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Tonträger Februar 2026

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Tonträger Februar 2026


Zah1de – „Pretty Privilege“
Niemand fühlt Musik intensiver als ein Teenager. Das gilt auch für die Rapperin, deren Name irgendwie an eine BIC erinnert. Künstlerisch eher uninteressant, da nichts davon ihrer eigenen Feder entstammt, aber hand- und mundwerklich extrem beeindruckend. Wenn es zu einem zweiten Album kommt, müssen sich einige alten Hasen sehr warm anziehen.

J.B.O. – „Haus of the Rising Fun“
Die sind lustig, wenn du unter 20, betrunken und gerade in Erlangen bist (eigene Erfahrung). Danach: Schlimm und peinlich. Als Beweis dafür dient auf diesem Album u.a. „Woke on the Smater“. Die 90er-Jahre haben angerufen, sie wollen ihre Spoonerismen genau so sehr zurück wie die Original-Songs ihre Würde. An die Band: Bitte löst euch auf.

Von Wegen Lisbeth – „Strandbad Eldena“
Top-Idee: Ins Wachsfigurenkabinett gehen. Man ist unter Leuten, aber alle halten die Fresse. Der beste Gedanke auf diesem Album. Der Rest ist eine Aneinanderreihung „unterhaltsamer“ Gleichnisse, bei denen man die Stimmen junger Leute im Hinterkopf hat „Voll random! Aber same here, total relatable!“. Kann weg.

Alter Bridge – self titled
Wer immer noch Creed hinterher trauert, dem ist auch nicht zu helfen. Harte Riffs, komplexes Songwriting, wuchtiger, kompromissloser Sound, darüber treiben Tremonti und Kennedy einander an und singen sogar gemeinsam (und beide gut). Das Album schließt mit einem 8minütigen Meisterwerk – wird von Genrevertretern in 2026 hart zu schlagen sein.

Beyond The Black – „Break The Silence“
Musikalische Übertötung! Von den meisten Effekten hätten ein paar Tropfen gereicht, aber die Band bevorzugt einen Eimer voll. Es ist zu viel von allem, gepaart mit einem bulgarischen Chor hier, französischem oder deutschem Gesang dort. Als hätte man ein Kleinkind eine ohnehin zu süße Hochzeitstorte dekorieren lassen. Schade eigentlich.

Hinterlandgang – „Vielleicht wird alles gut“
Sie sind nicht die größten Rapper oder akrobatischsten Wortzauberer, aber sie haben ein untrügliches und exzellentes Auge für Bilder. Hört man ihnen zu, wähnt man sich selbst im Hinterland, grau und verlassen in einem Ort, der auf -ow oder -in endet, irgendwo in MeckPomm. End- 80er- Klangästhetik trifft auf Wende-Vibes, Rap und Liebe. Skurril.

Versengold – „Eingenordet“
Es ist rund, abwechslungsreich und hitdicht, Freunde von Mythen kommen ebenso auf ihre Kosten wie Melancholiker und Trunkenbolde. Also alles richtig gemacht, könnte man meinen. Oder? Hm, weiß nicht: Irgendetwas stört. Versengold haben die (ostentativ) richtige Haltung, das wird unterstrichen, indem man ein Feature mit einem anderen Großen auf die Beine stellt (hier Sebastian Madsen, „Falscher Leuchtturm“), denn schließlich machen das heute alle so. Man gönnt sich Klamauk und Lustigkeiten, mit dem Ergebnis, dass es klingt, als hätte man den Ballermann nach Kappeln an der Schlei verlegt (vgl. „Klabauterfrau“, „Dans op de Deel“). Letztlich bleiben es Haus-Maus-Reime, gewandet in – man verzeihe das Wortspiel – Seemannsgarn, gewoben aus In Extremo, J.B.O. und den Dubliners. Kann man bestimmt gut finden, wenn man denn will, aber eigentlich zu viel von zu viel.

Die Sterne – „Wenn es Liebe ist“
„Langeweile ist ein Pulverfass, am Ende bist du Fan von irgendwas“. Da komm ich ins Schwitzen: Ist mir etwa langweilig? Denn: Was ist das für eine gute Platte, bitte? Ich habe diesen ganzen Hamburger Schule-Diskurs-Pop immer verstehen wollen, was mir aber nie gelang, da viel zu ernstgemeint und spaßbefreit, das alles. Along comes Frank Spilker. Schon der erste Track, „Ich nehme das Amt nicht an“ (großartig auch das Video in schwarz-weiß: Spilker als Atze Schröder-Lookalike mit Vampirzähnen) macht Freude und versprüht ein bisschen David Byrne-Vibes, während beim zweiten („Ändern wir je den Akkord?“) die Rhythmusgruppe treibend und eindrucksvoll The Ruts-mäßig vor sich hin rametert. Und so schön geht‘s weiter bis Track 10, das Highlight ist aber Nummer 6, „Ich habe nichts gemacht (außer weiter)“. Nahezu herrlich! Ja, warum denn nicht gleich so?

IH

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Tonträger Januar 2026

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Tonträger Januar 2026


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Weihnachtstonträger Dezember 2025

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Weihnachtstonträger Dezember 2025


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Tonträger November 2025

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Tonträger November 2025


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Musikerporträt November 2025: Chrispy

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Musikerporträt November 2025: Chrispy


„Plan A wird durchgezogen bis zum Ende und ich bin mir sicher, ich schaffe das auch!“ Christian Derabin ist entschlossen: Musik, Rap soll sein Leben werden. Christian alias Chrispy ist 16 Jahre alt und Rapper. Im Frühjahr ist er bei der Fernsehshow „The Voice Kids“ aufgetreten. Seitdem ist es sein Traum, Musik zu seinem Beruf zu machen. „,The Voice Kids‘ hat mir die Inspiration und den Push gegeben, der nötig war, um eigene Songs zu machen.“ Gemeinsam mit Sänger und Coach Clueso ist Christian in der Show in die Knockouts, ins Halbfinale, gekommen. Für Musik interessiert er sich schon länger, aber richtig angefangen, selbst Musik zu machen, hat Christian erst durch die Teilnahme bei „The Voice Kids“.

Jetzt geht er in die 11. Klasse eines Gymnasiums und hat vor kurzem seine ersten eigenen Songs veröffentlicht: „Louis V“ und „Bipolarstern“. Letzterer ist von einem gleichnamigen Gedicht inspiriert, das seine Mutter geschrieben hat. „Da ging es vor allem um Emotionen, die man so fühlt, um Verlust, um Liebe und so.“ Christians Gefühle fließen auch in seine Beats. „Ich produce meine Beats selbst, also ohne KI. Schon bevor ich angefangen hab, Songs zu schreiben. In den Beats stecken immer Emotionen und Seele drin.“ Die Beats für seine Songs erstellt er auf dem Handy. Nur für den Feinschliff nutzt er den Laptop. Christian meint, das würde vielleicht einfach klingen, aber „dafür braucht es ganz viel Kreativität und Übung“. Orientierung für seine Musik findet er bei den „Styles“ seiner Lieblingskünstler*innen The Weeknd, Drake und Luciano.

„The Voice Kids“ war für Christian ein „großer und sehr cooler Start“: „Die Erfahrung und das Coaching von den Leuten da haben mir auf jeden Fall Inspiration und Motivation für eigene Musik gegeben.“ Jetzt kann er sich ein Leben ohne Musik gar nicht mehr vorstellen. „Ich habe mich so oft gefragt, warum mir das so liegt und bin dann zu dem Schluss gekommen, dass ich einfach dafür geschaffen wurde. Ich bin dafür geboren, das ist meine Berufung.“

Christian ist christlich und Religion spielt in seinem Leben eine große Rolle. Besonders wenn es um Kritik an seiner Musik geht: „Da ist nicht nur Support, manche Leute haten auch. Aber das finde ich gut, denn das ist ja normal. Würde jeder supporten, dann wäre irgendwas falsch. Aber ich weiß, dass alles, was passiert, aus einem Grund passiert, der einfach über mir steht. Deswegen gehe ich auch an die Kritik sehr entspannt ran.“ Der Umgang mit Kritik gehört für den jungen Musiker zum „Artistleben“ dazu.

Von seinem Umfeld wird Christian in seinem Werdegang unterstützt. Seine Mutter schreibt: „Dass ein Jugendlicher sich musikalisch derart engagiert und losstartet, ist eine Seltenheit – und ich gehe fest davon aus, dass Christians Musikkarriere jetzt erst richtig beginnt!“ Irgendwann möchte Christian Musik zu seinem Beruf machen: „Das ist Plan A.“ Aber fürs Erste will er die Schule zu Ende machen und – „je nachdem, wie gut Musik läuft“ – weiterhin Songs und „vielleicht sogar ein Album releasen“. Der junge Rapper hat wie viele andere in der Musik einen Ausdruck gefunden: „Man könnte schon sagen, dass Musik mein Leben verändert hat. Was ich da mache, kommt von der Seele. Ich könnte nicht aufhören.“

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Tonträger Oktober 2025

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Tonträger Oktober 2025


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