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Der Freundeskreis im Gespräch mit Ariane Jablonka und Assunta Verone

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Der Freundeskreis im Gespräch mit Ariane Jablonka und Assunta Verone


Wir treffen uns heute im Klavierhaus Döll im Lister Pelikanviertel mit der Geschäftsführerin Ariane Jablonka (AJ) und der Künstlerin Assunta Verrone (AV). Beide sind Mitglieder im Freundeskreis und teilen eine Leidenschaft: die Liebe zur Kultur. Seit Jahren engagieren sie sich in Hannovers Kulturszene.

Stellt euch zum Einstieg einfach kurz selbst vor.

AV: Ich bin Künstlerin, komme aus Italien und habe dort Politikwissenschaften studiert. Als ich dann nach München gezogen bin, habe ich gemerkt, dass Sprachbarrieren mich zu sehr einschränkten. Ich konnte nicht so arbeiten wie in Italien und habe mich darum neu orientiert. Was folgte, war eine Bewerbung an der Akademie der Bildenden Künste. Ich habe mich also für die Kunst entschieden. Und gleichzeitig meine Leidenschaft für die Philosophie entdeckt, die ich mit meinem Mann teile. Er ist Philosoph. Gemeinsam betreiben wir seit 25 Jahren den Treffpunkt Ästhetik in Hannover und verbinden dort Philosophie mit Kunst und Musik. Außerdem organisieren wir noch das Festival der Philosophie.

Was ist das für ein Festival?

AV: Die Idee stammt aus Modena, Italien, von Michelina Borsari. Sie wollte ein Netzwerk in ganz Europa aufbauen, ein Netzwerk der Festivals. In Köln ist sie zuerst auf Ablehnung gestoßen, aber wir hier in Hannover fanden die Idee großartig und haben sie umgesetzt, wie auch St. Emillion in Frankreich, St. Andrews in England und Velke Mezerici in Tchechien. Inzwischen haben sich die Festivals der Philosophie vermehrt. Wir sind in Kontakt mit Tschechien. Der Austausch mit anderen Ländern ist wichtig und immer inspirierend.

Was erwartet die Besucher*innen beim Festival der Philosophie?

AV: Wir möchten die klassische Kontinentalphilosophie lebendig halten und servierfertig anbieten. An Universitäten dominieren heute ja eher die Wissenschaftsphilosophie und Linguistik, oft mit Fokus auf Logik. Wir hingegen wollen eine Philosophie, die im Dialog mit der Gesellschaft steht. Sie soll Frieden, vor allem sozialen Frieden, Demokratie und den Austausch fördern. Unser Ziel ist, dass Menschen wieder miteinander reden. Das ist die Basis. Philosophie war immer der Anfang von allem. Sie inspiriert Kunst und Musik und steht vor allen anderen Künsten. Diese Synergie bereichert alle Disziplinen. Philosophie setzt wichtige Impulse.

Ariane, du kennst das, Kunst erlebbar zu machen, oder?

AJ: Ja, das stimmt. Ich bin Ariane Jablonka, Geschäftsführerin vom Klavierhause Döll. Wir sind vor zwei Jahren hier ins Pelikanviertel gezogen und haben damit einen lebendigen neuen Ort für Musik geschaffen. Unser Geschäft ist eine Art Concept Store mit dem Fokus auf dem Verkauf von Klavieren und Flügeln. Gleichzeitig bieten wir aber Raum für Bildende Kunst. Wir haben bereits Werke von Künstlern wie Wolfgang Kessler über unsere Kooperation mit dem Kunsthaus Hannover und Portraits im Rahmen des Heros Charity Projektes von Michael Strogies gezeigt. Nachdem wir 20 Jahre lang das Festival Klassik in der Altstadt veranstalten durften, haben wir uns gedacht, dass es eine schöne Idee ist, dieses Festival als KLASSIK IM PELIKANVIERTEL nun hier zu etablieren, wo ja auch viele unserer Unterstützer sind.

Und hat dieser Umzug funktioniert?

AJ: Es hat super funktioniert. Es war ohnehin schwierig, die Spielstätten in der Altstadt zu erhalten. Die Innenstadt hat sich hinsichtlich der Bedingungen stark verändert. Also war der Schritt hierher ins Pelikanviertel sehr logisch. Wir haben mit sehr wenig Vorlaufzeit ein wirklich großes Festival organisiert mit 25 Konzerten an zwei Wochenenden im September und an drei Tagen im Oktober. Das war klasse, aber auch sehr sportlich. Es gab große und kleine Bühnen, viele unterschiedliche Spielstätten und ein vielfältiges Programm.

Also nicht nur Klassik?

AJ: Genau, wir wollten mehr Cross over präsentieren von Klassik über Jazz bis Pop und Boogie Woogie war alles dabei. Ein künstlerisches Potpourri, von alter barocker Musik bis zu modernem Jazz. Wir hatten zum Beispiel Lutz Krajenski hier mit einer Sängerin aus Berlin. Wir haben das Programm dazu mit kleinen, neuen Formaten ergänzt, etwa einem Yoga-Klavierkonzert in der N-Bank und einem Inklusionskonzert. Solche Kooperationen sind großartig. Auch das Tandure gegenüber hat eine Bühne für Open-Air-Konzerte angeboten. Hier im Klavierhaus hatten wir ebenfalls ausverkaufte Veranstaltungen. Das Festival hatte eine unglaubliche Bandbreite und entsprechend hatten wir ein bunt gemischtes Publikum, von Kindern bis zum gängigen Klassikliebhaberpublikum.

Also ein voller Erfolg trotz neuem Standort?

AJ: Absolut. Bei manchen Konzerten standen 300 Leute bis zur Tür hinaus. Insgesamt hatten wir rund 5.000 Besucher*innen an sechs Tagen. Wir werden darum das Festival unbedingt fortsetzen, diesmal aber im Sommer, um eine noch schönere, sommerliche Atmosphäre zu haben. Geplant ist das nächste Festival KLASSIK IM PELIKANVIERTEL vom 21.- 30. August. Ich wünsche mir eine noch stärkere Verbindung zu anderen Künsten, etwa zum Tanz oder auch zur Philosophie. Beim ersten Anlauf ist so etwas schwer umsetzbar, aber es bleibt ein Ziel für die Zukunft.

Dann passt es ja perfekt, dass Assunta hier ist. Ist bei euch ebenfalls die Tür auf für Kooperationen?

AV: Auf jeden Fall. Unser nächstes Festival der Philosophie ist aber erst für 2027 geplant. Wobei wir natürlich schon jetzt planen. Jedes Festival bekommt immer ein Thema, etwa Seele, Nachhaltigkeit, Schönheit oder Freiheit. Diese Themenfindung ist nicht so schwer, sie sollte nur in zwei Jahren noch aktuell sein. Seit der Pandemie zeichnen wir übrigens alles auf, sodass man das Festival online nacherleben kann. Und außerdem veröffentlichen wir begleitend immer ein Buch mit den Manuskripten, so bleibt etwas für alle erhalten. Es ist ein Beitrag zur Philosophie insgesamt, denn viele Impulse, die wir während unseres Festivals geben, fehlen an den Universitäten. Viele Masterstudiengänge sind zum Beispiel inzwischen auf Englisch, aber die deutsche Sprache ist viel reicher an Wortvielfalt und -akrobatik. Bei Übersetzungen geht oft etwas verloren. August Schlegel hat gesagt, die deutsche Sprache können fast alle Gedanken ausdrücken. Darum finde ich es schade, wenn Philosophie an Universitäten nur auf Englisch gelehrt wird. Das schafft eine Distanz zwischen Philosophie und Gesellschaft. Ich stelle mir immer die Frage, wie wir verhindern, dass die Philosophie im Elfenbeinturm bleibt.

Eine sehr gute und wichtige Frage.

AJ: Als ich im letzten Jahr das Festival der Philosophie besucht habe, war ich begeistert von der Vielfalt und von der Faszination der Leute für das Thema. Die Eröffnungsveranstaltung in der Marktkirche war anspruchsvoll und beeindruckend. Bernhard Taureck hat einen Vortrag gehalten, der mich wirklich mitgerissen hat. Ein großer Philosoph. Sehr komplexe Gedankengänge, aber ganz klar strukturiert. Es hat sich angefühlt, als hätte man ein philosophisches Hörbuch in Expressform inhaliert. In einer Stunde war da unglaublich viel drin, ohne dass man den roten Faden vermisst hätte.

Also herausfordernd und bereichernd zugleich?

AJ: Genau. Es ist diese moderne Art zu denken, die mich fasziniert. Man muss sich trauen, neue Interpretationen zu wagen. Das Festival regt dazu an, sich auf solche Gedanken einzulassen. Letztes Jahr lautete die zentrale Frage: Was ist dir heilig? Spontan habe ich zu meinem Partner gesagt: Meine Familie. Aber dann begann das Nachdenken: Was bedeutet heilig wirklich? Wie definieren andere das? Plötzlich eröffnen sich neue Ebenen, die im Alltag oft verborgen bleiben. Dafür braucht es Zeit und den Mut, sich auf Neues einzulassen.

Gedanken austauschen, um ins Gespräch zu kommen, mit sich selbst oder anderen. Das klingt nach Philosophie!

AJ: Ja, und in der Kulturszene ist das essenziell. Letztes Jahr haben wir mit dem NDR RedakteurInnen das Format „Talk und Talente“ entwickelt. Junge Künstler*innen stellen sich vor und sprechen über ihre Arbeit: Wie entstehen Ideen? Wie setzt man sie um? Welche Rolle spielen soziale Medien? Es war ein inspirierender Austausch. Zudem hatten wir ein Konzertformat „Junge Leidenschaften“ bei dem die Young Artists aufgetreten sind. Das sind talentierte Musiker*innen, noch keine Profis, die auf hohem Niveau musizieren. Von Filmmusik bis zu eigenen Kompositionen war alles dabei. Diese Vielfalt verbindet Assunta und mich: die Faszination für Kunst und Kultur. Ich selbst male zwar nicht so gut wie Assunta, aber ich genieße es, Kunst zu erleben. Solche Erlebnisse bringen Menschen zusammen. Nur so entsteht gemeinsames Denken, ein gemeinsames Erleben.

Philosophie heißt ja „Die Liebe zum Denken“. Klingt eigentlich ganz leicht, sobald man sich mal darauf eingelassen hat.

AV: Das ist nicht immer so einfach. Beim letzten Festivalthema „Was ist dir heilig?“ musste ich mich gegenüber der taz verteidigen für so ein Gedankenthema. Ich musste erklären, dass unser Festival kein zweiter Kirchentag ist. Das Heilige ist eine eigene Kategorie. Rudolf Otto, ein berühmter Religionsphilosoph aus Peine, hat das beschrieben. Oder Mircea Eliade aus Rumänien. Heute fehlt uns oft das Gefühl für das Heilige. Eine Frau auf dem Festival hat gesagt, Kinder seien das Heiligste. Das fand ich sehr schön. Kinder brauchen deshalb besonderen Schutz und Räume, doch genau das fehlt ihnen oft.

Euer Festival ist offen für alle und kein elitärer Zirkel?

AV: Das ist unsere Grundidee, inspiriert von Modena. In Italien gibt es jedes Jahr das Festival mit sehr viel mehr Besucher*innen und einem festen Budget, unterstützt von Banken und der Region. In Hannover fehlt uns dieses finanzielle Fundament. Wir arbeiten mit Spenden und versuchen so, die Philosophie zurück auf den Marktplatz zu bringen. Also dorthin, wo sie entstanden ist.

Wie steht es denn generell um die Unterstützung in Hannover?

AV: Wir haben kein festes Budget und sind tatsächlich sehr auf Spenden angewiesen. Förderungen sind schwierig, weil Philosophie weder als Wissenschaft noch als Kunst gilt. Sie hinterlässt kein greifbares Ergebnis, man kann sie nicht anfassen, sondern sie zeigt sich im Kopf und im Herzen. Das macht es im kapitalistischen System schwer.

AJ: Wir haben glücklicherweise traditionell sehr starke Supporter wie das Kulturbüro der Landeshauptstadt und dies Stiftung Sparda-Bank Hannover. Wir sind Partner von UNESCO City of Music. Letztes Jahr haben haben wir neue Unterstützer wie das Porsche Zentrum, Sheraton Hannover Pelikan Hotel und N- Bank bekommen. Und manchmal helfen auch Sachleistungen, etwa eine kostenlose Saalnutzung. Jede kleine Spende zählt. Wenn jede und jeder nach seinen Möglichkeiten etwas beiträgt, hilft das enorm. Vielleicht müssen wir auch noch neue Ideen entwickeln. Ich denke etwa an ein Mentoring-Programm: Familien könnten Künstler*innen ein Gästezimmeranbieten. Solche Ansätze könnten eine Art kulturelle Börse schaffen, die Menschen und Projekte verbindet.

Kultur also mal wieder als Brückenbauer einer entfremdeten Gesellschaft?

AJ: Genau. Kultur kann Plattformen schaffen, auf denen sich Menschen begegnen und austauschen. Ein Zettelboard für kulturelle Projekte wäre eine schöne Idee. Suche Gastgeber für Künstler*innen! Wer unterstützt ein Orchester? Solche Netzwerke könnten viel bewegen.

Wie kann die Philosophie sich aktiv einmischen?

AV: In Wien gibt es zum Beispiel einmalig den Studiengang „philosophische Praxis“, der den Menschen Orientierung bietet. Auch Hannover bräuchte solche Ansätze. Philosophie kann als Lebensbegleitung helfen, besonders bei jungen Menschen, die ihren Weg oft noch finden müssen. Das würde die Gesellschaft bereichern.

Macht ihr euch momentan Sorgen um unsere Gesellschaft?

AV: Wir müssen uns keine Sorgen machen, wenn wir in Bewegung bleiben. Das Festivalthema 2026 in Velke Mezerici ist „Brücken und Abgründe“. Wenn man etwas tut, baut man Brücken. Angst entsteht dagegen in der Stille, wenn nichts geschieht. Wir müssen Menschen ermutigen, sich nicht zu verstecken und ihre Gedanken zu teilen. Nur so können wir Brücken bauen. Und wir brauchen das Regionale, das Lokale. Wirtschaft und Kultur sind aus meiner Sicht sehr eng verbunden. Der lokale Handel ist ein Beispiel. Online-Shopping zerstört den Sinn für den Standort. Dabei gibt es vor Ort großartige Geschäfte. Dieser Sinn für den Standort, das muss neu gefühlt werden. Das ist auch Kultur.

AJ: Handel ist vor allem auch immer Kommunikation. Nicht jedes Gespräch im Laden ist ein Verkaufsgespräch. Oft geht es um Ideen, um Austausch. Die Frage ist: Wie bringen wir Menschen dazu, sich einzubringen? Zeit, Kreativität und Ideen sind so wertvoll. Nur im Dialog können wir eine lebenswertere Gesellschaft schaffen.

Also nach vorne durch Begegnung?

AJ: Genau. Begegnung bedeutet aber auch, Widerspruch zuzulassen. Unterschiedliche Meinungen fördern die Entwicklung und halten die Neugier wach. Das macht das Leben spannender.

AV: Es gibt das Konzept der Reziprozität und das bedeutet mehr als ein einfaches Geben und Nehmen zwischen zwei Menschen. Es schließt Dritte, Vierte und viele andere ein. Ich muss nicht demjenigen etwas zurückgeben, der mir etwas gegeben hat. Stattdessen geht es um ein größeres Prinzip: Ich gebe der Gemeinschaft etwas und erhalte von jemand anderem etwas zurück. Und das nicht unbedingt von dem, dem ich geholfen habe. Wir müssen wieder lernen, dieses größere Ganze in Bewegung zu setzen. Dieses enge Denken im direktem Geben und Nehmen bringt keine Gesellschaft zum Blühen.

Interview: Annika Spohn, Lars Kompa

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Ehrenamtliches Engagement: MediNetz Hannover e.V.

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Ehrenamtliches Engagement: MediNetz Hannover e.V.


Es macht mich wahnsinnig glücklich, wenn ich einen Termin klarmachen kann – sei es beim Hausarzt oder eine Vorsorgeuntersuchung für eine Schwangere“, strahlt Banu, eine der Ehrenamtlichen im MediNetz Hannover. Diese leidenschaftlichen Worte treffen den Kern dessen, was den Verein seit über zwei Jahrzehnten antreibt.

MediNetz Hannover ist keine gewöhnliche Studierendeninitiative, keine klassische Patient*innenberatung und auch keine staatliche Anlaufstelle. Es ist ein Netzwerk aus Studierenden, jungen Ärzt*innen und engagierten Menschen, die sich Woche für Woche dafür einsetzen, dass Leute ohne Krankenversicherung und ohne sicheren Aufenthaltsstatus in Hannover medizinische Hilfe erhalten. Alles läuft anonym, vertraulich und möglichst kostenlos.

Schon vor 27 Jahren wurde der Verein mit dem Ziel gegründet, ein lokales medizinisches Versorgungsnetz für Menschen ohne Papiere aufzubauen, und gehört damit zu einem deutschlandweiten Netzwerk. Die Grundidee: Gesundheit darf nicht vom Aufenthaltsstatus abhängen. In Hannover hat sich MediNetz darüber hinaus politisch engagiert und zum Beispiel die Entwicklung einer Clearingstelle mit Gesundheitsfonds unterstützt, die Betroffenen hilft, einen Behandlungsschein zu bekommen, wenn es möglich ist.

Anders als im regulären Gesundheitssystem, wo die Vorlage einer Versicherungskarte die Voraussetzung für einen Termin ist, organisiert MediNetz alles mittels Bereitschaftstelefon, E-Mails und interner Abstimmungen. „Wenn sich jemand bei uns meldet, besprechen wir den Fall in unserer Gruppe, klären ab, welche Hilfe gebraucht wird und rufen dann direkt bei Ärzt*innen an, um einen Termin zu machen“, berichtet Ronî, ein weiteres Mitglied des Vereins. Die meisten Anfragen enden mit einem erleichterten Aufatmen am andere Ende der Telefonleitung, so Banu. „Die Leute sind oft sehr verzweifelt und daher so dankbar, wenn wir für sie einen Termin ausmachen.“

Die Bandbreite der Fälle ist groß. Von Hausarztterminen und Schwangerschaftsvorsorge über Laborkosten bis hin zu Notfällen im Krankenhaus ist alles dabei. Wenn nötig, organisieren die Ehrenamtlichen von MediNetz auch Übersetzer*innen oder sind selbst als Unterstützung vor Ort. Eine Situation, die Banu und Ronî im Kopf geblieben ist, ist die einer Frau mit heftigen Schwindelattacken: „Wir haben sie nicht alleine gelassen. Zwei aus unserem Team fuhren mit ihr ins Krankenhaus und haben dafür gesorgt, dass sie sofort versorgt wurde.“ Finanziert werden Behandlungen wie diese über Spendengelder oder institutionelle Förderung.

All das funktioniert, obwohl der Verein fast ausschließlich aus Studierenden besteht. Sie investieren mehrere Stunden pro Woche, koordinieren Termine, beantworten Telefonate und sind gleichzeitig Seelsorger für die entmutigten Anrufer*innen – und das neben Vorlesungen, Prüfungen und Praktika.

Doch ihr Alltag ist nicht immer rosig. Oft treffen die MediNetz-Mitglieder auf Behördenhürden, Kommunikationsprobleme oder auf Menschen, die aus Angst oder Scham kaum kooperieren. „Wenn jemand illegal hier ist und seinen richtigen Namen nicht preisgeben will, müssen wir das respektieren“, erklärt Ronî. Das macht die Koordination komplex, gleichzeitig aber auch unglaublich bedeutsam, denn für viele Menschen ist MediNetz die letzte Anlaufstelle, bevor eine Erkrankung unbehandelt bleibt.

Die Ehrenamtlichen im Verein sehen MediNetz nicht nur als Hilfe für erkrankte Menschen ohne Dokumente, sondern auch als „kritischen Spiegel“ für das deutsche Gesundheitssystem. „Es wäre so viel weniger Druck und Last, wenn es eine offizielle Anlaufstelle gäbe, bei der jede*r versorgt wird“, betont Ronî. Trotz all dem Stress ist das Team von MediNetz Hannover aber sehr stolz auf seine Arbeit und das, was sie für zahlreiche Menschen bedeutet. „Wir setzen dort an, wo das System versagt.“

Laura Druselmann

MediNetz Hannover e.V.
Zur Bettfedernfabrik 3, 30451 Hannover
Tel.: 0176 81119654
E-Mail: medinetz-hannover@posteo.de
www.medinetz-hannover.de

Spendenkonto:
Hannoversche Volksbank
IBAN: DE692 519 000 10 653 582 800
BIC: VOHADE2HXXX

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El Kurdis Kolumne im Februar: Memories are made of Nylon

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El Kurdis Kolumne im Februar: Memories are made of Nylon


In der durchaus unterhaltsamen romantischen Komödie „Prime“ aus dem Jahr 2005 – die auf Deutsch den beschrubbten Titel „Couch-Geflüster“ und den noch beschrubbteren Unter-Titel „Die erste therapeutische Liebeskomödie“ trägt – spielt Uma Thurman eine 37-jährige Frau, die eine Affäre mit einem 23-jährigen Mann hat. Als sie sein Alter erfährt, sagt sie: „Oh Mein Gott, du bist ein Kind. Ich hab T-Shirts, die sind älter als du!“

Tatsächlich, mit zunehmendem Alter besitzt man zunehmend alten Kram: Nie abgegebene Schlüssel zu ehemaligen Wohnungen, französische Francs und italienische Lira, kaputte Mehrfachsteckdosen, die man plant, irgendwann zu reparieren, eine Bandmerch-Tasse, die zwar einen Sprung hat, aber bestimmt noch mehrere Jahrzehnte als Zahnbürstenständer taugt. Oder eben alte T-Shirts. In unterschiedlichen Unansehnlichkeitsgraden.

Inzwischen habe ich die T-Shirt-Formulierung in anderen Filmen auch schon in folgenden Variationen gehört: „Ich hab Unterhosen, die sind älter als du“ oder „Ich habe eine Kopfhöreraufbewahrungstasche, die ist älter als du“. Okay, ich gebe zu, letzteren Satz habe ich noch nie gehört. Weder im Film, noch im wahren Leben. Aber ich könnte ihn benutzen – und würde dabei nicht lügen. Ich besitze nämlich wirklich eine Kopfhöreraufbewahrungstasche, die älter ist als manche Menschen, mit denen ich zwar keine Affäre, aber doch anderweitig zu tun habe. Das Täschchen stammt aus dem Jahr 1989. Wenn man genau hinschaut, sieht man darauf eine verblichene Aufschrift: „Telehospital“.

Ich studierte damals in Hildesheim irgendwas mit Kultur und hatte mich selbst wegen schweren Erbrechens ins städtische Klinikum eingeliefert. Die Kotzerei begann ausgerechnet, als ich mit Kollegen auf einer Kleinkunstbühne im ländlichen Raum Menschen unterhielt. Da das unappetitliche Elend auch nach Abbruch der Vorstellung nicht enden wollte, fuhr mich mein alter Freund Matthias Günther in seinem Ford Fiesta halbschnell ins Krankenhaus: Aus fahrzeughygienischen Gründen mussten wir unterwegs mehrmals anhalten. Im Klinikum ließ man mich zunächst in eine Tüte atmen, weil ich wegen der Übelkeit angefangen hatte zu hyperventilieren. Ich wusste bis dahin nicht, dass das zu heftige und hektische Ausatmen von CO₂ zur sogenannten „Pfötchenhaltung“ führt: Die Hände verkrampfen und sehen so entfernt aus wie eine Tier-Pfote. Das In-die-Tüte-Atmen löste den Krampf, man diagnostizierte eine leichte Lebensmittelvergiftung und stoppte den Brechreiz durch die intravenöse Gabe eines Medikamentes. Eigentlich hätte ich spätestens am nächsten Tag nach Hause gehen können. Da es aber noch keine Fallpauschalen gab, musste ich vier weitere Tage sinnlos bzw. zwecks „Beobachtung“ im Bett herumliegen und mich langweilen. Glücklicherweise konnte ich fernsehen. Auf dem am Nachttisch montierten Mini-Bildschirm.

Das ging allerdings nur mit einem speziellen im Krankenhaus-Shop zu erwerbenden „Druckluft-Kopfhörer“. Bis heute ist mir sowas nie wieder untergekommen. Das pneumatische Kuriosum kostete schlappe 15 DM – relativ viel Geld, angesichts der Tatsache, dass man es nur an den TV-Geräten der Klinik benutzen konnte. Sonst nirgends.

Aber immerhin: Das ungefähr DIN-A5-große Aufbewahrungs-Täschchen des Kopfhörers bestand aus gutem, zähen und widerstandsfähigen 20.-Jahrhundert-Nylon, selbst der Reißverschluss war für eine jahrtausendelange Nutzung konzipiert. Die Farbe war von Anfang an so undefinierbar eklig – irgendwo zwischen einem extrem schlappen Seafoam-Green und einem infektiösen Nasennebenhöhlen-Türkis –, dass der spätere zeitbedingte Farbintensitäts-Verlust auch wieder wurscht war.

Irgendwann entsorgte ich den in der normalen Welt völlig nutzlosen Kopfhörer. Das Täschchen behielt ich. Alle paar Jahre wird es von mir im Zweck umgewidmet: Mal dient es mir als Stiftemäppchen, mal trage ich darin Gitarrenkrimskrams zu Auftritten, zurzeit benutze ich es als Mini-Kulturbeutel. Für maximal zwei Auswärts-Übernachtungen. Wahrscheinlich werde ich es dereinst meiner Tochter und diese es ihren Nachkommen vererben. Inklusive Story. So werden sich die El Kurdis – oder wie auch immer die Familie dann heißen wird – noch Jahrzehnte, vielleicht sogar Jahrhunderte an meinen magenentleerenden Abend im Kulturgut Heiningen erinnern.

Ebenfalls noch lange Zeit an diesen Abend denken werden die Menschen, die damals in Heiningen in der ersten Reihe saßen. Eigentlich habe ich diese Kolumne nur geschrieben, um ihnen nochmals zu sagen: Es tut mir aufrichtig leid!

Hartmut El Kurdi

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Stadtkinder kochen Grüne Supplì

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Stadtkinder kochen Grüne Supplì


Die italienische Küche ist wahrscheinlich die beliebteste Küche der Welt und warum auch nicht: „Pizza“ ist vermutlich das einzige Wort, das weltweit verstanden wird. Aber auch viele andere italienische Gerichte werden rund um den Globus zubereitet – von Italienern, Menschen mit italienischen Wurzeln oder bloßen Enthusiasten – und/oder zu einigermaßen spannenden Fusion-Rezepten herangezogen. Allerdings: Kaum jemand spricht über Supplì. Zeit, das zu ändern!

Phonetisch macht das Wort jetzt erst mal nicht viel her, eher klingt es nach etwas, das ein Schweizer sagen würde. Aber: Falsch, ganz falsch! Viele kennen sicherlich Arancini, diese sizilianische Vorspeise. Gefüllte und frittierte Reisbällchen, so mächtig, dass sie kaum zur Vorspeise taugen. Iss zwei Stück und du schaffst kein Hauptgericht mehr. Supplì sind ähnlich, oft allerdings kleiner. Diese hier nicht. Sie sind groß und mit einer Füllung aus Gemüse und Pesto alla Genovese lustig grün und würzig. Wollen wir?

Wir brauchen 250 g Risotto-Reis, zum Beispiel Arborio, einen Liter Gemüsebrühe, eine Zwiebel, etwas Knoblauch (beides fein gehackt), Butter und Olivenöl. In einem Topf schmelzen wir die Butter, fügen erst das Olivenöl und dann den Reis hinzu, lassen ihn ein bisschen Farbe nehmen, ehe Zwiebel und Knoblauch dazukommen. Das hat nichts mit dem sagenumwobenen „das Korn versiegeln“ zu tun, das ist nämlich Quatsch, es geht nur um den Geschmack. Körner zu rösten, macht ihren Geschmack „getreidiger“ und somit intensiver. Schrittweise geben wir die Brühe dazu und kochen die ganze Lumumpe, bis ein ordentliches Risotto dabei herauskommt. Jetzt findet ein kleines Glas Pesto alla Genovese seinen Weg in den Topf. In den letzten fünf Minuten ergänzen wir um 250 g fein gehackten Brokkoli und 75 g grüne Erbsen. Wir würzen final mit weißem Pfeffer und Muskat (Salz sollte durch die Brühe und das Pesto ausreichend sein), ehe wir 100 g geriebenen Mozzarella unterrühren. Das fertige Risotto streichen wir nun glatt in eine Form, lassen es abkühlen und ein paar Stunden im Kühlschrank stehen.

Jetzt bauen wir eine klassische Panierstraße auf: Mehl, 2 verquirlte Eier, Paniermehl. Außerdem brauchen wir noch etwa 100 g Käsewürfel – welcher Käse, ist Geschmackssache, was eben gefällt, aber je mehr Fäden er zieht, desto spaßiger. Die erkaltete Risottomasse teilen wir Pi mal Auge in 20-25 Stücke und rollen sie zu Bällchen (die Größe liegt irgendwo zwischen Golf- und Tennisball), in deren Mitte ein Stückchen Käse steckt. Am besten geht’s mit Handschuhen, leicht angefeuchtet. Kleiner Disclaimer: Es macht keinen Spaß, da will ich gar nichts anderes behaupten. Aber es lohnt sich. Die Bällchen werden jetzt ein bisschen flach gedrückt, mehliert, dann in Ei und schließlich in Paniermehl gewälzt, bevor wir sie ausbacken. Am elegantesten geht das natürlich in einem Airfryer, etwa 22 Minuten bei 180 Grad, aber sie lassen sich auch gut mit ausreichend Fett in der Pfanne braten. Das dauert weniger lang, vielleicht 4-5 Minuten pro Seite, denn die Füllung ist ja im Grunde genommen schon gar. Hier empfiehlt sich Butterschmalz, Rapsöl oder ein ähnliches Fett, das hohe Tempe raturen gut verträgt. Olivenöl wird ab einer gewissen Temperatur bitter, das wäre ja schade. Und klar: Im guten alten Backofen geht‘s natürlich auch: Auf 200 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen (Blech mit vorheizen!), die Knubbel rauf aufs Blech, die Oberseite mit Öl bepinseln oder besprühen, zehn Minuten backen, wenden, wieder pinseln/sprühen und noch mal 7-8 Minuten ins Rohr. Das Rezept ergibt, wie erwähnt, 20-25 Supplì. Damit kriegt man locker 6 Leute satt. Allerdings lassen sie sich auch prima einfrieren und bei Bedarf hervorholen.

IH

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Neu in der Stadt: Lucy’s Wohnzimmer und Dille & Kamille

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Neu in der Stadt: Lucy’s Wohnzimmer und Dille & Kamille


Lucy’s Wohnzimmer

Bereits im Oktober letzten Jahres eröffnete ein neuer Vintageladen in Linden Nord. Allen, die ihn noch nicht entdeckt haben, sei ein Besuch von Lucy’s Wohnzimmer sehr empfohlen. Der Laden ist die neue Anlaufstelle für Vintage-Kleidung und -Accessoires. Eine freundliche Mitarbeiterin erzählt stolz: „Wir haben eine große Auswahl an Second-Hand- und Vintage-Mode für alle Geschlechter. Neben der ausgewählten Stücken aus den 80er- bis 2000er-Jahren stehen bei uns auch Kaffee, Softdrinks, Bier und bald Cocktails wie Espresso Martini auf der Karte“. Bereits seit 2020 betreibt der Geschäftsführer Jamal Abadi Lucy’s Vintage & Second Hand in Göttingen und weiß ziemlich genau was bei den Mode- und Trendbewussten Menschen ankommt. Regelmäßig werden die Läden mit Neuzugängen bestückt, die teilweise auch bei Instagram gepostet werden – Lässige Lederblousons, Jeans mit authentischen Waschungen, Statementgürtel und -Taschen und vieles mehr lassen jedes nachhaltige Modeherz höher schlagen. In Lucy’s Wohnzimmer sollen sich alle wohl und willkommen fühlen. Das Team freut sich auf eine gute Zeit in Linden-Nord.

Limmerstr. 63, 30451 Hannover. Mo-Fr 12-19 Uhr, Sa 11-19 Uhr. Mehr Infos bei Instagram @lucys_wohnzimmer.

Dille & Kamille

Dille & Kamille, ein Familienunternehmen aus den Niederlanden, kommt im Frühjahr 2026 als nunmehr 12. Geschäft in Deutschland nach Hannover. Auf rund 250 Quadratmetern bietet die neue Filiale mitten in der Innenstadt ein großes, sorgfältig ausgewähltes Sortiment rund um eine so bewusste wie auch nachhaltige Lebensführung – denn dafür steht das Unternehmen: für einen schlichten und natürlichen Stil, fernab von der stetig wachsenden Konsum- und Wegwerfgesellschaft. Der Fokus liegt schon seit über 50 Jahren auf langlebigen Produkten, zeitlosen Designs und der somit einhergehenden Verbundenheit zwischen Mensch und Natur. Um dem selbstgesteckten Ziel näher zu kommen, setzt Dille & Kamille ausschließlich auf natürliche Materialien wie Glas, Keramik oder Holz – also keine Spur von Plastik. In Kürze lädt der Laden dazu ein, in angenehmer Atmosphäre zu stöbern, Neues zu entdecken und sich voll und ganz wohlzufühlen, denn angeboten wird alles Mögliche, von jeglichen Gewürzen und Lebensmitteln wie Kaffee, Pasten und Gebäck über Pflanzen und Ausstattung für Bad oder Garten bis hin zu Dekoration und weiteren saisonalen Artikeln. Wer sich ohnehin schon länger vorgenommen hat, etwas achtsamer durchs Leben zu gehen, seine Umwelt bewusster wahrzunehmen und mehr Freude über die kleinen Dinge zu verspüren, wird ganz bestimmt fündig.

Dille & Kamille. Georgstraße 38-44, 30159 Hannover. Mehr Infos und Online-Shop auf www.dille-kamille.de.

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Der besondere Laden: The Nine Space

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Der besondere Laden: The Nine Space


Flüssiges Sojawachs gleitet langsam in ein kleines Betongefäß und feiner Dampf steigt auf, als sich der Duft von Orange und Karamell miteinander verbinden. Rosenquarz- und Amethyst-Splitter werden vorsichtig auf der trocknenden Oberfläche platziert, der Docht auf die richtige Länge gekürzt – und fertig! „Hier geht es aber um mehr als nur eine Kerze“, erklärt Anastasiia, die Gründerin von The Nine Space. „Ich möchte den Menschen Emotionen und eine Stimmung mitgeben.“

Die Expertise dafür hat Anastasiia allemal. Die gebürtige Ukrainerin ist ursprünglich für ein Auslandspraktikum nach Deutschland gekommen und dann geblieben. Eine Weiterbildung zur Skincare-Formulatorin öffnete ihr schließlich den Zugang zu hochwertigen Rohstoffen – und legte den Grundstein für eine Idee, die ihren Laden in der List heute mit einem liebevoll zusammengestellten Sortiment rund um Kerzen füllt.

Wer The Nine Space betritt, wird aber nicht nur davon empfangen, sondern von einer ganz besonderen Atmosphäre. „Verschiedene Düfte können verschiedene Stimmungen hervorrufen und damit spiele ich“, lächelt Anastasiia. Die Kerzen sind das Herzstück ihres Ladens. Pflanzliches Sojawachs, ätherische Öle und Parfums, die für Kosmetik zugelassen sind, bilden die Basis. Besonders beliebt ist der Duft „Amber Space“, denn „der riecht wie eine Umarmung“. Aber auch Getränkekerzen, inspiriert von Pornstar Martini oder Iced Matcha Latte, sind Bestseller.

Zusätzlich zu Anastasiias eigenen Kreationen spielen bei The Nine Space auch Workshops eine zentrale Rolle. Hier dürfen auch andere kreativ werden. Ob allein oder in der Gruppe – wer mag, kann sich eigene Duftkerzen oder Raumdüfte zusammenstellen. „Es geht um ein Erlebnis, das in Erinnerung bleibt“, erklärt die Inhaberin. „Und um die Emotionen, die dabei entstehen.“

Auf Instagram beschreibt sich der Laden auch als „Home Spa“ und einen Ort für Selfcare-Rituale. Nicht umsonst gibt es hier „alles, womit man sich den Tag ein bisschen verschönern kann“. Neben handgegossenen Duftkerzen und Raumdüften finden sich nämlich auch Naturkosmetik und ausgewählte Lifestyle-Accessoires wie kleine Deko-Elemente und Lesezeichen in Anastasiias Sortiment. „Das sind alles Dinge, die ich selbst benutze und sehr liebe“, so die Gründerin. „The Nine Space ist mein zweites Zuhause.“

Besonders stolz ist sie auch auf ihre Auswahl an Räucherwerk und Kristallen. Letztere bietet sie an Armbändern und Ketten, geschliffen und unbehandelt, in den unterschiedlichsten Größen und Formen an. Speziell zu den Kristallen hat Anastasiia eine persönliche Verbindung. „Kristalle pushen unser Leben, wenn wir sie richtig einsetzen und daran glauben“, sagt sie. Hierfür hat sie sogar eigens ein Workbook entworfen, das ihren Kund*innen beim Finden des richtigen Edelsteins helfen soll.

Unabhängig davon ist etwas, worauf Anastasiia bei all ihren Produkten großen Wert legt, Nachhaltigkeit. Jede Kerze ist nachfüllbar und die Form der Gläser ist bewusst so gewählt, dass sie nach Abbrennen der Kerze auch anderweitig verwendet werden können. Die Seifenschalen in ihrem Sortiment sind, ebenso wie Kerzenhalter und Schmuckschälchen, aus biologisch abbaubarer Maisstärke gefertigt. Und selbst Duftplatten für den Kleiderschrank lassen sich einschmelzen und wiederverwenden, denn „alles soll ein zweites Leben bekommen“.

Mit The Nine Space hat Anastasiia einen Ort geschaffen, der weit über den einfachen Verkauf von Produkten hinausgeht. Zwischen warmen Düften, sorgfältig ausgewählten Materialien und liebevoll gestalteten Details entsteht ein Raum, der entschleunigt. Wer ihren Laden betritt, wird eingeladen, sich Zeit zu nehmen, Neues zu entdecken und sich selbst etwas Gutes zu tun.

Laura Druselmann

The Nine Space
Podbielskistraße 29, 30163 Hannover
Tel.: 015754375093
E-Mail: hello@theninespace.de
www.theninespace.de

Öffnungszeiten:
Mo: 13 bis 18 Uhr
Di bis Fr: 11 bis 18 Uhr
Sa: 11 bis 16 Uhr

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