1. Interdisziplinäres Kunstspektakel – Leibniz lebt: Es gibt nichts Totes!

Leibniz für jedermann! damit sind nicht Kekse für alle gemeint sondern unter diesem Motto steigt das 1. Interdisziplinäre Kunstspektakel, das Kunst, Kultur und Wissenschaft zum Mitmachen und Mitdenken im Leibnizjahr 2016 zusammenbringt. Dreh- und Angelpunkt ist die Erkenntnis des Universalgelehrten „Es gibt nichts Ödes, nichts Unfruchtbares, nichts Totes …!“, die beispielhaft für sein visionäres Denken steht. In drei interagierenden Aktionsfeldern wird sie allgemeinverständlich und mit aktuellen Bezügen künstlerisch-philosophisch in Szene gesetzt.

Dadurch soll zum einen der Bekanntheitsgrad des „hannoverschen“ Universalgenies Leibniz erhöht und ein lebendiges Bewusstsein für sein Wissen und Wirken gestiftet werden. Zum anderen können sich alle Zielgruppen mit der leibnizschen Weltsicht auseinandersetzen, sie selbstständig interpretieren und benutzen, um eigene Gedanken zu entwickeln. Aktionsfeld 1 ist das Interdisziplinäre Schülerprojekt, bei dem zum 300. Todesjahr von Leibniz 300 Schüler aus sechs Schulen 300 Bäume in öffentliche „Mitdenk-Kunstwerke“ verwandeln. Im März suchten sich die SchülerInnen „ihren“ Baum aus, erkundeten ihn und wurden zu „Baumpaten“. Danach nehmen sie im April an einem Kunst- sowie an einem Philosophieworkshop teil, üben das eigenständige Philosophieren und entfalteten interdisziplinäres, soziales und nachhaltiges Denken à la Leibniz. Unter der Fragestellung: Wie kann man darauf aufmerksam machen, dass Bäume fühlende Wesen sind? gestalten sie philosophische Kunstobjekte für „ihre“ Bäume: Ob sie Sinnesorgane kreieren, Baummode machen oder etwas ganz anderes, steht ihnen völlig frei. Am Leibniz-Aktionstag, den 20. Mai, werden die Kunstwerke entlang eines Leibniz-Baumpfades an allen leibnizrelevanten Orten quer durch Hannover an den Bäumen installiert. Um 17 Uhr ist dann die Eröffnungsfeier im Landesmuseum Hannover. Ziel ist es, eine vielfältige Auseinandersetzung mit Leibniz bei Kindern, Jugendlichen, Touristen und einer breiten Öffentlichkeit an zu regen. Dazu soll über einen QR-Code an den Bäumen eine Baum-Stadtkarte mit allen 300 Bäumen und weiteren Informationen zu den „Leibniz-Mitdenk-Kunstwerken“ auf der Website www.Leibnizlebt.de bzw. auf Facebook bereit gestellt werden. Die realen „Mitdenk-Kunstwerke“ dürfen bis zum 18. November hängen bleiben. Hauptförderer des Aktionsfeldes 1 ist die Klosterkammer Hannover, ohne deren finanzielle Unterstützung das Projekt nicht möglich gewesen wäre, die Gesamt-Idee und das Konzept stammen von Prof. Dr. Marion Pusch (im Gespräch auf S. 20 in diesem Heft). Die Künstlerin hat aus teils 300 Jahre alten Baumteilen aus den Herrenhäuser Gärten, wo Leibniz gewirkt hat, „Leibnizsche Waldgeister“ gemacht. Dann las sie seine „Monadologie“ und schließlich nahm die Idee für das Interdisziplinäre Kunstspektakel Gestalt an. Beim Aktionsfeld 2 sind Puschs „Leibnizsche Waldgeister“ gemeinsam mit der Simulation von Gravitationswellen aus dem Max-Planck-Instiut von Prof. Danzmann und kosmischen Klangwelten von Hannes Frischat in einer Installation vereint. Neun weitere Künstler, darunter die Videokünstlerin Prof. Corinna Schnitt, sorgen über sechs Wochen in der Interdisziplinären Installation für ein philosophisches Kunsterlebnis für alle Sinne: Auf 600 qm werden Klangwelten, Gerüche, Lichteffekte, Malerei, Skulpturen, Video- und Fotokunst präsentiert – „Mitdenk-Kunst“, die emotional berührt und gleichzeitig philosophisch abholt. Sieben „DenkHalteStellen“, an denen leibnizschen Gedanken nachgespürt werden kann, vertiefen mit der Intention „Kunst baut Brücken, wo Worte fehlen“ neue Zugänge zu Kunst, Wissenschaft und Philosophie (Vernissage am 11. Juni, 15 Uhr, mit Edelgard Bulmahn und Prof. Wenchao Li und anschließend Eröffungsparty der neuen Galerie im SofaLoft). Einen weiteren Höhepunkt bildet die Finissage am 23. Juli mit einer Kunstversteigerung und dem Liquid Penguin Ensemble mit dem preisgekrönten Hörspiel „Gras wachsen hören“). Auch beim Aktionsfeld 3, der „DenkWerkStadt Hannover“, handelt es sich um ein Angebot zum Mitmachen und Mitdenken: Gemäß des Titels „Wie tot ist tot? Auf den Spuren von Bewusstsein, künstlicher Intelligenz und Hirntod“ darf am 17. Juni im SofaLoft ab 18 Uhr mit fünf Experten aus unterschiedlichen Fachgebieten rund um das Thema „Es gibt nichts Totes“ nach-, mit- und vorgedacht werden. Es entsteht eine Win-Win-Situtation des mit- und voneinander Lernens zwischen Publikum und Experten, die sich in einem gemeinsam erstellten „interdisziplinären Mitdenk-Kunstwerk“ manifestiert.

Mehr Infos zum Projekt unter: www.PuschArt.de und www.Leibnizlebt.de

Es wird noch eine Menge Unterstützung gebraucht:

als Crowdfunder (www.Startnext.com/Kunstspektakel)

als Spender (Vereinskonto „Point of Smile – Interdisziplinäre Kunst und Kultur e. V.“, Deutsche Bank, IBAN: DE60 2507 0024 0036 6971 00)

als ehrenamtlicher Helfer am 20. Mai beim Anbringen der Kunstwerke an den Bäumen

Anke Wittkopp

Foto: Rico Person
Foto: Luis Voigt

2 Kommentare für “1. Interdisziplinäres Kunstspektakel – Leibniz lebt: Es gibt nichts Totes!”

  1. Manola sagt:

    Ein tolles Projekt, zu dem ich allen Beteiligten ganz viel Erfolg wünsche!

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