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Gründungsstory Juli 2026: SprachHorizont-Hannover – Deutsch im Job für Ausbildung und Beruf

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Gründungsstory Juli 2026: SprachHorizont-Hannover – Deutsch im Job für Ausbildung und Beruf


Aus einer spontanen Entscheidung am Tag der Deutschen Einheit wurde ein Unternehmen mit klarer Mission: Menschen sprachlich so zu stärken, dass sie sich im Berufsalltag sicher bewegen können. Manuela Garib und Sevdet Şat haben mit SprachHorizont-Hannover einen Bildungsträger gegründet, der berufsbezogene Deutschkurse für Auszubildende, Fachkräfte und Menschen mit Migrationsgeschichte anbietet. Besonders im Gesundheits- und Sozialwesen unterstützen sie Teams und Auszubildende dabei, sprachliche Hürden im Arbeitsalltag zu überwinden.

Die beiden Gründerinnen bringen langjährige Erfahrung als Dozentinnen für Deutsch als Fremd- und Zweitsprache mit. In ihrer täglichen Arbeit stellten sie immer wieder fest, dass klassische Sprachkurse oft nicht ausreichen, um die Anforderungen des Berufslebens abzudecken. „Wir haben immer wieder gesehen, wie groß der Bedarf an wirklich berufsnaher Sprachförderung ist – besonders in der Pflege“, berichten sie. Viele Teilnehmende hätten zwar über solide Sprachkenntnisse verfügt, seien jedoch in konkreten beruflichen Situationen unsicher gewesen. „Viele konnten ,Schuldeutsch‘, fühlten sich aber unsicher im beruflichen Miteinander.“

Im Angestelltenverhältnis entwickelten Garib und Şat zahlreiche Ideen, wie Sprachförderung praxisnäher gestaltet werden könnte. Doch nicht immer stießen diese Vorschläge auf offene Ohren. „Oft hieß es jedoch: ,Das reicht so.‘“ Für die beiden war das schließlich der Auslöser, eigene Wege zu gehen. „Am Tag der Deutschen Einheit 2024 haben wir entschieden: Wir gründen selbst.“ Der symbolträchtige Entschluss fiel bei einem Treffen in einem Café und markierte den Startschuss für SprachHorizont-Hannover.
Es folgten Monate intensiver Aufbauarbeit. Die Gründerinnen entwickelten Konzepte, führten erste Kurse durch, knüpften Kontakte zu Einrichtungen und arbeiteten am Qualitätsmanagement ihres Unternehmens. Im August 2025 nahm SprachHorizont-Hannover schließlich offiziell den Betrieb auf. Heute bieten sie berufsbegleitende Deutschförderung online, vor Ort oder hybrid an und trainieren mit ihren Teilnehmenden genau die Sprachsituationen, die im Arbeitsalltag entscheidend sind: Übergaben, Dienstgespräche, Dokumentationen, Telefonate oder Patientengespräche. „Geübt werden nicht nur Strukturen und Grammatik, sondern vor allem das Deutsch, das im Arbeitsalltag wirklich gebraucht wird“, erklären die Gründerinnen.

Unterstützung auf dem Weg in die Selbstständigkeit erhielten Garib und Şat von hannoverimpuls. Nachdem sie verschiedene Anlaufstellen kontaktiert hatten, fühlten sie sich dort von Beginn an ernst genommen. Besonders die individuelle Beratung habe ihnen geholfen, die nächsten Schritte zu strukturieren. Eine Aussage sei ihnen dabei besonders in Erinnerung geblieben: „Sie bringen alles mit, was es für eine Gründung braucht. Machen Sie es richtig – nicht nur nebenbei.“ Diese Ermutigung habe sie durch viele weitere Gründungsschritte getragen.

Auch Sylwia Chalupka, Projektleiterin Gründerinnen-Consult bei hannoverimpuls, sieht großes Potenzial in dem Konzept: „Mit SprachHorizont-Hannover haben Manuela Garib und Sevdet Şat ein Angebot geschaffen, das den Nerv der Zeit trifft: praxisnahe, berufsbezogene Sprachförderung, die direkt im Arbeitsalltag wirkt.“ Besonders die Kombination aus fachlicher Expertise und einem tiefen Verständnis für die Anforderungen von Pflege, Ausbildung und Betrieben mache das Angebot so wertvoll.

Mit ihrem Unternehmen möchten die Gründerinnen künftig weitere Branchen erschließen. Ihr Ziel bleibt dabei unverändert: Menschen die sprachliche Sicherheit zu geben, die sie benötigen, um Verantwortung zu übernehmen und erfolgreich im Berufsleben anzukommen. Denn, davon sind Garib und Şat überzeugt, gute Kommunikation ist oft der Schlüssel für mehr Handlungssicherheit im Job.

» AL

SprachHorizont-Hannover
Manuela Garib & Sevdet Şat
Tel. 0511 51524243
info@sprachhorizont-hannover.de
www.sprachhorizont-hannover.de

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Literarisches: Reinhard Mischke

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Literarisches: Reinhard Mischke


Reinhard Mischkes Bildband „Unterwegs im Tiergarten Hannover“ ist nicht nur eine Ruheoase für jeden, der oder die es betrachtet, sondern auch ein Ort zum Entdecken. Mit seinem Objektiv fängt er eine atemberaubende Atmosphäre ein und bringt den Duft sowie die zarten Geräusche der Natur direkt in Nase und Ohr der Betrachtenden. Vom Singvogel bis zum Rothirsch lichtet Reinhard Mischke die Bewohner des Tiergartens in ihrem natürlichen Lebensraum ab, sodass man die Chance bekommt, die Tiere auch in Momenten zu betrachten, in denen sie sich ganz unbeobachtet fühlen und man normalerweise nicht zu Gesicht bekommt.

Der Tiergarten Hannover ist nicht nur ein schöner Ort, der Ruhe und Erholung in der Stadt ermöglicht, sondern ist für viele heimische Wildtiere ein Zuhause. Sowohl in Freigehegen als auch teils freilaufend lassen sich die verschiedensten Tierarten beobachten – und Reinhard Mischke fängt sie alle mit seiner Kamera ein: Ob beim Schlafen, auf Nahrungssuche, beim Herumtollen, aus nächster Nähe oder weiter Ferne. Singvögel, Eichhörnchen, Damhirsche, Wildschweine, Rehe, Nilgänse, Rothirsche und Mufflons; sie alle finden bei ihm einen Platz. Nicht nur Tierliebhaber kommen hier auf ihre Kosten. Der Tiergarten Hannover zeichnet sich auch durch seine naturschöne Wald- und Wiesenlandschaft aus. Reinhard Mischke liefert neben besonderen Bildern auch interessante Fakten über die Historie des Parks und die abgelichteten Tiere. Geschmückt mit kleinen Anekdoten und hin und wieder eine Prise Humor, sind seine Texte unterhaltsam und für jeden verständlich aufbereitet. Als Tierarzt und Professor an der Tierärztlichen Hochschule Hannover hat er die nötigen Informationen sofort parat. Eine tolle Ergänzung zum Fotomaterial. Wer will, kann sich also einfach an der Tiervielfalt und der Liebe zum Detail sattsehen und die, die noch etwas dazulernen wollen, werden nicht enttäuscht. Entstanden sind die Aufnahmen meist am Wochenende, gelegentlich auch vor oder nach seiner Arbeit. „Für Tierbilder ist man am besten ganz früh oder relativ spät unterwegs“, berichtet er. „Im sanften Morgenlicht oder in der Dämmerung, wenn sich der Park etwas leert und die Tiere mutiger werden, lassen sich die interessantesten und schönsten Fotos gewinnen.“

Die Fotografie ist für Reinhard Mischke nicht nur eine nebenberufliche Leidenschaft. „Für mich ist es gleichzeitig ein Ausgleich zur Tätigkeit als Tierarzt, die ja viel Zeit und Kraft erfordert. Vor allem da man häufig mit den Schicksalsschlägen kranker Tiere konfrontiert wird. Da ist die Atmosphäre und beispielsweise die Beobachtung einer Mufflonherde im Tiergarten genau das Richtige, um die Gedanken kreisen zu lassen“, erzählt er. Nicht nur heimische Tiere interessieren ihn, denn Reinhard Mischke ist schon viel in der Welt herumgekommen und seine Kamera war immer dabei. Tierportraits und Landschaftspanoramen in den unterschiedlichsten Klimazonen, über oder unter Wasser konnte er bereits ablichten. Seit knapp 20 Jahren publiziert er regelmäßig seine Bilder und Fotostrecken in foto- und naturkundlichen Journals und Magazinen und liefert dazu immer spannende, wissenswerte Texte. Seine Reisen haben ihn schon an die unterschiedlichsten Orte dieser Welt geführt: Unter anderem auf die Malediven zum Tauchen mit Schildkröten, Haien und Delfinen, mehrmals nach Costa Rica zu Tapiren und Nasenbären, auf die Falklandinseln zu Pinguinen und Seeelefanten und vielen weiteren nennenswerten Zielen. „Dabei habe ich so viel erlebt, dass ich gar nicht sagen könnte, welche die schönste Reise gewesen ist“, ergänzt er. Unbedingt bereisen wolle er noch Namibia und die Atacama Wüste, unter anderem aufgrund der besonderen Landschaft. Auf die Frage, welches der vielen Tiere, die er in seinem Leben bereits gesehen hat, sein liebstes ist, hat Reinhard Mischke eine unterhaltsame, fast unerwartete Antwort: „Gegen die Erwartungen der Besitzerinnen und Besitzer meiner Patientinnen und Patienten sind meine Lieblingstiere die Meerschweinchen. Meine Frau und ich haben ein Pärchen und bei uns zu Hause, Chiquitita und Leo heißen sie.“

Wer sich nun noch immer nicht an Reinhard Mischkes Bildern sattsehen kann, der darf sich freuen, denn er verrät, dass voraussichtlich nächstes Jahr ein Bildband über den Hermann-Löns-Park mit Annateich erscheinen wird, der wie der Tiergarten zu einem der bedeutendsten Gartenkunstwerke Hannovers zählt.

» Lilly Struckmeier

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Der Freundeskreis im Gespräch mit Naomi Peter und André Lawiszus

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Der Freundeskreis im Gespräch mit Naomi Peter und André Lawiszus


Naomi Peter ist seit zehn Jahren in der Veranstaltungsbranche unterwegs und hat seit letztem Sommer die Projektleitung für das Maschseefest. André Lawiszus, Geschäftsführer der Hannover Veranstaltungs GmbH (HVG), ist seit der Neuausrichtung 2011 dabei und hat das Konzept mitentwickelt, später als Prokurist, seit September 2024 als Geschäftsführer. Wir treffen die beiden wenige Wochen vor dem Startschuss. Am 22. Juli öffnet das Maschseefest zum 38. Mal – in diesem Jahr zeitgleich mit den Finals mit 24 Deutschen Meisterschaften. Die Tage sind lang, die To-do-Listen länger, und ein Gespräch ist eigentlich gar nicht drin. Trotzdem nehmen sie sich Zeit.

Naomi, du hast die Projektleitung beim Maschseefest. Was genau landet auf deinem Schreibtisch? Was ist dein Job?

NP: Alles, ehrlich gesagt (lacht). Die Gesamtorganisation teilt sich in viele Bereiche auf: Verkehr, Gastronomie, Programm, Infrastruktur, Sicherheit – Letzteres in enger Abstimmung mit unserem Veranstaltungsmeister Olli Schulte. Dazu kommen interne Absprachen, Genehmigungsverfahren mit der Stadt, die Kommunikation mit allen Partnern und Dienstleistern. Jedes Thema hat seine eigene Dynamik, eigene Beteiligte, eigene Tücken. Es ist umfangreich, ich könnte hier jetzt noch eine ganze Weile sitzen und weitererzählen.

Wie lang sind deine Tage gerade?

NP: Im Durchschnitt elf Stunden – seit einigen Wochen. Aber danach habe ich bestimmt auch irgendwann mal frei (lacht). Oder, André?

AL: Bestimmt.

Kannst du die Frage noch hören, wie das ist, als Frau in diesem harten Geschäft?

NP: Ich kann sie noch hören – und ich finde sie auch berechtigt. Für mich persönlich ist das intern bei der HVG kein Thema. Der Umgang ist fair, meine Expertise ist anerkannt. Draußen sieht das aber noch häufig ganz anders aus. Die meisten Ansprechpartner sind männlich. Man gewöhnt sich über die Jahre eine bestimmte Art an, damit umzugehen. Ein dickes Fell ist hilfreich – das gilt für diese Branche aber generell. Und es gibt natürlich auch jede Menge positive Erfahrungen, was den Umgang betrifft. Ich bin jetzt bald 33 und habe schon einige Jahre in der Veranstaltungsbranche hinter mir – ich komme mit meiner Rolle inzwischen gut zurecht. Aber ich würde mir natürlich insgesamt wünschen, dass das kein Thema mehr wäre und diese Frage sich irgendwann erledigt.

Das Fest gibt es seit 1986 – dieses Jahr zum 38. Mal. André, was ist das Erfolgsgeheimnis?

AL: Die entscheidende Wende kam 2011, als wir die HVG gegründet und das Fest von Grund auf neu aufgestellt haben. Vorher war das Maschseefest irgendwie einfach da – aber ohne das Konzept, das es heute trägt. Wir haben das Motto „In 19 Tagen um die Welt“ entwickelt, strukturierte Ausschreibungsverfahren eingeführt, Transparenz und Klarheit reingebracht. Für viele Gastronomen war es anfangs befremdlich, plötzlich 80- bis 100-seitige PDFs zu bekommen. Aber dadurch entstand Raum für neue Gesichter und mehr Qualität – und eine Chance für Gastronomen, die vorher noch nie dabei gewesen waren. Wir haben im Laufe der Jahre viele Dinge verändert, ohne dass die Gäste das so bewusst wahrgenommen haben. Wir haben zum Beispiel den Schwerlastboden erweitert, die Standgestaltung weiterentwickelt. Die Professionalisierung über mehr als zehn Jahre – das ist, glaube ich, der eigentliche Kern der Erfolgsgeschichte.

Du hast die Geschäftsführung im September 2024 von Hans Nolte übernommen. Wie hat sich das angefühlt, plötzlich Chef zu sein?

AL: Das Verantwortungsgefühl ist natürlich ein anderes. Früher gab es immer noch Hans. Wenn etwas brannte, hat Hans das geregelt. Heute muss ich es regeln. Und das gilt nicht nur für das Maschseefest, dazu kommt der Feuerwerkswettbewerb, die Glitterbox und vieles mehr. Das ist schon eine spannende und herausfordernde Aufgabe. Aber nach all den Jahren ja auch gelernt. Das Maschseefest war 2011 zuerst noch ein Halbjahresjob, heute ist es längst ein echter Ganzjahresjob. Als Naomi Anfang 2024 zu uns kam, haben wir das Fest dann gemeinsam organisiert – mit dem klaren Plan, dass ich später die Gesamtverantwortung für die HVG übernehme und das Maschseefest wirklich in ihre Hände übergeht.

Der Druck auf euch wächst wahrscheinlich mit jedem Tag bis zur Eröffnung.

NP: Der mediale Druck ist im Grunde permanent da. Viele Menschen schauen drauf, das Presseinteresse ist groß – nicht ganzjährig, aber doch auch schon im Vorfeld eine ganze Weile, und rund ums Fest natürlich so richtig. Aber für mich ist der eigentliche Druck, dass ich den Gästen etwas Besonderes bieten möchte. Die Leute nehmen ja teilweise einen sehr weiten Weg in Kauf und kommen mit einer gewissen Erwartungshaltung. Was sich dazu wirklich stark verändert hat, ist die sicherheitstechnische Dimension. Die Verantwortung, die Veranstalter heute tragen müssen, ist enorm – das gilt für die gesamte Branche, nicht nur für uns. Sicherheitskonzepte sind inzwischen eine Wissenschaft für sich.

AL: Als wir 2011 angefangen haben, war das Druckgefühl für mich noch ein anderes, ein schwereres. Weil sehr viel noch nicht klar und gelernt war. Inzwischen gehört der Druck für mich zum Alltag. Man wächst ja mit den Situationen, mit den Krisensitzungen, den Erfahrungen. Dieses heftige Druckgefühl hat sich also mit der Zeit relativiert. Wir entwickeln das Fest täglich weiter, wir geben unser Bestes, für die Gäste ein schönes Sommererlebnis zu bieten. Und unseren Gastronomen wünschen wir 19 Tage Sonnenschein und gute Umsätze. Das Wetter können wir nicht beeinflussen. Ich denke, was wir geschaffen haben, ist ja durchaus vorzeigbar. Ein tolles Aushängeschild für die Stadt, ein echter Mehrwert für unser Image und einfach eine schöne Veranstaltung.

Schlaft ihr eigentlich gut und tief?

AL: Man träumt schon mal lebhaft. Je näher der Starttermin rückt, desto mehr nimmst du das Fest mit nach Hause. Was ist morgen dran? Kriegen wir das rechtzeitig hin? Wie wird das Wetter? Dann rufen Gastronomen an, die ihr Konzept noch leicht tunen wollen. Mit diesen Gedanken schläfst du ein und wachst damit auch wieder auf. Das hat sich aber mit den Jahren bei mir auch verändert. Ich schlafe heute sehr viel besser. Man weiß irgendwann einfach, dass man alle Situationen schon einmal gemeistert hat. Und dass man das wieder hinbekommt. Man bekommt auch einfach ein dickeres Fell.

NP: Ich habe mir zum Glück angewöhnt, auch unter Druck gut zu schlafen. Ich habe mir das in den Jahren im Privatsektor bei großen Events antrainiert. Aber nervös und angespannt bin ich natürlich durchaus. Und ich finde das auch okay. Es braucht ja eine gewissen Spannung. Wenn mir etwas wichtig ist, kommt das automatisch. Und ich möchte ja das Beste erreiche. Mein eigener Anspruch ist hoch, das wirkt sich schon aus.

Über 200 Acts, 35 Gastronomien, 20.000 Quadratmeter – wie plant man das, ohne den Überblick zu verlieren?

NP: Den Überblick behält man einfach durch klare Strukturen, eine enge Kommunikation mit allen Beteiligten und vor allem die physische Präsenz. Ich bin 19 Tage durchgehend vor Ort und gehe mehrfach um den See – auch zur Kontrolle bei den Gastronomen.

AL: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist notwendig. Wir haben Brauereiverträge, die eingehalten werden müssen. Wenn jemand das falsche Bier im Kühlschrank hat, stehen die Brauereivertreter sofort auf der Matte. Dann müssen wir eingreifen, reden, eine Lösung finden. Gastronomen wollen ihren Gewinn maximieren – das verstehe ich. Aber das Gesamtkonstrukt muss funktionieren, und da sind wir manchmal gezwungen, den Zeigefinger zu heben.

Wie entscheidet ihr, welche Gastronomen dabei sind?

NP: Wir haben 2025 die Ausschreibungsperiode für drei Jahre gestartet – das heißt, bei den Hauptstandorten gibt es in diesem Jahr keine grundlegend neuen Konzepte. Das Grundprinzip bleibt das Motto „19 Tage um die Welt“: Alle Gastronomen entwickeln ein Länderkonzept, das sich gastronomisch und im Standbau widerspiegeln soll. Die Foodmeile schreiben wir jedes Jahr neu aus. Inzwischen kommen die Betreiberinnen und Betreiber aus ganz Deutschland, zum Teil auch aus dem europäischen Ausland. Es ist eine europaweite Ausschreibung und wer gut ist, gewinnt. Das bringt frischen Wind und spornt auch die alteingesessenen Gastronomen an. Keine Position ist sicher, nur weil man schon lange dabei ist. Man muss sich entwickeln. Vegane Speisen sind inzwischen zum Beispiel Pflicht – jeder Stand muss sie anbieten. Auf der Foodmeile gibt es außerdem eine Location, die nur veggie und vegan anbietet. Das hat sich inzwischen sehr gut etabliert.

AL: Es gibt ja immer diese Idee, dass möglichst alles aus Hannover kommen muss. Aber wenn sich jemand aus München oder Hamburg mit einem guten Konzept und überzeugenden Produkten präsentiert, dann ist das für mich einfach eine Bereicherung. Das belebt das Fest, das bringt Qualität, und Hannover profitiert. Ein Wettbewerb ist hier auf jeden Fall sinnvoll.

In diesem Jahr startet das Fest eine Woche früher wegen der Finals. Sport und Feiern direkt nebeneinander – wie koordiniert man das?

AL: Die Finals laufen vom 23. bis 26. Juli, Kanu und Rudern haben wir direkt auf dem Maschsee. Und ich finde, die Finals sind eine echte Chance, für das Fest und für Hannover insgesamt. Wir werden bundesweit im Fernsehen gezeigt, unsere Gastronomen haben in den ersten vier Tagen potenziell deutlich mehr Gäste, und die Sportlerinnen und Sportler haben plötzlich Publikum und Atmosphäre bei ihren Wettkämpfen. Abends treffen sich die Verbände auf dem Maschseefest – tagsüber Sport, abends Fest. Das ist ein schönes Zusammenkommen. Wir gehen auch gemeinsam nach draußen. Das Maschseefest erscheint auf den Finals-Plakaten, die Finals bei uns. Hand in Hand – Hannover zeigt, dass es Großveranstaltungen kann.

NP: Natürlich braucht das viel Kommunikation. Zwei Großveranstaltungen, zwei Einzelinteressen, da gibt es auch mal Reibungspunkte. Aber das ist völlig normal und ehrlich gesagt auch ganz gesund. Jede Seite versucht, ihre Veranstaltung bestmöglich zu vertreten. Wir haben inzwischen einen guten, regelmäßigen Austausch aufgebaut und planen eine gemeinsame Pressekonferenz am 29. Juni. Wir verantworten dann den Eröffnungsempfang im Courtyard. Die Eröffnungsshow liegt in der Hand der Finals, gemeinsam mit Hannover Concerts und der Stadt. Es gibt eine eigene Bühne am Eröffnungsmittwoch mit Acts, die beim regulären Maschseefest sonst nicht auftreten würden – die Details verraten wir aber noch nicht.

Was ist euer persönlicher Lieblingsmoment beim Fest?

NP: Der letzte Festsonntag. Nicht weil es dann vorbei ist – sondern weil es ruhiger wird und wir als Team selbst einmal kurz wirklich teilnehmen können, ohne gleichzeitig alles steuern zu müssen. Dann ist das Fest durchgeführt, und man kann kurz durchatmen. Aber auch die stillen Momente unter der Woche gefallen mir. Wenn wir um 14 Uhr öffnen, es noch ruhig ist und ich Zeit habe, in Ruhe mit den Gastronomen zu reden oder einfach mal am See entlangzugehen. Leute zu treffen. Das Maschseefest hat intern ja ein winziges Kernteam, aber das Gesamtteam ist riesig, alle, die dort arbeiten, sind Teil davon. Und diese Momente der Verbindung zu spüren, das mag ich sehr.

AL: Bei mir setzt so eine Erleichterung ein, wenn der Eröffnungsabend gut gelaufen ist. Die ersten zwei Tage – dann atmet man durch. Danach fliegt das Fest regelrecht, und plötzlich ist man fast am Ende und wundert sich, dass es schon wieder vorbei ist Und dann ist man ein bisschen traurig, weil man wieder ein Jahr warten muss. Kopfmäßig ist man da aber schon beim Abbau, bei der Übergabe der Flächen zurück an die Stadt. Und dann dreht sich das Rad sofort wieder von vorne.

André, was kann Naomi, was du nicht so gut kannst? Was schätzt du besonders an ihrer Arbeit?

AL: Mich beeindruckt Naomis gründliche Arbeitsweise. Und sie schreckt vor nichts zurück, sie macht auch die unangenehmen Dinge. Einfach so, sie zieht das gnadenlos durch. Das verschafft mir natürlich Luft und hält mir den Rücken frei.

Und umgekehrt?

NP: Was ich sehr schätze, ist das Vertrauen und der Freiraum. Das Maschseefest ist kein normales Event – es ist ein Wildwuchs mit unzähligen Beteiligten. Dass ich diesen Übergang gemeinsam mit André gestalten durfte und jetzt wirklich den Raum bekomme, eigene Entscheidungen zu treffen, auch wenn André es vielleicht manchmal anders sieht, das ist nicht selbstverständlich. Der Umgang ist sehr fair.

» Lars Kompa

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Ehrenamtliches Engagement: Kinderbeirat Hannover

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Ehrenamtliches Engagement: Kinderbeirat Hannover


„Kinder für Kinder – das fanden wir sofort charmant“, sagt Michaela Necke und lächelt Stephanie Michel an, die sofort ergänzt: „Und dass Kinder wirklich selbst entscheiden dürfen, nicht wir Erwachsenen – das ist das Besondere.“ Sie sind die Initiatorinnen des Kinderbeirats Hannover, der seit 2019 zum bundesweiten Netzwerk von „Children for a better World“ gehört. Die Idee dahinter ist, früh für Kinder erlebbar zu machen, dass ihre Stimme zählt und ihr gesellschaftliches Engagement etwas verändern kann.

Die Kinder und Jugendlichen sind zwischen sieben und 18 Jahre alt und entscheiden gemeinsam über Fördergelder für soziale Projekte. Bis zu 1.500 Euro können pro Projekt vergeben werden. Ob ein Musical an einer Brennpunktschule, ein Schul-Avatar für ein krebskrankes Kind an der MHH oder ein Aufenthaltsraum im Jugendzentrum Roderbruch: Die Entscheidungen über die Vergabe der Fördergelder treffen die Kinder vollkommen eigenständig. Stephanie und Michaela organisieren nur den Rahmen, legen aber großen Wert drauf, dass die Hilfe möglichst direkt ankommt.

Wer den beiden zuhört, merkt schnell, sie reden nicht einfach über ein Ehrenamt, sondern über eine Herzensangelegenheit. Im Gespräch mit den beiden wird viel gelacht und geschwärmt, vor allem dann, wenn es um „ihre“ Kinder geht – die Mitglieder des Kinderbeirats. Auch, was bei den Beiratstreffen passiert, klingt sehr vertraut. Es hört sich weniger nach Vereinssitzung und vielmehr nach einem ziemlich lebendigen Nachmittag und Freund*innen an. Es gibt Pizza oder Hotdogs, die Hunde laufen zwischen den Kindern hindurch, es wird Tischtennis gespielt – und erst dann wird über Kosten, Gerechtigkeit und darüber, was wirklich sinnvoll ist, diskutiert.

„Die Kinder rechnen richtig mit“, berichten die zwei Frauen begeistert. Einmal habe ein Projekt den kompletten zur Verfügung stehenden Betrag von 1.500 Euro für einen Schwimmbadausflug beantragt – inklusive Busfahrt. „Dann haben die Kinder gesagt: Wieso braucht ihr einen Bus? Mit der Bahn kostet das doch viel weniger.“ Also rechneten sie Fahrkartenpreise aus, kalkulierten Freibadeintritte und kamen am Ende zu dem Schluss, dass das Projekt toll, aber günstiger machbar ist. Genau diese Mischung aus Mitgefühl und Pragmatismus beeindruckt die beiden Initiatorinnen immer wieder. „Gerade die kleinsten Mäuse überraschen einen manchmal am meisten.“

Der Kinderbeirat stellt einen Ort dar, an dem schon die Jüngsten schnell lernen, Verantwortung zu übernehmen. Manche entwickeln sich zu echten Finanzprofis, andere zu Vermittlerinnen oder Teamplayern. „Da sieht man schon richtige Persönlichkeiten“, erzählt Stephanie. „Der eine weiß immer ganz genau, wie viel Geld noch da ist. Und der nächste achtet darauf, dass jede Meinung gehört wird.“

Dass die jungen Mitglieder ihre Verantwortung ernst nehmen, zeigt sich längst auch außerhalb der Treffen. Eine Teilnehmerin schlug inzwischen zum Beispiel selbst ein Schulprojekt vor, ein anderes Mädchen entwickelte eine Idee für ein Projekt für hörgeschädigte Kinder. „Das ist eigentlich der größte Erfolg“, strahlen Stepahnie und Michaela. „Dass ,unsere‘ Kinder anfangen, selbst hinzuschauen.“

Obwohl der Kinderbeirat gut in der Stadt vernetzt ist und zahlreiche Unterstützer*innen hat, fehlt es oft an Anträgen. „Wir brauchen mehr Projekte“, betonen die beiden Frauen. „Wir sind da, wenn jemand Unterstützung braucht, und wir helfen gern! Die Antragstellung funktioniert ganz unkompliziert über unsere Webseite.“

Vielleicht liegt die größte Stärke des Vereins aber auch genau darin, dass sie nicht groß für sich werben und, dass nicht groß von gesellschaftlicher Verantwortung gesprochen, sondern sie einfach übernommen wird. „Es ist uns einfach eine Herzensangelegenheit. Und deshalb möchten wir gern noch mehr Kindern in Hannover helfen, die finanziell benachteiligt, körperlich oder geistig beeinträchtigt sind. Meldet euch bei uns!“

» Laura Druselmann

Kinderbeirat Hannover
www.kinderbeirathannover.de
info@kinderbeirathannover.de
Förderanträge lassen sich ganz einfach über die Webseite ausfüllen und einreichen.

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Zur guten Nacht: Die nubische Akazien-Hornisse

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Zur guten Nacht: Die nubische Akazien-Hornisse


An einem warmen Juliustage saß die Großherzogin des Großherzogtums Klein-Unterniedern auf ihrer Veranda, eingepfercht zwischen Sahnetorten, Teekännchen und -tässchen sowie einer launigen Lektüre, mit der sie sich schon seit Tagen ihre Zeit vertrieb. Gerade wollte sie ihre Gabel wieder in besagte Torte versenken, als mit lautem Klatschen ein gefiedertes, faustgroßes Vogelvieh in selbige hineinschoss. Mit offener Kinnlade schaute die Großherzogin empört auf den bemerkenswert hässlichen Vogel, der mit aufgerissenem Schnabel, wie irrsinnig kullernden Augen und krampfartig zuckenden Flügeln und Beinchen in der großherzoglichen Torte ruderte und zu allem großherzoglichen Überdruss auch noch unkontrolliert Ausscheidungen in die besudelte Creme de la creme hineinschiss. „Pfui Spinne!“, entfuhr es der Großherzogin, die sich ein Herz nahm und nach ihrem Mediziner läutete, der als Hofgelehrter auch ein kundiger Ornithologe und Veterinär war. Dieser erschien auch kurz darauf und blickte bekümmert auf seine Herzogin und regelrecht bestürzt auf die Torte, in der das Vogeltier einen regelrechten Veitstanz aufführte. „Was“, wollte die Herzogin wissen, „ist denn nur in diesen garstigen Vogel gefahren, Johann?“ Es schwang eine Sorge in ihrer Stimme, die weniger der sich windenden und zuckenden Kreatur galt als vielmehr dem großherzoglichen Vogelbestand, dem eine elendige Seuche natürlich nicht gut zu Gesicht gestanden hätte. Johann, der Gelehrte, zückte sein Monokel, beugte sich dicht über das Tier im Sahnehaufen und strich ihm vorsichtig mit seinem Zeigefinger durchs Gefieder. Dann, mit durchaus triumphierenden, aber noch beherrschtem „Aha!“ blickte er wieder empor, hob schulmeisterlich einen Finger in die Höhe und sprach: „Vespa acaciae nubensis! Die nubische Akazien-Hornisse!“ Die Herzogin hatte ihre zu entgleisen drohenden Gesichtszüge gerade noch so im Griff. „Hornisse?“, fragte sie latent entgeistert. „Gewiss“, erläuterte der Gelehrte betont zustimmend. „Die nubische Akazien-Hornisse ähnelt ein bisschen der orientalischen Mörtelwespe, befällt allerdings auch Vögel und Säugetiere.“ Ein großherzogliches Auge verengte sich skeptisch, während Johann fortfuhr: „Im Grunde ganz einfach: Das Insekt sucht sich einen Wirt, fliegt ihn an, sticht und lähmt ihn. Dann befestigt die Hornisse ein Ei in Nähe der Tränendrüse und aus selbigem schlüpft alsbald eine Larve, die sich fortan in den Kopf des Wirtes vorarbeitet, um selbigen auszusaugen und sich zu nähren. Der Wirt neigt, wenn das Gift nachlässt, gelegentlich zu starken Muskelzuckungen und -krämpfen, die im Laufe der Zeit bloß noch peristaltischen Bewegungen weichen, ehe der Tod eintritt.“

„Pfui“, ekelte sich die Großherzogin, „pfui, pfui, pfui!“ Sie schnappte sich den Tortenheber und katapultierte das noch immer zuckende Bündel aus Federn und Sahne in die äußerste Ecke der Veranda. „Kümmern sie sich darum, Johann!“, trug sie dem Hofgelehrten auf, der sich souverän umwandte, die große Heilige Schrift vom Bücherstapel nahm und das auf den Verandafliesen herumhüpfende Tier – Klatsch! – zerschmetterte. Dann hob er die Heilige Schrift, wischte das tote Tier über die Verandabrüstung, reinigte den Ledereinband mit seinem Ärmel und machte sich daran, die Großherzogin zu beruhigen, die sich ängstigte, dass das scheußliche Insekt die schönsten Singvögel des Großherzogtums befallen könnte. Die Angst nahm ihr Johann geschickt und wortgewandt, sprach von invasiven Arten und Gegenmaßnahmen und stieß auf großes Gehör bei seiner Zuhörerin. Aber von Tag zu Tag und von Sahnetorte zu Sahnetorte fand sich das bizarre Schauspiel weniger und weniger in den Erinnerungen der Großherzogin, derweil die Belehrungen Johanns auf sie immer enervierender und dreister wirkten. Schließlich sprach er davon, dass es auf lange Sicht vonnöten sei, den großherzoglichen Reisedrang zu drosseln, die Holzöfen im Winter weniger zu nutzen und bei den großherzoglichen Forstgeschäften mehr Rücksicht auf natürliche Lebensräume zu nehmen. So ging das Tag für Tag, Woche für Woche: Johann redete sich immer mehr in Rage – und die Großherzogin bewegte sich zunehmend von Zustimmung zu Ablehnung, was aber Johann nur umso mehr anstachelte. Und schließlich kam der Tag, an dem der Großherzogin die nubische Akazien-Hornisse das kleinste aller Übel zu sein schien. So läutete sie an besagtem Tag, wieder eingepfercht zwischen Sahnetorte, Teekännchen und -tassen, nach Johann und setzte ihm bei sich bietender Gelegenheit eine zuvor eingefangene Vespa acaciae nubensis in den Nacken. Damit war ihr Problem dank der hilfreichen neuen Hornissenart gelöst und die Großherzogin aß Tag für Tag auf ihrer Veranda Sahnetorten, während Johann halb auf der Verandabrüstung hängend von Tag zu Tag weniger und weniger zuckte und ruderte. Und er würde wohl noch heute so zucken, hätte sich die Vespa acaciae nubensis nicht so restlos und gründlich gelabt.

» CK

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Stadtkinder kochen Zitronenpizza

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Stadtkinder kochen Zitronenpizza


„Eine ganze Zitrone! Gekocht, püriert und in Keksen verarbeitet! Langsam gehst du ein bisschen zu weit mit deiner Zitronensucht. Was kommt als Nächstes, Zitronen auf einer Pizza?“ „Halt mein Bier!“ So ungefähr ging das los. Ich fühlte mich herausgefordert und habe überlegt, wie sich das wohl am besten bewerkstelligen ließe. Natürlich, man kann seine Thunfischpizza mit Zitrone verfeinern. Oder Sardellen. Manche mögen sogar Shrimps auf ihrer Pizza (erinnert mich persönlich an Fahrradreifen, aber jeder so, wie er eben möchte) und auch dazu passt Zitrone. Der Star bleibt dabei aber der Fisch, bzw. das Krustentier. Wie gelingt es also, eine zitronigliche Vollumfänglichkeit zu erreichen? Nach einigem Tüfteln stellte sich das Ergebnis als zufriedenstellend dar:

Hefeteig, damit steht und fällt alles. Worüber sich diese oder jene Italiener untereinander kloppen, ist letztlich eine Geschmackssache: Möchte man den Teig höher und fluffiger haben, macht man den Hefeteig frisch, für einen flacheren Boden mit großen Poren gönnt man dem Teig einen Tag Ruhe. Vorstellbar ist, dass beide Varianten traditionell sind – das sagen einem logischer Menschenverstand und Ökonomie: Wenn man schon Teig ansetzt, warum dann nicht gleich für mehrere Tage? Mir persönlich ist der Teig lieber, wenn er geruht hat; knuspriger und weniger nach Hefe schmeckend. Für eine einzelne runde Pizza nehme ich also ein Teigstück in der Größe einer – ha! – Zitrone und rolle ihn mithilfe von etwas Hartweizengrieß rund aus. Aus einigen Esslöffeln Olivenöl, etwas Salz, einer fein gehackten Knoblauchzehe und Zitronenabrieb stelle ich nun die Basissauce her – Tomate ist an dieser Stelle nicht gefragt. Als Kräuter passen natürlich Oregano oder, um es auf die Spitze zu treiben, Zitronenthymian ganz hervorragend. Nachdem ich das Öl großzügig auf dem Teigfladen verteilt habe, bestreue ich ihn mit Käse, vorzugsweise schnittfestem Mozzarella. Der Käse sollte nicht zu kräftig sein, da durch die Zitrone noch Bitterstoffe hinzukommen und es dann schnell zu viel werden kann. Darauf verteile ich nun eine in feine Ringe geschnittene Schalotte und einige hauchdünne Zitronenscheiben, höchstens zwei Millimeter stark. Das Ziel ist, den Rand der Zitrone zu bräunen und das Fruchtfleisch schmelzen zu lassen, deshalb keinesfalls zu dick schneiden!

Den Backofen heize ich volle Tüte auf, mit allem, was drin ist, also meistens 250°C, Ober-/Unterhitze. Auf der untersten Schiene findet nun meine Pizza ihren Platz für etwa 8 Minuten. Dann sollte sie braun genug sein, während es in der Küche unwahrscheinlich lecker riecht. Kann davon bitte mal jemand ein Raumspray herstellen? Nach dem Herausnehmen bestreue ich die Pizza noch mit etwas Fleur de Sel und Zitronenpfeffer, einigen Blättchen Basilikum (Zitronenmelisse könnte auch fetzig sein) und esse alles auf. Niemand soll mir sagen, was ich nicht tun kann und erst recht nicht, was ich mit meinen Zitronen anstellen soll!

» IH

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