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Literarisches: Annette Hagemann

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Literarisches: Annette Hagemann


Annette Hagemanns Schreiben gerät ins Fließen. Wörter tropfen, Silben wachsen, Buchstabengefüge blühen hinein in das eigene Denken und durchbrechen menschengemachte Binaritäten. Der im Januar 2024 erschienene „Katalog der Kiefermäuler. Notate und Gedichte“ ist eine Jonglage über wuchernde Fragen des Alltäglichen, die doch so nie gestellt werden. Hagemann vereint träumerische Lyrik und prosaische Gedichte naturnah und weltergreifend.

„Ich habe einmal in den Herrenhäuser Gärten Gärten Messiaens ,Catalogue d’oiseaux‘ (‚Katalog derVögel‘) gehört. Und dann bin ich auf den biologischen Begriff der Kiefermäuler gestoßen“, erzählt Annette Hagemann. Im Erdaltertum entwickelt, gehören Kiefermäuler zu den Wirbeltieren, die sich durch einen besonders bezahnten Kiefer auszeichnen, was wiederum eine besondere Art der Nahrungsaufnahme ermöglicht: Fische, Amphibien, Reptilien, Vögel, Säugetiere – und auch der Mensch reiht sich hier ein. „Katalog der Kiefermäuler“ ist ein Tanz um und durch das Wesen der eigenen Zeit sowie das eigene Sterbenmüssen. Die Lyrikerin erklärt: „Im Buch widmet sich ein Kapitel den Vögeln, eines den Wasserwesen – und überall spielen Menschen eine Rolle: wie sie sich gegenüber den Tieren und Pflanzen und auch untereinander verhalten. Ich finde es einigermaßen absurd, dass wir Menschen uns als etwas von der ‚anderen Natur‘ Separates verstehen, und ich glaube, dass von dieser Abspaltung und von all diesen binären Kategorien viele unserer heutigen Probleme herrühren. Last but not least sind wir aber doch einfach nur Kiefermäuler, die sich diesen Planeten teilen.”

Der „Katalog der Kiefermäuler“ beginnt in der italienischen Lagunenstadt im Jahr 2022. Wir hören und sehen raubende Möwen in der Mittagshitze, sirrende Mücken und Nachbar*innen, vorbeiwandernden Wolken sowie unser eigenes Treiben. „Viele meiner Gedichte entstehen unterwegs, auf Reisen“, erzählt Annette Hagemann und fährt fort „das Unterwegssein öffnet massiv die Poren: Allein der Ortswechsel, das Sich-nicht-Auskennen bringt ja schon die Sinne und die Wahrnehmung auf Trab. Zwei der fünf Kapitel der ‚Kiefermäuler‘ sind daher auch in Venedig und auf der dortigen Biennale entstanden.“ Magisch real lyrikt Hagemann über die Natur und den Menschen: „Und löchrig wie ein Einkaufsnetz ist nachts mein Schlaf, durch den die Hitze dreißig Grad heiß und auch die Mücken und die Geräusche des fensterklappernden Hinterhofs mit Leichtigkeit zu mir hereindringen. Doch manches Mal bleiben auch von innen ein paar Fische aus meinen Träumen darin hängen, ein zappelndes Schillern, das mir guttut, mich erhebt wie eine Welle aus selbstgesponnenem Regen.“ Hagemann berichtet: „Ein Motiv, das mich sehr – und schon länger und auch weiterhin – beschäftigt, ist Natur und das Verhältnis der Menschen zu ihr. Also auch das Verhältnis der Menschen zueinander. Und dann taucht – wie im Kapitel zur Biennale – auch immer wieder die Kunst als Motiv und Motivgeber auf. Kunst regt einfach zu einem unkonventionellen Blick an und bringt damit neue Kunst in Gang.“

Annette Hagemanns neuer Gedichtband ist prosaische Lyrik über Kiefermäuler, ihr Zusammenleben und ihre Herausforderungen als Individuen und miteinander. Ihre mäandernden Texte erzählen von nie Geborenem, Unsichtbarkeiten und der fließenden Gegenwart. Anders als in früheren Bänden von Hagemann sind die „Kiefermäuler“-Gedichte jedoch weniger verdichtet, so die Autorin selbst: „Ich glaube, sie sind etwas prosaischer, erzählerischer geworden, etwas leichter zu verstehen, wobei man bei Lyrik auch nicht jeden Satz verstehen muss – es wäre gut zu versuchen, ein Gedicht einfach wie Musik zu genießen.”

Annette Hagemann, geboren 1967 in Münster, lebt seit 1997 in Hannover und arbeitet für das Kulturbüro Hannover. Seit 2003 veröffentlicht sie Gedichte in Lyrikzeitschriften, Anthologien, im Hörfunk und im Internet. Im September erscheint zudem ein weiterer Gedichtband von Annette Hagemann mit dem Titel „Die fünfte Jahreszeit“ in der Lyrikedition Hannover (Wehrhahn Verlag) – zu erleben am 27. September im Literaturhaus Hannover.

108 Seiten

19,80 Euro

Band 101 der edition offenes feld

Herausgegeben von Jürgen Brôcan

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Literarisches: Heiner Gudehus

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Literarisches: Heiner Gudehus


Einer für den zweiten Blick“ – so sieht sich der ehemalige Versicherungsvorstand und Autor Heiner Gudehus selbst, der sein literarisches Hobby in Pandemiezeiten zum Beruf gemacht hat. Doch was steckt hinter der Aussage? Eine literarische Analyse…

Sein Genre reicht von seriöser Fachliteratur, fiktiven Geschichten bis hin zu humorvollen Gedichten: „Ich arbeite immer an unterschiedlichen Sachen gleichzeitig.“ Aber wie kommt man als Versicherungsvorstand auf Gedichte? Tatsächlich spielten Bücher schon früh eine Rolle in Heiner Gudehus‘ Leben. Angefangen mit Micky Maus Heften, die Tante Erna regelmäßig mitgebracht hat, wandte sich der Geschmack in Richtung klassische Belletristik: Karl Mays „Winnetou“, Dostojewskis „Schuld und Sühne“ oder Arthur Conan Doyles „Sherlock Holmes“. Auch der Weg nach dem Abitur führte Heiner Gudehus in die Welt der Bücher. Vor seinem Studium der Wirtschaftswissenschaften machte der gebürtige Mellendorfer eine Ausbildung zum Verlagsbuchhändler in einem Schulbuchverlag. Doch waren die Jobs damals knapp und so folgten nach dem Studium verschiedene berufliche Funktionen in der Schaden- und Unfallversicherung.

Der Versicherungsbranche zumindest verdankt Heiner Gudehus jede Menge fachlichen Input, die ihn zu Fachbüchern wie „Heute schon agil gewesen?“ inspirierten. In diesem Werk untersucht der Hobbyautor unter seinem Passnamen Heinrich Gudehus Methoden des Projektmanagements – an dieser Stelle mit einem Augenzwinkern. Seinen Humor stellt er aber insbesondere unter dem Künstlernamen Ernst. C. Drole in seinen fiktiven Geschichten und Gedichten unter Beweis, in denen er praktische Anwendungen witzig verpackt. Seine Werke drehen sich alle rund um Innovation und Kreativität sowie Humor und Witz – wobei diese Dinge für Heiner Gudehus zusammenhängen: „Innovation und Witz erfordern ein Um-die-Ecke oder wie die Kreativen sagen, ein Out-of-the-Box-Denken.“ Und so bediente sich der ehemalige Versicherungsvorstand dieser Methoden selbst und nutzte sein Ausscheiden aus dem Berufsleben 2019 und die bald folgenden Lockdowns schlichtweg zum Schreiben. Inzwischen verzeichnet Heiner Gudehus zwei Veröffentlichungen zu Strategiefragen im Versicherungsbereich und drei weitere Fachbücher zum Thema Innovation. Unter Ernst C. Drole sind 14 Werke erschienen, die das Tierreich, seltsame Begebenheiten und Jahresrückblicke beinhalten. Selbst ist der Mann: Der Wahlschriftsteller ist in jeder Hinsicht sein eigener Boss und veröffentlicht seine Werke in Eigenregie mit Kindle Direct Publishing. Geneigten Lesenden empfiehlt der Autor nach „Zukunft braucht Innovation“ (Heinrich Gudehus) oder „Seltsame Begebenheiten – Band I“ (Ernst C. Drole) in der Suchmaske des Internetriesen zu suchen.

Überhaupt steht die Zeit unter einem kreativen Stern, denn seine schriftlichen Ergüsse untermalt Heiner Gudehus zusätzlich mit eigenen Illustrationen. Auch das Malen begleitet ihn von Kindesbeinen an: „Für die Bücher brauchte ich an der einen oder anderen Stelle ein paar Zeichnungen, die hab ich dann eben selbst gezeichnet. Ich würde das eher als gehobene Kritzelei bezeichnen.“ In seiner Freizeit spielt der auf einem Bauernhof in der Wedemark Aufgewachsene Saxophon, fährt viel nach Frankreich und trifft sich mit französischen Freuden im In- und Ausland. Das Berufliche ist mittlerweile im Nebel der Vergessenheit verschwunden: „Ich beschäftige mich jetzt mit dem, was mich immer mehr interessiert hat; ich konnte es mir vorher schlicht nicht leisten. Ansonsten bin ich mittlerweile schon altersbedingt jemand, mit dem man gut auskommt.“ Klingt danach!

Von: Anna Pakosch & Silvia Witte

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Literarisches April: Renate Folkers

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Literarisches April: Renate Folkers


Mit der stark autobiografisch geprägten Erzählung „Briefe an Ella“ räumt Renate Folkers literarisch ihr Leben auf. Es ist eine Geschichte über tragische Schicksalsschläge, Trauerbewältigung, Depressionen und die Aufarbeitung fehlgeleiteter Gefühle. Die Autorin erzählt wie es ihr gelang, alte Verhaltensweisen zu ändern, um ein gutes Selbstwertgefühl zu entwickeln und davon, in dem sehr belasteten Mutter-Tochter-Verhältnis eine Begegnung auf Augenhöhe hinzubekommen. Heute ist Renate Folkers‘ Devise die Buddhistische Weisheit: Tu was du willst, aber nicht, weil du musst!

„Briefe an Ella“ erzählt die Geschichte einer Frau, die als Kind ihre Schwester und als junge Frau ihre Eltern verliert. Verluste, welche viel zu lange nicht aufgearbeitet wurden und die die Erzählerin ihr ganzes Leben hindurch begleiteten. „Kein Mensch sprach damals von Trauerarbeit. Da war es ein guter Plan, in Briefen den Gefühlen von Verlust, Wut und auch der Trauer Raum zu geben. Insofern habe ich die Texte von damals überarbeitet und verwendet“, erzählt Renate Folkers. Von der Einsamkeit in der Kindheit bis hin zu immer wiederkehrenden Träumen von der längst verstorbenen und unerreichbar scheinenden Mutter Ella bringen die Autorin auf ihren Weg. „Das schreckliche Ereignis hatte sich tief in meine Seele eingebrannt, mich traumatisiert und lange anhaltenden psychischen Schaden angerichtet“, so heißt es im Buch. Es brauchte viel disziplinierte Arbeit, um aus den Fängen der Depressionen und der Angst einen Ausweg zu finden. Folkers beschreitet und beschreibt diesen Weg in ihrem Roman und schafft letztendlich „den Absprung von einem Zug (…), der in voller Fahrt auf ein Desaster zurollte.“

Das Schreiben der Erzählerin gestattete ihr eine andere Art von Nähe zu ihrer verstorbenen Mutter aufzubauen und sie dadurch am Leben nach deren Tod teilhaben zu lassen. „Ausschlaggebend, dieses Thema aufzugreifen, war ein Workshop mit dem Titel ‚Briefe an meine Mutter‘, den ich leiten durfte. Die Erkenntnisse und Schilderungen der Teilnehmenden (Frauen über 70) weckten in mir das Bedürfnis, mich mit dem Thema intensiver zu beschäftigen“, berichtet Folkers. Sie schafft sich ihre eigene Art, um mit der Konfrontation von Trauer und Tod umzugehen und mit Achtsamkeit den Überforderungen Einhalt zu gebieten sowie die eigenen Grenzen zu erkennen. Die Autorin erklärt: „Das Buch zu schreiben war in der Tat eine Befreiung. Die Trauer hat einen festen Platz bekommen und endlich ihre Macht verloren. Der Depression konnte ich erst nach und nach zu Leibe rücken. Es war ein steiniger Weg, der sich gelohnt hat und in jeder Hinsicht eine Bereicherung war. Über das Schreiben habe ich zu meiner Mutter einen ganz anderen Zugang bekommen. Ich bin mit ihr in einem einvernehmlichen Miteinander, keine Vorwürfe, keine Schuldgefühle. Alles ist gesagt und gut“, so Folkers. Dank diverser Reha-Maßnahmen und Therapie-Aufenthalte findet die Ich-Erzählerin Anlaufstellen, die ihr helfen, geistig zu genesen, der Depressionen den Rücken zu kehren. Es ist die berührende Geschichte einer erwachsenen Frau, die viel Schmerz aushalten musste und schlussendlich lernt zu hinterfragen und ihre eigene Meinung zu haben … und am Ende das Gefühl hat: „so wie ich bin, bin ich genug“.

Für die 1950 in Nordfriesland geborene Renate Folkers ist das kreative Schreiben zu einem intensiven und wichtigen Teil des Lebens geworden. Sie lebte über 50 Jahre in Husum, wo auch ein Großteil der Erzählung spielt. Seit ihrem Berufsausstieg 2009 schreibt sie Kriminalromane, Kurzgeschichten und Gedichte auf Hoch- und Plattdeutsch und lebt seit acht Jahren in Hannover.

152 Seiten

13 Euro

dco-Verlag

renatefolkers.de

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Literarisches: Angela Schönewald

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Literarisches: Angela Schönewald


Was macht frau, wenn sie zu fest angeschnallt in den Traktorgurten ihres einst gewählten Lebens festsitzt? Schafft frau es überhaupt zu entkommen? Von ihrem Ehemann, der ländlichen Misere und einem Familienunternehmen, das sie ihr ganzes Leben lang mit aufgebaut hat? Noch nie hat sie sich über Harry beschwert, doch jetzt wagt sie einen ersten Sprung. Angela Schönewald erzählt in „Mein Mann, nennen wir ihn Harry“ die Geschichte einer Frau, die endlich bereit ist ihre Geschichte zu teilen und sich selbst zu priorisieren. Skurrile Figuren fragen nach, welches Leben sie im Alter leben wollen – und das auf eine ganz besondere künstlerische Art und Weise.

Eine Frau fährt nach München, ohne nach München fahren zu müssen, einfach weil sie eine Entscheidung treffen muss. Sie sucht sich einen Sitzplatz neben einem Mann mit beruhigender Ausstrahlung und beginnt ihm ihre Geschichte anzuvertrauen. Ihre und Harrys Geschichte. Zusammen betreiben sie und ihr Ehemann einen Landmaschinenhandel. Harry ist viel beschäftigt und reichlich unterwegs, vor allem an den Wochenenden. Er trinkt gerne Bier, verachtet Kunst und seine Treue scheint gerade zu kurz zu kommen. Doch im Gegensatz zu Harry bringen ihre Neugier und Weltoffenheit sie dazu ein Mobile an Ereignissen in Bewegung zu bringen und dem kulturellen Niemandsland den Rücken zukehren zu wollen. Sie freundet sich mit Ela, der Frau des Pfarrers, an und zusammen stellen sie sich die Fragen: Welches Leben will ich im Alter? Und kann ich Zufälle und Unsinn für mich nutzen?

Irgendwann zieht jeder Mensch eine Lebensbilanz. Vielleicht mit Mitte 20, Mitte 50 oder erst im Rentenalter. Doch wie sieht die aus? Was reicht mir? Und was sollte mir reichen? Schönewalds Roman zieht diese Bilanz für die Erzählerin und diese sieht gar nicht mal so glücklich aus. Wie sieht der Weg aus, wenn man sein Leben nochmal komplett umkrempelt? Was muss ich zurücklassen? „Mich interessieren persönliche Entwicklungsprozesse, die aus einer zementierten Lage heraus entstehen. Ich wollte in meinem Roman untersuchen, was passieren kann, wenn sich ein Mensch in einem passenden Moment (Kairos) bewusst entschließt, etwas völlig unerwartetes und unsinniges zu tun. Welches Mobile an Möglichkeiten setzt er in Bewegung, wenn er bereit ist, einen ersten unerwarteten Schritt zu gehen?“, erzählt die Autorin und ergänzt: „Und es sollte unbedingt etwas mit Kunst sein. Mir ist klar, dass Kunst und Literatur zwei voneinander getrennte Felder sind. Aber in meinem Denken werden sie manchmal zu einem einzigen Feld.“

Weiter führt Schönewald aus: „Mein Roman könnte Leser*innen interessieren, die sich mit ihrer Lebensbilanz befassen und sich dabei auch die Frage stellen, welches Leben sie im Alter leben wollen. Besonders angesprochen sind Leser*innen, die Kunst lieben und einen Sinn für Unsinn und Skurriles haben. Der Harry-Roman richtet sich aber auch an Stadtkinder, die von einem späteren Leben auf dem Land träumen.“

Angela Schönewald wurde 1953 in einem Dorf in Nordhessen geboren. Sie erzählt: „Es sind viele Erinnerungen und Beobachtungen aus meiner nordhessischen Kindheit eingeflossen. Meine Oma war überdurchschnittlich kommunikativ. Mit großem Interesse hatte ich bei jeder Gelegenheit dem Klatsch und Tratsch in unserem Dorf gelauscht.“ Die Autorin hat Bauingenieurwesen und Interdisziplinäre Arbeitswissenschaft studiert. Zuletzt begleitete sie Entwicklungsprozesse von Personen und Teams in Organisationen und veröffentlichte Artikel in Fachzeitschriften. Neben dem Schreiben stellt sie kinetische Kunstobjekte aus Metall her, die unter anderem in der GEDOK-Galerie und im Kunstraum j3fm in Hannover ausgestellt waren. Ihr ganz besonderes Interesse gilt den absurden Lebenssituationen und den skurrilen Figuren, die auch ihren ersten Roman ausmachen. Schönewald berichtet: „Als Erwachsene hatte ich immer wieder mal an die Möglichkeit des Schreibens gedacht, aber das Schreiben eines Romans wollte ich mir nicht zutrauen. Doch dann fing ich mit der Kunst und etwas später auch mit dem Schreiben an. Aus meiner damaligen Sicht, hatte ich mich an einem bestimmten Punkt entschieden, etwas Unsinniges zu tun.“

Gerade schreibt das Multitalent an einem neuen Roman: „Der Tag, er beginnt Gestern“. „Auch hier geht es wieder um skurrile Nebenfiguren, Kairos, Kunst und Unsinn und vielleicht auch um einige Klischees“, erzählt Angela Schönewald.

Epubli-Taschenbuch

185 Seiten

10 Euro.

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Literarisches: Tiziana Olbrich

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Literarisches: Tiziana Olbrich


What’s your story?“ – Mit diesen Worten beginnen für Josie unerwartete und vor allem unvergessliche 24 Stunden mit Leland, ihrem chilenischen Hostelbettnachbarn, in den romantischen Straßen von Rom. In Tiziana Olbrichs Liebesroman „Just One Night In Rome. Liebe kennt keine Distanz“, der im Juli 2023 erschienen ist, geht es um die Liebe, das Leben und darum, wie man aus dem komplizierten und angsteinflößenden Prozess des Erwachsenwerdens endlich ein Abenteuer machen kann. Ein Buch, in dem es nicht darum geht, was nächste Woche oder in drei Monaten ist – es geht ums Jetzt. Ein echtes Wohlfühlbuch für romantische Reiseliebhaber*innen.

Goethe hat in Rom seine Wiedergeburt erlebt und das soll Rom auch für Josefine sein – ein Ort des Neuanfangs. Um zu verdrängen, dass ihr fester Freund sie mit ihrer besten Freundin betrogen hat, beschließt Josie Urlaub in Rom zu machen. Doch Josie muss feststellen, dass sich ihre Probleme nicht auflösen, nur weil sie vor ihnen wegläuft. Und auch wenn zumindest die nervigen und schnarchenden Hostelmitbewohner sie kurz an andere Sorgen denken lassen, hat das schöne und ehrfürchtige Rom keine magischen Heilkräfte, die alle Probleme ausradieren. Josie vergräbt sich in ihrem ungemütlichen und sperrigen Hostelbett, bis sie von Leland, ihrem chilenischen Hochbettnachbarn angesprochen wird. Aus einem tiefen und innigem Gespräch wird ein Abenteuer in Roms außergewöhnlichen Straßen, dass Josie ihre Lebensentscheidungen hinterfragen lässt. Manchmal muss man verrückten Wegen folgen, um sein Glück an unerwarteten Orten zu finden.“ Doch Leo wohnt am anderen Ende der Welt und Josie weiß nicht, ob sie ihn je wiedersehen wird. Ist eine Nacht voller Abenteuer genug, um ihr ganzes Leben umzukrempeln?

Bereits kurz nach dem erscheinen ihres Debütromans „Escape the Ordinary“ im Jahr 2019 begann Olbrich, die ersten Entwürfe des auf einer wahren Begebenheit beruhenden Romans zu verfassen. Tiziana Olbrich erzählt: „Die Rohfassung des ersten Bandes war innerhalb von zwei Monaten fertig. Die Worte sind geradezu aus mir herausgeflossen, da der Plot von Anfang an feststand. Die Romanfiguren und Nebenhandlungen sind natürlich rein erfunden. Die Dilogie lebt vom Reiseflair und da ich die beschriebenen Länder alle selbst zu dieser Zeit besucht habe, konnte ich viele der Eindrücke direkt in meinem Manuskript verarbeiten.“ Die junge Autorin führt anschaulich durch Roms architektonische Gassen und Sehenswürdigkeiten. „Ich baue stets echte Orte und persönliche Tipps ein. Eine Geheimbar in Paris, die sich hinter einer Waschmaschine versteckt? Das beste Eis in Rom? Ein unvergleichliches Naturwunder in Chile? Ich verrate sie euch!“

Und auch der zweite Teil der Opposite-Worlds-Dilogie, „Just one more Adventure. Einladung zu einem Abenteuer“, ist bereits im Oktober 2023 veröffentlicht worden und erzählt, wie und ob es mit Josies und Leos Liebesgeschichte weitergeht. „Mir war es wichtig, auch die Herausforderungen einer Fernbeziehung und die Entwicklung des multikulturellen Paares zu zeigen und den Roman nicht nach dem ersten Band abrupt enden zu lassen. Der Anfang vom zweiten Band beruht noch sehr auf meinen Erlebnissen. Das echte Leben ist allerdings weniger dramatisch als ein Buch“, berichtet die reisebegeisterte Autorin. Und auch hier sind Reisetipps, in diesem Fall für Lissabon, inklusive. „Jedes meiner Bücher spielt in einem anderen Land und die jeweilige Kultur und Atmosphäre spielt eine entscheidende Rolle.“

„Aktuell schreibe ich gerade an einem Krimi, wobei auch hier die Liebesgeschichte nicht zu kurz kommt. Eine Prise Liebe gehört für mich einfach dazu“, erzählt Olbrich und erklärt weiter: „Das Setting ist inspiriert von einem alten französischen Schloss, in dem ich für ein Jahr gelebt habe. Glamourös, spannend und natürlich romantisch!“

Tiziana Olbrich ist Autorin und Lektorin, hat in Hildesheim studiert und ist 2019 nach Chile ausgewandert. Anstatt wie zuvor als Marketingmanagerin tätig zu sein, arbeitet sie jetzt freiberuflich als Buchredakteurin und Autorin von Liebes- und Kriminalromanen. Mittlerweile hat die 1989 in Hannover geborene Autorin bereits in sieben Ländern gelebt, was deutlich in ihren Büchern spürbar und lesbar ist. „Aber egal wo ich hinkomme, ich schwärme überall, immer von meiner grünen Heimat. Für mich ist eins ganz klar: Wenn ich in Deutschland lebe, dann nur in Hannover!“

Mehr Infos auf www.tizianaolbrich.de.

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Literarisches: Sabine Kuhn

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Literarisches: Sabine Kuhn


Eines haben alle Bücher von Sabine Kuhn gemeinsam. Und auch gemeinsam mit der Autorin selbst: Die Verwoben- und Verbundenheit der Länder Deutschland und Mexiko. In ihrem neuen Kriminalroman „Im Schatten der Lichtblicke“, der im September dieses Jahres veröffentlicht wurde, verbindet die Autorin die zwei verschiedenen Mentalitäten und schafft dadurch ein einzigartiges Zusammenspiel der beiden Nationalitäten, denn „Bücher sind für mich Brücken zu den Herzen der Menschen“, beschreibt Kuhn.

In Sabine Kuhns zweitem Kriminalroman erlebt die Berlinerin Laura Meinhardt einen heftigen Schicksalsschlag, als sie bei einer Entführung durch eine Drogenbande während ihres Urlaubs in Mexiko ihren Mann und ihren Sohn verliert. Um nach den Geschehnissen und dem Krankenhausaufenthalt in München zurück ins Leben finden zu können, begleitet sie ihren Arzt Christian auf eine Kreuzfahrt. Hier versucht sie mit Hoffnung und Kraft ihr Trauma aufzuarbeiten. Auch Christian hat einen menschlichen Verlust erlebt: Sein Sohn ist mit fünf Jahren spurlos verschwunden. Durch das gemeinsame Schicksal verbunden, finden sie Trost und neues Glück, welches jedoch auf die Probe gestellt wird, als Laura ihrem Entführer in New Orleans wieder begegnet und auch weitere mexikanische Häfen auf der kommenden Route ihrer eigentlich so erholsamen Kreuzfahrt liegen.

„Ich schätze mich sehr glücklich, seit meiner Kindheit mit zwei Mentalitäten aufgewachsen zu sein, denn dies erweitert die Sichtweise auf die Dinge in hohem Maße“, erzählt mir Sabine Kuhn im Zusammenhang mit ihrem Krimi. „Im Schatten der Lichtblicke“ ist die vierte Publikation der in Mexiko-Stadt geborenen Autorin. Für ihre Schulzeit und ihr Abitur besuchte sie eine deutsche Schule in Mexiko-Stadt, ihr Studium zur Internationalen Diplom-Betriebswirtin absolvierte sie in Hannover sowie in Mannheim. Seit 2001 arbeitete sie im familieneigenen Unternehmen. Aufgrund der steigenden Kriminalität, die auch in ihrem Kriminalroman eine große Rolle spielt, verließ sie Mexiko im Jahr 2019 und lebt seitdem in Deutschland. Kuhn erklärt: „Ich habe mein ganzes Leben in Mexiko verbracht und möchte mit diesem Kriminalroman die augenblickliche Lage meiner Heimat näherbringen, auch die organisierte Kriminalität. Mexiko ist meine Heimat, das mexikanische Leben, die Menschen und die Traditionen prägen deshalb mich und mein Schreiben sehr.“ Und sie ergänzt weiter: „Ich denke aber, dass ich in Zukunft auch Romane in Deutschland spielen lassen werde, da ich beide Länder sehr liebe und schätze.“

Ihre Leidenschaft zum Schreiben begann bereits in der Grundschule und im Spanischunterricht. „In meiner Freizeit habe ich oft Kurzgeschichten geschrieben“. Vor ihrem neusten Werk veröffentlichte sie bereits den Kriminalroman „Das Kleid auf dem Klavier“, den Ratgeber „Glücksreise durch eine bunte Welt voller Botschaften“ sowie die Geschichte „Ein Weihnachtswunder in 9 Tagen“. „Ich sammle gerade viele Ideen für Kriminalromane und Sachbücher. Die Jahreszeit und auch die augenblickliche Weltsituation entscheiden darüber, welches Buch ich als nächstes schreibe. Tatsächlich schreibe ich vor allem meine Kriminalromane am besten bei schlechtem Wetter, dann bin ich sehr inspiriert“, erzählt die Autorin und fährt fort: „Es gibt nichts Schöneres, als in eine Handlung einzutauchen und das Gefühl zu haben, diese für einen Moment selbst zu erleben, mit allen Höhen und Tiefen.“

Gerade arbeitet Kuhn an ihrem vierten Kriminalroman und an ihrem nächstem Sachbuch, in welchem es vor allem um das Thema Rücksicht im Alltag gehen soll. Abschließend erzählt Sabine Kuhn: „Von besonderer Bedeutung ist für mich mein Online-Shop, der hoffentlich Anfang Dezember startklar sein wird. Ich möchte mit meinen Büchern viele Menschen erreichen. Wir erleben gerade weltweit unruhige, herausfordernde Zeiten. Ich wünsche mir, dass wir am Ende alle Botschafter des Alltags werden.“

novum Verlag

264 Seiten

21,90 Euro

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