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Stadtkinder…

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Stadtkinder…


…wundern sich

über die Kritik an Maßnahmen gegen Klimaaktivisten

Was soll denn jetzt schon wieder die ganze Aufregung?
Man hat sie doch nur ein bisschen abgehört, da unten in Bayern.
Und ein bisschen eingesperrt.
Und ihnen ein bisschen Kohle abgenommen.
Und sie ein bisschen drangsaliert.
Was denn auch sonst?
Diese Klimaaktivisten (gegendert wird nicht, wir sind schließlich in Bayern) haben es doch gar nicht anders gewollt und verdient. Sie haben ja förmlich drum gebettelt mit ihrem ewigen Gejammere und ihrer Kleberei. Und man muss ihnen doch rechtzeitig zeigen, wo der Hammer hängt.
Zumindest so kurz vor der Wahl. Da müssen in Bayern alle an einem Strang ziehen, die Gerichte, die Staatsanwaltschaft und die Landesregierung. Hand in Hand. Denn man hat es ja schon irgendwie mit Terroristen zu tun. Immerhin terrorisieren sie die Bevölkerung. Ist das kein richtiger Terror? Natürlich ist das Terror.

Wenn du morgens im Auto sitzt und zur Arbeit willst, und dann kleben sich so ein paar hergelaufene Chaoten auf der Straße fest, dann ist das Terror pur! Nazis, Terroristen und Klimaaktivisten, zumindest die, die stören, gehören alle in einen Sack. Zumindest in Bayern. So kurz vor der Wahl.
Was haben denn bitte die normalen, unbescholtenen Bürgerinnen und Bürger verbrochen, dass man sie derart nerven muss? Gar nichts haben die verbrochen. Die wollen einfach nur zur Arbeit. Wenn man jemanden verantwortlich machen kann und sollte für den angeblichen Klimawandel, dann doch wohl vielmehr die Politiker*innen, die es in den vergangenen Dekaden angeblich so fulminant versaut haben. Gegen die müssten sich die Klimaaktivisten eigentlich ganz direkt wenden. Handgreiflich werden. Sie entführen. Anschläge verüben, so wie in den guten alten Tagen die RAF. Das würde es viel einfacher machen. Man hätte ein Thema, das ganz wunderbar polarisiert, ganz frontal bedrohte Politiker*innen, da schließen sich sofort die Reihen.
Niemand mehr würde bei all der Aufregung noch ans Klima denken und man könnte die Chaoten gleich auf Jahre einsperren. So müsste es laufen.
Aber vielleicht klappt es ja noch, die Klimaaktivisten so sehr zu drangsalieren, dass sie irgendwann doch handgreiflich zurückschlagen. Vielleicht nicht mehr vor dieser Wahl, aber bestimmt vor der nächsten. Nein, die Maßnahmen gegen die Klimaaktivisten in Bayern sind vor diesem Hintergrund nicht zu kritisieren, sondern absolut nachvollziehbar und einleuchtend.
Zumindest so kurz vor den Wahlen.
VA

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