Tag Archive | "Stadtkind"

Das Oktober-Kind ist da!

Tags: ,

Das Oktober-Kind ist da!


Ronald Clark war 17 Jahre lang Direktor der Herrenhäuser Gärten, ipso facto findet er Pflanzen super. Als er vor über zehn Jahren mit dem Vorschlag um die Ecke kam, er wolle die Dächer Hannovers begrünen, war der Haupttenor trotzdem erst mal: „Alles klar, gute Besserung“. Aber Clark ist drangeblieben und tatsächlich: 4 Jahre nach seiner Verabschiedung in den Ruhestand wurde sein Traum mit der Eröffnung des Dachgartens auf dem Parkhaus Schmiedestraße ein Stückchen weit wahr. Lars Kompa hat mit dieser Teufelskralle von einem Kerl in unserem Titelinterview gesprochen. 

Abgelegt unter Aktuelles, TitelKommentare deaktiviert für Das Oktober-Kind ist da!

Editorial 10-2026

Tags: , ,

Editorial 10-2026


Liebe Leser*innen,

„Man kann. Es geht. Alles geht.“ Das ist der Slogan, den Ronald Clark am Ende unseres Gesprächs für Hannover vorschlägt. Und das hat mich ein bisschen nachdenklich gemacht. Was ist eigentlich aus meinem Optimismus geworden? Ich frage mich schon recht lange bei jeder guten Idee zuerst, woran sie scheitern wird. Wir haben uns für diese Ausgabe auf dem Parkhaus Schmiedestraße getroffen, im neuen Dachgarten. Vor uns schaukelte eine Kindergruppe, auf den Bänken saßen Leute mit mitgebrachten Getränken, und dazu die Kirchtürme der Innenstadt, ein außergewöhnliches Panorama. Ein Ort, an dem man sich einfach hinsetzen kann, ohne etwas kaufen zu müssen. Das gibt es in der City sonst kaum noch. Ronald Clark, 17 Jahre lang Direktor der Herrenhäuser Gärten und inzwischen im Unruhestand, hatte vor rund zehn Jahren die Idee zum Roofwalk. Die Flachdächer der Innenstadt begrünen, verbinden, beleben. Gegen die Hitze, gegen den Starkregen, für die Artenvielfalt und für die Menschen. Ich habe damals über diese Idee in der HAZ gelesen und gedacht: Coole Idee, woran wird das scheitern?

Jetzt ist der erste Garten Wirklichkeit. 2018 ist die Idee im Rahmen der Kulturhauptstadt-Bewerbung konkretisiert worden, 2020 kamen fast zwei Millionen Euro Bundesförderung. Und dann kamen eine Machbarkeitsstudie, Ratsbeschlüsse, eine Bürgerbeteiligung und Corona. Gebaut wurde erst in diesem Jahr, in einem halben Jahr? Zehn Jahre von der Idee bis zur Eröffnung, davon sechs Monate Bauzeit. Das ist ein Verhältnis, über das man in Hannover mal ernsthaft nachdenken sollte.

Was mich an Ronald Clark am meisten beeindruckt, ist sein Gleichmut. Ich habe keinen Groll bemerkt, darüber, dass alles so lange dauert und bisher nur ein erster kleiner Teil umgesetzt ist. Kein Nachtreten gegen die Bürokratie, er lobt stattdessen die Leute im Fachbereich, die das Projekt aus Leidenschaft durchgezogen haben. Er mag das Prinzip Wasser: Wenn irgendwo ein Hindernis ist, fließt man einfach drumherum. Und er sagt Sätze wie diesen: „Ich fange immer ganz groß an – kleiner wird es sowieso von allein.“ Wie nennt man das? Vielleicht subversiven Optimismus.

Aber Optimismus allein kann nicht die Strategie einer Stadt sein. Dass so ein Projekt zehn Jahre braucht, das geht nicht, das darf Hannover sich nicht leisten. Genau hier sehe ich die zentrale Aufgabe für den nächsten Oberbürgermeister, wer auch immer das am Ende sein wird (wir gehen ein paar Tage vor der Stichwahl in den Druck). Ronald Clark macht im Interview einen konkreten Vorschlag. Er wünscht sich eine kleine Taskforce, die Wissen bündelt, die vernetzt und vermittelt. Ich würde noch einen Schritt weiter gehen. Hannover braucht dazu auch einen Thinktank. Einen Ort, an dem Ideen gesammelt, geprüft und dann schnell auf den Weg gebracht werden. Eine Art Labor, das Dinge ausprobieren darf. Und bei der Umsetzung müssen die Bürgerinnen und Bürger ins Boot. Ronald Clark erzählt von einer Pflanzaktion für die Villa Seligmann. Er hatte auf fünf Leute gehofft, die mit anpacken. Es kamen fünfzehn. Die Lust, sich einzubringen, ist in dieser Stadt riesig. Man muss die Menschen nur fragen und sie dann auch machen lassen. Der erste Dachgarten in der Schmiedestraße ist ein wunderbares Referenzprojekt. Weitere solche Projekte sollten nun zügig folgen. Vielleicht wird der Garten über den Dächern Hannovers ja tatsächlich irgendwann Wirklichkeit. Man kann. Es geht. Alles geht. Mehr im Interview ab Seite 54.

PS: So, und jetzt habe ich hier gar kein Wort über die Wahlen in Sachsen-Anhalt, in Mecklenburg-Vorpommern und in Berlin verloren. Vielleicht, weil mir immer noch die Worte fehlen. Und ich fassungslos auf die „Erkenntnisse“ blicke, die nun aus diesen Wahlen abgeleitet werden. Wie gut, dass ich gerade erst von Ronald Clark eine Menge über Optimismus gelernt habe – ich würde sonst allmählich ziemlich schwarzsehen.

Abgelegt unter EditorialKommentare deaktiviert für Editorial 10-2026

Ein letztes Wort im Oktober

Tags: , , ,

Ein letztes Wort im Oktober


Herr Weil, bei der Wahl in Sachsen-Anhalt 43,8 Prozent für die AfD und die CDU stürzt auf 17,2 Prozent ab. Fangen wir damit an. Haben Sie mit so einem Ausgang gerechnet?

Nach den Umfragen musste man das befürchten, aber nicht in dieser Deutlichkeit. An dem Abend hatte ich richtig schlechte Laune – da hätte ich sogar lieber meine Steuererklärung gemacht, als solche Meldungen verfolgen zu müssen.

War das in erster Linie eine Protestwahl, oder ist die AfD inzwischen – zumindest im Osten – eine „normale” Volkspartei?

Ich fürchte, sie ist inzwischen auch Letzteres. In Thüringen ist sie stärkste Fraktion, in Mecklenburg-Vorpommern ist sie jetzt auch stärkste Partei geworden, in Sachsen-Anhalt sowieso. Es gibt einen beunruhigenden Zuspruch für die AfD auch in Westdeutschland, aber vor allem eben in den ostdeutschen Ländern. Ich bin ein Wessi durch und durch und maße mir keine Expertise für den Osten an, aber trotzdem begreife ich manches nicht. Ein Beispiel: In den Neunzigern und danach ging es Menschen in den ostdeutschen Ländern sehr oft sehr schlecht, vieles wurde „abgewickelt“, viele hatten das Gefühl, nichts mehr wert zu sein. Dass jetzt einer wie Herr Siegmund gewählt wird, der in das Deutschland der Neunziger zurück will, verstehe ich schlichtweg nicht. 

Es gab eine sehr hohe Wahlbeteiligung. Viele Nichtwähler haben gewählt – aber sie haben die AfD gewählt …

Die AfD mobilisiert vor allem emotional sehr erfolgreich, in Ost wie West. Das ist der Schlüssel zu großen Wahlerfolgen, während die demokratischen Parteien vor allem rational unterwegs sind und oft sogar versäumen, ihre Politik gut zu erklären. Es gibt inzwischen eine riesige Kluft zwischen Berliner Politik und dem Bewusstsein vieler Menschen, im Osten wie im Westen.

Ulrich Siegmund wird nun Ministerpräsident in Sachsen-Anhalt – oder sehen Sie noch einen anderen Weg?

Keine Ahnung. Siegmund will zwar nicht vom BSW gewählt werden, seine Hand sei aber ausgestreckt, sagt er. Heißt: Er wird versuchen, die CDU zu spalten. Ein AfD-Ministerpräsident wäre aus meiner Sicht ein großes Problem. Vieles im AfD-Regierungsprogramm jagt einem einen kalte Schauer über den Rücken und kann oft auch ohne Landtagsmehrheit von einer Landesregierung durchgesetzt werden. Immerhin, ehrlich waren sie. Sie haben sehr genau aufgeschrieben, was sie planen. Niemand wird im Nachhinein sagen können, dass man es nicht hätte wissen können.

Entweder macht das BSW mit, oder er findet in der CDU die Stimmen. Ein Zusammenschluss aller anderen nur um Siegmund zu verhindern, scheint mir abwegig, oder?

Bei der Wahl zwischen diesen zwei Übeln nähme ich das kleinere in Kauf und das wäre ein Zusammenschluss aller anderen. Wird Siegmund Ministerpräsident, kann er seine Position absichern und gleichzeitig viele Strukturen zerstören, das ist die eigentliche Gefahr. Für Sachsen-Anhalt wäre das eine Katastrophe. Zudem würde eine solche Entwicklung die AfD normalisieren, aber die AfD ist keine normale Partei, sie ist in weiten Teilen rechtsextrem. 

Die Brandmauer wackelt momentan bereits gewaltig. Was halten Sie eigentlich von der Brandmauer?

Ja, sie wackelt. Innerhalb der CDU gibt es dazu sehr unterschiedliche Meinungen. Die Brandmauer muss vor allem immer und immer wieder begründet werden. Ich finde, die Unterschiede zwischen CDU und AfD sind gewaltig. Die Werte dieser beiden Parteien sind zum Teil diametral entgegengesetzt und das ist der Grund für die Brandmauer. Gegenüber der SPD sind die Unterschiede noch deutlicher, darum brauchen wir auch den Begriff der Brandmauer nicht. Ein Gespräch mit der AfD wäre für die SPD nach einer Viertelstunde vorbei, es gibt da keine gemeinsame Grundlage. Nehmen Sie nur die Steuerpolitik: Das AfD-Konzept ist ein Fest für Millionäre. Manche Christdemokraten meinen dagegen offenbar, dass so eine rechte Mehrheit doch ganz nützlich sein könnte. Aber auf der anderen Seite gibt es auch viele in der CDU, die sind weg, sobald die CDU mit der AfD gemeinsame Sache macht. Das sind zum Beispiel die alten Merkelianer. Ich selbst verwende den Begriff Brandmauer nur selten, weil er zu oft wie eine Weisung von oben wirkt, statt eine gut begründete Haltung zu sein. Dabei lässt sich eine klar AfD-ablehnende Haltung sehr gut begründen, von der Menschenwürde bis zur europäischen Einheit.  Der Begriff von der Brandmauer ersetzt keine harte politische Auseinandersetzung. 

Der Verbotszug ist längst abgefahren, oder? Es gab so ein Fenster. Aber die CDU hat nicht mitgemacht damals.

Das war, als Hans-Georg Maaßen noch Verfassungsschutzchef war und Horst Seehofer den Bock zum Gärtner gemacht hatte. Ich bin aber durchaus skeptisch, was ein Verbotsverfahren angeht, wenn der Ausgang ungewiss ist, und das ist wohl der Fall. Es gibt außerdem Alternativen, die eine sehr ernsthafte Prüfung wert sind: Warum muss eine Partei, die gegen die Demokratie agitiert, vom Staat Geld für jede gewonnene Stimme bekommen? Wie wäre es mit einem Verbot von Landesverbänden, wo die Beweislage eindeutig ist, wie etwa in Thüringen, wo sich Björn Höcke ununterbrochen verfassungsfeindlich äußert? Es gibt auch die verfassungsrechtliche Möglichkeit, Grundrechte einzuschränken, wenn jemand sie gegen die Verfassung nutzt – und auch das tut Höcke reichlich. Die Diskussion ist aus meiner Sicht zu sehr auf das Parteiverbot verengt. Man muss alle Möglichkeiten ernsthaft prüfen und dann auch umsetzen, statt endlos über ein allgemeines Parteienverbot zu reden. Diese Mittel stehen bewusst in der Verfassung, weil die Väter und Mütter des Grundgesetzes sehr genau wussten, wie die Weimarer Republik von innen ausgehöhlt worden ist. Genau das aber droht gerade wieder. Die Demokratie gibt uns einen breiten Freiheitsrahmen, der aber auch gegen sie ausgenutzt werden kann. Deswegen muss die Demokratie wehrhaft sein.

In Berlin und Mecklenburg-Vorpommern wurde nun auch gewählt. Wie bewerten Sie die Ergebnisse?

Das ist ganz unterschiedlich: In Berlin sieht man noch immer einen Ost-West-Gegensatz ebenso wie in ganz Deutschland und insgesamt ist die AfD dort weit von ostdeutschen Ergebnissen entfernt. In Mecklenburg-Vorpommern ist das anders und trotz einer imponierenden Aufholjagd von Manuela Schwesig und der SPD ist die AfD stärkste Partei geworden. Die berühmte „innere Einheit“ in Deutschland ist derzeit in weite Ferne gerückt. 

Was bedeuten diese Wahlen, dieses immense Erstarken der AfD, eigentlich für ganz Deutschland? Was kann und wird die AfD jetzt anrichten?

Diese Wahlen waren insgesamt zunächst mal ein enormer Schuss vor den Bug der demokratischen Parteien. Und die allgemeine Betroffenheit ist nicht gespielt. Das war aber kein Blitz aus heiterem Himmel, das hat sich lange mit einem Grollen angekündigt. Dennoch, in dieser Deutlichkeit war es hart und die demokratischen Parteien müssen sich alle fragen, ob ihre bisherigen Anstrengungen gereicht haben. Die Antwort lautet offenkundig nein. Es gibt große Baustellen: Große Reformvorhaben müssen sozial vertretbar und vermittelbar sein, das Leben muss bezahlbar bleiben, und so weiter und so weiter. Genauso wichtig ist die Kommunikation – der Abstand zwischen Berlin-Mitte und dem Rest der Welt muss unbedingt kleiner werden. Im Kern müssen sich die bisherigen Volksparteien aber vor allem fragen, was sie tun müssen, um weiter Volkspartei zu bleiben. Die SPD hat sich in Sachsen-Anhalt zum Beispiel für die dortigen Verhältnisse sehr wacker geschlagen, aber sie ist aktuell leider keine Volkspartei mehr.

Die SPD hat sich über 9,3 Prozent gefreut. Das sind sehr kleine Brötchen …

Stimmt, aber das Ergebnis war trotzdem ein echter Erfolg. Ich habe sehr großen Respekt vor denen, die sich in Sachsen-Anhalt und in Mecklenburg-Vorpommern in den Wind gestellt haben. Das war nicht leicht und das Ergebnis ist deutlich besser als befürchtet. Aber auch in Sachsen-Anhalt hatte die SPD mal über 30 Prozent. Union und SPD müssen sich dringend fragen, wie sie wieder näher an die Mehrheit der Gesellschaft herankommen. Die Distanz ist das eigentlich Besorgniserregende.

Welche Konsequenzen müssen CDU und SPD ziehen, was wäre ihr Weg?

Das ist ein weites Feld. Zunächst einmal eine Politik machen und erklären, die gutwillige Menschen begreifen und mitgehen könne. Da gibt’s vieles zu tun. Sprache und Kommunikation auf den Prüfstand stellen. Das Mitmachen für neue Mitglieder leichter machen, gerade in Zeiten der Digitalisierung. Das sind nur ein paar Beispiele. Was ich allerdings skeptisch sehe, das ist diese fortwährende Diskussion über die ‚richtigen‘ Köpfe an der Spitze. Das wird der Problematik nicht gerecht. Ich habe da mal eine kleine eigene Studie angestellt: Wie oft hat die SPD in zehn Jahren die Parteiführung gewechselt? Und wie oft hat Hannover 96 den Trainer gewechselt? In beiden Fällen sechsmal. Und genutzt hat es gar nichts.

Abgelegt unter Ein letztes WortKommentare deaktiviert für Ein letztes Wort im Oktober

Stadtkinder kochen: Kuchen mit Obst, das lecker schmeckt aber blöd heißt

Tags: , , , ,

Stadtkinder kochen: Kuchen mit Obst, das lecker schmeckt aber blöd heißt


Ich kann unmöglich der einzige Mensch auf der Welt sein, der findet, dass „Zwetschge“ eins der dämlichsten Wörter aller Zeiten ist. Für mich klingt es so, wie Sellerie schmeckt. Allein es aufzuschreiben beißt mir schmerzhaft ins Auge! Abszesse können so heißen. Meinetwegen auch Mitglieder der AfD, irgendwas Ekliges halt. Aber doch bitte nicht dieses wohlschmeckende pflaumenartige Obst! Mit seinem blau-grün-braunen Inneren sieht es aus wie der schmerzhafteste Pferdekuss, den man je erhalten hat! In der ganzen Republik verzehren sich Schnapsbrenner mit Filzhut und zu großem Schnurrbart nach diesen Früchten! Und was machen die Leute? Nennen sie „Zwetschgen“, als hätte die Frucht keinerlei ernährungstechnische Relevanz. Dabei sind sie die Swarovski-Steine in der Nahrungskette, so ist das nämlich! Da kann keine Nashi-Birne mithalten. Und eben aus diesem Grund backen wir heute einen Kuchen aus diesem gar göttlichen Wasser-Fruktose-Pektin-Konglomerat.

Für eine Backform, die in etwa 2/3 eines Backblechs misst, benötigen wir zunächst die Zutaten für einen ganz normalen Mürbeteig.

375g Weizenmehl, zwei Eier, 180g kalte Butter, 120g Zucker, eine Prise Salz sowie den Schalenabrieb von einer Orange. Letzteren kann man in kleinen Tütchen kaufen, falls man gerade keine Apfelsine zur Hand hat.

Wir schneiden die Butter in kleine Würfel und lassen die Küchenmaschine einen glatten Teig kneten, den wir in Frischhaltefolie wickeln und für mindestens eine Stunde im Kühlschrank parken.

In der Zwischenzeit waschen und entsteinen wir unser Superobst. 600g ohne Stein sollten es schon sein. Die kommen jetzt in einen Kochtopf, zusammen mit einem Schuss Wasser (etwa ein Schnapsglas voll), 2 EL Zitronensaft und 3 EL Zucker. Sind die Früchte weich, pürieren wir sie so fein wie möglich und nehmen den Topf von der Hitze. Mit etwas Wasser rühren wir dann 2 TL Speisestärke glatt, arbeiten die Mixtur zügig aber gründlich in das Püree ein und lassen die Masse noch einmal kurz blubbernd aufkochen, bevor wir sie zum Abkühlen zur Seite stellen.

Nun fahren wir in unserem Versuch, wirklich die komplette Küche einzusauen, fort:

5 Eier schlagen wir mit 150g Zucker und 3TL Zimt zu einer sehr schaumigen Masse. Ist das geschehen, fügen wir in kurzen Abständen 150g Mehl, 2TL Backpulver und 100g gemahlene Mandeln hinzu. Die Masse ist jetzt mehr cremig als schaumig, aber genau so soll es sein.

Den gut gekühlten Mürbeteig rollen wir aus und kleiden damit die Form aus – inklusive einem etwa anderthalb Zentimeter hohen Rand. Dann gießen wir zunächst das Fruchtpüree und danach den Zimtteig darauf, jede Schicht streichen wir gewissenhaft glatt. Bei 180°C Ober-/ Unterhitze muss der Kuchen etwa 40 Minuten auf mittlerer Schiene verweilen, dann sollte die Stäbchenprobe ein sauberes Ergebnis anzeigen. Jetzt müssen wir das gute Stück nach dem Auskühlen nur noch mit reichlich Puderzucker bestäuben und einen schönen Kaffee dazu aufbrühen. Fertig! Und wer das nicht mag, der ist nämlich selber ne Zwetschge, ätsch.

Abgelegt unter Einkauf & Genuss, Stadtkinder kochenEinen Kommentar verfassen...

Stadtkinder essen: Umami Bliss

Tags: , ,

Stadtkinder essen: Umami Bliss


Lust auf „eine moderne Hommage an die asiatische Fusionsküche“? Wer sich das auch noch nie gedacht hat, aber findet, dass dieses Versprechen spannend klingt, kann nun bei Umami Bliss in der Osterstraße herausfinden, was dahinter steckt. Das Lokal ist deutschlandweit das dritte seiner Art, die Kette möchte sich in 2027 um drei weitere Filialen vergrößern.

Das Restaurant ist mit kompakter Holzmöblierung ausgestattet und ziemlich gut besucht. Kein Wunder also, dass es auch entsprechend laut ist. Für den besonderen Charme sorgen vor allem die Lampen: Über 100 mit Stoff ummantelte Metallgestelle hängen von der Decke, teilweise mit dem Namen des Restaurants beschriftet. Ein schicker Hingucker! Auch wenn ordentlich Betrieb ist, läuft bei unserem Besuch alles erstaunlich schnell. Das Personal ist sehr zuvorkommend und aufmerksam.

Zum Start gibt es zwei Drinks: Ginger Coriander und Floral Green (je 6,20 Euro). Beim Ginger Coriander dominiert zunächst ganz klar das Ginger Beer. Der Koriander macht sich eher optisch bemerkbar und wirkt anfangs wie reine Deko. Dazu kommt allerdings eine feine Mandelnote vom Mandelsirup, die überraschend gut mit dem Ingwer harmoniert. Je länger wir trinken, desto deutlicher wird auch der Koriandergeschmack. Der Floral Green ist dagegen angenehm wenig süß und leicht bitter – eigentlich eine gute Kombination. Der Holunder bleibt allerdings ziemlich dezent, insgesamt ist der Drink dadurch eher etwas unspektakulär.

Als Vorspeise entscheiden wir uns für die Soul Soup (6,50 Euro), eine Suppe mit Dumplings, und Green Steam (6,90 Euro), gedämpften Teigtaschen. Die Brühe der Suppe ist etwas salzig, bleibt aber noch im Rahmen und bringt ordentlich Umami mit. Darin finden sich Zucchini, Frühlingszwiebeln, Brokkoli und Möhren. Das Gemüse ist angenehm gegart und nicht matschig. Die Dumplings haben eine leckere Füllung, zerfallen in der Suppe allerdings leider ziemlich schnell. Bei Green Steam müssen wir feststellen, dass es sich um die gleichen Dumplings handelt, die auch in der Suppe serviert worden sind. Diese kommen mit hausgemachtem Krautsalat – und der ist richtig gut! Schade nur, dass davon ein bisschen mehr im Schälchen liegen dürfte. Dazu gibt es eine sehr süß-salzige Sauce auf Soja-Basis, die auf jeden Fall zunächst vorsichtig dosiert werden sollte.

Bei den Hauptgerichten hätten wir uns eine etwas größere pflanzliche Auswahl gewünscht. Den schicken Bliss Burger im Bao-Brötchen, eines der Highlights der Karte, gibt es leider nur mit Rindfleisch. Schade! Wir entscheiden uns für die Buddha Bowl und Zen Saté (je 14,90 Euro). Die Bowl kommt mit Pilzen, Gemüse, Reisbandnudeln, Tofu und Seitan. Das Gemüse ist gar und trotzdem knackig, der Tofu weich und cremig, während der Seitan einen angenehm deftigen Eigengeschmack mitbringt. Bei den Pilzen fällt außerdem eine leichte Anisnote auf. Die Sauce ist allerdings eher zurückhaltend, die Reisnudeln können durchaus etwas mehr davon vertragen. Wer – wie wir – vorher schon die Suppe und Dumplings probiert hat, wird mit der Portion definitiv vor eine Herausforderung gestellt. Satt wird man hier also auf jeden Fall. Zen Saté ist deutlich sauciger und setzt auf eine leicht scharfe Erdnusssauce. Dazu gibt es Reis und ein ähnliches Gemüse-Setting. Die Erdnusssauce bringt einen ganz anderen Geschmack auf den Teller, ist allerdings auch recht salzig.

Für einen Nachtisch ist beim besten Willen kein Platz mehr. Stattdessen lassen wir den Abend mit einem Milky Oolong (5,90 Euro) ausklingen. Der Tee schmeckt für uns vor allem nach Reismilch, dazu kommen dezente Noten von Gewürzen und Süßholz. Zum Abschluss gibt es dann noch Glückskekse, die wir uns für später aufheben. Insgesamt hat uns der Besuch trotz genannter Kritikpunkte gefallen und wir würden wiederkommen.

Umami Bliss

Osterstr. 38

30159 Hannover

Mo-Sa 11.30-23 Uhr, So 12.30-22 Uhr

Larissa Peters

Abgelegt unter Einkauf & Genuss, Stadtkinder essenKommentare deaktiviert für Stadtkinder essen: Umami Bliss

Neu in der Stadt: Hannoi Bites 87 und Papenbreer

Tags: , ,

Neu in der Stadt: Hannoi Bites 87 und Papenbreer


Hannoi Bites 87

Mit Hannoi Bites 87 ist in der Nordstadt ein Ort entstanden, der vietnamesische Esskultur nicht einfach kopiert, sondern auf seine ganz eigene Art nach Hannover bringt. Im Mittelpunkt stehen Gerichte, Aromen und Erinnerungen aus Vietnam – verbunden mit modernen Ideen, guten Produkten und dem Anspruch, vieles selbst zu machen. Hinter Hannoi Bites stehen Linh, Nazir und Mario. Linh und Nazir kennen sich aus ihrer gemeinsamen Zeit in einer Bäckerei, wo sie nicht nur hervorragend zusammengearbeitet haben, sondern auch Freunde geworden sind. Nazir ist Bäcker aus Leidenschaft und hat durch Linh seine Begeisterung für die vietnamesische Küche entdeckt. Linh selbst kocht schon seit ihrer Jugend – früher für ihre jüngeren Geschwister, heute für die Gäste von Hannoi Bites. Linh und Mario sind seit über sieben Jahren verheiratet. Auch die vegane Küche ist aus persönlicher Erfahrung entstanden. Mario lebt seit über zehn Jahren vegan und weiß, wie schwer es sein kann, Restaurants zu finden, in denen veganes Essen nicht nur als lieblose Nebenoption behandelt wird. Deshalb sollen die veganen Gerichte bei Hannoi Bites genauso eigenständig und spannend sein wie der Rest der Karte. Die Küche orientiert sich an Klassikern wie Phở, Bánh Mì und Bún, möchte aber vor allem zeigen, dass Vietnam kulinarisch noch viel mehr zu bieten hat. Dazu gehören weniger bekannte Spezialitäten und langsam geschmorte Gerichte, die ein wenig an Omas Küche erinnern: herzhaft, aromatisch und überraschend vertraut, obwohl die Geschmäcker aus Vietnam kommen. Frische Kräuter, hausgemachte Saucen und ausgewählte Zutaten spielen dabei eine wichtige Rolle. Wo es sinnvoll ist, kommen Bio-Produkte zum Einsatz. Auf zugesetztes Glutamat wird bewusst verzichtet. Der selbstgebaute Holz- und Streetfood-Charakter des Restaurants gehört dabei genauso zu Hannoi Bites wie das Essen. So entsteht mitten in der Nordstadt ein Stück Vietnam: persönlich, modern, unkompliziert und mit viel Freude am Essen. Engelbosteler Damm 87. Mo-So 16-22 Uhr. Mehr Infos und Bestellung auf www.hannoibites87.de.

Aus Eckerle wird Papenbreer

Mit einem neuen Sortiment für Damen, einem weiterentwickelten Herrensortiment und einem modernen Auftritt startet das ehemalige Modehaus Eckerle in Hannover in ein neues Kapitel. Auf rund 900 Quadratmetern präsentiert Papenbreer künftig Mode für Damen und Herren. Die neue Damenwelt bringt internationale Designer- und Premiumbrands wie Max Mara, Zimmermann, AMI Paris, Etro, Fabiana Filippi, Missoni, Extreme Cashmere und Closed in die Stadt. Auch das Herrensortiment wurde neu zusammengestellt. Bewährte Marken wie Canali, Jacob Cohën, Santoni und Polo Ralph Lauren treffen auf neue Labels wie AMI, Casablanca, Dsquared2 und Canada Goose. Eröffnet wurde die neue Filiale unter dem Motto „In Bloom – Eine neue Markenwelt entfaltet sich“. Das Leitmotiv steht für den Wandel des Hauses: Bewährtes bleibt erhalten, gleichzeitig entsteht Raum für neue Ideen und eine neue Zielgruppen. Der Neustart zeigt sich bereits in den Schaufenstern. Für die floralen Inszenierungen ist das Studio de Pasquale verantwortlich. Fashion, Natur und Design verbinden sich dabei zu einer starken Inszenierung. Ilija Rogasch übernimmt als Geschäftsleiter die Verantwortung für den Standort Hannover. Der erfahrene Fashion-Retail-Manager ist seit vielen Jahren mit der Stadt verbunden und wird gemeinsam mit seinem Team für die persönliche Kund*innenberatung kümmern sowie die neue Ausrichtung des Hauses weiterentwickeln.

Karmarschstr. 23d, 30159 Hannover. Mo-Sa 10-19 Uhr. Mehr Infos auf www.papenbreer.com.

Abgelegt unter Einkauf & Genuss, Neu in der StadtKommentare deaktiviert für Neu in der Stadt: Hannoi Bites 87 und Papenbreer

Folge uns