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Trattoria Parma

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Trattoria Parma


Tizianamarina Piva alias Marina stammt aus der Emilia-Romagna, der Region Italiens, aus der Parmaschinken, Parmesan, Bolognesesauce und Tortellini kommen. Das erklärt auch, warum sie so viel Wert darauf legt, wirklich italienische Küche anzubieten, und dabei auf traditionelles Kochhandwerk sowie authentische Produkte besteht. Ihr Netzwerk aus heimatlichen Lieferanten versorgt die Trattoria Parma mit hochwertigen Zutaten, mit denen Marina das echte Italien auf die Teller bringt. Viele der Spezialitäten kann man für Zuhause kaufen. Nach dem Umzug der damaligen Trattoria Emilia in die Innenstadt, wo die Ladenbesitzerin nicht glücklich geworden ist, weilt sie seit 2018 mit der Trattoria unter neuem Namen wieder am alten Standort an der Hildesheimer Straße / Ecke Bandelstraße. Hier stoßen wir auf die Stars der emilianischen Küche und schmecken vom ersten bis zum letzten Bissen: Die Liebe zu einer Region geht tatsächlich durch den Magen.

Schon der überschaubare, überdachte Terassen- und Eingangsbereich deutet mit Wandlaterne und Weinfass eindeutig auf eine Trattoria, in der ohne viel Chichi eine kleine Auswahl an Speisen angeboten wird (italienisch ,trattore‘ = ,Zubereiter‘ meint InhaberInnen wie Marina, die zugleich Gastgeberin und Köchin ist). Hier gibt es keine Pizza, dafür aber hausgemachte Nudeln aus Weizen vom eigenen sowie Nachbarhöfen in der Emilia; mannigfaltig gefüllt, zur Lasagne geschichtet, im Pfännchen serviert, kurz: wie von Marinas Nonna in Parma – und damit kaum zu übertreffen. Und nicht nur die Rezepte sind familiär: Wer vor dem Öffnen der Eingangstür nach rechts schaut, kann durchs Fenster in die Küche zu Marina gucken, wenn sie nicht schon vorm Tresen steht und einen willkommen heißt. Sie und eine fleißige Aushilfe bestreiten den stetigen Strom an Gästen inklusive ihrer Essensbestellungen zu zweit, und das auch noch gutgelaunt. Ebenso freudig nehmen wir den Teller Porchetta (für 14 Euro) entgegen: Hauchdünne Scheiben vom Schweinebraten auf einem Salat aus Rucola, Karotten und Tomaten ergeben mit unfassbarem Gnocco fritto, einem wie Schmalzkuchen frittierten Teig, die luftigste Vorspeise aller Zeiten. Die Parmesan-Platte (für 14 Euro) offeriert mit ihrem 24 Monate gereiften, intensiven Parmigiano Reggiano köstliche Goldbrocken mit sirupdunklem Aceto Balsamico, der aus konzentriertem Bio-Apfelsaft gekocht wird. In Kombination mit eingelegten Artischocken, den kleinsten wie leckersten jemals gegessenen Oliven oder in süße Feigenmarmelade getunkt ein absolutes Muss!
Dazu genießen wir einen göttlichen Pignoletto Frizzante (0,2 l für 7 Euro), den Marina wie alle ihre Weine von renommierten Weingütern in der Emilia-Romagna bezieht. Und endlich geht es an die Capellacci (für 14 Euro), die handgemachten Riesentortellini. Obwohl wir beobachten konnten, wie Marina und ihre aufmerksame Gehilfin Bandnudeln direkt im Parmesanlaib mit frischen Trüffeln vermengen und anschließend servieren, was ungemein gut aussieht, haben wir uns für Tortellini mit Baccalà (luftgetrocknetem Stockfisch) entschieden – und bereuen nichts. In Butter geschwenkt, mit Zitrone und Kräutern üppig geschmacksverziert, munden sie genial. Kaum zu glauben, dass die zweite Wahl das noch toppen kann, und doch tut sie es: Die Capellacci Zucca sind überraschend süß, aber so perfekt abgeschmeckt, dass wir regelrecht ins Schwärmen geraten, spätestens, als der im Pfännchen kross gewordene Parmesanrand dem Ganzen die glänzendgelbe Käsekrone aufsetzt. Um den Traum vom dolce Vita nicht schon auszuträumen, lassen wir das Filetto heute beiseite und teilen uns das Tiramisu di Marina (10 Euro). Auch das können wir selbst Tiramisufans empfehlen, denn die sanfte Espresso-Mascarpone-Vanillecreme mit herben Schokoladenstückchen zum Löffeln ist besser als 99% der kuchenartigen Formen des Klassikers. Als wir beim Gehen an das Küchenfenster klopfen, kommt Marina noch einmal herausgelaufen und verabschiedet uns herzlich, als wären wir bereits gute alte amici. Danke, Marina … A presto!  Anke Wittkopp

Bandelstr. 2, 30171 Hannover
Tel. (0511) 56965646, www.trattoria-parma-hannover.de
Öffnungszeiten. Di – Sa 17.30 – 23, So 17.30 – 21 Uhr, Mo Ruhetag

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Miriam Wendschoff  und Katharina Laage vom Büro für  Eskapismus

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Miriam Wendschoff und Katharina Laage vom Büro für Eskapismus


Reality is over – enter the game. Im März 2019 gründete die Dramaturgin Miriam Wendschoff das Büro für Eskapismus und schuf mit der Bühnenbildnerin Katharina Laage und der Autorin Stefanie Schweizer das Format Fictional Reality Games: An der Schnittstelle von Theater, Escape Room und Schatzsuche werden die Spieler selbst zur Hauptfigur in einem analogen Game. Das Erleben einer interaktiven Geschichte steht dabei im Mittelpunkt; jedes Rätsel fördert neue Informationen zutage, die sich wie die Teile eines Puzzles nach und nach zu einer komplexen Story zusammenfügen. Während einer Spieldauer von rund 2,5 Stunden bekommen die Spielenden Hinweise auf ihre Smartphones gesendet. Die Games finden teils in aufwendig gestalteten Innenräumen, teils draußen im öffentlichen Raum statt, wo man den Spuren quer durch den Stadtteil Linden folgt. Auch das STADTKIND hat so erfolgreich wie begeistert die beiden ersten Games gemeistert und erfährt im Gespräch nun mehr über die Motivation, Inspiration und Zukunftsvisionen der zwei Immersivtheater-verliebten Eskapistinnen.

Miriam Wendschoff war zuletzt am Schauspielhaus Bochum tätig und zog für die „Büro-Gründung“ nach Hannover. Die Bühnenbildnerin Katharina, die nebenher unter anderem Bühnenbilder für die Staatsoper Hannover entwirft, war von Anfang an mit dabei. Als Texterin für die Story der Games nahmen sie Stefanie Schweizer unter Vertrag. Von der Idee bis zur ersten Spiel-Premiere dauerte es 1 ½ Jahre, jetzt haben sie innerhalb eines halben Jahres schon die zweite Episode eröffnet und rund 600 Spielern den Eskapismus vorgestellt. Miriam berichtet: „Wir haben beide in Hildesheim  den Master Inszenierung der Künste und der Medien studiert. Wir haben uns schon immer für andere Theaterformen als die klassischen interessiert – was auch unsere Schnittstelle zwischen Bühnenbildnerin und Dramaturgin ist –, wie man eigentlich mit Räumen eine Geschichte erzählen kann. Ohne SchauspielerInnen als zentrales Mittel. Das ist meine Leidenschaft, das immersive Theater: die Bühne verlassen, ungewöhnliche Orte bespielen und dabei neue Erzählstrategien finden. Das ist am Stadttheater eher weniger möglich, und diese Freiheit haben wir uns jetzt aufgebaut.“ Katharina ergänzt: „Was mich daran am meisten interessiert: Im Theater kann man ja nie diese Trennung aufheben zwischen Bühne und Zuschauerraum. Man erfindet also immer einen Raum, in dem sich nur Schauspieler bewegen, es gibt keine Begegnung zwischen Bühne und Zuschauer direkt. Die Schauspieler müssen ihre Raumerfahrung quasi an die Zuschauer übermitteln. Das ist dann aber nur die erzählte Welt, es bedeutet für das Publikum erstmal nichts. Dass Menschen diesen Raum körperlich erfahren, das ist nur in Installationen und im immersiven Theater möglich. Dass man einen Raum schaffen kann, der Erfahrungen auslöst bei den Menschen, die durch ihn durchgehen, das finde ich besonders spannend.“
Als Teilnehmerin der Games weiß ich, dass das klappt; man wird selbst Teil der Geschichte, kann sie mit beeinflussen. Man sitzt also nicht stumm im Theater und konsumiert – auch eine Herausforderung. „Die Teilnehmenden gehen mit total unterschiedlichen Erwartungen da rein. Manche erwarten Theater, andere haben eher Escape-Room-Hintergrund – und das ist auch das ,Komplizierte’ an diesem Format, weil es das noch nicht gibt und man schlicht nicht weiß, wie man sich verhalten ,muss’. Frank (Kontaktperson bei ,Dritter.Vierter.77“) sagt einem das ja auch nicht direkt. Die Gruppen finden das dann aber sehr schnell raus,“ meint Miriam. Katharina wirft als Bühnenbildnerin ein: „Ich hatte am Anfang die Befürchtung, dass vielleicht der Wecker, für den ich extra auf fünf Flohmärkten war, geklaut wird (lacht). Oder dass da Leute mitmachen, die das, was wir so liebevoll gestalten, nicht wertschätzen und kaputtmachen. Aber sowas ist bisher noch kein einziges mal passiert. Manche fragen im Nachhinein sogar, ob sie mit aufräumen sollen.“ Miriam fasst zusammen: „Das, was wir eigentlich erzeugen wollen, was aber wahsinnig schwierig ist, ist, dass man während des Spiels die Realität vergisst und diese fiktive Welt der Geschichte als Realität annimmt. Wenn die Spieler zum Beispiel Frank als Person wahrnehmen und ansprechen, geht das in die Richtung, was das Ideal des immersiven Theaters ist. Ich habe so ein bisschen die Hoffnung – oder fände es zumindest total schön –, wenn im Nachhinein die Geschichte sozusagen ,übrigbleibt’, also wenn man wieder an den Orten vorbeiläuft und sich diese mit der Geschichte verbinden.“
Auch diesen Wunsch kann ich direkt erfüllen, denn dass dieser Effekt eintritt, kann ich als Lindenerin absolut bestätigen, die nun nie wieder am Ihme-Zentrum vorbeigehen kann, ohne an Frank und seine verschwundene Silke zu denken und daran, wie wir herausgefunden haben, wo sich die beiden zum ersten Mal getroffen haben, was dann etwas später das Problem war, wer und was noch zum Problem wurde und was wir tun mussten, um nicht nur Silkes Aufenthaltsort zu ermitteln sondern auch mit ihr in Kontakt zu treten, was wiederum die Vorraussetzung für ganz andere Menschen schuf, ganz neue Probleme auf Grundlage des ersten Problems zu erschaffen oder auch zu lösen, wobei wir ihnen im zweiten Spiel entweder helfen oder aber auch sie daran hindern mussten…
Wer ein Fictional Reality Game spielen möchte, sollte sich nicht auf den puren Rätsellösungsmodus einstellen, sondern sich auf eine neue Spielerfahrung einlassen. Miriam betont: „Wir nutzen den Escape-Room-Begriff, damit die Spieler eine grobe Vorstellung haben. Aber wir wollen uns davon auch abgrenzen, vor allem dieses starre Regelwerk – die exakte Spieldauer, man muss sich befreien, der Zeitdruck, vorher bekommt man eine Einführung –, das sind alles Dinge, gegen die wir uns bewusst entschieden haben. Nein: Man kommt dahin und kriegt eine WhatsApp-Nachricht von Frank. Und dann ist man schon mitten in der Geschichte. Letztlich nimmt man auch selbst an dem Ausgang der Story teil, bei der zweiten Episode zumindest gibt es verschiedene Enden. Die Gruppen durchlaufen zwar alle die selben Eckpunkte, aber auf unterschiedliche Weisen: Man kann zum Beispiel viel über die Hintergrundgeschichte erfahren wenn man will und Fragen stellt, und auch inwiefern man selber weiterdenkt, ist von einem selbst abhängig. Manchmal werden die moralischen Entscheidungen von den Gruppen richtig heiß diskutiert.“
Ich werfe eine Vermutung ein und behaupte, die jüngeren Spieler seien bestimmt schon viel mehr in der virtuellen Realität drin und daher weitaus Gamification-affiner, weil mit dem Smartphone in der Hand zur Welt gekommen. Miriam widerspricht: „Man nutzt beim Spiel zwar ein Smartphone, aber eben nur WhatsApp. Die digitalen Elemente, die wir nutzen, sind so alltäglich, dass man die gar nicht mehr als Technik wahrnimmt. Wir wollen ein analoges Erlebnis schaffen, man soll schon interagieren mit der realen Welt.“ Katharina ergänzt: „Was wir noch ausbauen möchten, sind die technischen Effekte: Dass man irgendetwas macht und dadurch wird etwas ausgelöst, etwa ein Soundeffekt.“ Und Miriam nochmal ausführlicher: „Es geht immer um eine Form von Gamification, die Zuschauer werden also selber aktiv. Es geht immer darum, eine Geschichte zu vermitteln, und es hat immer mit Raum zu tun. Aber in welcher Form das passiert, das ist variabel. Da ist einmal das, was schön wäre, und dann gibt es die realen Begrenzungen des Möglichen. Welche Räume gibt es, wieviel Geld…“ – „… und von den Räumen, welche interessieren uns da?“ bemerkt Katharina – „Und welche Geschichte wollen und können wir erzählen? Die Form wirkt ja zurück auf den Inhalt. Was notwendig ist bei dem Format, ist eine Figur, die einen da durchleitet, zu der man eine gewisse Art Vertrauen hat, mit der man kommunizieren will. In einer früheren Version des zweiten Spiels hatten wir das nicht, die Figur war distanzierter, man wollte ihr nicht wirklich helfen – und sofort war man total lost.“ Katharina erinnert sich: „Da hat uns Steffi, unsere Autorin, total geholfen und hat aus den kruden Ideen, die wir hatten, den Plot gemacht und hat auch die Figuren ausgearbeitet.“
Miriam gibt zuletzt noch einen Ausblick, was das Büro für Eskapismus in nächster Zeit vorhat: „Schulklassen ab Stufe 10 können als Klassenausflug unser Spiel spielen. Dazu bieten wir einen passenden Workshop an. Die Geschichte aus den ersten zwei Episoden wird nicht konkret weitergeführt, der Inhalt des nächsten Spiels ist davon losgelöst. Und wir haben noch etwas; ein mobiles Rätselgame aus dem Koffer, eine Art kleiner Wirtschaftsthriller, das in einem Café platziert werden soll, wo es dann in ungefähr einer halben Stunde spontan spielbar ist. Da sind wir dran, einen passenden Ort zu suchen.“

Interview und Text: Anke Wittkopp

Online buchen kann man unter www.buero-fuer-eskapismus.de (ein „wirkliches“ Büro existiert nicht), auf die Mailbox sprechen unter Tel. 01638586653 oder eine Mail schreiben an buero@buero-fuer-eskapismus.de.

Bei „Dritter.Vierter.77“ ist die Frage: Was geschah am 03. April 1977? Frank, ein alter Mann, behauptet, dass an diesem Tag die Liebe seines Lebens spurlos verschwand. Doch nach 42 Jahren entdeckt er ein Foto, das nicht nur seine eigene Lebensgeschichte, sondern auch die Gesetze der Natur in Frage stellt. Gespielt wird outdoor in Linden, ca. 3 Stunden reine Spielzeit, Kosten 25/18 Euro p./P.

Bei „Siebter.Achter.49“ geht es darum, dass Mitte des Jahrhunderts die Erde unbewohnbar sein wird. Eine Gruppe von AktivistInnen ist bereit, die Grenzen des Vorstellbaren zu überschreiten, um unsere Erde zu retten. Wirst du dich dem Widerstand anschließen? Gespielt wird 90% indoor in Linden, ca. 1,5 Stunden reine Spielzeit, Kosten 25/18 Euro p./P.

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Neu in der Stadt im Februar

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Neu in der Stadt im Februar


Foto: Frank RohneGlücksbringer    
Seit November 2018 ist aus dem ehemaligen Café Tabac am Moltkeplatz eine moderne Gastronomie geworden: Dem Zeitgeist entsprechende Produkte von Low Carb über Buddha Bowles bis hin zu Funktions- und Brain-Food stehen neben saisonalen Speisen, Frühstück, Flammkuchen, Pasta und Currys im neuen Glücksbringer auf der Karte. Vier Sorten Bier vom Fass und über 100 verschiedene Cocktails werden durch eine Auswahl an erlesenen Weinen und diverse Kaffeespezialitäten aus der mit Design-Awards ausgezeichneten High-End-Kaffeemaschine Astoria Storm 4000 ergänzt. Sascha Casado und sein Partner in Crime, Bernd Althof, haben seit Februar den kompletten Laden umgebaut. Der neue sieht todschick aus, vor allem hell und gemütlich. Böden mit Industrievinyl in Holzoptik, Oberlichter, die viel Licht schenken, Tische aus Eichenvollholz, das aus Kroatien stammt – insgesamt gibt es drinnen 100 Sitzplätze, draußen stehen in den wärmeren Monaten weitere 100 zur Verfügung. Absolute Highlights sind die Bar und das leuchtende Rückbüffet: Auf einer ihrer vielen Gastroreisen gesehen und bewundert, bauten die beiden Glücksforscher das gigantische Leuchtobjekt komplett nach. Hier präsentiert sich eine enorme Bandbreite an Getränkemöglichkeiten, die zwar wie bei anderen Lokalen ebenfalls Gin-lastig ist, aber, so betont Casado, auch dem Mezcal-Trend folgt. Zur „Special Hour“ jeden Tag Montag bis Freitag kann man zu vergünstigten Preisen von 16-18 Uhr bestimmte Cocktails probieren und die zahlreichen Mezcal Drinks und Tiki Cocktails genießen (karibische Rum-Cocktails). Ferdinand-Wallbrecht-Straße 44, 30163 Hannover, Tel. (0511) 20200838, Öffnungszeiten Mo/Di/Do 16-23 Uhr, Mi+So 10-23 Uhr, Fr 16-1.30 Uhr, Sa 10-1.30 Uhr, www.gluecksbringer-bar.de. Foto: Frank Rohne

 

TauschTreff    Tauschen ist das neue Kaufen
Wie wäre es, wenn all die Dinge, die zu Hause Platz wegnehmen und nicht mehr genutzt oder gebraucht werden, von anderen weitergenutzt werden könnten? Und man dafür Dinge oder Dienstleistungen eintauschen könnte, die man wirklich braucht und sich wünscht? Und dabei noch einen individuellen Beitrag zum Klimaschutz leisten könnte? Im neueröffneten TauschTreff ist all das möglich! Er heißt absichtlich nicht Tausch-Laden oder -Shop sondern -Treff, weil auch der Austausch von Ideen, Gedanken und die Begegnung Teil des Konzeptes sind. In der Probewoche vor der Eröffnung im Januar haben bereits über 50 Menschen in den Laden hineingeschnuppert, Sachen gespendet oder zum Tauschen gebracht, Mitgliedschaften abgeschlossen, ehrenamtliche Mitarbeit begonnen und schon fleißig eingetauscht. Zu finden sind zum Beispiel Damenkleidung, Spielsachen und Kinderbücher, PC-Tastaturen, Schallplatten (für Sammler: richtige Raritäten aus vielen Jahrzehnten), eine E-Gitarre, ein Zirkus-Einrad, Cityroller und vieles, vieles mehr. Auch Kreatives und Selbstgemachtes, kurz gesagt: alles, was schön, nützlich, skurril oder lecker ist, darf hier getauscht werden. Es gibt drei Varianten: einfach spenden, als TauschGast 1 bis 2 Sachen bringen und 1 bis 2 gleichwertige mitnehmen oder als TauschFan registrieren und Mitglied werden. Mitglieder können auch von zu Hause aus ihre Dinge hochladen, in den kooperierenden Tauschläden Hamburg und Bremen tauschen, online tauschen und nachbarschaftliche Dienstleistungen zum Tauschen einstellen, sowohl Angebote wie „Kuchenbacken“ als auch Gesuche wie „brauche Computerhilfe“. Sie können in Echtzeit im Internet sehen, welche Dinge angeboten werden, welche der eigenen Artikel schon vertauscht wurden, wie viele sogenannte fairsharies (die Laden-„Währung“) sie auf dem Konto haben und vieles mehr. Repairservices, Geräteverleih, Mitfahrgelegenheiten und Foodsharing sind genauso wie Veranstaltungen zum Klimaschutz und Stadtteil-Aktionen vom Träger Transition Town Hannover geplant. Mitmachen sehr erwünscht! Heinrich-Heine-Str. 27, 30173 Hannover, www.tauschtreff.com, Öffnungszeiten Di+Do 15-19 Uhr, Sa 11-15 Uhr. Kontakt: Gil Koebberling unter Tel. 0170 1882655 oder per E-Mail an info@tauschtreff.com.

 

BoxHotel Hannover   
Zimmergröße sechs Quadratmeter, kein Fenster, eigene Dusche aber Gemeinschaftstoilette auf dem Flur, dafür eine Design-Lobby und ein extrem niedriger Preis: Seit Mitte Oktober kann man im Box-Hotel schlafen. 104 Miniboxen sind aus Holz in eine ehemalige Büroetage gebaut worden, jede Box ist 3,60 Meter hoch und ergibt zwei Etagen (unten ein 80 Zentimeter schmales Bett und ein Waschbecken, darüber ein bis zu 1,20 Meter breites oberes Bett und eine gläserne Dusche, verbunden über eine Treppe). Der Eingangsbereich ist wirklich stylisch geworden mit bunten Fenstern, Graffiti und Fototapete an der Wand sowie originellen Sitzmöbeln. Kaffee, Tee, Wasser gibt es umsonst, im Automaten außer Snacks auch Zahnbürsten u. ä. Zum Schutz der Gäste erlaubt Hannovers Bauamt nun maximal drei aufeinanderfolgende Übernachtungen, was der Betreiber als erneute Diskriminierung sieht und wieder vor Gericht zieht. Die versuchte Einschränkung dürfte ebenso abgeschmettert werden wie der erste Versuch, das Experiment ganz zu verbieten: Peinlicherweise neben den Fragen der Wohnqualität mit BrandschutzargFoto: Kay Herschelmann Photographiumenten, nachdem die Stadt das gute Brandschutzkonzept sogar ausdrücklich gelobt hatte – und so auch der Brandschutzexperte den Verbots-Versuch mit dem Argument ablehnte, dass es zahllose Hochhaushotels mit fest eingebauten oder für jede Feuerwehr-Drehleiter zu hoch liegenden Scheiben gebe. Herschelstraße 19, Eingang Ecke Nikolaistraße, 30159 Hannover, Tel. (0511) 45000880, gebucht wird online unter www.boxhotel.de/boxhotel-hannover-city, Übernachtungspreis ab 24,99 Euro bis 34,99 Euro.

Foto: Kay Herschelmann

 

HAVN     
Am 6. Januar war es endlich soweit, das Havn-Restaurant im Erdgeschoss des Loftstyle-Hotels hat seine Pforten geöffnet. Es stimmt Internationales und Regionales aufeinander ab und spricht Genussliebhaber sowie Weltenbummler an, hält im modernen Ambiente mit taubenblauen Samtsesseln, retrochicen Backsteinmauern und opulenten Glühbirnenkronleuchtern eine große Auswahl an frisch zubereiteten Köstlichkeiten bereit. Italienische und internationale Vorspeisen wie Lachs-Avocado-Tartar mit Mango-Ragout (11,50 Euro), Frisches aus dem Welt-Garten wie Bulgur Bowl (7,50 Euro, Extras wie Rinderfiletspitzen oder Gambas plus 5 Euro), exquisite Snacks wie flambierter Ziegenkäse (4,50 Euro), Pasta, Burger, Flammkuchen und Prachtstücke wie neuseeländisches Lammfilet (18,90 Euro) oder Black Angus Rinderfilet vom Grill (25,90 Euro) machen Appetit. Egal ob ein Abend zu zweit, Mittagstisch, After Work Hour mit Kollegen, Firmenevents oder Privatfeiern, der stilvoll eingerichtete Restaurantbereich bietet Platz für jeden Anlass. Die RooftopBar in der 10. Etage, direkt am Mittellandkanal mit Ausblick auf Hannovers Skyline, soll im Sommer mit zwei Riesen-Sonnenterrassen eröffnet werden. Havn – das Ganze ist oft mehr als die Summe seiner Teile. Gradestraße 22, 30163 Hannover, Reservierungen unter www.havn-hannover.de oder Tel. (0511) 2002960950, Öffnungszeiten Mo – So 11 Uhr bis open end, Mittagskarte Mo – Fr 11-15 Uhr, die man auf der Webseite einsehen kann.

 

 und außerdem …  
Die BrauseBude hat einen neuen Standort gefunden und residiert weiterhin in Döhren, nun an der Landwehrstraße 53, 30519 Hannover. Kontakt unter Tel. 0174 2113642 und über fremd.essen@facebook. Dritter Loseladen eröffnet: Das Konzept des verpackungsfreien Loseladens kommt offenbar an. Die dritte Filiale hat nach den Läden in der Südstadt und Linden nun im Januar auf der Lister Meile geöffnet. Damit die unverpackte Geschäftsidee auch beim dritten Mal in die Tat umgesetzt werden konnte, arbeiteten Albert und sein Team mit Crowdfunding und Kundenkrediten, um die rund 120.000 Euro Investitionssumme stemmen zu können. Da an der Lister Meile nur rund 60 Quadratmeter Verkaufsfläche zur Verfügung stehen (mehr war bei den Mieten dort nicht möglich), sind die Behälter zweireihig aufgestellt, in der Mitte stehen Gläser mit süßen Leckereien. Lister Meile 64, 30161 Hannover, Öffnungszeiten Mo – Fr 10-19 Uhr, Sa 10-17 Uhr. Immer montags gibt es für Studenten und Azubis 20 Prozent Rabatt! Und in absehbarer Zeit will Albert noch ein viertes Geschäft in der Nordstadt eröffnen. Crempel Pub: Bald 40 Jahre gibt es diese Kneipe an der Berliner Allee schon, wo sich Fußballfreunde Live-Übertragungen anschauen und Gastronomen nach 24 Uhr zu einem Feierabendschnack vorbeischauen. Jetzt ist die Kultkneipe nach einer Komplettsanierung zurück als Crempel Pub! Der Oldschool-Charme ist aber definitiv erhalten geblieben und auch der gute Musikgeschmack des überaus netten Wirtes. Kestnerstraße 4, 30159 Hannover, Tel. 0172 5762402, durchgehend geöffnet von 11-6 Uhr.

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Elea –  Olivenöl. Wein. Gutes.

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Elea – Olivenöl. Wein. Gutes.


Das inhabergeführte Olivenöl- und Feinkostgeschäft in Hannovers Südstadt zaubert nun bereits sein 10 Jahren in der Geibelstraße die Sonne des Mittelmeeres auf den Tisch! Insgesamt gibt es ELEA bereits seit 20 Jahren. Seine Olivenöle bezieht Inhaber Stefan Koszewski direkt von Erzeugern aus Kreta, Katalonien, Mallorca, Apulien, Sizilien und Frankreich. Zu seiner Philosophie gehört es, die Ölbauern und Erzeuger persönlich zu kennen, und sie, um guten Kontakt zu halten, auch regelmäßig zu besuchen.

Am liebsten steht er sogar mit den Ölbauern auf dem Feld und hilft bei der Ernte oder besichtigt ihre Ölmühlen. Wie die unterschiedlichen Landschaften ist auch jedes Öl einzigartig, die Aromen variieren von harmonisch mild und nussig bis kräftig-pfeffrig und pikant. Daneben finden sich in Hannovers beliebtem Olivenölfachhandel ausgesuchte Weine, Feinkost Antipasti, Pasta, Pesto und handgeschöpfte Schokoladen aus nachhaltigem und fairem Handel. Ebenfalls hier zu haben sind der fruchtig-herbe Likör, Sekt und Gin der Mascheewasser-Reihe, hergestellt mit regional geernteten Kräutern. Essigspezialitäten wie Tomatenessig oder ein weißer Balsamico, von denen Koszewski allein 29 im Angebot hat, sind natürlich ein perfekte Ergänzung zum Olivenöl.
Regelmäßig werden bei Elea Olivenölseminare im gemütlichen Ambiente des Ladens angeboten. Bei Antipasti, Tapas, Meze & Co. und natürlich einem guten Glas Wein wird probiert, gefachsimpelt und Interessantes rund um die Kultur der Olive dazugelernt. So erfährt der interessierte Laie, wie ein Öl minderer Qualität zu erkennen ist, wie unterschiedlich Olivenöle der höchsten Güteklasse schmecken, und zum Beispiel, dass die Qualität des Öls stark vom Zeitpunkt der Ernte beeinflusst ist. Zu einem frühen Zeitpunkt enthält die Frucht noch mehr Antioxidantien, gibt aber auch weniger Öl ab. Öle aus Massenproduktion werden aus ökonomischen Gründen in der Regel spät geerntet – mit negativen Einflüssen auf die Qualität. Die Seminare werden in Gruppen mit maximal 12 Personen durchgeführt und sind über die Homepage des Geschäfts buchbar.
Als besonderen Clou bietet Stefan Koszewski den bundesweiten Versand von umweltschonend verpackten Präsentkörben an. Attraktiv, insbesondere für Geschäftskunden, sind die geschmackvoll gestalteten Körbe voller liebevoll ausgesuchter Produkte aus dem reichen Elea-Sortiment.
Elea in der Südstadt steht für den funktionierenden inhabergeführten Einzelhandel in Hannover. Man kann sich – auch dauerhaft – gegen die starke Konkurrenz im Internet durchsetzen, mit guten und immer neuen Ideen und Konzepten, mit tollen Produkten und nicht zuletzt mit sehr viel Einsatz und Herz. So bleibt man mit seinem Geschäft erfolgreich, auch wenn man nicht in einer A-Lage ansässig ist. Wir gratulieren!  AH

Geibelstraße 18
30173 Hannover
Öffnungszeiten:
Mo – Fr 10.00 – 18.00, Sa 10.00 – 14.00 Uhr
Tel. (0511) 534 00 417
info@elea-hannover.de
www.elea-shop.de

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Kat the fox

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Kat the fox


Katja Fuchs hat in Sydney und in Kopenhagen gelebt und sich musikalisch weiterentwickelt, da lag es nahe, international zu bleiben und in Anlehnung an ihren fuchsigen Namen wurde Kat the fox geschaffen. Die Sängerin bietet mit ihren frischen Elektropop-Songs nicht nur eine verspielte Auszeit im hektischen Alltag, sondern stiftet mit manchen auch Awareness für Themen wie den Klimawandel. Ihr Debut-Album „Everything is changing“ mit dem Klima-Song und anderen ehrlichen Texten veröffentlicht sie darum jetzt im Rahmen einer Reise in Bangkok und Sydney und stellt es im April in Deutschland bei Konzerten in Hannover, Hamburg, Leipzig und Berlin vor – easy going mit einer Mission!

Kat the fox denkt australisch, wenn man findet, man sollte seinen Träumen folgen. Was hierzulande oft kritisch hinterfragt wird, z.B. auch jenseits der Mitte Zwanzig an dem eigenen Willen zur Musikmacherei festzuhalten, ist etwa in Australien, wo es Katja  hinzieht, ganz „easy going“. Ganz so easy hat sie es sich selbst gar nicht gemacht: Die Sängerin hat schon Gesangsunterricht in Sydney, Kopenhagen, Hamburg und Hannover genommen, belegte in Australien Schauspiel- und Musical-Kurse, hat am Complete Vocal Institute in Kopenhagen die weltweit bekannte Complete Vocal Technique erlernt. 3 ½ Monate hat sie konzentriert an ihrem Gesang gearbeitet, ist stimmlich sehr weit gekommen. Leider erwischte den singenden Fuchs genau an diesem Punkt eine Herzkrankheit, Katja musste eine lange Pause einlegen. Durch die Krankheit verlor sie aber nicht nur Zeit sondern gewann auch etwas; eine neue Tiefe und ein neues Verständnis für andere, die  nicht so können, wie sie wollen.
Jetzt startet Katja musikalisch wieder durch und wann immer sie denkt, ein Thema, das sie selbst bewegt, könnte kollektiv interessant sein, dann schreibt sie ein Lied darüber. Auch, aber nicht nur über Liebe und Herzschmerz. Ein anschauliches Beispiel ist ihr Song „A girl’s gotta do“. Katja erklärt: „Meistens jongliert man drei-vier Projekte gleichzeitig, ohne da groß ein Thema draus zu machen. Eigentlich sehnt man sich parallel nach Leichtigkeit, danach, mal auszusteigen – aber man überhört sich oft selbst und macht immer weiter, managet so ganz nebenbei alles. Das sollten wir viel mehr wahrnehmen, und das wollte ich mit dem Song zeigen. „Surrender“ stammt aus einer Phase zum Thema „Loslassen“ und geht darum, dass es im Leben doch anders kommt, als man sich das so vorgestellt hatte. „Turning point“ dreht sich um den Wandel in der Gesellschaft. Ich finde, dass wir mittlerweile eine recht egoistische Gesellschaft haben, in der wir nicht mehr so viel Rücksicht aufeinander nehmen – geschweige denn auf Schwächere, Ältere, – und das stößt mir immer mehr auf. In Australien dagegen stehen die Leute in der Bahn schon für 50-Jährige auf, haben mehr Bewusstsein fürs Kollektive. Das ist auch ein Grund, warum ich immer mit einem Auge nach Australien rübergucke, und momentan zieht es mich einfach wieder dorthin.“
Auch privat mag Katja Elektro. Zum anderen ist sie gerne autark, hat keine feste Band, um flexibel auf Gigs im Ausland reagieren zu können. So verändern sich die Live-Arrangements immer wieder, denn die Begleitung und die Instrumente variieren je nach Gig: Katjas Freundin und Sängerin Christina Kornelious  aus Hannover war etwa beim ersten Auftritt auf dem Festival „Hildesheimer Wallungen“ dabei, momentan sind Geigerin Daniela Kühn und Bassist Hermann von Ehrenstein aus Hamburg mit im Boot. Im Dezember stand Kat the fox in der Kategorie „Bester Singer“ im Finale des 37. Deutschen Rock und Pop Preises, ausgerichtet vom  Deutschen Rock- und Popverband und der Deutschen Popstiftung – sowohl ihr Debütalbum als auch ihre Elektropopband wurden mit dem Deutschen Rock und Pop Preis 2019 ausgezeichnet.
Das Album möchte Kat the fox während einer Reise zuerst am anderen Ende der Welt veröffentlichen: Angesichts der momentan nicht einzuschätzenden Lage steht der Plan, für eine gewisse Zeit nach Australien zu gehen, nicht 100% fest, die Radiopromotion dort vor Ort allerdings schon. Was definitiv stattfindet ist ein Urlaub in Thailand, während dem Kat the fox im Oxa Beach Koh Phangan auftritt – wo, wenn alles klappt, vor der Traumkulisse auch ein neues Video entstehen soll. In Australien wäre es ebenfalls ihr Traum, in Open-air-Locations aufzutreten und Bewusstsein für die Klimadebatte zu schüren. Tatsächlich hat sie den Song „5 to 12“ über den Klimawandel schon seit Längerem in der Schublade, passt, denn das Thema bewegt sie schon lange. Den CO2-Verbrauch wird sie neben der Flug-Kompensation, dem Plan, vor Ort tatkräftig ehrenamtlich mit anzupacken und mit ihrem Auftrag, die Australier aufzurütteln, ausgleichen.. Ein Fuchs muss tun, was ein Fuchs tun muss… – und dann darüber singen natürlich! Anke Wittkopp

Infos, Termine, Videos und Kontakt gibt’s unter www.katthefox.de und www.facebook.com/katthefox.musician.

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Tonträger im Februar

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Tonträger im Februar


Mimmi: Semper Eadem
In einer Künstlerfamilie im norwegischen Tromsø aufgewachsen, lässt die junge Sängerin jetzt mit ihrem 2. Album aufhorchen. Es fängt mit „Pit“, einem überdreht-sphärischen Gesangstrack ziemlich stark an, und geht, mal pompös und theatralisch, mal zurückgenommen stilistisch etwas unentschlossen weiter. Beeindruckend ist Mimmis Stimme, raumfüllend, klar und wandelbar, niemals süß.

 

 

 

Clock Opera: Carousel
Das dritte Album der britischen Indie-Band um den Sänger, Gitarristen und Mann am Sampler Guy Connelly kommt nach dem etwas farblosen Opener mit seinem zweiten Track, dem klavierumtänzelten Namensgeber „Carousel“ erst richtig aus dem Quark. Dann fangen die experimentellen 80er-Jahre-Synthie-Perlen mit glockenreinem Falsettgesang und hektischem Schlagzeug an, Spaß zu machen.

 

 

 

Jakob Dobers: Der Rest Vom Licht
Mit 50 Jahren ein Singer-Songwriter-Debütalbum rausbringen, das frisch und leicht klingt, muss man erst mal hinkriegen. Gelungen ist das Jakob Dobers, bekannt von seiner Band Zimtfisch und auch als männliche Hälfte des Berliner Duos Sorry Gilberto. Er textet bildreich und voller politischer Anspielungen über alltägliche Beobachtungen, Katzen und einen Mangel an Pferden.

 

 

 

David Keenan: A Beginner‘s Guide to Bravery
Über den jungen Iren aus Dundalk wird gern geschrieben, er sei „nicht einfach der nächste Singer-Songwriter mit Akustikgitarre“. Aber das ist er. David Keenan ist der nächste irische Singer-Songwriter mit Akustikgitarre, und er macht das ganz wunderbar, intensiv, feinfühlig, lyrisch und charismatisch, und er hat ein sehr schönes Debütalbum aufgenommen.

 

 

 

Smile And Burn: Morgen Anders
Es entspricht schon ein bisschen dem Zeitgeist, von Texten in englischer Sprache auf die eigene Muttersprache umzuswitchen. Vielen Bands steht das gut, den zu einem Trio geschrumpften Berliner Punkrockern von Smile And Burn steht es auf ihrem fünften Album ganz ausgezeichnet. Ein solides Indiepunk-Werk mit neun hymnischen Mitgröhl-Perlen und einer eher so mittelguten Ballade.

 

 

 

Moses Boyd: Dark Matter
Hier kommt was für Drummer: Der Londoner Jazz-Schlagzeuger und Produzent hat, nachdem er bisher vor allem durch Kollaborationen z.B. mit Zara McFarlane oder Joe Armon-Jones in Erscheinung getreten ist, mit „Dark Matter“ sein Debütalbum als Bandleader am Start. Er verwebt Grime und Afrobeats mit den Clubrhythmen des Londoner Undergrounds, seine Jazz-Ausbildung bleibt dabei gut hörbar.

 

 

 

Fat Freddy´s Drop: Special Edition Part 1
Das Groove-Monster aus Neuseeland ist wieder da! Dieser 1. Teil des Doppelalbums umfasst 6 Tracks, die teils im Studio, teils in Live-Jam-Sessions entstanden sind. Teil 2 kommt im Anschluss an die jetzige Tour, die die siebenköpfige Formation leider nicht nach Hannover, aber immerhin nach Bremen führt. Ihre Geschichte beginnt Mitte der 90er-Jahre an der Wellington Jazz School, in deren Dunstkreis sich zu dieser Zeit eine ganze Reihe junger neuseeländischer Bands entwickelt. Ihre Musik zwischen Soul, Funk, Jazz, Dub, Electronica, HipHop oder Folk einem Genre zuzuordnen ist aussichtslos, zumal sie gern improvisieren, und ein Song live selten zweimal gleich klingt. Mit ihrer Single „Kamo Kamo“ habe sie hier ein kleines, feines Roots Reggae-Bömbchen abgeworfen, und wer das mag, wird nicht nur den namensgebenden Track „Special Edition“, sondern auch das gesamte Album lieben.

 

Calibro 35: Momentum
Gegründet wurden sie 2007 in Mailand mit der Intention, die funky Seite der italienischen Filmmusik wiederzubeleben. Hierzu scharte der Produzent Tommaso Colliva die besten Musiker der damaligen Indie-Szene um sich und sorgte mit Bearbeitungen vergessener Perlen des Polizotti-Kinos und zunehmend mehr mit Eigenproduktionen bald für Aufsehen. Nach „Decade“, mit dem sie 2018 die ersten 10 Jahre ihres Schaffens zusammenfassten, sind sie jetzt mit ihrem 7. Album „Momentum“ in ihre zweite Dekade gestartet. Der Sound, inspiriert von Bands und Künstlern wie Tortoise, Jagajazzist, Dj Shadow, Budos Band, Stelvio Cipriani, Ennio Morricone, Sandro Brugnolini oder White Noise, ist elektronischer geworden, kommt aber ohne Presets und Programmierungen aus. Ein Highlight ist „Stan Lee“, eine Zusammenarbeit mit dem Rapper John Derek Yancey, besser bekannt unter seinem Künstlernamen Illa J.

Annika Bachem

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