***Ticketverlosung: Fuchsbau Festival in Lehrte***

Vom 11. bis 13. August kommen sie in Lehrte zusammen, die digitalisierten Seelen, lösen sich von den Ketten ihrer analogen Existenz, programmieren sich gegenseitig zu Liebesmaschinen und tanzen zusammen gen technischer Utopie. Unter dem Titel „splitter faser____“ untersucht ein Kollektiv aus Kunstschaffenden, Kultur- und Sozialwissenschaftlern, über 200 Künstlern und Architekturkollektiven aus aller Welt beim sechsten Fuchsbau Festival unsere vollverkabelten Identitäten. Performances, bildende Kunst, elektronische Musik und progressiver Pop beziehen erfinderische und kühne Positionen zum Einfluss der Digitalisierung auf unser Alleinsein und unser Zusammenleben, Selbstwahrnehmung und Kooperation. Eine Zelebration von Gemeinschaft, von Gedanken und Ästhetik.

Die Künstlerin Marie-Eve Levasseur etwa geht in ihrer Arbeit „An Inverted System to Feel (your shared agenda)” davon aus, dass unsere Haut durch das tätowieren von leuchtfähigen Nanopartikeln zum Bildschirm wird. Sie fragt: Wenn unser Körper Informationen speichert – und Tattoos imprägnierte Pixel sind – wie erweitern wir dann unsere Wahrnehmung gegenüber dem Menschlichen und/oder nicht-menschlichen Anderen in Zukunft? Ganz anders die Tanz-Kunst: In einem Raum zwischen Party und Performance, wo Bewegung, Licht und Sound zusammenfließen, untersucht Jasmin İhraç im Stück „On Confluence” gemeinsam mit einer Gruppe aus fünf TänzerInnen, zwei Musikern und einer Lichtdesignerin das utopische Potential des House Dance, einer urbanen Tanzform, die zugleich als Körpersprache und soziale Bewegung gelesen werden kann. Deena Abdelwahed liefert dagegen etwas, was erst noch verstanden werden will: Es rattert, jemand spricht, es funzt wie ein Grafikfehler, früher bei Windows 95, wenn aus einem Fenster ganz viele wurden und das Ende der elektronischen Welt spürbar war. Modulare Musik aus einer noch nicht gedachten Zukunft – Abdelwaheds Sound liefert beruhigend Vertrautes, um dann mit dem Entstehen von etwas völlig Neuem, Fremdartigem zu schocken. Strange und irgendetwas zwischen lustig und gruselig kommt auch Born In Flamez rüber: Sie trägt Masken, die aussehen wie die Brut aus Chaostagen und Prinz Bückeburgs Tafelsilber, macht aber dazu Musik, die zugänglicher ist als erwartet. Tiefe Bässe wabern im wummernden Modeselektor-Modus, dazwischen Gesang, ein Gefühl von Dub im Glitzernebel. Oder, andersartig hochkünstlerisch: Oliver Coates, der Cello an der Royal Academy of Music in London studierte, mit den besten Noten des Instituts aller Zeiten abschnitt und beizeiten die Royal Albert Hall füllt. Er dehnt experimentelle, elektronische Musik, House, Techno und Noise in minutenlange Loops – und überreicht dem Zuhörer eine klassisch-elektronische Eins mit Sternchen. Dass Elektro so spannend ist, liegt aber auch an Menschen wie Ziúr. Die vermeintlichen Grenzen von House und Techno fegt sie hinweg zugunsten einer neuen Offenheit, in der – Platinen-Hop, Broken-Step, Noise-Metal? – körperlich erfahrbare Musik wie ein Boxkampf stattfindet. Ob illustre DJs wie Job Jobse, die nächste Generation von globalisiertem Pop, serviert von Kuenta i Tambú, die sich mit der Wucht skandierender Vokals und Drums von Curaçao bis in die nächste Galaxie katapultieren, oder die US-Erscheinung Zebra Katz, der sich live auf der Bühne zum „first black prince of a new white king“ ernennt, um dem Weißen da oben die Leviten zu lesen – auf dem Fuchsbau Festival 2017 trifft man auf alles von Afrofuturismus über queeren Tanz bis zum Cyberfetischismus. In Gesprächsrunden und Workshops kann über den Sinn und Unsinn weltumspannender Gemeinschaften versus Hyperindividualismus nachgedacht und leidenschaftlich debattiert werden. Und mitmachen kann man auch: Noch werden handwerklich Begabte für Konzepte und Umsetzungen von Bauprojekten im infrastrukturellen, logistischen und künstlerischen Bereich gesucht sowie zehn Personen, die in der Zeit vom 4.8.-17.8. Zeit und Lust haben, das Festival als TeamerInnen zu unterstützen.

Vom 11. bis 13. August 2017, Festivalticket 48 Euro, inklusive Camping 63 Euro (+ 5 Euro Müllpfand), Versand 4,90 Euro. Mit HannoverAktivPass vergünstigt. Kosten­loser Shuttlebus vom Bahnhof in Lehrte. Ziegeleistraße 41, 31275 Lehrte, www.fuchsbau-festival.de

Foto: Jan Helge Petri

Und nun habt ihr allen Grund zur Freude, denn das Stadtkind verlost 3 x 2 Tickets für das Fuchsbau Festival. Einfach eine Mail unter dem Stichwort „Fuchs“ an gewinnen@stadtkind-hannover.de schicken. Wer Glück hat, gewinnt! Jippie!

2 Kommentare für “***Ticketverlosung: Fuchsbau Festival in Lehrte***”

  1. Lasse sagt:

    Hallo,
    wann werden die Tickets denn verlost?

  2. Wolke sagt:

    Hallo Lasse, jetzt gleich! 😉 Liebe Grüße, die Stadtkinder

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