frauen begeistert. Einmal habe ein Projekt den kompletten zur Verfügung stehenden Betrag von 1.500 Euro für einen Schwimmbadausflug beantragt – inklusive Busfahrt. „Dann haben die Kinder gesagt: Wieso braucht ihr einen Bus? Mit der Bahn kostet das doch viel weniger.“ Also rechneten sie Fahrkartenpreise aus, kalkulierten Freibadeintritte und kamen am Ende zu dem Schluss, dass das Projekt toll, aber günstiger machbar ist. Genau diese Mischung aus Mitgefühl und Pragmatismus beeindruckt die beiden Initiatorinnen immer wieder. „Gerade die kleinsten Mäuse überraschen einen manchmal am meisten.“

Der Kinderbeirat stellt einen Ort dar, an dem schon die Jüngsten schnell lernen, Verantwortung zu übernehmen. Manche entwickeln sich zu echten Finanzprofis, andere zu Vermittlerinnen oder Teamplayern. „Da sieht man schon richtige Persönlichkeiten“, erzählt Stephanie. „Der eine weiß immer ganz genau, wie viel Geld noch da ist. Und der nächste achtet darauf, dass jede Meinung gehört wird.“

Dass die jungen Mitglieder ihre Verantwortung ernst nehmen, zeigt sich längst auch außerhalb der Treffen. Eine Teilnehmerin schlug inzwischen zum Beispiel selbst ein Schulprojekt vor, ein anderes Mädchen entwickelte eine Idee für ein Projekt für hörgeschädigte Kinder. „Das ist eigentlich der größte Erfolg“, strahlen Stepahnie und Michaela. „Dass ,unsere‘ Kinder anfangen, selbst hinzuschauen.“

Obwohl der Kinderbeirat gut in der Stadt vernetzt ist und zahlreiche Unterstützer*innen hat, fehlt es oft an Anträgen. „Wir brauchen mehr Projekte“, betonen die beiden Frauen. „Wir sind da, wenn jemand Unterstützung braucht, und wir helfen gern! Die Antragstellung funktioniert ganz unkompliziert über unsere Webseite.“

Vielleicht liegt die größte Stärke des Vereins aber auch genau darin, dass sie nicht groß für sich werben und, dass nicht groß von gesellschaftlicher Verantwortung gesprochen, sondern sie einfach übernommen wird. „Es ist uns einfach eine Herzensangelegenheit. Und deshalb möchten wir gern noch mehr Kindern in Hannover helfen, die finanziell benachteiligt, körperlich oder geistig beeinträchtigt sind. Meldet euch bei uns!“

» Laura Druselmann

Kinderbeirat Hannover
www.kinderbeirathannover.de
info@kinderbeirathannover.de
Förderanträge lassen sich ganz einfach über die Webseite ausfüllen und einreichen.

Abgelegt unter Ehrenamtliches Engagement, MenschenKommentare deaktiviert für Ehrenamtliches Engagement: Kinderbeirat Hannover

Ehrenamtliches Engagement: Über den Tellerrand

Tags: , ,

Ehrenamtliches Engagement: Über den Tellerrand


„Integration bedeutet nicht nur, eine Sprache zu lernen. Es bedeutet, Menschen zu treffen, etwas gemeinsam zu machen und sich wirklich zu verstehen.“ Die Initiative Über den Tellerrand zeigt, was möglich ist, wenn Menschen aus aller Welt sich offen begegnen – am Herd und im Herzen.

Öl knistert in der Pfanne, Wasser brodelt im Kochtopf, der Duft unterschiedlichster Kräuter und Gewürze liegt in der Luft: Wenn Über den Tellerrand zum Kochen lädt, wird es bunt. „Unsere Events sind nichts Strukturiertes, vielmehr etwas Fließendes, das sich über den Abend entwickelt“, erklärt Sara, die die Initiative seit rund einem Jahr mit vorantreibt.

Die Idee dahinter ist so einfach wie wirkungsvoll. Über den Tellerrand möchte Menschen zusammenbringen, indem sie gemeinsam in der Küche stehen. Angefangen hat alles 2013 in Berlin, als Studierende während der Flüchtlingsproteste am Oranienplatz mit einem Campingkocher auf den Platz gegangen sind, um gemeinsam mit Geflüchteten zu kochen. Dadurch ist ein Netzwerk entstanden, das interkulturelle Begegnungen auf Augenhöhe fördert und Vorurteile abbaut – inzwischen auch in Hannover.

„Es geht darum, dass die Leute nicht nur unter sich bleiben, sondern auch mal andere Kulturen kennenlernen“, erklärt Jay, der sich ebenfalls für die Initiative engagiert. „Und wo geht das besser als am Tisch beim Essen?“

Häufig nehmen Menschen teil, die Freude daran haben, ihre eigenen Rezepte zu präsentieren – oder „Menschen, die einfach gern essen“. Ein kulinarisches Thema entsteht an vielen Abenden erst spontan. Die Teilnehmenden bringen ihre eigenen Ideen mit und so kommen zum Beispiel indische, polnische, deutsche und türkische Varianten eines Gerichts zusammen. „Am Herd sieht man dann plötzlich, wie viele Rezepte und auch Geschichten in einem einzigen Gemüse stecken können.“

Dabei spielt es keine Rolle, welche Sprache jemand spricht. „Vielleicht ist jemand noch nicht lange hier und kann jemand kaum Deutsch“, erklärt Jay. „Aber beim Kochen versteht man sich trotzdem. Man zeigt einfach: So machen wir das bei uns.“ Das gemeinsame Kochen und Essen wird im Verlauf des Events zu einer universellen Sprache, die verbindet. „Und am Ende fühlt es sich an wie ein großes Familientreffen“, lächelt Sara.

Langfristig träumt das Team von Über den Tellerrand von einer mobilen Küche. Dadurch wären ihre Events nicht mehr ortsgebunden. „Wir könnten in Parks, auf Spielplätzen, vielleicht sogar mitten in der Stadt einfach unsere Küche aufbauen und sagen: Kommt vorbei, es gibt Essen.“

Besonders für Jay steckt dahinter eine größere Vision. „Wenn ein Fluss sich bewegt, bringt er Leben“, sagt er. „Bleibt der Fluss stehen, beginnt er zu stagnieren. Deshalb wünsche ich mir, dass die Initiative unbedingt in Bewegung bleibt und immer wieder neues Leben eingehaucht bekommt.“ Je mehr Menschen sich an den Kochabenden von Über den Tellerrand beteiligen, desto mehr Austausch ist möglich und „desto mehr können wir wieder zu einer Gemeinschaft werden, die zusammenhält. Wenn Menschen zusammen essen, verlieren sie die Angst voreinander.“

Schließlich geht es um etwas viel Größeres als verschiedene Rezepte und Gerichte zu entdecken oder darüber ins Gespräch zu kommen. Es geht um die Verbindung, die zwischen den Teilnehmenden der Kochabende entsteht, wenn sie über den eigenen Tellerrand blicken. „Das ist nicht nur wertvoll für jede Person einzeln, sondern für unsere ganze Gesellschaft.“

» Laura Druselmann

Abgelegt unter Ehrenamtliches Engagement, MenschenKommentare deaktiviert für Ehrenamtliches Engagement: Über den Tellerrand

Ehrenamtliches Engagement: MediNetz Hannover e.V.

Tags: , ,

Ehrenamtliches Engagement: MediNetz Hannover e.V.


Es macht mich wahnsinnig glücklich, wenn ich einen Termin klarmachen kann – sei es beim Hausarzt oder eine Vorsorgeuntersuchung für eine Schwangere“, strahlt Banu, eine der Ehrenamtlichen im MediNetz Hannover. Diese leidenschaftlichen Worte treffen den Kern dessen, was den Verein seit über zwei Jahrzehnten antreibt.

MediNetz Hannover ist keine gewöhnliche Studierendeninitiative, keine klassische Patient*innenberatung und auch keine staatliche Anlaufstelle. Es ist ein Netzwerk aus Studierenden, jungen Ärzt*innen und engagierten Menschen, die sich Woche für Woche dafür einsetzen, dass Leute ohne Krankenversicherung und ohne sicheren Aufenthaltsstatus in Hannover medizinische Hilfe erhalten. Alles läuft anonym, vertraulich und möglichst kostenlos.

Schon vor 27 Jahren wurde der Verein mit dem Ziel gegründet, ein lokales medizinisches Versorgungsnetz für Menschen ohne Papiere aufzubauen, und gehört damit zu einem deutschlandweiten Netzwerk. Die Grundidee: Gesundheit darf nicht vom Aufenthaltsstatus abhängen. In Hannover hat sich MediNetz darüber hinaus politisch engagiert und zum Beispiel die Entwicklung einer Clearingstelle mit Gesundheitsfonds unterstützt, die Betroffenen hilft, einen Behandlungsschein zu bekommen, wenn es möglich ist.

Anders als im regulären Gesundheitssystem, wo die Vorlage einer Versicherungskarte die Voraussetzung für einen Termin ist, organisiert MediNetz alles mittels Bereitschaftstelefon, E-Mails und interner Abstimmungen. „Wenn sich jemand bei uns meldet, besprechen wir den Fall in unserer Gruppe, klären ab, welche Hilfe gebraucht wird und rufen dann direkt bei Ärzt*innen an, um einen Termin zu machen“, berichtet Ronî, ein weiteres Mitglied des Vereins. Die meisten Anfragen enden mit einem erleichterten Aufatmen am andere Ende der Telefonleitung, so Banu. „Die Leute sind oft sehr verzweifelt und daher so dankbar, wenn wir für sie einen Termin ausmachen.“

Die Bandbreite der Fälle ist groß. Von Hausarztterminen und Schwangerschaftsvorsorge über Laborkosten bis hin zu Notfällen im Krankenhaus ist alles dabei. Wenn nötig, organisieren die Ehrenamtlichen von MediNetz auch Übersetzer*innen oder sind selbst als Unterstützung vor Ort. Eine Situation, die Banu und Ronî im Kopf geblieben ist, ist die einer Frau mit heftigen Schwindelattacken: „Wir haben sie nicht alleine gelassen. Zwei aus unserem Team fuhren mit ihr ins Krankenhaus und haben dafür gesorgt, dass sie sofort versorgt wurde.“ Finanziert werden Behandlungen wie diese über Spendengelder oder institutionelle Förderung.

All das funktioniert, obwohl der Verein fast ausschließlich aus Studierenden besteht. Sie investieren mehrere Stunden pro Woche, koordinieren Termine, beantworten Telefonate und sind gleichzeitig Seelsorger für die entmutigten Anrufer*innen – und das neben Vorlesungen, Prüfungen und Praktika.

Doch ihr Alltag ist nicht immer rosig. Oft treffen die MediNetz-Mitglieder auf Behördenhürden, Kommunikationsprobleme oder auf Menschen, die aus Angst oder Scham kaum kooperieren. „Wenn jemand illegal hier ist und seinen richtigen Namen nicht preisgeben will, müssen wir das respektieren“, erklärt Ronî. Das macht die Koordination komplex, gleichzeitig aber auch unglaublich bedeutsam, denn für viele Menschen ist MediNetz die letzte Anlaufstelle, bevor eine Erkrankung unbehandelt bleibt.

Die Ehrenamtlichen im Verein sehen MediNetz nicht nur als Hilfe für erkrankte Menschen ohne Dokumente, sondern auch als „kritischen Spiegel“ für das deutsche Gesundheitssystem. „Es wäre so viel weniger Druck und Last, wenn es eine offizielle Anlaufstelle gäbe, bei der jede*r versorgt wird“, betont Ronî. Trotz all dem Stress ist das Team von MediNetz Hannover aber sehr stolz auf seine Arbeit und das, was sie für zahlreiche Menschen bedeutet. „Wir setzen dort an, wo das System versagt.“

Laura Druselmann

MediNetz Hannover e.V.
Zur Bettfedernfabrik 3, 30451 Hannover
Tel.: 0176 81119654
E-Mail: medinetz-hannover@posteo.de
www.medinetz-hannover.de

Spendenkonto:
Hannoversche Volksbank
IBAN: DE692 519 000 10 653 582 800
BIC: VOHADE2HXXX

Abgelegt unter Ehrenamtliches Engagement, MenschenKommentare deaktiviert für Ehrenamtliches Engagement: MediNetz Hannover e.V.

Kulturhafen e.V.

Tags: , , , ,

Kulturhafen e.V.


Ehrenamtliches Engagement – Kulturhafen e.V.

Seit Monaten arbeiten die Mitglieder des Kulturhafens auf diesen Tag hin. Es wurde geschraubt, gesägt, gebohrt, geplant, geschwitzt. Die Anspannung ist genauso groß wie die Vorfreude. Der Winterschlaf ist vorbei, die Tore des Kulturhafens öffnen sich wieder…

Es ist verrückt, was wir hier geschaffen haben“, sagt Janis, Teil des Vorstandes im Kulturhafen e.V.
Er sitzt auf einer selbst gezimmerten Bank in der Sonne und schaut dem Treiben auf dem Kulturhafen-Gelände zu.
Zwischen dem Lindener Hafen, Bürogebäuden und einem Wohngebiet liegt das ca. 1.000 Quadratmeter große Open-Air-Gelände, wo später die Künstler*innen Goda Goda, Yowlandi, Crush Hour und Tennisteam musikalisch die neue Saison einläuten werden. „
Henri und ich hatten die Idee mit 16, 17 Jahren.

Wir waren immer Fans davon, unter freiem Himmel Party zu machen, auch tagsüber Programm zu haben und unterwegs zu sein. Wir haben uns gefragt, warum es das in Hannover nicht gibt“, erzählt Janis. „Daraus ist die Idee entstanden, einen Ort für kulturelle Vielfalt zu schaffen. Wichtig war uns dabei immer, ein niederschwelliger Zugang zu Kultur für alle zu sein“, fährt er fort. „Im April 2019 haben wir angefangen, hier rumzubauen. Wir haben uns ein bisschen Werkzeug aus dem Schuppen von Henris Oma geholt und angefangen zu schrauben. Dann kamen immer mehr Freund*innen dazu. Seitdem ist unfassbar viel passiert“, erinnert er sich zurück.

Musik weht über das Gelände, ab und zu werden Janis Erzählungen vom Kreischen einer Säge verschluckt. Die letzten Vorbereitungen, um bald Gäste auf das Gelände zu lassen, laufen auf Hochtouren. „Alle, die hier dabei sind, haben einfach Bock, machen das ehrenamtlich. Das ist wirklich unglaublich, was wir hier für talentierte Leute dabei haben. Sei es handwerklich, musikalisch, künstlerisch, geschäftlich – alles. Während den Veranstaltungen übernehmen die Ehrenamtlichen alle Schichten – die Abendleitung, Barschichten, Kassenschichten und die Awareness-Schichten. Ohne die läuft es hier nicht“, erklärt Janis.

Es ist der Tag der Eröffnung. In einer Stunde öffnet der Kulturhafen für die Besuchenden die Tore. Der Moment, auf den die Vereinsmitglieder seit Monaten hinarbeiten. Auf die kommende Saison stößt das Team des Kulturhafens noch einmal an. Rund 25 Menschen recken ihr Getränk in die Luft. „Leute, ihr seid klasse. Was ihr hier wieder gerissen habt, ist absolut genial. Ich freu’ mich auf die Saison. Auf euch!“, sagt Janis grinsend, prostet in die Runde und schaut dabei in freudige, gespannte und stolze Gesichter. Erst wird gejubelt, dann getrunken. Der Tag kann los gehen. Und schon um 18 Uhr, nur drei Stunden nach Veranstaltungsbeginn, ist Einlassstopp. Der Andrang ist groß, die Schlange vorm Einlass lang. Auf dem Gelände tummeln sich die Menschen, tanzen, stehen an der Bar und bestellen Getränke, sitzen in der Sonne und unterhalten sich. Als letzten Act des Openings spielt Tennisteam – das sind Janis und Henri. Die zwei Freunde, die die Idee für den Kulturhafen hatten, beenden den heutigen Abend. Die Tanzfläche ist inzwischen proppenvoll, auch auf der Bühne, rund um das DJ-Pult drängen sich tanzende Menschen. Die Stimmung ist ausgelassen, die Gäste bewegen sich im Takt der Musik, springen, grölen. Der Abend neigt sich dem Ende zu. Janis und Henri spielen einen der letzten Songs an, ein Edit von Whitney Houstons Klassiker „I Wanna Dance With Somebody“. I wanna feel with the heat with somebody ertönt es aus den Boxen, viele singen mit, liegen sich in den Armen. With somebody who loves me, erklingt es ein letztes Mal. Henri und Janis strahlen, vor ihnen stehen fast 600 Menschen, die jubeln, eine Zugabe verlangen.
Schnell huscht jemand in den Technikcontainer, kommt wieder und drückt Janis ein Megaphon in die Hand.
Er verschafft sich mit der eingebauten Sirene kurz Aufmerksamkeit, grinst über beide Ohren und ruft über das Jubeln und die Zugaberufe der Menge hinweg: „Ihr wisst das doch, bei uns ist immer nur bis 22 Uhr“. Die Menge lacht. „Das war die erste Veranstaltung, die Saison geht gerade los. Lasst uns weiter so schön Party machen. Vielen Dank, dass ihr da wart! Danke an das ganze Team, die das überhaupt erst möglich machen. Danke an alle, das ist wirklich einfach wunderschön. Wunderschönen Abend euch, bis zum nächsten Mal! Ab jetzt jeden Donnerstag und Samstag!“, ruft Janis, doch der letzte Teil geht schon im Jubeln der Menge unter.

Jule Merx

Fotos: Felix Albertin

Kulturhafen e.V.

Eichenbrink 5, 30453 Hannover

Öffnungszeiten Do 18-22 Uhr, Sa 15-22 Uhr

Instagram @kulturhafen.hannover

www.kulturhafen-hannover.de

Eintritt variiert

Abgelegt unter * Featured, Aktuelles, Ehrenamtliches Engagement, MenschenKommentare deaktiviert für Kulturhafen e.V.

„Regenbogen“-Team des Aegidius-Hauses

Tags: , , ,

„Regenbogen“-Team des Aegidius-Hauses


Ehrenamtliches Engagement in Hannover

Die Versorgung eines Kindes oder Jugendlichen mit Behinderungen fordert von seiner Familie erhebliche körperliche und seelische Kraft und viel Organisationstalent. Das Aegidius-Haus, eine selbstständige Kurzzeitpflegeeinrichtung für Kinder und Jugendliche mit schweren Behinderungen, bildet einen wichtigen Baustein im Versorgungssystem dieser Familien.

„Wenn man nicht selbst zu Hause ein Kind mit einer Behinderung versorgt und 24 Stunden das gesamte Jahr verfügbar sein muss, um dieses Kind und seine Bedürfnisse zu sehen und zu versorgen, dann kann man sich kaum vorstellen wie anstrengend das ist“, erzählt Susanne Avenarius.
Sie ist die Leiterin des Aegidius-Hauses auf der Bult. Umgeben von Grün, direkt an der Eilenriede und neben dem Kinderkrankenhaus Auf der Bult gelegen, bietet das Aegidius-Haus seinen Gästen einen angenehmen Aufenthalt mit gleichzeitig hoher medizinischer Sicherheit.
Die Gäste im Alter von 0 bis 18 Jahren werden pflegerisch, pädagogisch und therapeutisch betreut und erleben ein „Zuhause auf Zeit“.
Ihre Eltern erhalten Augenblicke, um Kraft zu tanken und Zeit, um sich etwa um Geschwisterkinder zu kümmern. „Das, was für viele Menschen der selbstverständliche Alltag ist, ist für diese Familien unfassbar anstrengend. Dabei geht es um – für wahrscheinlich die meisten – simple Kleinigkeiten, wie beispielsweise mal ins Kino zu gehen, ein Konzert zu besuchen oder einen Spaziergang zu machen.

Die Idee hinter dem Aegidius-Haus ist, dass der beste Platz für diese Kinder in ihren Familien ist. Damit sie lange dort wohnen können, damit die Familien das lange schaffen, muss man diese Personen zwischendurch entlasten, damit sie Kraft für die nächsten Wochen und Monate sammeln können“, erklärt Avenarius.
Unterstützt wird die Arbeit der Hauptamtlichen von aktuell 22 Ehrenamtlichen – dem Betreuungs- und Begleitdienst „Regenbogen“.
Die ehrenamtlichen Helfer*innen gestalten mit den Gästen die Freizeit. Dann wird gespielt, gesungen, gemalt, gebastelt, vorgelesen – und auch Ausflüge werden begleitet. „Es ist immer ganz individuell darauf abgestimmt, was unsere Gäste machen wollen. Wir sind in erste Linie dazu da, das herauszufinden und zu schauen, was das Beste für den Gast ist. Diese Zeit haben wir in der Eins-zu-Eins-Betreuung “, erzählt Michaela Lambrecht, Koordinatorin des Ehrenamts und selbst als Ehrenamtliche tätig. „Es gibt in unserem Haus pädagogische Angebote und Möglichkeiten, die zu Hause so oft nicht möglich sind“, erklärt Avenarius. Das fange bei einer Badewanne an und höre bei einer Rollstuhlschaukel auf.

In Kooperation mit dem „Institut für soziales Lernen mit Tieren“, mit dem „Clinic-Clowns e.V.“, einer Musiktherapeutin und einer hauseigenen Pädagogin bietet das Aegidius-Haus seinen Gästen ein volles Programm. „Für mich ist das eine Herzensangelegenheit. Und es ist sehr schön, diese Kleinigkeiten gespiegelt zu bekommen von unseren Gästen, dass ich genau hier richtig bin“, schwärmt Lambrecht. Avenarius schließt sich dem an: „Das ist ein sehr, sehr dankbarer Job. Durch ein Lächeln, eine Umarmung oder eine Berührung geben sie einem so viel zurück.“
Das Aegidius-Haus ist, wie so viele soziale Einrichtungen, auf Spenden angewiesen. „Geld- und Zeitspenden sind sehr wertvoll, da nur so das Ganze existieren kann“, betont Avenarius. Lambrecht ergänzt: „Ich freue mich über jede*n, der*die sich bei mir meldet und ein Ehrenamt übernehmen möchte.“

Interessent*innen an einem Ehrenamt bei dem Betreuungs- und Begleitdienst „Regenbogen“ können sich bei Michaela Lambrecht unter 0511 85035098 oder per E-Mail unter ehrenamt.aegidius-haus@hka.de melden.

Aegidius-Haus Auf der Bult GmbH
Betreuungs- und Begleitdienst „Regenbogen“
Janusz-Korczak-Allee 12, 30173 Hannover
https://www.aegidiushaus-hannover.de

 

Abgelegt unter * Featured, * Ticker, Ehrenamtliches Engagement, MenschenKommentare deaktiviert für „Regenbogen“-Team des Aegidius-Hauses

Folge uns