Stadtkinder essen: 60 seconds to napoli

Wie kommt man in 60 Sekunden nach Neapel? Das neue Pizza­restaurant in der Rathenaustraße, direkt hinter der Oper, scheint die Antwort darauf zu haben. 60 seconds to napoli ist mit seinem neuen Standort in Hannover das 30. Restaurant seiner Art in Deutschland und erfreut sich großer Beliebtheit. Seit Ende März hat die Filiale geöffnet und serviert neapolitanische Pizzen – das Besondere daran: ein sehr dünner Boden in Verbindung mit einem weichen, dicken Rand. Wie das schmeckt, wollen wir jetzt herausfinden.

Beim Eintreffen stellen wir direkt fest: the hype is real, denn wir müssen trotz Reservierung in einer Schlange warten. Das Lokal ist schummrig beleuchtet: dunkle Holzvertäfelungen, eine dunkelrote Decke, schwarze Garnitur und bordeauxfarbene Samtsessel. Besonders auffällig sind die großen, organisch geformten, orangen Lampen, die im Fensterbereich hängen – sehr schick! Nun aber zum Essen – wir sind heute auf pflanzlicher Mission. Ein erster Blick in die Karte verrät direkt, dass wir nicht verhungern müssen. Es gibt sechs vegane Pizzen, sogar einen pflanzlichen Nachtisch und Kaffeegetränke können mit Hafermilch bestellt werden. Wir entscheiden uns für zwei Homemade Drinks namens Pure Lady und Red Passion (je 6,50 Euro). In den Genuss dieser kommen wir nach Aufgabe der Bestellung relativ schnell. Bei Red Passion, eine Mixtur aus Zitronensaft, Himbeeren, Minze, Agavendicksaft und Sprudelwasser, dominiert definitiv die Säure der Zitrone, die Fruchtigkeit der Himbeere lässt eher zu wünschen übrig. Bei Pure Lady treffen Limettensaft und Sprudelwasser auf Pfirsich- und Himbeerpüree. Das ist eine ziemlich süße Angelegenheit. Aber je mehr von den Eiswürfeln schmelzen, desto leckerer wird das Getränk.

Auf unser Essen müssen wir leider knapp 50 Minuten warten. Uns wird mitgeteilt, es gäbe ein Problem in der Küche. Währenddessen finden wir – Internet sei Dank – heraus, dass sich der Name des Restaurants auf die Backzeit der Pizza bezieht: Nach 72 Stunden Teigruhe wird die Pizza bei 485 Grad für 60 Sekunden gebacken. Passend dazu kommen endlich unsere Pizzen. Der Beilagensalat (7 Euro) schmeckt recht beliebig, die Kalamata-Oliven on top sind aber eine echte Bereicherung. Jetzt wird es interessant: Die Vegan Nduja (15,90 Euro) ist angelehnt an eine scharf-würzige, pastenartige Rohwurst aus Kalabrien. Belegt mit einer an eben diese Wurst erinnernde Paste, grüner Paprika und Zwiebeln entsteht eine wortwörtlich runde Sache! Der Teig ist sehr lecker, der Rand lässt sich super mit ein wenig Knoblauchöl und Salz verputzen. Auch die Margherita Vegan (13,90 Euro) überzeugt uns mit ihrem Fokus auf die fruchtige Tomatensauce und den vermutlich auf Cashewkernen basierenden Mozzarella.

Zum Nachtisch darf es noch das Vegan Strawberry Crumble (8,50 Euro) und ein Espresso (2,50 Euro) sein. Letzteren hätten wir bei Abgabe einer Google-Bewertung sogar kostenlos erhalten, was die bereits über 1.000 Bewertungen des Google-Maps-Eintrags erklären könnte. Der Crumble, eine luftig-flüssige Vanillecreme auf einem Keksboden und garniert mit leider bloß vier Erdbeerscheibchen, erfüllt das Bedürfnis nach einem süßen Abschluss. Nach unserem zweistündigen Besuch sind wir sehr satt und recht zufrieden. Für die Pizza würden wir auf jeden Fall wiederkommen!

» Larissa Peters

60 seconds to napoli
Rathenaustraße 12, 30159 Hannover
60secondstonapoli.de
Mo-So 11.30-0 Uhr


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