Wenn man zwei Journalisten aufeinander loslässt! Natürlich geht es im Gespräch mit René Schweimler (Geschäftsführer und Chefredakteur beim Fahrgastfernsehen) um den Kodex: Was darf Journalismus, was braucht er? Es geht um Wahrhaftigkeit und Fake News, Unabhängigkeit und Verantwortung, besonders aber geht’s um Hannover im Titel-Interview auf Seite 54.
Abgelegt unter Aktuelles, TitelKommentare deaktiviert für Das August-Kind ist da!
Lieber Ralf und liebe alle, ganz großartig! So ein schönes Manifest. Und zum genau richtigen Zeitpunkt. Wenn all die nassforschen und besserwisserischen jungen und jüngeren und mittelalten Menschen in Verantwortung den falschen Weg einschlagen, weil sie sich einfach nicht genug mit der jüngeren Geschichte auskennen und verdammt noch mal nicht reden wollen, wenn sie nur alle Krieg wollen und Aufrüstung, dann ist es eine gute Idee, wenn die Altgedienten sich vereinen und mahnende Worte finden.
Du, lieber Ralf, hast auf die Schnelle eine beeindruckende Truppe zusammengetrommelt. 32 x heißt es a. D. in der Liste der ersten, die das Manifest unterzeichnet haben. Und das ist ein Qualitätsmerkmal, denn wer außer Dienst ist, wer keine Verantwortung mehr hat, der hat einfach ein bisschen mehr Muße, sich den Dingen von der Seitenlinie grundsätzlicher zu widmen. Und klar, wer sich grundsätzlicher mit dem Russland-Ukraine-Konflikt auseinandersetzt, der kommt schnell darauf, dass man das alles nicht so einfach schwarz-weiß sehen darf. Ja, Russland hat die Ukraine angegriffen, aber man muss Russland auch ein Stück weit verstehen. Putin hat sich einfach bedroht gefühlt vom Verteidigungsbündnis NATO. Immerhin hat dieses Bündnis 1999 Serbien angegriffen – einfach so, völlig grundlos. Oder gab es einen Grund, den ihr im Manifest vergessen habt? Egal. Die Amerikaner haben jedenfalls ganz viele Verträge und Absprachen gebrochen. So war das. „Einseitige Schuldzuweisungen“ sind also eindeutig zu kritisieren. Die Amis sind auch nicht ohne und manchmal ziemlich böse.
Und wenn das endlich mal allen klar ist, dann kann man doch auch wieder ins Gespräch kommen miteinander. Leonid Breschnew, Willy Brandt, John F. Kennedy, Ronald Reagan, Michail Gorbatschow – sie alle haben miteinander geredet. Und sie haben auf diese Weise friedlich Vertrauen zueinander aufgebaut. Warum soll das jetzt nicht wieder gehen? Donald Trump, Wladimir Putin, Xi Jinping, das sind doch alles total rationale und gutmeinende Menschenfreunde – warum setzen wir uns nicht alle gemeinsam an einen Tisch und reden. Mehr Diplomatie wagen! Statt immer nur Aufrüstung. Und wenn der Wolodymyr Selenskyj nicht wieder so stur ist, sondern ein bisschen realistischer, darf er auch kommen und über die Zukunft der Ukraine mitdiskutieren. Man muss doch jetzt endlich wieder aufeinander zugehen. Verdammt noch mal!
Und es könnte alles so einfach sein. All die Kriegstreiber müssten einfach nur einsehen, dass man Russland nicht schlagen kann. Weswegen es auch total irre ist, der Ukraine immer weiter Waffen zu liefern. Wozu denn? Damit dieser Krieg nur immer weiter geht? Ein Leiden ohne Ende? Das kann es doch nicht sein. Du lieber Ralf, kennst die Russen sehr gut, und du bist dir sicher, dass es für die Menschen in der Ukraine schon nicht so schlimm kommen würde. Keine entführten Kinder, keine Folter, keine Vergewaltigungen, keine Massaker an der Zivilbevölkerung, keine Willkür. Weil die Menschen in der Ukraine ja eigentlich auch Russen sind. Und so etwas tut man doch den eigenen Leuten nicht an. Butscha war bestimmt nur ein Versehen …
Lieber Ralf, es ist gut, dass ihr jetzt so mutig wart, du, zusammen mit dem Rolf und den anderen. Für den Frieden zu sein, das muss man sich heutzutage ja erstmal trauen. Ein wichtiger Schritt. Lasst euch jetzt bloß nicht beirren von all den schießwütigen Idioten à la Carlo Masala. Die wollen diesen Krieg, weil sie ohne diesen Krieg nicht ständig in den Talkshows sitzen würden – ist doch klar. Alle, die nicht euer Manifest unterzeichnen, wollen Krieg. So ist das. Du, und der Rolf, und die Sahra und die Alice, ihr seid die wahren Friedenstauben. Wobei, Sahra und Alice – das war ein anderen Manifest. Da haben wir jetzt was verwechselt.
Abgelegt unter offene BriefeKommentare deaktiviert für Ein offener Brief … an Ralf Stegner und Co.
Herr Weil, heute sind Sie fast einen Monat Ministerpräsident a. D. Sind Sie schon aufgewacht mit dem Gedanken, dass Sie verschlafen haben und in die Staatskanzlei müssen?
Nein, das ist noch nicht passiert. Erstaunlicherweise fehlt mir momentan nichts von dem, was mit meinem früheren Amt zu tun hat. Ich finde das ziemlich erstaunlich, aber es ist so. Vielleicht liegt es daran, dass ich einen sehr schönen Abschied und einen klaren Schnitt hatte. Jetzt fängt einfach ein neues Leben an. Und klar, da muss sich jetzt noch einiges zurechtruckeln, aber das entwickelt sich gerade.
Fühlt es sich schon an wie Ruhestand oder noch wie Urlaub?
Es ist ja noch nicht wirklich ein Ruhestand, ich bin ja noch Landtagsabgeordneter. Im Moment habe ich keine 80-Stunden-Arbeitswoche mehr, aber weiter Arbeit. Eine Arbeit, die mir richtig Spaß macht. Viele Menschen in meinem Wahlkreis haben mir gesagt, dass ich jetzt 12 Jahre in der Weltgeschichte unterwegs war und dass sie froh sind, jetzt mal einen ‚normalen‘ Abgeordneten zu haben, der viel vor Ort ist.
Ich habe überlegt, worüber wir sprechen, wenn Sie nicht mehr Ministerpräsident sind. Aber eigentlich können wir uns unterhalten wie bisher, denn aus den Niederungen der niedersächsischen Tagespolitik haben wir uns immer weitgehend herausgehalten. So ein bisschen notgedrungen, weil in einem Monatsmagazin die Tagespolitik immer schon ein paar Tage alt ist …
Ja, wenn das Stadtkind erschienen ist, hatten sich manche Themen aus unseren Gesprächen schon wieder erledigt. Insofern haben wir beide uns doch immer eh meistens über das Große und Ganze unterhalten.
Es gibt so ein paar Megathemen in Deutschland, die werden uns erhalten bleiben.
Ja, aber nicht nur in Deutschland. Auch außerhalb von Deutschland passieren viele wirklich besorgniserregende Dinge. Die Eskalation im Nahen Osten zum Beispiel und der Ukraine-Krieg. Die Bedrohung der Demokratie: Nehmen Sie die USA, die Lage dort wird immer schlimmer. In der Türkei wird gerade die größte Oppositionspartei systematisch kriminalisiert und nebenan in Polen haben die Rechtsextremen die Präsidentschaftswahlen gewonnen. Das wirkt ja auch alles auf Deutschland ein. Und wir haben hier bekanntlich auch noch genug eigene Themen.
Ein großes Thema in Deutschland ist die Migration. Finden Sie, dass Deutschland, dass die Koalition momentan den richtigen Weg einschlägt?
Teils, teils. Zunächst sollten wir ganz nüchtern feststellen, dass wir Migration dringend brauchen. Wir brauchen Menschen, die zu uns kommen, um hier zu arbeiten und zu leben. Unsere alternde Gesellschaft ist darauf dringend angewiesen. Und dann geht es zweitens um die Frage, wie wir die riesige Aufgabe der Integration besser bewältigen können.
Aber die Tonlage ist momentan eine ganz andere. Für mich ist das meiste nur Symbolpolitik. Ein schlechter Versuch, der AfD mit AfD-Themen das Wasser abzugraben. Wir können uns ja darauf einigen, dass es Probleme gibt. Aber ich würde mir wirklich wünschen, dass man auch mal einsteigt in eine Diskussion um echte Lösungen.
Das stimmt, vor allem müssen wir auch endlich einmal über die unendlich vielen guten Beispiele gelungener Integration reden. Aber wir müssen natürlich auch die Probleme klar benennen: Wir müssen wissen, wer zu uns kommt und wir müssen in der Lage sein, zu entscheiden, wer bleiben kann. Ich finde einen echten Fortschritt, dass wir jetzt einen europäischen Antritt zur Migrationspolitik haben. Menschen mit Schutzrechten müssen auch weiter Schutz bekommen, aber gleichzeitig müssen wir die Zahl der auf irregulären Wegen nach Deutschland kommenden Menschen reduzieren. Und wir dürfen auch nicht verschweigen, dass es konkrete Probleme gibt. Viele Kommunen haben keine Aufnahmekapazitäten mehr. Und wir müssen bei der Integration wesentlich besser werden. Das betrifft auch den Bildungssektor.
Ich sehe diese Probleme, aber ich sehe noch keine echten Lösungsversuche. Nicht bei Dobrindt und bei Söder, nicht bei Merz. Ich habe eher den Eindruck, die gesamte Union scheint bei diesem Thema in eine fragwürdige Richtung abgebogen zu sein.
Das war schon so im Wahlkampf. Nach der Wahl kam dann bei der CDU in manchen Bereichen der Realitätsschock. Das hatten wir beim Thema Schuldenbremse, das haben wir jetzt beim Thema Migration. Mit den Zurückweisungen wird Dobrindt in dieser Form aller Voraussicht nach vor den Gerichten scheitern. Für mich ist eine Tatsache: Wir werden das Thema Migration letztlich nur auf europäischer Ebene wirksam regeln können, nicht auf nationaler Ebene.
Die Migrationszahlen sind in letzter Zeit gesunken. Ich frage mich immer, von welcher Notlage Herr Dobrindt jetzt eigentlich spricht. In einem Ton, als würde bei uns morgen die Welt untergehen.
Stimmt absolut, und damit wird er bei den Gerichten auch nicht durchkommen. Die Union hat das Thema Migration während des Wahlkampfs zum Thema Nummer 1 erklärt. Schon damals hat sie das Thema deutlich größer gemacht worden, als es ist. Das war nicht gut. Es ist unbestritten, dass es Probleme gibt, aber die Art und Weise, wie dieses Thema zur Schicksalsfrage hochstilisiert wurde, war aus meiner Sicht einer der Gründe für den AfD-Erfolg. Jetzt ist die Union in Regierungsverantwortung und muss liefern. Diesen Sprung hat sie noch nicht wirklich geschafft, aber sie wird nicht darum herumkommen. Klar ist, dass wir bei unseren Integrationsmöglichkeiten Grenzen haben. Ein Beispiel: In den Schulen haben vielerorts mittlerweile im Schnitt etwa 40 Prozent der Kinder einen Migrationshintergrund. Davon haben natürlich nicht alle einen hohen Sprachförderbedarf, aber eben doch sehr viele. Und das ist für unser Bildungssystem eine massive Herausforderung.
Ich habe die Sorge, bei der Stimmung, die inzwischen bei uns herrscht, dass sich immer mehr Menschen zweimal überlegen, nach Deutschland zu kommen. Wir brauchen Zuwanderung, wir müssen ein Einwanderungsland sein, aber wir machen uns gleichzeitig immer unsympathischer …
Diese Sorge muss man auch haben, finde ich. Und wir brauchen nicht nur Fachkräfte, sondern auch einfach Hände. Wir brauchen Menschen, die sich hier bei uns etwas aufbauen möchten. Mit dem misstrauischen und ablehnenden Grundsound sorgen wir stattdessen dafür, dass unser Land für viele Menschen unattraktiver wird. Es ist ein Fehler, wenn wir alle die kommen und die bereits da sind, mit Misstrauen beäugen. Dabei gibt es doch vier Grundsätze, die eigentlich Konsens sind: Erstens brauchen wir Zuwanderung. Zweitens, wer ein Schutzrecht hat, wird weiter aufgenommen. Wir müssen drittens für eine kontrollierte Zuwanderung sorgen. Und wer sich bei uns viertens nicht an die Regeln hält, der muss unser Land wieder verlassen.
Ich habe die Befürchtung, die Union beschäftigt sich momentan nur mit dem letzten Punkt.
Ich hoffe, dass das nicht so ist.
Es gibt ja durchaus auch sehr viel, was funktioniert.Was mir gefallen hat, war beispielsweise „Niedersachsen packt an“.
Ja, darauf können wir wirklich stolz sein. Niedersachen hat seit 2015 rund 300.000 Menschen aufgenommen und das hat insgesamt ganz gut funktioniert. Das Bündnis „Niedersachsen packt an“, hat dazu beigetragen. Es geht um eine Kultur der Zusammenarbeit in ganz vielen Bereichen. Wie gelingt beispielsweise eine bessere und schnellere Integration in den Arbeitsmarkt. Das ist dann eine oft kleinteilige und natürlich nicht so schlagzeilenträchtige Arbeit, aber sie ist erfolgreich. Die Grundlage sind ganz viele Akteure, die sich engagieren – von der Wirtschaft bis zur Flüchtlingshilfe. Dieses Bündnis ist übrigens nach wie vor einmalig in Deutschland.
Ich finde, der Königsweg ist immer die Begegnung, das Miteinander. Wenn man sich kennenlernt, räumt das viele Vorurteile ab. Das schafft Vertrauen.
Das ist ganz sicher so. Was würde ich brauchen, wenn ich aus irgendeinem Grund gezwungen wäre, Deutschland zu verlassen und zum Beispiel nach Syrien zu gehen – in ein vollkommen fremdes Land, eine fremde Sprache, eine andere Kultur, eine andere Religion. Was ich zuerst bräuchten, das wäre jemand, der mich an die Hand nimmt. Wir brauchen doch alle mal helfende Hände und in einem solchen Fall ganz besonders. Es steht übrigens auch bei mir auf der Liste der Möglichkeiten für die nächste Zeit, Zu schauen, was ich ehrenamtlich Sinnvolles tun könnte. Gute Verbindungen zu anderen Menschen sind mit Sicherheit extrem wichtig. Ich glaube, wir machen momentan noch den großen Fehler, immer die Sprachförderung an die erste Stelle zu setzen und dann erst die Integration in den Arbeitsmarkt. Über die Arbeit ergeben sich oft erst die Kontakte, die so wertvoll sind. Wir sollten das sehr viel früher miteinander verzahnen. Das geht, wenn die Unternehmen mitmachen und wenn es vor Ort Kolleginnen und Kollegen gibt, die so ein Ankommen begleiten. Solche Projekte, die Begegnung schaffen, sind tatsächlich die effizientesten, das weiß ich noch aus alten Rathaus-Tagen. So funktioniert Integration.
Abgelegt unter Ein letztes WortKommentare deaktiviert für Ein letztes Wort im Juli
Wenn die Sonne scheint, profitieren nicht nur Natur und Stimmung – sondern vor allem Hausbesitzer*innen mit eigener Solaranlage. Damit in Zukunft noch mehr Menschen sauberen Strom vom eigenen Dach beziehen können, haben Katherina (23) und Henrik (27) gemeinsam mit ihrem Vater Lars Baumann (54) die Solarfreunde GmbH gegründet. Seit 2024 bieten sie in Hannover und Umgebung schlüsselfertige Photovoltaikanlagen inklusive Online-Überwachung und Blackout-Absicherung – komplett installiert an nur einem Tag. Ihr Antrieb ist klar formuliert: „Eine Familie – ein Ziel – eine grüne Zukunft.“
Mit digitalen Innovationen und dem Einsatz von Künstlicher Intelligenz wollen die Solarfreunde einen Beitrag zur Energiewende leisten. Ihr Partner: der deutsche Technologieführer SMA aus Niestetal bei Kassel – weltweit etabliert für leistungsstarke Solarprodukte. „Während der Corona-Zeit hatten wir plötzlich mehr Zeit zu Hause – und nutzten sie sinnvoll“, erzählt Henrik. „Gemeinsam mit unserem Vater haben wir eine Solaranlage auf unser Elternhaus gebaut.“
Die Reaktion ließ nicht lange auf sich warten. „Das sprach sich schnell herum“, erinnert sich Katherina. „Erst wollten die Nachbarn eine Anlage auf dem Garagendach, dann Freunde – und schließlich Bekannte von Bekannten.“ Was als Familienprojekt begann, entwickelte sich zu einer Geschäftsidee. Beide wollten es anders machen: verständlich, freundlich und nahbar. „Unser Ansatz: Solar einfach erklären, ohne Fachchinesisch“, sagt Henrik. „Wir ermitteln den Bedarf, beraten transparent – und sitzen bei vielen Kund*innen auch mal bei Kaffee und Kuchen im Wohnzimmer.“ Katherina ergänzt: „So, wie man das unter Freunden eben macht.“
Die Zielgruppe der Solarfreunde sind Hausbesitzer*innen – mit oder ohne Eigenkapital. Ob Flach- oder Schrägdach, mit oder ohne Stromspeicher: Die Angebote werden individuell angepasst. Besonders nach dem großen Stromausfall in Spanien und Portugal sei das Interesse an Speichersystemen deutlich gestiegen. „Inzwischen verbauen wir kaum noch Anlagen ohne Speicher“, erklärt Henrik. Und mit dem Mieterstrom-Modell ermöglichen sie sogar Haushalten ohne eigene Anlage den Zugang zu grünem Strom – garantiert mindestens zehn Prozent günstiger als beim Grundversorger.
Was das Team auszeichnet, ist der persönliche Einsatz. „Vom Erstkontakt bis zur Montage sind wir dabei“, so Katherina. „Unsere Installationen laufen meist samstags – wenn es auch den Kund*innen passt.“ Ein eingespieltes Team aus fünf bis sechs Leuten, bestehend aus Elektrikern, Dachdeckern und der eigenen Familie, sorgt für einen reibungslosen Ablauf. „Unser Anspruch: keine anonymen Abläufe, sondern echte Ansprechpartner – auch nach der Installation“, sagt Henrik. Dank effizienter Prozesse sei man zudem preislich sehr konkurrenzfähig.
Für die Zukunft hat das Trio klare Pläne. „Ich werde mich künftig neben meinem Masterstudium intensiver um unser Unternehmen kümmern“, sagt Katherina. Geplant sind auch Weiterbildungen in Elektrotechnik und Photovoltaik – für fundiertes, aktuelles Wissen. Henrik ergänzt: „Unser Ziel ist ein nachhaltiges, organisches Wachstum. Langfristig möchten wir uns auf das Projektmanagement konzentrieren – und dabei unseren familiären Ansatz beibehalten. Qualität statt Masse.“
Auch anderen Gründer*innen geben sie gerne Tipps mit auf den Weg. „Einfach machen – aber nicht blind“, sagt Henrik. „Vorbereitung und Wissen sind wichtig.“ Die beiden testeten ihr Konzept erst privat, sammelten Feedback – und lernten daraus. „Und wir lernen bis heute bei jedem Projekt dazu“, betont Katherina. „Feedback ist entscheidend. Und ein diverses Team hilft, Dinge aus verschiedenen Perspektiven zu sehen.“
Rückenwind gab es auch von hannoverimpuls. Die Solarfreunde nahmen am Startup-Impuls-Wettbewerb teil – und auch wenn es nicht ganz fürs Finale reichte, war die Erfahrung wertvoll. „Die Pitch-Vorbereitung, das Jury-Feedback, die Reflexion unserer Stärken und Schwächen – all das hat uns sehr geholfen“, so Katherina. Besonders profitieren sie heute vom Netzwerk der Gründungsförderung, etwa im Bereich „Female Empowerment“.
„Solarfreunde ist ein echtes Familienprojekt mit Herz und Verstand“, sagt Anke Pawla, Projektleiterin Gründung und Entrepreneurship bei hannoverimpuls. „Fachliches Know-how trifft hier auf die Visionen der nächsten Generation – mit einer klaren, gemeinsamen Zielsetzung. Die Familie packt an, nutzt jedes Feedback und bringt ihr Unternehmen mit Tatkraft und Ideen voran. Das hat Zukunft.“
Kontakt:
Solarfreunde GmbH An der Schwarzen Riede 20 30657 Hannover Telefon: 01739117425 Mail: kontakt@solarfreunde.de
www.solarfreunde.de
Abgelegt unter Menschen, Stadtkinder sind mutigKommentare deaktiviert für Gründungsstrecke Juli 2025: Solarfreunde – Eine Familie macht ernst mit der Energiewende
Ein Roman über Trennung, Selbstfindung, gemeinsam gerauchte Zigaretten und beiläufige Begegnungen, die das Leben nachhaltig verändern können. Der erste Erwachsenenroman der Autorin Anke Weber begleitet die frisch getrennte Ella dabei, wie sie versucht, mit ihrem Single-Leben klarzukommen. Denn das Leben geht weiter und treibt sie, wo immer sie auch hingeht, in die Raucherecke. Dort führt sie Gespräche über Beziehungen, das Leben und den Tod, die Stadt und das Dorf, Hunde, Tattoos, Sprache, Sex und das Alleinsein. Alle Raucher*innen finden sich in gewohnter Umgebung wieder, während alle anderen einen Einblick bekommen, was dort eigentlich immer besprochen wird.
Ella wacht eines Morgens nach fünf Jahren Beziehung als Single auf. Nick hat mit ihr Schluss gemacht. Mit nur fünf Worten. Fragen, Selbstzweifel und Alleinseins-Ängste treiben die 27-jährige Online-Journalistin umher. Antworten findet sie dort, wo die Idee für den Roman entstanden ist – in Raucherecken. Orte an denen vielfältige Gespräche, teilweise auch sehr persönlicher Art, zwischen ganz unterschiedlichen Menschen geführt werden. Quer durch Generationen und Gesellschaftsschichten. „Manchmal hallen solche Gespräche nach und haben sogar das Potenzial, das eigene Denken und Handeln nachhaltig zu verändern“, sagt Anke Weber.
Während wir die Protagonistin in unterschiedliche Situationen begleiten, springt die Autorin immer wieder in die Köpfe der anderen Charaktere: Menschen aus verschiedenen Generationen, mit unterschiedlicher Herkunft und individuellen Lebensumständen.
Ella hat, ebenso wie Anke Weber, zwei Erlebniswelten: Land und Stadt. Da die Autorin selbst in Hannover zur Schule gegangen ist und gearbeitet hat, während sie auf dem Land lebte und bis heute lebt, ist die namenlose Stadt im Roman auch von der Landeshauptstadt inspiriert. Immer wieder tauchen Orte auf, die Hannoveraner*innen bekannt vorkommen werden. Mittlerweile ist sie immer noch häufig in der Stadt unterwegs. Zum Essen gehen, Shoppen oder um Konzerte und Ausstellungen zu besuchen – alles, was auf dem Dorf nur begrenzt möglich ist. Sie erzählt auch, dass es das Hannover aus ihrer Jugend so nicht mehr gibt. „Damals war die Passerelle noch ein spannender Ort, an dem ich oft Zeit verbracht habe, weil es dort viel Straßenmusik und Shops jenseits des Mainstreams gab“. Anke Weber war über 20 Jahre Redakteurin beim Radio und schreibt heute die Kolumne „mein Landleben“ für verschiedene Zeitungen.
Während viele andere Romane häufig von besonders außergewöhnlichen Erlebnissen oder Umständen im Leben einer Person handeln, erzählt „Raucherecke“ von ganz gewöhnlichen Alltagssituationen. Man hat das Gefühl, die Situationen, in denen Ella sich wiederfindet, selbst genau so erleben zu können. Der Roman handelt also vom normalen Leben. „Exakt das war von Anfang an geplant“, erzählt Weber.
Weniger „normal“ als die erlebten Situationen von Ella ist der Fakt, dass es eine eigene Playlist zum Buch gibt. „Erstmals habe ich das bei meinem Festival-Roman ,Nayra und Jo – Der Beat einer Liebe‘ gemacht. Da Musik ein wesentlicher Bestandteil dieses Festival-Romans ist, lag es auf der Hand, Playlists zur Story zu veröffentlichen. Das hat mir Spaß gemacht und deshalb habe ich es einfach wiederholt“, sagt Weber zu den Beweggründen hinter der Entscheidung.
Inhaltliche Inspiration kam aus Alltagssituationen und Begegnungen mit anderen Menschen. Aber auch gesellschaftliche Themen wie Feminismus werden angeschnitten, ohne aufgesetzt zu wirken. Der Roman macht Mut, sich neu zu erfinden und anderen Menschen offen zu begegnen, ohne sich selbst zu verraten. Denn durch diese Begegnungen und die daraus entstehenden Gespräche eröffnet sich die Möglichkeit, mehr über sich selbst zu lernen. Und Anke Weber lässt uns durch die verschiedenen Charaktere in ihrem Roman erahnen, dass Selbstfindung niemals endet.
Lukas Butterbrod
Abgelegt unter Literarisches, MenschenKommentare deaktiviert für Literarisches: Anke Weber