Tag Archive | "Hannover"

Literarisches: Marco Finkenstein

Tags: , ,

Literarisches: Marco Finkenstein


Marco Finkenstein, Zeichendozent aus Hannover, lässt sich von allem inspirieren, was ihm unter die Nase gerät. Ganz besonders schlägt sein Herz jedoch für das Fantasy-Genre. Deshalb begann er eines Tages seine eigene fantastische Welt zu Papier zu bringen und hält heute seine erste lange Comicerzählung in den Händen: „Maximillo und der Gloriogant“.

Seine künstlerische Reise startete bereits in seiner Kindheit. „Ich zeichne schon mein Leben lang. Von Kinderbildern, über Wettbewerbe und Werbung, bis hin zu Mathelehrern mit Gurkennasen“, erzählt er. Marcos Vorbilder in der Comicwelt sind zahlreich: Darunter unter anderem Carl Barks, der bekannteste Zeichner und Autor der Disney-Comics rund um die Familie Duck, Karikaturist Walt Kelly und seine „Pogo“-Comicstrips und Bill Watterson, der mit „Calvin und Hobbes“ eine Freundschaft zwischen Kind und Tiger aufs Papier brachte. Schließlich Jeff Smith, der amerikanische Zeichner und Autor der Fantasy-Reihe „Bone“, von dem sich Marco am meisten hat inspirieren lassen: „Inhaltlich ist mein Comic wohl der Welt von Jeff Smith am nächsten. Auch bei ihm gibt es kleine, eher unbedarfte Wesen, die in etwas Riesiges hineingeworfen werden. Im „Gloriogant“ geht es zunächst um Schrulliges und Obskures, dann öffnet sich das Tor ins Epische. Aus kleinen Zufällen wird plötzlich ein Gesamtbild, da lauert etwas hinter all dem Bunten. Und da geht dann richtig die Post ab.“ Im gleichen Atemzug verrät er, dass zwei Fortsetzungen geplant sind – dazu später mehr.

An Inspiration fehlt es Marco nicht, denn seine ganze Umwelt kitzelt kreative Ideen und Gedanken aus ihm heraus: „Mich inspiriert alles, von der Handseife im Waschbecken über zerknüllte Papierkugeln bis hin zu allem, was kreucht und fleucht.“ Hintergrunderzählungen und Charakterzüge kommen ihm mal ganz spontan in den Sinn, mal lassen sie ein wenig auf sich warten und entwickeln sich dann aber im Handumdrehen. So entstand die Figur „Maximillo“ in ihrer Rohform schon 2013. Nach vielen anderen Projekten wurde Marco schließlich von seiner Frau dazu bekräftigt, dieser Figur endlich ein eigenes Universum zu geben. Ab da begann Marco wie im Rausch, der Welt um Maximillo turbulentes Leben einzuhauchen. Gezeichnet habe er mit schwarzen Tuschestiften auf Papier, Vorzeichnungen mache er mit Bleistift. Dann werde die Zeichnung gescannt und in Photoshop nach seinem Geschmack koloriert. Nach 1.000 Arbeitsstunden war der erste Teil der Comicerzählung abgeschlossen. „Ein bisschen aufwendig war das schon“, berichtet Marco. „Organisiert habe ich das neben meinem Hauptjob als Zeichendozent so, dass ich einfach morgens um vier aufgestanden bin und dann gezeichnet habe. Zweieinhalb Jahre lang.“ Entstanden sind die Abenteuer um Maximillos Welt überall: in allen möglichen Cafés, an verschiedenen Stränden, in Hotelbars, auf dem Fußboden liegend und an knarzenden Tischen. In Hannover, Paderborn, Lübeck, Kiel, Rostock und Mailand. „Meine Frau kann sich mich überhaupt nicht mehr ohne einen ,Maximillo‘-Zeichenblock vorstellen.“

Was macht Marcos Fantasy-Welt so besonders? Für ihn ist Fantasy mehr als nur das Abrufen von Standards wie Elfen, Orks und Tolkien. „Fantasy heißt Spinnen, Fühlen, Erfinden“, sagt Marco. „Meine Welt quillt über vor seltsamen Kreaturen mit noch seltsameren Namen, alles ist irgendwie miteinander im Groove, es gibt so eine Lockerheit der Geschehnisse. Und manches ist einfach ungewöhnlich und unerwartet. Damit meine ich gar nicht so sehr die große ganze Gesamtheit der Story, sondern eher das kleine Extrazeug, was plötzlich ins Bild flupst.“ Das stimmt, denn auf ausnahmslos jeder Seite ist irgendeine, wenn auch kleine Kuriosität zu entdecken. Auch hat die Geschichte eine dezente politische Message, denn sie warnt vor zu viel Eitelkeit und Machtrausch und kann somit alle Altersklassen erreichen. „Für Kids und Verrückte!“, lacht Marco.

Momentan ist Marco auf Seite vierzehn des zweiten Bandes und kann somit ganz offiziell verraten, dass es nicht nur eine, sondern gleich zwei Fortsetzungen geben wird. Ihm gefalle jetzt schon der Schaffensprozess, das Sich-Freuen, das Handwerkliche und die innere Einkehr beim Zeichnen. „Bald werde ich auch den Titel des zweiten Buches verraten“, berichtet er, denn die komplette Story für Band zwei ist schon fertig. Jetzt freue er sich aber erstmal, dass sein Lesepublikum den ersten Teil in den Händen halten und in die Geschichte eintauchen kann. Ein kleiner Traum von ihm ist, „irgendwann mal Post von Lesenden zu bekommen, welche eine Psia, einen Maximillo oder den Glorioganten gezeichnet haben. Dann platze ich vor Glück.“ Also los, ran an die Comics und Stifte!

» Lilly Struckmeier

Abgelegt unter Literarisches, MenschenKommentare deaktiviert für Literarisches: Marco Finkenstein

Der Freundeskreis im Gespräch mit Alexandra Dzaack und Rainer Müller-Brandes

Tags: , , ,

Der Freundeskreis im Gespräch mit Alexandra Dzaack und Rainer Müller-Brandes


Für diese Ausgabe haben wir uns mit der Vizepräsidentin der Special Olympics Hannover Alexandra Dzaack (AD) und dem Stadtsuperintendanten des Kirchenkreises Hannover Rainer Müller-Brandes (RMB) getroffen. Was die beiden zum Thema Inklusion zu sagen haben, warum ihre Werte-DNA eigentlich die gleiche ist und welchen Weg Hannover beim Thema „Barrierefreiheit & gesamtgesellschaftliche Teilhabe“ noch zu bestreiten hat, darüber mehr im Interview …

Stellt euch zum Einstieg bitte kurz vor und erzählt, wie ihr ins Vereinsleben gekommen seid.

AD: Ich bin seit drei Jahren ehrenamtliche Vizepräsidentin von Special Olympics Niedersachsen. Meine primäre Aufgabe besteht in der Begleitung unseres Athletinnenrats, der über 1.500 Sportlerinnen in ganz Niedersachsen vertritt. Es geht also um Teilhabe, Sichtbarkeit und vor allem darum, Menschen Räume zu geben, in die sie gehören. Dem etwas entgegenzusetzen, macht mein Ehrenamt als Vizepräsidentin von Special Olympics Niedersachsen aus.

RMB: Ich vertrete den Kirchenkreis Hannover. Das umfasst circa 50 Kirchengemeinden und 70 Kindergärten. Dazu eine ganze Menge anderer Einrichtungen. Das nennt sich dann formal Stadtsuperintendent. Außerdem bin ich der Pastor der Kirche nebenan, der Marktkirche.

Kirchenkreis und Special Olympics – das klingt ja auf den ersten Blick nach zwei verschiedenen Welten. Was verbindet euch?

AD: Was uns verbindet, sind die Menschen, nicht die Grenzen.

RMB: Genau, nicht auf Grenzen schauen wir, sondern auf das Potenzial der Menschen. Dieses Potenzial wird nicht nur durch Sport erlebbar, wir versuchen das auch im Kirchenalltag umzusetzen. Ob in der Kita, in der Gemeinde oder der Diakonie. In der Bibel heißt es schließlich „Ein Leib, viele Glieder“. Das ist zwar ein uraltes biblisches Bild, aber gleichzeitig auch unsere DNA: alle haben verschiedene Fähigkeiten. Schaut man dabei nicht nur defizitorientiert, kann dann in der Gemeinschaft etwas Gutes geschaffen werden.

AD: Die Kernaussage ist ein gesellschaftliches Miteinander. Dafür stehen wir beide, auch wenn unsere Arbeit unterschiedlich aussieht. Es geht im Grunde um Begegnung, Zusammenhalt und gegenseitige Unterstützung. Egal wo man herkommt, egal wer man ist. Das brauchen wir ja momentan mehr denn je.

RMB: Gleichzeitig ist das auch ein Lernprozess. Auch bei uns in der Kirche ist noch Luft nach oben, was Inklusion und gesellschaftliche Teilhabe angeht. Klar bieten wir Möglichkeiten für Schwerhörige beim Gottesdienst und natürlich sind wir teils barrierefrei. Aber eben längst nicht immer. Von unserer christlichen Theologie aus haben wir Inklusion dagegen längst verstanden. Gott macht keine Beschränkungen. Menschen mit Behinderung sagen mir zum Beispiel ganz selbstverständlich, dass sie ein Ebenbild Gottes sind. Wunderbar.

Der Begriff Inklusion ist ja seit einigen Jahren in aller Munde. Was bedeutet für euch Inklusion ganz konkret?

AD: Inklusion bedeutet auf jeden Fall nicht, einmal im Jahr eine schöne Veranstaltung zu machen und dann ist wieder gut. Für uns bei Special Olympics muss sich Inklusion im Alltag zeigen. Wer entscheidet mit? Wer sitzt mit am Tisch? Wer darf mitmachen? Menschen mit Behinderung nicht auszuschließen, ist unsere Kernaufgabe. Da gibt es immer noch ganz viele Hürden und Barrieren. Das Wichtige ist, dass Menschen mit Behinderung in Entscheidungsprozesse geholt werden. Es wird viel über Menschen mit Behinderung gesprochen, aber selten mit ihnen. Deshalb ist Inklusion für mich immer auch eine Haltung.

RMB: Haltung ist das Stichwort. Inklusion ist für mich kein Konzept, sondern dass man Dinge von Anfang an gemeinsam für alle mitdenkt. Ehrlich gesagt, gelingt uns das auch nicht immer. Trotzdem versucht die Kirche Barrieren aufzubrechen. Viele unserer Kitas arbeiten inklusiv und für Kinder ist es dann ganz selbstverständlich, zusammen zu spielen und aufzuwachsen. Auch im Jugendbereich versuchen wir etwas zu bewegen. So gibt es den inklusiven Jugendtreff FREI!RAUM, der übrigens das einzige inklusive Jugendzentrum in Hannover ist. Konzepte sind immer schön und gut, aber es müssen auch Taten folgen. So etwas auch immer wieder finanziell auszuhandeln, ist nicht einfach, aber das Wichtigste ist Haltung mit Herzblut beim Thema Inklusion.

Alexandra, bei den Special Olympics kann man erleben, wie Sport etwas in Menschen freisetzt, das sonst oft unsichtbar bleibt …

AD: Das stimmt. Da werden unglaubliche Energien freigesetzt. Rainer, du warst ja auch bei unseren Spielen letztes Jahr und hast das live erleben dürfen. Auch wenn das Regelwerk für Menschen mit Behiderung angepasst ist, steht doch wie bei anderen Sportevents Wettkampf, Teamgeist und vor allem Leidenschaft an erste Stelle. Schließlich machen auch die Athletinnen der hannoverschen Special Olympics das nicht nur „just for Fun“, sondern das sind immer auch Qualifizierungsspiele. Das spielt sich nicht nur auf Landesebene ab, sondern auch national. Bis zur Weltmeisterschaft nächstes Jahr in Chile. Aber auch, wenn es bei den Wettkämpfen der Sportlerinnen um Qualifizierungen geht, habe ich noch nie Sportevents mit so viel guter Laune erlebt. Leidenschaft pur. Diese Freude ist natürlich noch einmal größer, wenn wir im Verein tolle Erfolge feiern können. Unsere Helena Klintschar, Para-Skiläuferin, ist jetzt grade überraschenderweise als Behindertensportlerin des Jahres gekürt worden.

RMB: Auch der Glaube setzt natürlich Energien frei. Glaube hat dieses Credo: „Wir schaffen das zusammen.“ Da gibt es immer wieder schöne Begegnungen, auch im Kirchenalltag. Wir haben zum Beispiel mal Wohnungslosen eine kirchliche Hochzeit ermöglicht. Das Brautkleid haben wir von der Oper geliehen. Und dann diesen beiden Menschen vorm Altar diesen Augenblick zu schenken, das war wunderbar. Genauso merke ich diese Energien, wenn wir den „Konfi-Cup“ veranstalten die in gemischten Mannschaften gegeneinander antreten. Klar geht es um den Sieg, aber vor allem um das Miteinander, die Gemeinschaft. Auch die integrativen Turniere von unserem FREI!RAUM-Projekt sind immer beides: Energie und Gemeinschaft. Und das mittlerweile seit 12 Jahren.

Hannover positioniert sich selbst ja als sehr inklusive Stadt, was meint ihr: wie inklusiv ist Hannover wirklich?

RMB: Ich finde, Hannover ist schon sehr engagiert und auch auf dem richtigen Weg, aber es ist eben ein langer Weg. Der auch viel Geld kostet. Zum Beispiel der Ausbau der Hochbahnsteige. Ich habe mal bei der Aktion „Ein Tag im Rollstuhl“ mitgemacht – da bemerkt man erst viele der Hilfsmittel in der städtischen Infrastruktur, also Ampelhilfen, Fahrstühle, behindertengerechte Toiletten. Aber eben auch, dass da noch Luft nach oben ist. Da kommt die Stadt immer wieder an ihre Grenzen. Inklusion soll dafür sorgen, dass alle in der Stadt zusammenkommen können.

AD: Ich glaube schon, dass wir uns als Stadt schon gut positioniert haben, was die Barrierefreiheit angeht. Dazu gehört für mich auch noch viel mehr. Ich denke zum Beispiel gerade an den CSD. Zu einer inklusiven Stadt gehört, dass wir alle unter einem Dach gemeinsam feiern können. Schaut man auf die anderen inklusiven Angebote, besonders in den Schulen und im Sport, tut sich schon etwas. Zum Beispiel machen wir zusammen mit dem Hockeyverein Hannover 78 seit 2024 das Special Hockey. Sportler*innen mit und ohne Behinderung spielen gemeinsam. Das wird super angenommen. Wir von den Special Olympics machen oft Schnupper-Angebote mit Vereinen, unterstützen Trainer*innen in der inklusiven Arbeit und das Beispiel mit Hannover 78 zeigt eben auch, dass es möglich ist, eine inklusive Sportgesellschaft in Hannover zu schaffen. Dass die Stadt das auch will und uns unterstützen möchte, merken wir. Als wir die Länderspiele hatten, wollten wir nicht in abgelegene Sportstätten, sondern mitten in die Stadt vors Rathaus. Die Stadt war sofort bereit, das umzusetzen und uns Support zu geben.

Wo scheitert Inklusion noch? Und woran liegt das? Am Geld, an Haltungen, an Strukturen?

RMB: Am guten Willen scheitert es nicht, sondern an Strukturen und Ressourcen. Aber ich versuche das immer auch positiv zu sehen, dass wir nicht scheitern, sondern dass wir einfach noch nicht am Ziel sind.

AD: Ich bin in meinen Urteil ein wenig härter, vor allem, wenn ich mir die Frage auf bundespolitischer Ebene anschaue. Ich glaube, es scheitert an allem ein bisschen. An Haltung, Struktur und auch finanziellen Mitteln. Doch am meisten scheitert es an falschen Priorisierungen. Auf Bundesebene merkt man ja gerade sehr deutlich, wo Gelder eingespart werden. Da gibt es keine Priorisierung für Menschen mit Behinderung, keine Priorisierung für Inklusion. Barrierefreiheit wird immer noch als Zusatz gewertet, dabei sollte das eine Selbstverständlichkeit sein. Da müssen wir hinkommen.

Während die Special Olympics immer mehr an Sichtbarkeit gewinnen, verliert die Kirche gegenwärtig immer mehr Mitglieder. Was kann die Kirche von einer Bewegung wie den Special Olympics lernen?

RMB: Die Special Olympics machen deutlich, dass alle Menschen einzigartig sind. Das ist auch unsere Kirchen-DNA. Und daran halten wir fest. Trotz der gesellschaftlichen Entwicklung sind unsere Inhalte nicht schlechter, sondern immer noch genauso wichtig. Jeder Mensch ist gleich viel wert. Dass die Kirche für alle anschlussfähig bleibt, das haben wir offensichtlich dennoch verpasst. Man merkt aber gerade einen Generationswandel. Unsere Kirche wird immer anschlussfähiger für Menschen aus aller Welt. Viele junge Kolleg*innen kommen nicht aus Deutschland. Es folgt jetzt eine nächste Generation. Und unsere Aufgabe ist es jetzt, die Weichen zu stellen für eine kleinere und spirituelle Kirche. Dabei bleibt die Einzigartigkeit des Menschen als Grundidee bestehen. Die ist schon ziemlich alt, und deshalb auch so gut.

Ihr arbeitet beide mit sehr viel ehrenamtlichen Engagement. Was hält Menschen bei der Stange – und was treibt sie weg?

AD: Menschen bleiben, wenn sie merken, dass sie etwas bewegen mit dem, was sie tun. Und sie gehen, wenn sie gegen Mauern laufen, nicht das Gefühl haben, sich wirklich einbringen zu können. Das vertreibt. Egal ob im Sportverein oder in der Kirche. Menschen die ehrenamtlich arbeiten, brauchen neben der Selbstwirksamkeit auch Anerkennung. Unsere Gesellschaft ist sowieso unglaublich leistungsorientiert und lobt viel zu selten. Vor allem im Ehrenamt muss die Arbeit wahrgenommen und geschätzt werden.

RMB: Das kann ich zu 100 % unterstreichen. Vor allem bei Gläubigen – zum Glück nicht nur – gibt es diesen inneren Impuls, die Welt besser zu machen. Das motiviert. Aber es braucht auch Zuspruch von außen. Wir als Kirche sind beim Thema Ehrenamt weit vorne. Unsere Strukturen sind sehr auf das Ehrenamt ausgelegt und wir sind an dieser Stelle auch selbstbewusst. Den Urlaub des Bischofs genehmigt eine Ehrenamtliche. Auch in Kirchenkreisvorständen ist die Arbeit der Ehrenamtlichen von großem Gewicht. Gleichzeitig hat die Kirche aber immer noch Strukturen, die das fluide gemeinsame Arbeiten verlangsamen. Da sind wir noch nicht am Ziel angekommen. Aber das Grundprinzip im Ehrenamt bleibt: Ich bin dabei, weil ich etwas bewegen kann.

Kurz zum Schluss: Wie könnte eine Zusammenarbeit zwischen Special Olympics und dem Kirchenkreis konkret aussehen?

AD: Wir hatten schon schöne Begegnungen. Zum Beispiel letztes Jahr beim Evangelischen Kirchentag. Es gab eine kleine Sportmeile hinter dem Rathaus, bei der wir von den Special Olympics vertreten waren. Das war klasse. Die Menschen hatten keine Berührungsängste und die Athletinnen sind mit den Besucherinnen ins Gespräch gekommen. Wir haben uns beim Kirchentag unglaublich gut aufgenommen gefühlt. Das war sehr schön, auch weil es mal eine andere Art der Begegnung war. Und ich würde mich freuen, wenn so etwas in Zukunft mehr etabliert werden kann.

RMB: Von meiner Seite sehr gerne. Der Kirchentag war auch für mich ein Symbol, wie es eben auch anders geht. Dass ein Miteinander inklusiv und genauso gut funktionieren kann. Wir hatten viele Besprechungen im Voraus mit der Stadt bezüglich der Sicherheit, der Polizeipräsenz und so weiter. Die Tage selber selbst war dann so ruhig wie nie. Das hat gezeigt, dass so etwas wunderbar funktioniert. Ansonsten gibt es von uns viele kleine Aktionen. Nur ein kleines Bespiel: So spielt die Bronzegewinnern der Special Olympics in unserer Jugendkirche mit vielen anderen Tischtennis.

AD: Wer übrigens die diesjährigen nationalen Spiele der Special Olympics live erleben will, kann im gesamten Saarland dabei sein. Es kommen Athlet*innen aus ganz Deutschland zusammen und zeigen, wie Sport und Gesellschaft eigentlich funktionieren könnten, wenn man Menschen nicht zuerst nach ihren Einschränkungen bewerten würde.

» Lars Kompa

Abgelegt unter Im Gespräch, MenschenKommentare deaktiviert für Der Freundeskreis im Gespräch mit Alexandra Dzaack und Rainer Müller-Brandes

Ehrenamtliches Engagement: Über den Tellerrand

Tags: , ,

Ehrenamtliches Engagement: Über den Tellerrand


„Integration bedeutet nicht nur, eine Sprache zu lernen. Es bedeutet, Menschen zu treffen, etwas gemeinsam zu machen und sich wirklich zu verstehen.“ Die Initiative Über den Tellerrand zeigt, was möglich ist, wenn Menschen aus aller Welt sich offen begegnen – am Herd und im Herzen.

Öl knistert in der Pfanne, Wasser brodelt im Kochtopf, der Duft unterschiedlichster Kräuter und Gewürze liegt in der Luft: Wenn Über den Tellerrand zum Kochen lädt, wird es bunt. „Unsere Events sind nichts Strukturiertes, vielmehr etwas Fließendes, das sich über den Abend entwickelt“, erklärt Sara, die die Initiative seit rund einem Jahr mit vorantreibt.

Die Idee dahinter ist so einfach wie wirkungsvoll. Über den Tellerrand möchte Menschen zusammenbringen, indem sie gemeinsam in der Küche stehen. Angefangen hat alles 2013 in Berlin, als Studierende während der Flüchtlingsproteste am Oranienplatz mit einem Campingkocher auf den Platz gegangen sind, um gemeinsam mit Geflüchteten zu kochen. Dadurch ist ein Netzwerk entstanden, das interkulturelle Begegnungen auf Augenhöhe fördert und Vorurteile abbaut – inzwischen auch in Hannover.

„Es geht darum, dass die Leute nicht nur unter sich bleiben, sondern auch mal andere Kulturen kennenlernen“, erklärt Jay, der sich ebenfalls für die Initiative engagiert. „Und wo geht das besser als am Tisch beim Essen?“

Häufig nehmen Menschen teil, die Freude daran haben, ihre eigenen Rezepte zu präsentieren – oder „Menschen, die einfach gern essen“. Ein kulinarisches Thema entsteht an vielen Abenden erst spontan. Die Teilnehmenden bringen ihre eigenen Ideen mit und so kommen zum Beispiel indische, polnische, deutsche und türkische Varianten eines Gerichts zusammen. „Am Herd sieht man dann plötzlich, wie viele Rezepte und auch Geschichten in einem einzigen Gemüse stecken können.“

Dabei spielt es keine Rolle, welche Sprache jemand spricht. „Vielleicht ist jemand noch nicht lange hier und kann jemand kaum Deutsch“, erklärt Jay. „Aber beim Kochen versteht man sich trotzdem. Man zeigt einfach: So machen wir das bei uns.“ Das gemeinsame Kochen und Essen wird im Verlauf des Events zu einer universellen Sprache, die verbindet. „Und am Ende fühlt es sich an wie ein großes Familientreffen“, lächelt Sara.

Langfristig träumt das Team von Über den Tellerrand von einer mobilen Küche. Dadurch wären ihre Events nicht mehr ortsgebunden. „Wir könnten in Parks, auf Spielplätzen, vielleicht sogar mitten in der Stadt einfach unsere Küche aufbauen und sagen: Kommt vorbei, es gibt Essen.“

Besonders für Jay steckt dahinter eine größere Vision. „Wenn ein Fluss sich bewegt, bringt er Leben“, sagt er. „Bleibt der Fluss stehen, beginnt er zu stagnieren. Deshalb wünsche ich mir, dass die Initiative unbedingt in Bewegung bleibt und immer wieder neues Leben eingehaucht bekommt.“ Je mehr Menschen sich an den Kochabenden von Über den Tellerrand beteiligen, desto mehr Austausch ist möglich und „desto mehr können wir wieder zu einer Gemeinschaft werden, die zusammenhält. Wenn Menschen zusammen essen, verlieren sie die Angst voreinander.“

Schließlich geht es um etwas viel Größeres als verschiedene Rezepte und Gerichte zu entdecken oder darüber ins Gespräch zu kommen. Es geht um die Verbindung, die zwischen den Teilnehmenden der Kochabende entsteht, wenn sie über den eigenen Tellerrand blicken. „Das ist nicht nur wertvoll für jede Person einzeln, sondern für unsere ganze Gesellschaft.“

» Laura Druselmann

Abgelegt unter Ehrenamtliches Engagement, MenschenKommentare deaktiviert für Ehrenamtliches Engagement: Über den Tellerrand

El Kurdis Kolumne im Juni: Kurz-Manifest für eine irre Randale-Kultur

Tags: , , ,

El Kurdis Kolumne im Juni: Kurz-Manifest für eine irre Randale-Kultur


Wenn man im Kulturbetrieb arbeitet, stellt man früher oder später fest, dass man der einzige – oder wie es spätestens in fünf Jahren sogar im Duden stehen wird: der einzigste – Mensch in diesem Berufsfeld ist, der keinen Dachschaden hat. Die Grunderfahrung ist, frei nach Jean-Paul Sartre: Die Irren, das sind die anderen. Nur man selbst ist normal. Und klar, alle Menschen um einen herum denken das selbstverständlich genauso. Seit Jahren frage ich mich deswegen immer wieder, ob ich beruflich nicht etwas anderes machen sollte: Profi-Killer oder Englischlehrer. Osteopath, Hebamme, irgendwas mit Holz oder harten Drogen…

Denn als Kulturschaffender hat es man unter anderem zu tun mit: Unerträglich eitlen Autoren, gleichzeitig von Hybris und Minderwertigkeitskomplexen geplagten Regisseurinnen, um sich selbst kreiselnden Schauspielern, klugscheißernden Lektorinnen und ihr Gegenüber ins Wachkoma labernden Dramaturgen… Aber wenn ich ehrlich bin: Trotz aller anstrengenden Extrovertiertheit und Klischee-Exzentrik der richtigen Kunst-Irren, sind mir diese tausendmal lieber als die technokratischen Mutanten, die zunehmend die Schlüsselpositionen in dieser Branche besetzen. Denn unter denen ist die Egomanie – in Form von Karriere-Orientiertheit – ebenfalls extrem verbreitet, nur fehlen diesen Menschen die kreativen, mutigen und wirr-aktionistischen Aspekte der richtigen Kulturgestörten. Diese Funktionäre und Verwalter agieren eben nicht künstlerisch, sondern vor allem taktisch-politisch. Und nebenbei rationalisieren und ökonomisieren sie die Institutionen.

Es ist absurd und eklig, aus der Kultur einen beherrschbaren, braven Wirtschaftszweig machen zu wollen. Nicht, dass das nicht funktionierte, aber auf der sogenannten Hochkulturseite produziert man so eine Art geistige Mittelschichts-Wellness, Kultur als sprudelndes Entspannungsbad oder für die, die es richtig „deep“ haben wollen: Kunst als sinnstiftenden Religionsersatz. Auf der anderen, der angeblich unterhaltenden Seite entstehen realitätsfremde Scripted-Reality-Shows fürs Prekariat. Oder zynisch-oberflächlicher Selbstoptimierungs-Käse. Damit lassen sich in dem einen Fall ordentlich Subventionen abgreifen und im anderen fette Werbe-Millionen verdienen. Ist aber leider beides stinkelangweilig.

Nicht langweilig ist es, nachzudenken, zu analysieren und dann dazwischen zu funken, ins Regal zu pissen und dabei ästhetisch etwas zu wagen: komisch, gut gelaunt oder meinetwegen auch todernst und bitter. Immer dann, wenn man die Zumutung, die man hier als Welt angeboten bekommt nicht mehr erträgt. Extrem langweilig ist es hingegen, nur den Mund aufzumachen, wenn mal wieder eine Theater- oder Museums-Etat-Kürzung ansteht.

Sobald irgendwo der Satz fällt „Nee, das können wir nicht machen“, sollte man es unbedingt tun. Wenn jemand meint, etwas wäre zu schwierig – machen! Wenn jemand meint, etwas wäre zu schlicht – machen! Zu komplex – machen! Zu verständlich – machen! Zu politisch – machen! Zu unpolitisch – machen! Zu experimentell – machen! Zu sehr Mainstream – machen!

Und das nur nebenbei: Ich habe keine Ahnung, wer die Stuhlkreis-Idee aufgebracht hat, Kritik müsse „konstruktiv“ sein. Kritik muss vor allem kritisch sein. Mir geht es dabei auch gar nicht um „meine“ Meinungen oder Inhalte; mir geht es darum, dass Kultur sich was traut, sich anlegt, sich streitet, einsteckt, selbst voll auf die Zwölf gibt – und nicht reinfällt auf diese öde Ausgewogenheitsideologie. Verwahren sollte man sich dabei gegen jede Einmischung, egal aus welchem politischen Lager. Auch aus dem eigenen. Politikerinnen und Aktivisten haben Künstlern und Künstlerinnen nichts vorzuschreiben. Grundgesetz, Artikel 5, Absatz 3: „Kunst und Wissenschaft, Forschung und Lehre sind frei.“ Punkt. Nur eine sich gegen alle Versuche der Einflussnahme – ob vom Staat, von Religionen, einer Partei oder einer NGO – wehrende tatsächlich freie Kunst sorgt dafür, dass etwas passiert, dass es scheppert, dass es weiter geht.

Wer das nicht will, wer Ruhe, Konsens und Kontemplation braucht – wofür ich durchaus Verständnis habe –, der sollte mit der Kultur aufhören und sich zurückziehen. Da gibt es bekanntlich viele Möglichkeiten: Kloster, evangelische Jugendbildungsstätte, ein Studio für Alexander-Technik … Ich selbst stehe, wie gesagt, jeden Tag mindestens drei Mal kurz vor dem Ausstieg. Aber solange man den Absprung nicht wirklich schafft, sollte man einfach tapfer weiterrandalieren. Auch auf die Gefahr hin, für irre gehalten zu werden.

» Hartmut El Kurdi

Abgelegt unter Kolumne des MonatsKommentare deaktiviert für El Kurdis Kolumne im Juni: Kurz-Manifest für eine irre Randale-Kultur

Stadtkinder kochen Bitter Lemon Cookies

Tags: , , ,

Stadtkinder kochen Bitter Lemon Cookies


Manchmal braucht es einen kleinen Seelentröster. Zum Beispiel, wenn der Urlaub zu Ende geht und man wieder zur Arbeit muss. Oder wenn man Liebeskummer hat. Oder wenn man über die Katze gestolpert, die Treppe heruntergefallen ist und sich dabei das Gesicht aufgeschürft hat (hallo!). Vielleicht braucht man aber auch keinen Seelentröster, sondern hat einfach Lust auf was Süßes. So oder so: Es ist keine schlechte Idee, Bitter Lemon Cookies zu backen.

Genau genommen ist es sogar eine sehr gute Idee, denn wirklich niemand wird unglücklicher, wenn er diese Kekse isst, im Gegenteil. Also machen wir uns ran: Wir brauchen eine große Bio-Zitrone, im Idealfall ohne Kerne. Dazu noch 90 g Butter, 150 g Mehl, 75 g gemahlene Mandeln, 120 g braunen Zucker, 1 TL Backpulver, ein Ei, 1 TL Vanillearoma, 150 g weiße Schokolade und – aber das ist optional – 30 g Mandelblättchen.

Als erstes waschen wir die Zitrone, stecken sie in einen kleinen Kochtopf mit Wasser und kochen sie für 10 Minuten. Ja, genau. Die ganze Zitrone wird gekocht. Hinterher schneiden wir die Blüte ab und die Zitrone auf (ggf. pulen wir noch die Kerne raus), ehe wir sie samt Schale in ein hohes Gefäß geben und pürieren. Ist das geschehen, rühren wir 2 TL vom Zucker unter und stellen die Lumumpe für ein paar Minuten beiseite. Der Zucker wird einiges von der Bitterkeit ausgleichen, eine leichte Bitternote sollte aber bestehen bleiben. Den Kochtopf mit dem heißen Wasser benutzen wir gleich weiter: Über dem Wasserbad schmelzen wir die gehackte weiße Schokolade zusammen mit der Butter. Schön langsam, damit es nicht flockt. In der Zwischenzeit können wir den Backofen vorheizen: Ober-/Unterhitze und 175°C und ein Blech mit Backpapier belegen.

Dann rühren wir das Ei mit der Vanille und dem Zucker cremig-schaumig, bis der braune Zucker sich aufgelöst hat und fügen unter ständigem Rühren die Schokoladen-Butter-Masse hinzu. Anschließend kommt die Zitronenmatsche dazu und wird gewissenhaft glatt gerührt. Nun legen wir den Schneebesen weg und nehmen stattdessen einen Teigschaber zur Hand, mit dessen Hilfe wir die trockenen Zutaten (Mehl, Backpulver und gemahlene Mandeln) vorsichtig unterheben. Kurz stehen lassen – fünf Minuten reichen schon – damit das Gluten seine Arbeit, nämlich kleben, machen kann. Dann platzieren wir Teigkleckse auf das Backblech, jeweils einen großzügigen Esslöffel voll. Da der Teig insgesamt 18 Kekse ergibt, machen wir zwei Runden à 9 Kleckse. Diese können wir jetzt mit Mandelblättchen bestreuen, was sich später im Mund schön anfühlt, wir können es aber auch lassen und das Blech direkt für 11 Minuten in den Backofen schieben. Wenn sie am Rand goldig und in der Mitte noch weich sind, ist es perfekt. Sobald das Blech aus dem Ofen kommt, ziehen wir das Backpapier mit den Keksen runter, damit sie auf dem heißen Blech nicht noch nachgaren, sondern schön weich bleiben. Erst jetzt bereiten wir die zweite Teigrunde mit einem weiteren Backpapier vor, da der Teig recht flüssig ist und schnell zerfließt. Auch hier wieder: Elf Minuten ins Rohr, vielleicht auch nur zehn, wenn der Ofen so richtig in Gang ist. Nach dem Abkühlen der Kekse noch ein bisschen Puderzucker darüber streuen, reinbeißen und sich freuen.

» IH

Abgelegt unter Einkauf & Genuss, Stadtkinder kochenKommentare deaktiviert für Stadtkinder kochen Bitter Lemon Cookies

Stadtkinder essen: 60 seconds to napoli

Tags: , ,

Stadtkinder essen: 60 seconds to napoli


Wie kommt man in 60 Sekunden nach Neapel? Das neue Pizza­restaurant in der Rathenaustraße, direkt hinter der Oper, scheint die Antwort darauf zu haben. 60 seconds to napoli ist mit seinem neuen Standort in Hannover das 30. Restaurant seiner Art in Deutschland und erfreut sich großer Beliebtheit. Seit Ende März hat die Filiale geöffnet und serviert neapolitanische Pizzen – das Besondere daran: ein sehr dünner Boden in Verbindung mit einem weichen, dicken Rand. Wie das schmeckt, wollen wir jetzt herausfinden.

Beim Eintreffen stellen wir direkt fest: the hype is real, denn wir müssen trotz Reservierung in einer Schlange warten. Das Lokal ist schummrig beleuchtet: dunkle Holzvertäfelungen, eine dunkelrote Decke, schwarze Garnitur und bordeauxfarbene Samtsessel. Besonders auffällig sind die großen, organisch geformten, orangen Lampen, die im Fensterbereich hängen – sehr schick! Nun aber zum Essen – wir sind heute auf pflanzlicher Mission. Ein erster Blick in die Karte verrät direkt, dass wir nicht verhungern müssen. Es gibt sechs vegane Pizzen, sogar einen pflanzlichen Nachtisch und Kaffeegetränke können mit Hafermilch bestellt werden. Wir entscheiden uns für zwei Homemade Drinks namens Pure Lady und Red Passion (je 6,50 Euro). In den Genuss dieser kommen wir nach Aufgabe der Bestellung relativ schnell. Bei Red Passion, eine Mixtur aus Zitronensaft, Himbeeren, Minze, Agavendicksaft und Sprudelwasser, dominiert definitiv die Säure der Zitrone, die Fruchtigkeit der Himbeere lässt eher zu wünschen übrig. Bei Pure Lady treffen Limettensaft und Sprudelwasser auf Pfirsich- und Himbeerpüree. Das ist eine ziemlich süße Angelegenheit. Aber je mehr von den Eiswürfeln schmelzen, desto leckerer wird das Getränk.

Auf unser Essen müssen wir leider knapp 50 Minuten warten. Uns wird mitgeteilt, es gäbe ein Problem in der Küche. Währenddessen finden wir – Internet sei Dank – heraus, dass sich der Name des Restaurants auf die Backzeit der Pizza bezieht: Nach 72 Stunden Teigruhe wird die Pizza bei 485 Grad für 60 Sekunden gebacken. Passend dazu kommen endlich unsere Pizzen. Der Beilagensalat (7 Euro) schmeckt recht beliebig, die Kalamata-Oliven on top sind aber eine echte Bereicherung. Jetzt wird es interessant: Die Vegan Nduja (15,90 Euro) ist angelehnt an eine scharf-würzige, pastenartige Rohwurst aus Kalabrien. Belegt mit einer an eben diese Wurst erinnernde Paste, grüner Paprika und Zwiebeln entsteht eine wortwörtlich runde Sache! Der Teig ist sehr lecker, der Rand lässt sich super mit ein wenig Knoblauchöl und Salz verputzen. Auch die Margherita Vegan (13,90 Euro) überzeugt uns mit ihrem Fokus auf die fruchtige Tomatensauce und den vermutlich auf Cashewkernen basierenden Mozzarella.

Zum Nachtisch darf es noch das Vegan Strawberry Crumble (8,50 Euro) und ein Espresso (2,50 Euro) sein. Letzteren hätten wir bei Abgabe einer Google-Bewertung sogar kostenlos erhalten, was die bereits über 1.000 Bewertungen des Google-Maps-Eintrags erklären könnte. Der Crumble, eine luftig-flüssige Vanillecreme auf einem Keksboden und garniert mit leider bloß vier Erdbeerscheibchen, erfüllt das Bedürfnis nach einem süßen Abschluss. Nach unserem zweistündigen Besuch sind wir sehr satt und recht zufrieden. Für die Pizza würden wir auf jeden Fall wiederkommen!

» Larissa Peters

60 seconds to napoli
Rathenaustraße 12, 30159 Hannover
60secondstonapoli.de
Mo-So 11.30-0 Uhr

Abgelegt unter Einkauf & Genuss, Stadtkinder essenKommentare deaktiviert für Stadtkinder essen: 60 seconds to napoli

Folge uns