Tag Archive | "Stadtkind"

Ehrenamtliches Engagement: Über den Tellerrand

Tags: , ,

Ehrenamtliches Engagement: Über den Tellerrand


„Integration bedeutet nicht nur, eine Sprache zu lernen. Es bedeutet, Menschen zu treffen, etwas gemeinsam zu machen und sich wirklich zu verstehen.“ Die Initiative Über den Tellerrand zeigt, was möglich ist, wenn Menschen aus aller Welt sich offen begegnen – am Herd und im Herzen.

Öl knistert in der Pfanne, Wasser brodelt im Kochtopf, der Duft unterschiedlichster Kräuter und Gewürze liegt in der Luft: Wenn Über den Tellerrand zum Kochen lädt, wird es bunt. „Unsere Events sind nichts Strukturiertes, vielmehr etwas Fließendes, das sich über den Abend entwickelt“, erklärt Sara, die die Initiative seit rund einem Jahr mit vorantreibt.

Die Idee dahinter ist so einfach wie wirkungsvoll. Über den Tellerrand möchte Menschen zusammenbringen, indem sie gemeinsam in der Küche stehen. Angefangen hat alles 2013 in Berlin, als Studierende während der Flüchtlingsproteste am Oranienplatz mit einem Campingkocher auf den Platz gegangen sind, um gemeinsam mit Geflüchteten zu kochen. Dadurch ist ein Netzwerk entstanden, das interkulturelle Begegnungen auf Augenhöhe fördert und Vorurteile abbaut – inzwischen auch in Hannover.

„Es geht darum, dass die Leute nicht nur unter sich bleiben, sondern auch mal andere Kulturen kennenlernen“, erklärt Jay, der sich ebenfalls für die Initiative engagiert. „Und wo geht das besser als am Tisch beim Essen?“

Häufig nehmen Menschen teil, die Freude daran haben, ihre eigenen Rezepte zu präsentieren – oder „Menschen, die einfach gern essen“. Ein kulinarisches Thema entsteht an vielen Abenden erst spontan. Die Teilnehmenden bringen ihre eigenen Ideen mit und so kommen zum Beispiel indische, polnische, deutsche und türkische Varianten eines Gerichts zusammen. „Am Herd sieht man dann plötzlich, wie viele Rezepte und auch Geschichten in einem einzigen Gemüse stecken können.“

Dabei spielt es keine Rolle, welche Sprache jemand spricht. „Vielleicht ist jemand noch nicht lange hier und kann jemand kaum Deutsch“, erklärt Jay. „Aber beim Kochen versteht man sich trotzdem. Man zeigt einfach: So machen wir das bei uns.“ Das gemeinsame Kochen und Essen wird im Verlauf des Events zu einer universellen Sprache, die verbindet. „Und am Ende fühlt es sich an wie ein großes Familientreffen“, lächelt Sara.

Langfristig träumt das Team von Über den Tellerrand von einer mobilen Küche. Dadurch wären ihre Events nicht mehr ortsgebunden. „Wir könnten in Parks, auf Spielplätzen, vielleicht sogar mitten in der Stadt einfach unsere Küche aufbauen und sagen: Kommt vorbei, es gibt Essen.“

Besonders für Jay steckt dahinter eine größere Vision. „Wenn ein Fluss sich bewegt, bringt er Leben“, sagt er. „Bleibt der Fluss stehen, beginnt er zu stagnieren. Deshalb wünsche ich mir, dass die Initiative unbedingt in Bewegung bleibt und immer wieder neues Leben eingehaucht bekommt.“ Je mehr Menschen sich an den Kochabenden von Über den Tellerrand beteiligen, desto mehr Austausch ist möglich und „desto mehr können wir wieder zu einer Gemeinschaft werden, die zusammenhält. Wenn Menschen zusammen essen, verlieren sie die Angst voreinander.“

Schließlich geht es um etwas viel Größeres als verschiedene Rezepte und Gerichte zu entdecken oder darüber ins Gespräch zu kommen. Es geht um die Verbindung, die zwischen den Teilnehmenden der Kochabende entsteht, wenn sie über den eigenen Tellerrand blicken. „Das ist nicht nur wertvoll für jede Person einzeln, sondern für unsere ganze Gesellschaft.“

» Laura Druselmann

Abgelegt unter Ehrenamtliches Engagement, MenschenKommentare deaktiviert für Ehrenamtliches Engagement: Über den Tellerrand

El Kurdis Kolumne im Juni: Kurz-Manifest für eine irre Randale-Kultur

Tags: , , ,

El Kurdis Kolumne im Juni: Kurz-Manifest für eine irre Randale-Kultur


Wenn man im Kulturbetrieb arbeitet, stellt man früher oder später fest, dass man der einzige – oder wie es spätestens in fünf Jahren sogar im Duden stehen wird: der einzigste – Mensch in diesem Berufsfeld ist, der keinen Dachschaden hat. Die Grunderfahrung ist, frei nach Jean-Paul Sartre: Die Irren, das sind die anderen. Nur man selbst ist normal. Und klar, alle Menschen um einen herum denken das selbstverständlich genauso. Seit Jahren frage ich mich deswegen immer wieder, ob ich beruflich nicht etwas anderes machen sollte: Profi-Killer oder Englischlehrer. Osteopath, Hebamme, irgendwas mit Holz oder harten Drogen…

Denn als Kulturschaffender hat es man unter anderem zu tun mit: Unerträglich eitlen Autoren, gleichzeitig von Hybris und Minderwertigkeitskomplexen geplagten Regisseurinnen, um sich selbst kreiselnden Schauspielern, klugscheißernden Lektorinnen und ihr Gegenüber ins Wachkoma labernden Dramaturgen… Aber wenn ich ehrlich bin: Trotz aller anstrengenden Extrovertiertheit und Klischee-Exzentrik der richtigen Kunst-Irren, sind mir diese tausendmal lieber als die technokratischen Mutanten, die zunehmend die Schlüsselpositionen in dieser Branche besetzen. Denn unter denen ist die Egomanie – in Form von Karriere-Orientiertheit – ebenfalls extrem verbreitet, nur fehlen diesen Menschen die kreativen, mutigen und wirr-aktionistischen Aspekte der richtigen Kulturgestörten. Diese Funktionäre und Verwalter agieren eben nicht künstlerisch, sondern vor allem taktisch-politisch. Und nebenbei rationalisieren und ökonomisieren sie die Institutionen.

Es ist absurd und eklig, aus der Kultur einen beherrschbaren, braven Wirtschaftszweig machen zu wollen. Nicht, dass das nicht funktionierte, aber auf der sogenannten Hochkulturseite produziert man so eine Art geistige Mittelschichts-Wellness, Kultur als sprudelndes Entspannungsbad oder für die, die es richtig „deep“ haben wollen: Kunst als sinnstiftenden Religionsersatz. Auf der anderen, der angeblich unterhaltenden Seite entstehen realitätsfremde Scripted-Reality-Shows fürs Prekariat. Oder zynisch-oberflächlicher Selbstoptimierungs-Käse. Damit lassen sich in dem einen Fall ordentlich Subventionen abgreifen und im anderen fette Werbe-Millionen verdienen. Ist aber leider beides stinkelangweilig.

Nicht langweilig ist es, nachzudenken, zu analysieren und dann dazwischen zu funken, ins Regal zu pissen und dabei ästhetisch etwas zu wagen: komisch, gut gelaunt oder meinetwegen auch todernst und bitter. Immer dann, wenn man die Zumutung, die man hier als Welt angeboten bekommt nicht mehr erträgt. Extrem langweilig ist es hingegen, nur den Mund aufzumachen, wenn mal wieder eine Theater- oder Museums-Etat-Kürzung ansteht.

Sobald irgendwo der Satz fällt „Nee, das können wir nicht machen“, sollte man es unbedingt tun. Wenn jemand meint, etwas wäre zu schwierig – machen! Wenn jemand meint, etwas wäre zu schlicht – machen! Zu komplex – machen! Zu verständlich – machen! Zu politisch – machen! Zu unpolitisch – machen! Zu experimentell – machen! Zu sehr Mainstream – machen!

Und das nur nebenbei: Ich habe keine Ahnung, wer die Stuhlkreis-Idee aufgebracht hat, Kritik müsse „konstruktiv“ sein. Kritik muss vor allem kritisch sein. Mir geht es dabei auch gar nicht um „meine“ Meinungen oder Inhalte; mir geht es darum, dass Kultur sich was traut, sich anlegt, sich streitet, einsteckt, selbst voll auf die Zwölf gibt – und nicht reinfällt auf diese öde Ausgewogenheitsideologie. Verwahren sollte man sich dabei gegen jede Einmischung, egal aus welchem politischen Lager. Auch aus dem eigenen. Politikerinnen und Aktivisten haben Künstlern und Künstlerinnen nichts vorzuschreiben. Grundgesetz, Artikel 5, Absatz 3: „Kunst und Wissenschaft, Forschung und Lehre sind frei.“ Punkt. Nur eine sich gegen alle Versuche der Einflussnahme – ob vom Staat, von Religionen, einer Partei oder einer NGO – wehrende tatsächlich freie Kunst sorgt dafür, dass etwas passiert, dass es scheppert, dass es weiter geht.

Wer das nicht will, wer Ruhe, Konsens und Kontemplation braucht – wofür ich durchaus Verständnis habe –, der sollte mit der Kultur aufhören und sich zurückziehen. Da gibt es bekanntlich viele Möglichkeiten: Kloster, evangelische Jugendbildungsstätte, ein Studio für Alexander-Technik … Ich selbst stehe, wie gesagt, jeden Tag mindestens drei Mal kurz vor dem Ausstieg. Aber solange man den Absprung nicht wirklich schafft, sollte man einfach tapfer weiterrandalieren. Auch auf die Gefahr hin, für irre gehalten zu werden.

» Hartmut El Kurdi

Abgelegt unter Kolumne des MonatsKommentare deaktiviert für El Kurdis Kolumne im Juni: Kurz-Manifest für eine irre Randale-Kultur

Stadtkinder kochen Bitter Lemon Cookies

Tags: , , ,

Stadtkinder kochen Bitter Lemon Cookies


Manchmal braucht es einen kleinen Seelentröster. Zum Beispiel, wenn der Urlaub zu Ende geht und man wieder zur Arbeit muss. Oder wenn man Liebeskummer hat. Oder wenn man über die Katze gestolpert, die Treppe heruntergefallen ist und sich dabei das Gesicht aufgeschürft hat (hallo!). Vielleicht braucht man aber auch keinen Seelentröster, sondern hat einfach Lust auf was Süßes. So oder so: Es ist keine schlechte Idee, Bitter Lemon Cookies zu backen.

Genau genommen ist es sogar eine sehr gute Idee, denn wirklich niemand wird unglücklicher, wenn er diese Kekse isst, im Gegenteil. Also machen wir uns ran: Wir brauchen eine große Bio-Zitrone, im Idealfall ohne Kerne. Dazu noch 90 g Butter, 150 g Mehl, 75 g gemahlene Mandeln, 120 g braunen Zucker, 1 TL Backpulver, ein Ei, 1 TL Vanillearoma, 150 g weiße Schokolade und – aber das ist optional – 30 g Mandelblättchen.

Als erstes waschen wir die Zitrone, stecken sie in einen kleinen Kochtopf mit Wasser und kochen sie für 10 Minuten. Ja, genau. Die ganze Zitrone wird gekocht. Hinterher schneiden wir die Blüte ab und die Zitrone auf (ggf. pulen wir noch die Kerne raus), ehe wir sie samt Schale in ein hohes Gefäß geben und pürieren. Ist das geschehen, rühren wir 2 TL vom Zucker unter und stellen die Lumumpe für ein paar Minuten beiseite. Der Zucker wird einiges von der Bitterkeit ausgleichen, eine leichte Bitternote sollte aber bestehen bleiben. Den Kochtopf mit dem heißen Wasser benutzen wir gleich weiter: Über dem Wasserbad schmelzen wir die gehackte weiße Schokolade zusammen mit der Butter. Schön langsam, damit es nicht flockt. In der Zwischenzeit können wir den Backofen vorheizen: Ober-/Unterhitze und 175°C und ein Blech mit Backpapier belegen.

Dann rühren wir das Ei mit der Vanille und dem Zucker cremig-schaumig, bis der braune Zucker sich aufgelöst hat und fügen unter ständigem Rühren die Schokoladen-Butter-Masse hinzu. Anschließend kommt die Zitronenmatsche dazu und wird gewissenhaft glatt gerührt. Nun legen wir den Schneebesen weg und nehmen stattdessen einen Teigschaber zur Hand, mit dessen Hilfe wir die trockenen Zutaten (Mehl, Backpulver und gemahlene Mandeln) vorsichtig unterheben. Kurz stehen lassen – fünf Minuten reichen schon – damit das Gluten seine Arbeit, nämlich kleben, machen kann. Dann platzieren wir Teigkleckse auf das Backblech, jeweils einen großzügigen Esslöffel voll. Da der Teig insgesamt 18 Kekse ergibt, machen wir zwei Runden à 9 Kleckse. Diese können wir jetzt mit Mandelblättchen bestreuen, was sich später im Mund schön anfühlt, wir können es aber auch lassen und das Blech direkt für 11 Minuten in den Backofen schieben. Wenn sie am Rand goldig und in der Mitte noch weich sind, ist es perfekt. Sobald das Blech aus dem Ofen kommt, ziehen wir das Backpapier mit den Keksen runter, damit sie auf dem heißen Blech nicht noch nachgaren, sondern schön weich bleiben. Erst jetzt bereiten wir die zweite Teigrunde mit einem weiteren Backpapier vor, da der Teig recht flüssig ist und schnell zerfließt. Auch hier wieder: Elf Minuten ins Rohr, vielleicht auch nur zehn, wenn der Ofen so richtig in Gang ist. Nach dem Abkühlen der Kekse noch ein bisschen Puderzucker darüber streuen, reinbeißen und sich freuen.

» IH

Abgelegt unter Einkauf & Genuss, Stadtkinder kochenKommentare deaktiviert für Stadtkinder kochen Bitter Lemon Cookies

Stadtkinder essen: 60 seconds to napoli

Tags: , ,

Stadtkinder essen: 60 seconds to napoli


Wie kommt man in 60 Sekunden nach Neapel? Das neue Pizza­restaurant in der Rathenaustraße, direkt hinter der Oper, scheint die Antwort darauf zu haben. 60 seconds to napoli ist mit seinem neuen Standort in Hannover das 30. Restaurant seiner Art in Deutschland und erfreut sich großer Beliebtheit. Seit Ende März hat die Filiale geöffnet und serviert neapolitanische Pizzen – das Besondere daran: ein sehr dünner Boden in Verbindung mit einem weichen, dicken Rand. Wie das schmeckt, wollen wir jetzt herausfinden.

Beim Eintreffen stellen wir direkt fest: the hype is real, denn wir müssen trotz Reservierung in einer Schlange warten. Das Lokal ist schummrig beleuchtet: dunkle Holzvertäfelungen, eine dunkelrote Decke, schwarze Garnitur und bordeauxfarbene Samtsessel. Besonders auffällig sind die großen, organisch geformten, orangen Lampen, die im Fensterbereich hängen – sehr schick! Nun aber zum Essen – wir sind heute auf pflanzlicher Mission. Ein erster Blick in die Karte verrät direkt, dass wir nicht verhungern müssen. Es gibt sechs vegane Pizzen, sogar einen pflanzlichen Nachtisch und Kaffeegetränke können mit Hafermilch bestellt werden. Wir entscheiden uns für zwei Homemade Drinks namens Pure Lady und Red Passion (je 6,50 Euro). In den Genuss dieser kommen wir nach Aufgabe der Bestellung relativ schnell. Bei Red Passion, eine Mixtur aus Zitronensaft, Himbeeren, Minze, Agavendicksaft und Sprudelwasser, dominiert definitiv die Säure der Zitrone, die Fruchtigkeit der Himbeere lässt eher zu wünschen übrig. Bei Pure Lady treffen Limettensaft und Sprudelwasser auf Pfirsich- und Himbeerpüree. Das ist eine ziemlich süße Angelegenheit. Aber je mehr von den Eiswürfeln schmelzen, desto leckerer wird das Getränk.

Auf unser Essen müssen wir leider knapp 50 Minuten warten. Uns wird mitgeteilt, es gäbe ein Problem in der Küche. Währenddessen finden wir – Internet sei Dank – heraus, dass sich der Name des Restaurants auf die Backzeit der Pizza bezieht: Nach 72 Stunden Teigruhe wird die Pizza bei 485 Grad für 60 Sekunden gebacken. Passend dazu kommen endlich unsere Pizzen. Der Beilagensalat (7 Euro) schmeckt recht beliebig, die Kalamata-Oliven on top sind aber eine echte Bereicherung. Jetzt wird es interessant: Die Vegan Nduja (15,90 Euro) ist angelehnt an eine scharf-würzige, pastenartige Rohwurst aus Kalabrien. Belegt mit einer an eben diese Wurst erinnernde Paste, grüner Paprika und Zwiebeln entsteht eine wortwörtlich runde Sache! Der Teig ist sehr lecker, der Rand lässt sich super mit ein wenig Knoblauchöl und Salz verputzen. Auch die Margherita Vegan (13,90 Euro) überzeugt uns mit ihrem Fokus auf die fruchtige Tomatensauce und den vermutlich auf Cashewkernen basierenden Mozzarella.

Zum Nachtisch darf es noch das Vegan Strawberry Crumble (8,50 Euro) und ein Espresso (2,50 Euro) sein. Letzteren hätten wir bei Abgabe einer Google-Bewertung sogar kostenlos erhalten, was die bereits über 1.000 Bewertungen des Google-Maps-Eintrags erklären könnte. Der Crumble, eine luftig-flüssige Vanillecreme auf einem Keksboden und garniert mit leider bloß vier Erdbeerscheibchen, erfüllt das Bedürfnis nach einem süßen Abschluss. Nach unserem zweistündigen Besuch sind wir sehr satt und recht zufrieden. Für die Pizza würden wir auf jeden Fall wiederkommen!

» Larissa Peters

60 seconds to napoli
Rathenaustraße 12, 30159 Hannover
60secondstonapoli.de
Mo-So 11.30-0 Uhr

Abgelegt unter Einkauf & Genuss, Stadtkinder essenKommentare deaktiviert für Stadtkinder essen: 60 seconds to napoli

Neu in der Stadt: Studio Sonsu und zahnhochdrei

Tags: , ,

Neu in der Stadt: Studio Sonsu und zahnhochdrei


Studio Sonsu – Galerie für zeitgenössische Druckgrafik

Von der Reise zur Galerie: Sonja und Yanick Süttmann fuhren 25 Monate lang im Geländewagen die Panamericana entlang – von Kanada bis Argentinien. Die Idee dahinter: Aus jedem bereisten Land sollte ein Kunstwerk mit nach Hause kommen. Am Ende lagen mehr als 90 Werke im Auto – Druckgrafiken, Zeichnungen, Gemälde und sogar eine Bronzestatue. Später entdeckten sie auch in Großbritannien eine junge Druckgrafik-Szene. Die zeigte ihnen, dass es zwischen günstigen Postern und unbezahlbarer Kunst eine kaum bekannte Welt der handgedruckten Originale gibt. Genau dies möchten sie mit Studio Sonsu nun ändern. In ihrer Galerie in Linden werden über hundert Werke internationaler Künstler*innen gezeigt – Radierungen, Siebdrucke, Holz- und Linolschnitte sowie Risographien. Alle Arbeiten sind signierte und limitierte Originale – keine Reproduktionen. Die Preise reichen von 25 bis 2200 Euro, die meisten Werke liegen zwischen 200 und 500 Euro. Sonja kuratiert die Sammlung und rahmt vor Ort. Ihre Erfahrung als Architektin prägt den Blick für Material und Komposition. Yanick kümmert sich um Online-Shop, Sichtbarkeit und digitale Prozesse. Studio Sonsu versteht sich als Galerie, Atelier und Treffpunkt zugleich – kein steriler White Cube, sondern ein Ort mit offener Tür, Sofa und Gesprächen über Kunst.

Teichstr. 2, 30449 Hannover. Di, Do und Sa 11-16 Uhr, Mi und Fr 13-18 Uhr. Mehr Infos und Onlineshop auf www.studiosonsu.de.

zahnhochdrei

Gemeinsam lachen wir am schönsten – dieses Motto prägt zahnhochdrei – eine Praxis, in der moderne Zahnmedizin auf echte Zusammenarbeit trifft. Hier wird Teamarbeit groß geschrieben: Wenn Menschen über Jahre gemeinsam arbeiten, entsteht mehr als Routine, sagen die drei Ärzt*innen, es entsteht ein gemeinsames Verständnis dafür, was sinnvoll ist – heute und langfristig. Drei Fachbereiche arbeiten hier nicht nebeneinander, sondern aus einem gemeinsamen Gedanken heraus: Zahnmedizin ganzheitlich zu betrachten und nachhaltig umzusetzen. So entstehen Lösungen, die funktionieren und langfristig Bestand haben. Das Behandlungsteam vereint fachliche Expertise mit Persönlichkeit, Präzision und Empathie. Dr. Teresa Algermissen, Expertin für Implantologie, Chirurgie und Ästhetik, verbindet Kompetenz mit Kreativität und Feingefühl. Christoph Johann steht für präzise, digital geplante Zahnmedizin mit Fokus auf Ästhetik und Zahnerhalt. Franziska Roberta Schneider verbindet moderne Kieferorthopädie mit Präzision und Innovationsgeist – für funktionale, harmonische und nachhaltige Ergebnisse. Die Praxis befindet sich auf dem Hanomag-Gelände – einem Ort mit Industriecharme, Loftwohnungen und viel Geschichte. Inspiriert von Boutique-Hotels und Cafés wurde hier ein Raum geschaffen, der nichts mit einer klassischen Zahnarztpraxis zu tun hat. Offen, ruhig und barrierefrei – die Räumlichkeiten wurden bewusst so gestaltet, dass Patient*innen sich wohlfühlen können. Termine können natürlich bequem online auf der praxiseigenen Website gebucht werden.

Hanomaghof 1, 30449 Hannover. Tel. 0511 51530370. Mehr Infos auf www.zahnhochdrei-hannover.de.

Abgelegt unter Einkauf & Genuss, Neu in der StadtKommentare deaktiviert für Neu in der Stadt: Studio Sonsu und zahnhochdrei

Der besondere Laden: MalZeit

Tags: , ,

Der besondere Laden: MalZeit


Wer die MalZeit in der List betritt, lässt für einen Moment den Trubel der Stadt hinter sich. Geselligkeit und Konzentration erfüllen den Raum zugleich. An den Tischen sitzen Menschen verschiedenen Alters, halten Pinsel in der Hand und betrachten Keramikrohlinge, die darauf warten, gestaltet zu werden. Viele kommen, um sich etwas Gutes zu tun. „Eine schöne Zeit kombiniert mit einem schönen Geschenk – für sich selbst oder für einen lieben Menschen“, so beschreibt Inhaberin Claudia ihr Konzept.

Die Idee zu diesem Ort kam ihr nicht in Hannover. Lange Zeit hat Claudia im Ausland gelebt und dort gemeinsam mit ihren Kindern das Keramikmalen entdeckt. Was als Freizeitbeschäftigung begann, wurde schnell zu weitaus mehr, nämlich zu einer Leidenschaft. Diese Leidenschaft nahm sie mit nach Deutschland und 2014 öffnete die MalZeit schließlich ihre Türen.

Seitdem ist viel passiert und doch wirkt der Laden, als sei er schon immer da gewesen. Womöglich liegt das an den Menschen, die immer wiederkommen. „Einige Kundinnen sind seit Tag eins dabei“, lächelt Claudia. Aus Neugierigen wurden über die Jahre Stammgäste, aus kurzen Begegnungen wurden gewachsene Beziehungen. „Manche junge Frauen haben früher ihre Kindergeburtstage hier gefeiert und kommen heute zum Junggesellinnenabschied oder auch mit dem eigenen Nachwuchs.“ Daher kennt die Inhaberin viele ihrer Besucher*innen nicht nur beim Namen. „Ich kenne ihre Lebensgeschichten und begleite sie ein Stück.“

Das zeigt sich auch in den Objekten, die in der MalZeit entstehen. „Jedes Stück hat eine persönliche Geschichte.“ Claudia erinnert sich zum Beispiel an eine Schale, die an der Innenseite die Aufschrift „Du wirst Papa“ trug, gestaltet als Überraschung für einen werdenden Vater. Solche besonderen Momente bleiben in Erinnerung – nicht nur bei den Menschen, die die Keramiken verschenken oder erhalten, sondern auch bei Claudia selbst.

So individuell wie jene Geschichten, ist auch die Gestaltung der verschiedenen Stücke, denn die MalZeit ist kein Ort, an dem Perfektion zählt. „Es geht vielmehr um das Tun, das Ausprobieren, das Abschalten vom Alltag“, erklärt Claudia. Sie und ihr Team begleiten den kreativen Prozess mit Tipps und Tricks und schauen, dass alle mit ihren Ergebnissen glücklich werden. „Du musst nicht malen können, sondern dich einfach darauf einlassen und Schritt für Schritt machen.“ Und so kommt es, dass manche Besucher*innen sich über Jahre hinweg ganze Geschirrsets aufbauen, und andere ganz ohne Plan drauf los malen, einfach, weil sie das Malen lieben.

Die kreativen Ergebnisse können im Schaufenster der MalZeit bestaunt werden, denn hier sind alle Keramiken bis zu ihrer Abholung ausgestellt. Es gibt pastellige Farben und detailverliebte Einzelstücke zu entdecken. Mal filigrane Muster, mal mutige Farbflächen, mal individuelle Schriftzüge.

Wer einen Blick auf das Schaufenster wirft, bekommt außerdem einen Eindruck davon, wie vielfältig Claudias Sortiment ist. Einige der Keramikformen gehören seit Beginn dazu, andere werden immer mal wieder ausgetauscht. Dazu gehören unter anderem Klassiker wie Tassen und Teller in verschiedenen Größen, aber beispielsweise auch Vasen oder Futternäpfe. „Da ist für alle was dabei.“

Kein Wunder also, dass die MalZeit regelmäßig ausgebucht ist. Gruppen, die gemeinsam Zeit verbringen wollen, finden hier einen Rahmen, der persönlicher kaum sein könnte – ganz egal, ob Junggesellinnenabschiede, Geburtstage, Firmenfeiern oder andere Anlässe zum Beisammensein. Und wer doch lieber in den eigenen vier Wänden kreativ wird, kann sich ein Malset mit nach Hause nehmen. Claudia möchte schließlich, „dass alle glücklich sind und eine richtig gute Zeit haben!“

» Laura Druselmann

MalZeit
Podbielskistraße 71, 30177 Hannover
Tel. 0511 54306143
Mail: info@malzeit-hannover.de
www.malzeit-hannover.de
Instagram @malzeithannover

Öffnungszeiten
Do-Fr 14-19 Uhr
Sa 11-14 Uhr und 15-18 Uhr
So 11-14 Uhr

Abgelegt unter Der besondere Laden, Einkauf & GenussKommentare deaktiviert für Der besondere Laden: MalZeit

Folge uns