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Editorial 03-2026

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Editorial 03-2026


Editorial

Liebe Leser*innen,

Für diese Ausgabe habe ich mit Ulli Lust gesprochen. Sie ist Comiczeichnerin, Illustratorin, Online-Verlegerin – und so ein Mensch, mit dem man redet, um danach festzustellen, dass einem bestimmte Sätze oder Gedanken immer wieder in den Kopf kommen. Im Interview erzählt sie zum Beispiel davon, dass man ihr zu ihrem ersten Buch „Heute ist der letzte Tag vom Rest deines Lebens“ immer wieder eine „zudringliche“ Frage gestellt habe. Nämlich, warum sie nicht einfach nach Hause gefahren sei. Sie ist damals mit 17 Jahren in Italien unterwegs und zwischendurch wird es sehr gefährlich. Und klar, ein männlicher Held zieht los und besteht dieses Abenteuer. Eine Frau sollte dagegen besser „vernünftig“ sein und in den nächsten Bus nach Hause steigen. Die Drachentöter sind immer männlich besetzt. „Das empört mich immer noch“, sagt Ulli Lust. „Der Heldenmythos ist auf Männer gestrickt. Ich wünsche mir Märchen, in denen Frauen losziehen. Es war einmal eine Familie mit drei Töchtern und die Jüngste ist eines Tages losgezogen, um den Drachen zu erschlagen …“

Das bringt es für mich ziemlich gut auf den Punkt. Wir (Männer) sprechen insbesondere zum 8. März gerne über Gleichberechtigung, und wir progressiven Männer klopfen uns zu diesem Anlass dann meistens selbst lobend auf die Schulter und behaupten, dass wir längst alles verstanden haben. Haben wir das? Oder tun wir nur so? Nehmen wir vielleicht hin und wieder doch nur so eine gönnerhafte Position ein und gestehen den Frauen zu, dass sie jetzt ein bisschen mitspielen dürfen? Klar, bei mir ist das natürlich nicht so, ich habe mich längst von oben bis unten durchreflektiert und alles durchdrungen und verstanden, was da an Mustern und Rollen bei mir angelegt war. Ich habe mich von all diesen Zuschreibungen, was männlich ist, längst befreit. Nicht.

Ich arbeite noch dran. Und wir arbeiten als Gesellschaft auch noch dran. Wenn ich mit Leuten über Gleichberechtigung, über Emanzipation, über Feminismus spreche, dann fällt sehr oft das Wort „eigentlich“. Eigentlich müsste Gleichberechtigung doch schon längst eine Selbstverständlichkeit sein. Vor einer Selbstverständlichkeit sind wir aber noch immer weit entfernt. Wir hören die Sonntagsreden und auf der anderen Seite sehen wir den Alltag und stellen fest, dass Frauen weniger verdienen, mehr Care-Arbeit leisten, sich häufiger rechtfertigen müssen, öfter unterbrochen werden, bedroht werden, geschlagen werden, umgebracht werden – weil sie Frauen sind.

Und nun erleben wir sogar noch diesen seltsamen Backlash. Die Tradwives sind unterwegs und sehnen sich nach Verhältnissen wie in den 1950er-Jahren. Sie sind gerne Hausfrau und Mutter, der Mann verdient das Geld und sagt, wo es lang geht. Die Frauen kochen, putzen und kümmern sich um die lieben Kleinen und sehen das als höchste Stufe der weiblichen Selbstverwirklichung. Die Antifeministen jubeln. Und okay, ich habe nichts gegen diese Tradwives. Menschen haben ein Recht darauf, in bestimmten Grenzen irre zu sein. Wenn diese Frauen damit glücklich sind, kann ich das gut akzeptieren. Was mich allerdings ziemlich besorgt, ist die Tatsache, dass es ganz offensichtlich reichlich Männer gibt, die sich genau das von Frauen wünschen. Was ist da bloß schiefgelaufen? Ich finde das ziemlich armselig.

Ulli Lust sagt im Interview ab Seite 54, Feminismus sei letztlich nur die Feststellung, dass es keinen Grund gibt, Frauen zu benachteiligen – und dass es schlicht dumm sei, Ressourcen zu verschwenden. Sie sagt das sehr nüchtern und unaufgeregt und „eigentlich“ ist dem gar nicht viel hinzuzufügen. Wenn es nicht noch so viel zu besprechen gäbe. Wir behandeln Gleichberechtigung stellenweise leider wie ein erledigtes Kapitel. Als wäre das Thema irgendwann in den 90er-Jahren abgehakt worden, sauber erledigt zwischen „Quote eingeführt“ und „Gendersternchen-Debatte geführt“. Aber gesellschaftliche Entwicklungen verlaufen nicht linear. Rechte können auch wieder verschwinden, wenn man sie nicht verteidigt. Respekt kann erodieren, wenn man ihn nur behauptet, aber nicht lebt. Der 8. März ist deshalb kein Feiertag für wohlmeinende Statements, sondern ein Tag, an dem man (Mann) sich fragen kann: Wo profitiere ich noch von Strukturen, die andere kleinhalten? Wo schweige ich, obwohl ich widersprechen müsste? Wo lache ich mit, obwohl es nicht lustig ist? Und wo rede ich mir ein, dass „das doch alles nicht mehr so schlimm“ ist? Ich wünsche mir auch Märchen, in denen die Frauen losziehen, um den Drachen zu erschlagen. Aber noch mehr wünsche ich mir eine Gegenwart, in der sie das tun können, ohne dass irgendjemand fragt, warum sie nicht einfach zu Hause geblieben sind.

Viel Spaß mit dieser Ausgabe!

Lars Kompa

Herausgeber Stadtkind

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Das März-Kind ist da!

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Das März-Kind ist da!


Diesen Monat hat Lars Kompa mit Ulli Lust gesprochen, einer österreichischen Comic-Zeichnerin, Illustratorin, Online-Verlegerin… einer Frau, die eine sehr klare und kluge Haltung hat. Zum Beispiel zum Thema Feminismus. Und auch zum Thema Hannover, denn: Hannover ist nicht so schlimm wie Wien. Yay! Ab Seite 54 im Heft.

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Ein offener Brief an… Nicolás Maduro

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Ein offener Brief an… Nicolás Maduro


Lieber Nicolás, wir wollten nicht verpassen, dir für deinen neuen Job viel Glück zu wünschen. Das fühlt sich für dich wahrscheinlich gerade alles noch total ungewohnt an in den USA, oder? Gerechnet hast du ja offensichtlich nicht mit dieser Beförderung. Wobei es dir eigentlich hätte klar sein müssen. Wer sich derart empfiehlt, wird geheadhunted. Du hast einfach zu viel richtig gemacht.

Deine Regierungstruppen und Sicherheitskräfte haben regierungskritische Leute ohne rechtliche Grundlage verhaftet und misshandelt. Viele sind einfach für immer verschwunden. Andere wurden ganz offen umgebracht. Du hast sehr nachhaltig die Menschenrechte mit Füßen getreten. Du hast die Demokratie und politische Pluralität systematisch untergraben. Du hast Wahlen manipuliert. Du hast das Parlament entmachtet. Du hast die Gewaltenteilung abgeschafft. Du hast die Opposition drangsaliert und schikaniert, sie ins Gefängnis gesperrt oder ins Exil getrieben. Du hast die Justiz und die Medienfreiheit eingeschränkt und du hast deine Sicherheitskräfte gerne einfach so auf Menschen gehetzt. Du hast die Armen immer ärmer werden lassen, während du dich bereichert hast. Korruption und Misswirtschaft waren deine liebsten Hobbys. Man munkelt auch etwas von Drogen in Cacao-Säcken. Kurz, du hast deine autoritäre Herrschaft mit allen Mitteln zementiert und man kann schlicht feststellen, dass du in Amt und Würden ein unglaubliches Arschloch warst.

Und klar, da werden nun einige schimpfen, über dieses Urteil, weil du ja das einzig übrige Bollwerk warst, der letzte Anti-Imperialist, mit dem man sich gemeinsam so herrlich empören konnte gegen den Westen und gegen die gemeinen Sanktionen und gegen den Kapitalismus. Wenn etwas klemmte, waren es die USA. Inflation? Hunger? Stromausfälle? Überall hatte die CIA ihre Finger im Spiel. Herrlich! Klar würde der Sozialismus funktionieren, aber die Amis machen ja immer alles kaputt. Und Armut ist im Grunde nur eine Form von Widerstand. Es war so schön, mit dir gemeinsam auf der moralisch richtigen Seite zu stehen. Das ist nun natürlich alles vorbei. Verständlich, dass nun manche traurig sind. Aber hey, vielleicht ist das auch ein neuer Anfang vom Ende.

Du spielst jetzt jedenfalls in Donalds Team. Klar, das läuft momentan noch alles heimlich. Er kann ja nicht so einfach zugeben, dass der wahre Grund deiner Entführung sein Interesse an deiner Expertise war. Wie steuert man ein Land in eine Autokratie, in eine Diktatur? Wer weiß das besser als du? Falls Donald Trump noch irgendwelche Skrupel hat, wirst du sie ihm ganz sicher ausreden. Und dann, in ein oder zwei Jahren, wird alles egal sein. Und du wirst das Gästehaus in Mar-a-Lago verlassen und alle auslachen, die gedacht haben, dass du im Gefängnis gesessen hast. Und dann werdet ihr beide eine Runde Golf spielen. Oder? Stimmt das alles gar nicht und du sitzt am Ende doch im Knast? Dann bist du aber schön blöd. Du hättest es wirklich wissen müssen. Irgendwo auf der Welt gibt es immer einen, der ein noch größeres Arschloch ist als man selbst. Und der hat dich jetzt am Wickel. So der so.

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Tonträger Februar 2026

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Tonträger Februar 2026


Zah1de – „Pretty Privilege“
Niemand fühlt Musik intensiver als ein Teenager. Das gilt auch für die Rapperin, deren Name irgendwie an eine BIC erinnert. Künstlerisch eher uninteressant, da nichts davon ihrer eigenen Feder entstammt, aber hand- und mundwerklich extrem beeindruckend. Wenn es zu einem zweiten Album kommt, müssen sich einige alten Hasen sehr warm anziehen.

J.B.O. – „Haus of the Rising Fun“
Die sind lustig, wenn du unter 20, betrunken und gerade in Erlangen bist (eigene Erfahrung). Danach: Schlimm und peinlich. Als Beweis dafür dient auf diesem Album u.a. „Woke on the Smater“. Die 90er-Jahre haben angerufen, sie wollen ihre Spoonerismen genau so sehr zurück wie die Original-Songs ihre Würde. An die Band: Bitte löst euch auf.

Von Wegen Lisbeth – „Strandbad Eldena“
Top-Idee: Ins Wachsfigurenkabinett gehen. Man ist unter Leuten, aber alle halten die Fresse. Der beste Gedanke auf diesem Album. Der Rest ist eine Aneinanderreihung „unterhaltsamer“ Gleichnisse, bei denen man die Stimmen junger Leute im Hinterkopf hat „Voll random! Aber same here, total relatable!“. Kann weg.

Alter Bridge – self titled
Wer immer noch Creed hinterher trauert, dem ist auch nicht zu helfen. Harte Riffs, komplexes Songwriting, wuchtiger, kompromissloser Sound, darüber treiben Tremonti und Kennedy einander an und singen sogar gemeinsam (und beide gut). Das Album schließt mit einem 8minütigen Meisterwerk – wird von Genrevertretern in 2026 hart zu schlagen sein.

Beyond The Black – „Break The Silence“
Musikalische Übertötung! Von den meisten Effekten hätten ein paar Tropfen gereicht, aber die Band bevorzugt einen Eimer voll. Es ist zu viel von allem, gepaart mit einem bulgarischen Chor hier, französischem oder deutschem Gesang dort. Als hätte man ein Kleinkind eine ohnehin zu süße Hochzeitstorte dekorieren lassen. Schade eigentlich.

Hinterlandgang – „Vielleicht wird alles gut“
Sie sind nicht die größten Rapper oder akrobatischsten Wortzauberer, aber sie haben ein untrügliches und exzellentes Auge für Bilder. Hört man ihnen zu, wähnt man sich selbst im Hinterland, grau und verlassen in einem Ort, der auf -ow oder -in endet, irgendwo in MeckPomm. End- 80er- Klangästhetik trifft auf Wende-Vibes, Rap und Liebe. Skurril.

Versengold – „Eingenordet“
Es ist rund, abwechslungsreich und hitdicht, Freunde von Mythen kommen ebenso auf ihre Kosten wie Melancholiker und Trunkenbolde. Also alles richtig gemacht, könnte man meinen. Oder? Hm, weiß nicht: Irgendetwas stört. Versengold haben die (ostentativ) richtige Haltung, das wird unterstrichen, indem man ein Feature mit einem anderen Großen auf die Beine stellt (hier Sebastian Madsen, „Falscher Leuchtturm“), denn schließlich machen das heute alle so. Man gönnt sich Klamauk und Lustigkeiten, mit dem Ergebnis, dass es klingt, als hätte man den Ballermann nach Kappeln an der Schlei verlegt (vgl. „Klabauterfrau“, „Dans op de Deel“). Letztlich bleiben es Haus-Maus-Reime, gewandet in – man verzeihe das Wortspiel – Seemannsgarn, gewoben aus In Extremo, J.B.O. und den Dubliners. Kann man bestimmt gut finden, wenn man denn will, aber eigentlich zu viel von zu viel.

Die Sterne – „Wenn es Liebe ist“
„Langeweile ist ein Pulverfass, am Ende bist du Fan von irgendwas“. Da komm ich ins Schwitzen: Ist mir etwa langweilig? Denn: Was ist das für eine gute Platte, bitte? Ich habe diesen ganzen Hamburger Schule-Diskurs-Pop immer verstehen wollen, was mir aber nie gelang, da viel zu ernstgemeint und spaßbefreit, das alles. Along comes Frank Spilker. Schon der erste Track, „Ich nehme das Amt nicht an“ (großartig auch das Video in schwarz-weiß: Spilker als Atze Schröder-Lookalike mit Vampirzähnen) macht Freude und versprüht ein bisschen David Byrne-Vibes, während beim zweiten („Ändern wir je den Akkord?“) die Rhythmusgruppe treibend und eindrucksvoll The Ruts-mäßig vor sich hin rametert. Und so schön geht‘s weiter bis Track 10, das Highlight ist aber Nummer 6, „Ich habe nichts gemacht (außer weiter)“. Nahezu herrlich! Ja, warum denn nicht gleich so?

IH

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Gründungsstory Februar 2026: Wohnzimmeratmosphäre im Dinky Café

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Gründungsstory Februar 2026: Wohnzimmeratmosphäre im Dinky Café


Mitten in der Nordstadt, ein paar Schritte abseits vom Trubel, fühlt sich das Dinky Café an wie ein Besuch bei Freund*innen: klein, warm, ein bisschen zusammengewürfelt – und genau deshalb so charmant. Gründerin Lena Mähnß hat sich hier ihren Traum erfüllt: ein Café, das nicht auf Lautstärke setzt, sondern auf Atmosphäre.

Zwölf Plätze gibt es drinnen, sechs draußen – und schon für 2026 sind zusätzliche Sitzplätze im Außenbereich geplant. Der Name passt perfekt zum Konzept: Dinky bedeutet im Englischen „klein“ und „schnuckelig“. Oder wie Lena es selbst beschreibt: „Es ist die Wohnzimmeratmosphäre – das Gemütliche und vielleicht auch das leicht Zusammengewürfelte mit viel Liebe zum Detail.“

Tatsächlich erzählt jeder Winkel im Dinky eine kleine Geschichte. An den Wänden hängt Kunst von lokalen Künstler*innen, auf den Tischen stehen Pflanzen, und sogar die Keramik hat ihren eigenen Ursprung: „Wir verkaufen Keramik aus einem kleinen Studio aus der Südstadt. Dort wurden auch unsere Flat-White-Tassen von Hand getöpfert“, sagt Lena. Dazu kommen kleine Formate, die das Café zu einem Treffpunkt machen – nicht nur für Kaffeefans, sondern für Menschen, die sich nach Gemeinschaft sehnen.

Auch das Angebot folgt einer klaren Idee: Qualität, Transparenz – und konsequente Haltung. Der Kaffee stammt aus einer kleinen Rösterei, die Bohnen sind fair gehandelt, die Lieferkette nachvollziehbar, die Herkunft sortenrein von einer einzelnen Plantage. Dazu gibt’s ausschließlich vegane Kuchen und Backwaren – und ein Aushängeschild, das mittlerweile vielen in der Nordstadt ein Begriff sein dürfte: „Lenns selbstgemachte Zimtschnecke“. Ergänzt wird die Karte durch gefüllte Donuts und hausgemachte Quiche. Lenas Zielgruppe? Möglichst alle. „Alle sind herzlich willkommen: Menschen aus der Nachbarschaft, aus der Uni, jüngere und ältere Gäste – alle, die gerne guten Kaffee trinken“, sagt sie. Und auch hier setzt sie einen Akzent, der zum Dinky passt: „Bei uns kostet Kuhmilch einen Aufpreis. So drehe ich den Spieß um und schaffe einen Anreiz für Hafermilch. Und es funktioniert tatsächlich.“

Dass Lena einmal ihr eigenes Café führen würde, war nicht von Beginn an Plan A: „Während meines Studiums habe ich in der Gastronomie in der Küche gearbeitet – und hatte richtig Spaß daran. Außerdem backe ich sehr gerne“, erinnert sie sich. Nach dem Bachelor in Wirtschaftsmathematik wurde aus der Idee schließlich ein echtes Vorhaben: „Die Idee eines eigenen Cafés hat aber erst nach meinem Bachelor richtig Fahrt aufgenommen.“

Mutig war dabei nicht nur die Idee – sondern vor allem das Durchhalten. Denn ursprünglich war das Projekt nicht als Solo-Nummer gedacht. „Anfangs waren wir zu dritt. Als im Februar der Mietvertrag anstand, sind die anderen beiden abgesprungen. Ich wollte es aber unbedingt – und habe es dann allein durchgezogen.“ Heute arbeitet Lena mit einer Teilzeitkraft und drei Minijobberinnen zusammen. Und weil kreative Synergien in der Nordstadt oft nur eine Tür weiter liegen, teilt sie sich die Miete mit einem kleinen Tattoo-Studio im selben Gebäude. Beide Unternehmen sind eigenständig, aber eng verbunden: Tattoo-Kund*innen bekommen Rabatt im Café – und die Kunst der Artists ist im Dinky ausgestellt.

Unterstützung auf dem Weg in die Selbstständigkeit fand Lena auch bei hannoverimpuls. „Ich habe dort alle wichtigen Informationen bekommen, zum Beispiel zum Gründungszuschuss und zu den Voraussetzungen“, sagt sie. Besonders entscheidend sei die Hilfe beim Finanzplan gewesen: „Das Team stand mir bei allen Fragen zur Seite.“ Für Lena war nicht nur das Wissen wichtig, sondern auch das Gefühl, ernst genommen zu werden. „Die respektvolle und persönliche Betreuung war großartig und hat mein Selbstbewusstsein für die Umsetzung meines Traums enorm gestärkt.“

Auch Kristina Ebel, Projektleitung Gründerinnen-Consult bei hannoverimpuls, erinnert sich an den Start: „In Lena spürte ich direkt, dass das Dinky ihr Herzensprojekt ist. Sie ist die Seele des Cafés – und das merken sicherlich auch die Gäste.“ Genau das sei der Kern der Beratung: „Wir unterstützen, vernetzen und stehen mit Rat und Tat zur Seite, um Träume wie den von Lena Wirklichkeit werden zu lassen.“

Lena dazu: „Einfach mal machen – auch wenn es leichter gesagt als getan ist. Geht zu Beratungsstellen wie hannoverimpuls und holt euch Unterstützung. Die wissen, wie es geht.“

Wer im Dinky Café sitzt, eine Zimtschnecke vor sich und die handgetöpferte Tasse in der Hand, merkt schnell: Das hier ist nicht einfach nur ein Geschäftsmodell. Es ist ein Gefühl. Und genau das macht das Dinky so besonders.

AL

Dinky Café
Öffnungszeiten: Mittwoch bis Sonntag, 10–18 Uhr
An der Lutherkirche 5
30167 Hannover

Instagram: @dinky.cafe

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Literarisches: Heike Wolpert

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Literarisches: Heike Wolpert


Heike Wolpert ist im Pool hiesiger Lokal-Autor*innen längst fest etabliert. Mit bekannten Kolleginnen wie Bettina Reimann, Sibylle Narberhaus oder Claudia Rimkus war sie schon häufiger Teil gemeinschaftlicher Projekte, ihre Katzenkrimi-Reihe um Kater Socke ist bereits in die fünfte Runde gegangen – bzw. in die sechste Runde, wenn man ihr Weihnachtsbuch „Vier Pfoten für ein Wunder“ mitzählt – und Lesungen hält Wolpert auch immer wieder ab, demnächst etwa am 17. April im Theater der Nacht in Northeim. Bei ihnen zeigt sich dann nicht nur immer wieder, dass die Leser*innenschaft ihrer Katzenkrimis vornehmlich weiblich ist, sondern dass diese Romane, die ja stets auch Hannover-Romane sind, weniger die Regionalkrimi-Fans begeistert, sondern eben vor allem die Katzenroman-Liebhaber*innen – aus welcher Region sie auch stammen mögen …

Den Boom der in den letzten Jahren merklich angewachsenen Katzenromane kann Wolpert gut nachvollziehen: „Katzenkrimis anderer Autor*innen gibt es einige – und die sind alle klasse. Gerade habe ich für mich die Krimis von Martina Hancke neu entdeckt: ,The Pussycat Poisener‘ und ,The Dog Racing Dealer‘ – Cosy-Crime mit Kater, Hund und viel Humor.“ Ähnlich dürften auch andere Leser*innen über Wolperts Katzenkrimis denken, denn inzwischen erhält Wolpert „Rückmeldungen von Katzen-Fans aus ganz Deutschland und darüber hinaus, was mich sehr freut!“ Darunter befand sich sogar „eine Postkarte des Bürgermeisters von Bad Harzburg, der mich nach der Lektüre von ,Schönheitsfehler‘ sogar spontan in den Harz eingeladen hat.“

Im Februar darf ihr vierbeiniger Ermittler Kater Socke nun sein erstes Schnapszahl-Jubiläum feiern und – während Wolpert selbst Ende Februar ihren 60. Geburtstag begeht – auf elf Jahre erfolgreichen Ermittlerdaseins zurückblicken, denn Wolperts Debütroman „Schönheitsfehler“ kam Anfang Februar 2015 auf den Buchmarkt. Ausgesetzt in einer Katzenbox stieß Kater Socke damals auf einen Leichnam und ging der Angelegenheit neben dem Hauptkommissar Peter Flott auf den Grund. Schon im Folgejahr ließ Wolpert „Schlüsselreiz“ folgen: Darin geht Socke zunächst auf der hannoverschen Heimtiermesse eigenen Verwandtschaftsverhältnissen auf den Grund, ehe plötzlich ein toter Wachmann gefunden wird und Flott und Socke wieder alle Hände respektive Pfoten zu tun haben.

Seitdem ist Socke immer wieder aktiv: in „Katertrunk“ (2018), in „Katergericht“ (2019) und in „Katzenrausch und Katertausch“ (2023) sowie dem erwähnten, liebevoll illustrierten Weihnachtsbuch, das im August des letzten Jahres herauskam – und worin es Kater Socke samt Tigerkatze Clooney mit einem verschwundenen Mädchen und dem süßen Hund Fiete aus dem Tierheim zu tun bekommt.

Inspiration aller Kater-Socke-Romane ist Wolperts eigener Kater Socke, der ihr und ihrem Mann im Jahr 2009 zugelaufen ist. Damals lebte die gebürtige Bad Mergentheimerin bereits seit 19 Jahren in Hannover – bei der Norddeutschen Landesbank unter anderem für Programmierung und Businessanalyse zuständig. Der Vierbeiner machte aus der Krimi-Liebhaberin zunächst auch einen Fan von Katzenromanen – und schließlich eine Katzenkrimi-Autorin, die selbstverständlich, etwa mit ihren „Taubertal“-Bänden, auch ohne tierische Protagonist*innen auskommt. Der Plan eines eigenen Katzenkrimis reifte Anfang 2013 heran, das Manuskript war dann Anfang 2014 fertig. Für Wolpert ist „Schönheitsfehler“ als erster eigener Roman freilich etwas ganz besonderes; zugleich hält sie „Katzenrausch und Katertausch“ aufgrund der eigenen Weiterentwicklung für ihren gelungensten Katzenkrimi.

Und weitgehen soll es auf jeden Fall: Da wäre zunächst Wolperts bzw. Kater Sockes „Kolumne in einer Katzenzeitschrift, die auch 2026 fortgeführt wird“, wie Wolpert verrät. Im Frühjahr wird sie zudem bei der Anthologie „Mord auf Norddeutsch“ mit dabei sein, gegen Jahresende voraussichtlich auch in einem dritten Band der Reihe „Plätzchen, Diebe, Fest der Liebe“. Und neue Romanprojekte? „Da habe ich viele. Ob mit oder ohne Katze, vielleicht sogar zusammen mit einer Co-Autorin? Da geht mir einiges durch den Kopf. Auf jeden Fall wird es etwas mit viel (schwarzem) Humor werden.“ Man darf also gespannt sein …

CK

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