Tag Archive | "2020-02"

Ein letztes Wort im Februar

Tags:

Ein letztes Wort im Februar


Wir sprechen heute natürlich über die Geschehnisse in den USA, diesen ganz traurigen letzten Akt, und im Anschluss bestimmt auch noch über Corona.
Das lässt sich wohl nicht vermeiden.

Aber zuerst der Blick in die USA. Was ist Ihnen durch den Kopf gegangen bei den Bildern von der Erstürmung des Kapitols?
Das waren ganz unfassbare Vorgänge, die ich nicht für möglich gehalten hätte. Wie viele andere Menschen habe auch ich mich gefragt, warum – trotz zahlreicher Warnungen – nicht genügend Sicherheitskräfte eingesetzt waren, sondern nur ein paar Polizisten zum Schutz des Kapitols vor Ort waren. Ich bin nun wirklich nicht als Verschwörungstheoretiker bekannt, aber man denkt sich natürlich trotzdem so seinen Teil. Aber es ist am Ende auch ein Armutszeugnis für die Demokratie, dass die Vereidigung eines gewählten Präsidenten von mehr als 20.000 Nationalgardisten geschützt werden musste. Ich hoffe sehr, dass wir nicht noch schlimmere Bilder aus den USA sehen müssen in den nächsten Wochen und Monaten. Denn wir sprechen ja über eine tief gespaltene Gesellschaft, teilweise sehr radikalisiert und auch schwer bewaffnet. Ich habe dazu gerade ein Buch gelesen von Torben Lütjen, „Amerika im Kalten Bürgerkrieg: Wie ein Land seine Mitte verliert“, das ich zu dem Thema sehr empfehlen kann. Lütjen ist ein Politologe, der früher an der Universität Göttingen war und jetzt in Amerika, in Tennessee lehrt. Sein Buch ist wirklich eine ausgezeichnete Analyse der amerikanischen Gesellschaft – insbesondere über die Befindlichkeiten und die wirklich tiefe Spaltung in zwei Lager und zwar nicht nur in der Politik. Besonders in Erinnerung geblieben ist mir eine Umfrage, bei der Leute nach ihren beliebtesten 20 Fernsehsendungen gefragt worden sind. Ergebnis: Demokraten und Republikaner hatten nach dieser Umfrage keine einzige Gemeinsamkeit. Stellen Sie sich das mal für Deutschland vor. Zumindest „Tagesschau“, „Heute“ oder „Tatort“ würden es doch immer in die gemeinsame Top-20-Liste schaffen, ganz egal, wer welche Partei wählt. In den USA gibt es dagegen eine klare Trennung und ich glaube, was wir im Kapitol gesehen haben, das ist wirklich nur die Spitze des Eisberges.

74 Millionen Amerikaner haben Trump gewählt.
Genau. Und etwa die Hälfte der republikanischen Wählerinnen und Wähler haben nach Umfragen die Erstürmung des Kapitols begrüßt und meinen, Trump sei nichts vorzuwerfen – das ist wirklich besorgniserregend und gefährlich für die US-Demokratie.

Beide Gruppen leben in sehr unterschiedlichen Welten, in einer jeweils ganz eigenen Lebenswirklichkeit. Ich muss immer ein bisschen an Platons Höhlengleichnis denken, an diese Menschen in der Höhle. Wenn mir nur eine Wahrheit vorgeführt wird, glaube ich an diese Wahrheit.
Das ist in gewissem Sinne genau eine der Thesen oder Erkenntnisse aus dem Buch von Lütjen. Wenn ich in einer Welt der unbegrenzten Möglichkeiten lebe, in einer Welt vieler Wahrheiten, dann kann ich mir auch meine eigene Realität wählen. Und dafür sorgen, dass mich nur noch Informationen erreichen, die mir diese Realität bestätigen. Das ist in Amerika viel extremer ausgeprägt als bei uns.

Wir können also froh sein, dass wir die Öffentlich-Rechtlichen haben …  
Ja, ich stehe absolut in der Fankurve der Öffentlich-Rechtlichen. Aber auch die privaten Anbieter setzen bei uns auf Information und objektive Berichterstattung. Hierzulande ist kein Sender so gestrickt wie beispielsweise Fox News.

Wobei, wenn es die Öffentlich-Rechtlichen nicht gäbe, würden wir vielleicht auch bei uns schnell solche Tendenzen sehen.
Die Befürchtung könnte man dann haben. Mit Blick auf die USA hat Lütjen in seinem Buch allerdings auch an Kritik Richtung liberale Großmedien oder Leitmedien nicht gespart. Weil diese genauso parteiisch seien wie umgekehrt die anderen. Spaltung kommt häufig von zwei Seiten.

Haben Sie eine Idee, wie man wieder mehr zueinander finden könnte?
Das ist ganz schwierig. Aber was es auf jeden Fall als Basis braucht, das sind demokratische Institutionen, denen die Menschen grundsätzlich vertrauen – dazu zählen auch die Medien. In den USA haben vor allem Trump und viele Republikaner dieses Vertrauen mit ihren Angriffen auf die Presse und der Mär von der „gestohlenen Wahl“ massiv untergraben. Auch hierzulande gibt es Versuche, bestimmte Medien beispielsweise als „Lügenpresse“ oder „Staatsrundfunk“ zu diskreditieren, aber die Situation ist nicht vergleichbar. Viele Menschen haben nach wie vor ein sehr großes Vertrauen in die Presse und die Medien, wie u.a. Umfragen zum Öffentlich-Rechtlichen-Rundfunk belegen. Zudem hat sich während der Corona-Krise der Blick auf die Politik gewandelt: Bei aller Fehlbarkeit und aller Kritik, die man an Politikerinnen und Politikern haben kann – die Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger hat neues Vertrauen gewonnen. Insgesamt pflegen wir auch einen anderen Politikstil, der sich schon allein am Vergleich Angela Merkel mit dem Typus Donald Trump oder Boris Johnson ablesen lässt. Bei uns ist die politische Kultur insgesamt vielleicht deutlich dröger als anderswo, aber eben auch wesentlich seriöser.

Wobei wir momentan wieder eine Zeit fulminanter Kritik erleben, viele setzen große Fragezeichen bei den jüngsten Corona-Maßnahmen. Ich habe das Gefühl, dass wir uns momentan an so einem Kipppunkt befinden, dass die Geduld zur Neige geht, dass der Frust sich Bahn bricht.
Wir befinden uns nun schon viele Monate in diesem Ausnahmezustand. Diese Krise zerrt bei uns allen an den Nerven, das gilt übrigens auch für Politikerinnen und Politiker. Ich verstehe sehr gut, warum Menschen zermürbt sind und ich verstehe darum auch sehr gut, wenn sich Menschen jetzt noch intensiver fragen, ob das denn alles sein muss. Und ja, die Politik ist nicht perfekt. Aber trotzdem denke ich, dass wir alles in allem und im Vergleich mit anderen Ländern unseren Job hier in Deutschland und eben auch in Niedersachsen sehr verantwortungsvoll und seriös erledigen. Die Mutationen des Virus stellen uns derzeit vor neue Herausforderungen, aber dadurch, dass es in den kommenden Monaten mehr und mehr Impfstoff geben wird, gibt es auch Licht am Ende des Tunnels.

Sie sind ja jemand, der durchaus Fehler zugeben kann und nicht von sich behauptet, dass er alles weiß. Wenn ich Sie hin und wieder in Interviews im Fernsehen sehe, sind die Kolleginnen und Kollegen darüber stellenweise ein bisschen irritiert. Und dann heißt es: „Haben sie gerade wirklich gesagt, dass das ein Fehler war, haben sie das jetzt ernsthaft zugegeben?“ Andere Politikerinnen und Politiker meiden diese Offenheit wie der Teufel das Weihwasser. Ich denke ja, so eine ehrliche Offenheit wäre ein guter Schlüssel für weniger Spaltung.
Ehrlich gesagt, gebe ich auch nicht gerne zu, dass ich etwas nicht weiß und ich gestehe auch nicht gerne Fehler ein (lacht). Aber ich denke, dass es allgemein und insbesondere jetzt in dieser Krise wichtig ist, ehrlich zu sein und zu bleiben, weil Vertrauen ganz essenziell ist. Und einige Probleme lassen sich ja auch nicht leugnen – dass es beispielsweise beim digitalen Unterricht noch Luft nach oben gibt, wer wollte das bezweifeln? Und dass Corona unendlich viel mehr beeinflusst, als wir das vor einem Jahr alle für möglich gehalten haben, wer wollte das bestreiten?

Ich erlebe momentan nicht selten Politikerinnen und Politiker, die eher mauern. Was schade ist, weil ich finde, dass Diskussionen um die Maßnahmen durchaus wichtig sind. Konstruktive Kritik ist ja auch ein Schlüssel – einer für bessere Lösungen.
Da bin ich durchaus Ihrer Meinung, wenn der konstruktive Ansatz da ist und ich sehe durchaus, dass sich insbesondere viele Abgeordnete dieser Diskussion auch stellen. Allerdings erleben wir derzeit ebenfalls immer wieder, dass Politikerinnen und Politiker vor ihren Privatwohnungen von sogenannten Querdenkern bedrängt werden, da werden eindeutig Grenzen überschritten. Und man muss genau unterscheiden: Geht es um den Anlass, wird schon der bestritten? Oder geht es um Fragen, wie wir am besten mit dem Anlass umgehen? Ich diskutiere gerne über den Umgang mit Corona, aber nicht über die Existenz von Corona. Ich habe demnächst ein Telefonat mit einer Frau, die hat mir einen sehr langen, bösen Brief geschrieben: Sie ist komplett anderer Meinung als ich, was die Corona-Politik angeht, aber sie stimmt ausdrücklich zu, dass wir über ein gefährliches Virus sprechen. Damit ist die Basis hergestellt. Ich tue mich dagegen sehr schwer, mit Leuten zu diskutieren, die sagen, das Virus sei nichts anderes als ein Schnupfen oder das sei alles eine Erfindung. Da fehlt dann das Fundament für ein konstruktives Gespräch. Wir können gerne über die besten Lösungen streiten, aber nur, wenn wir uns einig sind, dass wir ein gemeinsames Problem haben.

● Interview: Lars Kompa

Abgelegt unter MP-InterviewEinen Kommentar verfassen...

Trattoria Parma

Tags:

Trattoria Parma


Tizianamarina Piva alias Marina stammt aus der Emilia-Romagna, der Region Italiens, aus der Parmaschinken, Parmesan, Bolognesesauce und Tortellini kommen. Das erklärt auch, warum sie so viel Wert darauf legt, wirklich italienische Küche anzubieten, und dabei auf traditionelles Kochhandwerk sowie authentische Produkte besteht. Ihr Netzwerk aus heimatlichen Lieferanten versorgt die Trattoria Parma mit hochwertigen Zutaten, mit denen Marina das echte Italien auf die Teller bringt. Viele der Spezialitäten kann man für Zuhause kaufen. Nach dem Umzug der damaligen Trattoria Emilia in die Innenstadt, wo die Ladenbesitzerin nicht glücklich geworden ist, weilt sie seit 2018 mit der Trattoria unter neuem Namen wieder am alten Standort an der Hildesheimer Straße / Ecke Bandelstraße. Hier stoßen wir auf die Stars der emilianischen Küche und schmecken vom ersten bis zum letzten Bissen: Die Liebe zu einer Region geht tatsächlich durch den Magen.

Schon der überschaubare, überdachte Terassen- und Eingangsbereich deutet mit Wandlaterne und Weinfass eindeutig auf eine Trattoria, in der ohne viel Chichi eine kleine Auswahl an Speisen angeboten wird (italienisch ,trattore‘ = ,Zubereiter‘ meint InhaberInnen wie Marina, die zugleich Gastgeberin und Köchin ist). Hier gibt es keine Pizza, dafür aber hausgemachte Nudeln aus Weizen vom eigenen sowie Nachbarhöfen in der Emilia; mannigfaltig gefüllt, zur Lasagne geschichtet, im Pfännchen serviert, kurz: wie von Marinas Nonna in Parma – und damit kaum zu übertreffen. Und nicht nur die Rezepte sind familiär: Wer vor dem Öffnen der Eingangstür nach rechts schaut, kann durchs Fenster in die Küche zu Marina gucken, wenn sie nicht schon vorm Tresen steht und einen willkommen heißt. Sie und eine fleißige Aushilfe bestreiten den stetigen Strom an Gästen inklusive ihrer Essensbestellungen zu zweit, und das auch noch gutgelaunt. Ebenso freudig nehmen wir den Teller Porchetta (für 14 Euro) entgegen: Hauchdünne Scheiben vom Schweinebraten auf einem Salat aus Rucola, Karotten und Tomaten ergeben mit unfassbarem Gnocco fritto, einem wie Schmalzkuchen frittierten Teig, die luftigste Vorspeise aller Zeiten. Die Parmesan-Platte (für 14 Euro) offeriert mit ihrem 24 Monate gereiften, intensiven Parmigiano Reggiano köstliche Goldbrocken mit sirupdunklem Aceto Balsamico, der aus konzentriertem Bio-Apfelsaft gekocht wird. In Kombination mit eingelegten Artischocken, den kleinsten wie leckersten jemals gegessenen Oliven oder in süße Feigenmarmelade getunkt ein absolutes Muss!
Dazu genießen wir einen göttlichen Pignoletto Frizzante (0,2 l für 7 Euro), den Marina wie alle ihre Weine von renommierten Weingütern in der Emilia-Romagna bezieht. Und endlich geht es an die Capellacci (für 14 Euro), die handgemachten Riesentortellini. Obwohl wir beobachten konnten, wie Marina und ihre aufmerksame Gehilfin Bandnudeln direkt im Parmesanlaib mit frischen Trüffeln vermengen und anschließend servieren, was ungemein gut aussieht, haben wir uns für Tortellini mit Baccalà (luftgetrocknetem Stockfisch) entschieden – und bereuen nichts. In Butter geschwenkt, mit Zitrone und Kräutern üppig geschmacksverziert, munden sie genial. Kaum zu glauben, dass die zweite Wahl das noch toppen kann, und doch tut sie es: Die Capellacci Zucca sind überraschend süß, aber so perfekt abgeschmeckt, dass wir regelrecht ins Schwärmen geraten, spätestens, als der im Pfännchen kross gewordene Parmesanrand dem Ganzen die glänzendgelbe Käsekrone aufsetzt. Um den Traum vom dolce Vita nicht schon auszuträumen, lassen wir das Filetto heute beiseite und teilen uns das Tiramisu di Marina (10 Euro). Auch das können wir selbst Tiramisufans empfehlen, denn die sanfte Espresso-Mascarpone-Vanillecreme mit herben Schokoladenstückchen zum Löffeln ist besser als 99% der kuchenartigen Formen des Klassikers. Als wir beim Gehen an das Küchenfenster klopfen, kommt Marina noch einmal herausgelaufen und verabschiedet uns herzlich, als wären wir bereits gute alte amici. Danke, Marina … A presto!  Anke Wittkopp

Bandelstr. 2, 30171 Hannover
Tel. (0511) 56965646, www.trattoria-parma-hannover.de
Öffnungszeiten. Di – Sa 17.30 – 23, So 17.30 – 21 Uhr, Mo Ruhetag

Abgelegt unter Stadtkinder essenEinen Kommentar verfassen...

Neu in der Stadt im Februar

Tags:

Neu in der Stadt im Februar


Foto: Frank RohneGlücksbringer    
Seit November 2018 ist aus dem ehemaligen Café Tabac am Moltkeplatz eine moderne Gastronomie geworden: Dem Zeitgeist entsprechende Produkte von Low Carb über Buddha Bowles bis hin zu Funktions- und Brain-Food stehen neben saisonalen Speisen, Frühstück, Flammkuchen, Pasta und Currys im neuen Glücksbringer auf der Karte. Vier Sorten Bier vom Fass und über 100 verschiedene Cocktails werden durch eine Auswahl an erlesenen Weinen und diverse Kaffeespezialitäten aus der mit Design-Awards ausgezeichneten High-End-Kaffeemaschine Astoria Storm 4000 ergänzt. Sascha Casado und sein Partner in Crime, Bernd Althof, haben seit Februar den kompletten Laden umgebaut. Der neue sieht todschick aus, vor allem hell und gemütlich. Böden mit Industrievinyl in Holzoptik, Oberlichter, die viel Licht schenken, Tische aus Eichenvollholz, das aus Kroatien stammt – insgesamt gibt es drinnen 100 Sitzplätze, draußen stehen in den wärmeren Monaten weitere 100 zur Verfügung. Absolute Highlights sind die Bar und das leuchtende Rückbüffet: Auf einer ihrer vielen Gastroreisen gesehen und bewundert, bauten die beiden Glücksforscher das gigantische Leuchtobjekt komplett nach. Hier präsentiert sich eine enorme Bandbreite an Getränkemöglichkeiten, die zwar wie bei anderen Lokalen ebenfalls Gin-lastig ist, aber, so betont Casado, auch dem Mezcal-Trend folgt. Zur „Special Hour“ jeden Tag Montag bis Freitag kann man zu vergünstigten Preisen von 16-18 Uhr bestimmte Cocktails probieren und die zahlreichen Mezcal Drinks und Tiki Cocktails genießen (karibische Rum-Cocktails). Ferdinand-Wallbrecht-Straße 44, 30163 Hannover, Tel. (0511) 20200838, Öffnungszeiten Mo/Di/Do 16-23 Uhr, Mi+So 10-23 Uhr, Fr 16-1.30 Uhr, Sa 10-1.30 Uhr, www.gluecksbringer-bar.de. Foto: Frank Rohne

 

TauschTreff    Tauschen ist das neue Kaufen
Wie wäre es, wenn all die Dinge, die zu Hause Platz wegnehmen und nicht mehr genutzt oder gebraucht werden, von anderen weitergenutzt werden könnten? Und man dafür Dinge oder Dienstleistungen eintauschen könnte, die man wirklich braucht und sich wünscht? Und dabei noch einen individuellen Beitrag zum Klimaschutz leisten könnte? Im neueröffneten TauschTreff ist all das möglich! Er heißt absichtlich nicht Tausch-Laden oder -Shop sondern -Treff, weil auch der Austausch von Ideen, Gedanken und die Begegnung Teil des Konzeptes sind. In der Probewoche vor der Eröffnung im Januar haben bereits über 50 Menschen in den Laden hineingeschnuppert, Sachen gespendet oder zum Tauschen gebracht, Mitgliedschaften abgeschlossen, ehrenamtliche Mitarbeit begonnen und schon fleißig eingetauscht. Zu finden sind zum Beispiel Damenkleidung, Spielsachen und Kinderbücher, PC-Tastaturen, Schallplatten (für Sammler: richtige Raritäten aus vielen Jahrzehnten), eine E-Gitarre, ein Zirkus-Einrad, Cityroller und vieles, vieles mehr. Auch Kreatives und Selbstgemachtes, kurz gesagt: alles, was schön, nützlich, skurril oder lecker ist, darf hier getauscht werden. Es gibt drei Varianten: einfach spenden, als TauschGast 1 bis 2 Sachen bringen und 1 bis 2 gleichwertige mitnehmen oder als TauschFan registrieren und Mitglied werden. Mitglieder können auch von zu Hause aus ihre Dinge hochladen, in den kooperierenden Tauschläden Hamburg und Bremen tauschen, online tauschen und nachbarschaftliche Dienstleistungen zum Tauschen einstellen, sowohl Angebote wie „Kuchenbacken“ als auch Gesuche wie „brauche Computerhilfe“. Sie können in Echtzeit im Internet sehen, welche Dinge angeboten werden, welche der eigenen Artikel schon vertauscht wurden, wie viele sogenannte fairsharies (die Laden-„Währung“) sie auf dem Konto haben und vieles mehr. Repairservices, Geräteverleih, Mitfahrgelegenheiten und Foodsharing sind genauso wie Veranstaltungen zum Klimaschutz und Stadtteil-Aktionen vom Träger Transition Town Hannover geplant. Mitmachen sehr erwünscht! Heinrich-Heine-Str. 27, 30173 Hannover, www.tauschtreff.com, Öffnungszeiten Di+Do 15-19 Uhr, Sa 11-15 Uhr. Kontakt: Gil Koebberling unter Tel. 0170 1882655 oder per E-Mail an info@tauschtreff.com.

 

BoxHotel Hannover   
Zimmergröße sechs Quadratmeter, kein Fenster, eigene Dusche aber Gemeinschaftstoilette auf dem Flur, dafür eine Design-Lobby und ein extrem niedriger Preis: Seit Mitte Oktober kann man im Box-Hotel schlafen. 104 Miniboxen sind aus Holz in eine ehemalige Büroetage gebaut worden, jede Box ist 3,60 Meter hoch und ergibt zwei Etagen (unten ein 80 Zentimeter schmales Bett und ein Waschbecken, darüber ein bis zu 1,20 Meter breites oberes Bett und eine gläserne Dusche, verbunden über eine Treppe). Der Eingangsbereich ist wirklich stylisch geworden mit bunten Fenstern, Graffiti und Fototapete an der Wand sowie originellen Sitzmöbeln. Kaffee, Tee, Wasser gibt es umsonst, im Automaten außer Snacks auch Zahnbürsten u. ä. Zum Schutz der Gäste erlaubt Hannovers Bauamt nun maximal drei aufeinanderfolgende Übernachtungen, was der Betreiber als erneute Diskriminierung sieht und wieder vor Gericht zieht. Die versuchte Einschränkung dürfte ebenso abgeschmettert werden wie der erste Versuch, das Experiment ganz zu verbieten: Peinlicherweise neben den Fragen der Wohnqualität mit BrandschutzargFoto: Kay Herschelmann Photographiumenten, nachdem die Stadt das gute Brandschutzkonzept sogar ausdrücklich gelobt hatte – und so auch der Brandschutzexperte den Verbots-Versuch mit dem Argument ablehnte, dass es zahllose Hochhaushotels mit fest eingebauten oder für jede Feuerwehr-Drehleiter zu hoch liegenden Scheiben gebe. Herschelstraße 19, Eingang Ecke Nikolaistraße, 30159 Hannover, Tel. (0511) 45000880, gebucht wird online unter www.boxhotel.de/boxhotel-hannover-city, Übernachtungspreis ab 24,99 Euro bis 34,99 Euro.

Foto: Kay Herschelmann

 

HAVN     
Am 6. Januar war es endlich soweit, das Havn-Restaurant im Erdgeschoss des Loftstyle-Hotels hat seine Pforten geöffnet. Es stimmt Internationales und Regionales aufeinander ab und spricht Genussliebhaber sowie Weltenbummler an, hält im modernen Ambiente mit taubenblauen Samtsesseln, retrochicen Backsteinmauern und opulenten Glühbirnenkronleuchtern eine große Auswahl an frisch zubereiteten Köstlichkeiten bereit. Italienische und internationale Vorspeisen wie Lachs-Avocado-Tartar mit Mango-Ragout (11,50 Euro), Frisches aus dem Welt-Garten wie Bulgur Bowl (7,50 Euro, Extras wie Rinderfiletspitzen oder Gambas plus 5 Euro), exquisite Snacks wie flambierter Ziegenkäse (4,50 Euro), Pasta, Burger, Flammkuchen und Prachtstücke wie neuseeländisches Lammfilet (18,90 Euro) oder Black Angus Rinderfilet vom Grill (25,90 Euro) machen Appetit. Egal ob ein Abend zu zweit, Mittagstisch, After Work Hour mit Kollegen, Firmenevents oder Privatfeiern, der stilvoll eingerichtete Restaurantbereich bietet Platz für jeden Anlass. Die RooftopBar in der 10. Etage, direkt am Mittellandkanal mit Ausblick auf Hannovers Skyline, soll im Sommer mit zwei Riesen-Sonnenterrassen eröffnet werden. Havn – das Ganze ist oft mehr als die Summe seiner Teile. Gradestraße 22, 30163 Hannover, Reservierungen unter www.havn-hannover.de oder Tel. (0511) 2002960950, Öffnungszeiten Mo – So 11 Uhr bis open end, Mittagskarte Mo – Fr 11-15 Uhr, die man auf der Webseite einsehen kann.

 

 und außerdem …  
Die BrauseBude hat einen neuen Standort gefunden und residiert weiterhin in Döhren, nun an der Landwehrstraße 53, 30519 Hannover. Kontakt unter Tel. 0174 2113642 und über fremd.essen@facebook. Dritter Loseladen eröffnet: Das Konzept des verpackungsfreien Loseladens kommt offenbar an. Die dritte Filiale hat nach den Läden in der Südstadt und Linden nun im Januar auf der Lister Meile geöffnet. Damit die unverpackte Geschäftsidee auch beim dritten Mal in die Tat umgesetzt werden konnte, arbeiteten Albert und sein Team mit Crowdfunding und Kundenkrediten, um die rund 120.000 Euro Investitionssumme stemmen zu können. Da an der Lister Meile nur rund 60 Quadratmeter Verkaufsfläche zur Verfügung stehen (mehr war bei den Mieten dort nicht möglich), sind die Behälter zweireihig aufgestellt, in der Mitte stehen Gläser mit süßen Leckereien. Lister Meile 64, 30161 Hannover, Öffnungszeiten Mo – Fr 10-19 Uhr, Sa 10-17 Uhr. Immer montags gibt es für Studenten und Azubis 20 Prozent Rabatt! Und in absehbarer Zeit will Albert noch ein viertes Geschäft in der Nordstadt eröffnen. Crempel Pub: Bald 40 Jahre gibt es diese Kneipe an der Berliner Allee schon, wo sich Fußballfreunde Live-Übertragungen anschauen und Gastronomen nach 24 Uhr zu einem Feierabendschnack vorbeischauen. Jetzt ist die Kultkneipe nach einer Komplettsanierung zurück als Crempel Pub! Der Oldschool-Charme ist aber definitiv erhalten geblieben und auch der gute Musikgeschmack des überaus netten Wirtes. Kestnerstraße 4, 30159 Hannover, Tel. 0172 5762402, durchgehend geöffnet von 11-6 Uhr.

Abgelegt unter Neu in der StadtEinen Kommentar verfassen...

Miriam Wendschoff  und Katharina Laage vom Büro für  Eskapismus

Tags:

Miriam Wendschoff und Katharina Laage vom Büro für Eskapismus


Reality is over – enter the game. Im März 2019 gründete die Dramaturgin Miriam Wendschoff das Büro für Eskapismus und schuf mit der Bühnenbildnerin Katharina Laage und der Autorin Stefanie Schweizer das Format Fictional Reality Games: An der Schnittstelle von Theater, Escape Room und Schatzsuche werden die Spieler selbst zur Hauptfigur in einem analogen Game. Das Erleben einer interaktiven Geschichte steht dabei im Mittelpunkt; jedes Rätsel fördert neue Informationen zutage, die sich wie die Teile eines Puzzles nach und nach zu einer komplexen Story zusammenfügen. Während einer Spieldauer von rund 2,5 Stunden bekommen die Spielenden Hinweise auf ihre Smartphones gesendet. Die Games finden teils in aufwendig gestalteten Innenräumen, teils draußen im öffentlichen Raum statt, wo man den Spuren quer durch den Stadtteil Linden folgt. Auch das STADTKIND hat so erfolgreich wie begeistert die beiden ersten Games gemeistert und erfährt im Gespräch nun mehr über die Motivation, Inspiration und Zukunftsvisionen der zwei Immersivtheater-verliebten Eskapistinnen.

Miriam Wendschoff war zuletzt am Schauspielhaus Bochum tätig und zog für die „Büro-Gründung“ nach Hannover. Die Bühnenbildnerin Katharina, die nebenher unter anderem Bühnenbilder für die Staatsoper Hannover entwirft, war von Anfang an mit dabei. Als Texterin für die Story der Games nahmen sie Stefanie Schweizer unter Vertrag. Von der Idee bis zur ersten Spiel-Premiere dauerte es 1 ½ Jahre, jetzt haben sie innerhalb eines halben Jahres schon die zweite Episode eröffnet und rund 600 Spielern den Eskapismus vorgestellt. Miriam berichtet: „Wir haben beide in Hildesheim  den Master Inszenierung der Künste und der Medien studiert. Wir haben uns schon immer für andere Theaterformen als die klassischen interessiert – was auch unsere Schnittstelle zwischen Bühnenbildnerin und Dramaturgin ist –, wie man eigentlich mit Räumen eine Geschichte erzählen kann. Ohne SchauspielerInnen als zentrales Mittel. Das ist meine Leidenschaft, das immersive Theater: die Bühne verlassen, ungewöhnliche Orte bespielen und dabei neue Erzählstrategien finden. Das ist am Stadttheater eher weniger möglich, und diese Freiheit haben wir uns jetzt aufgebaut.“ Katharina ergänzt: „Was mich daran am meisten interessiert: Im Theater kann man ja nie diese Trennung aufheben zwischen Bühne und Zuschauerraum. Man erfindet also immer einen Raum, in dem sich nur Schauspieler bewegen, es gibt keine Begegnung zwischen Bühne und Zuschauer direkt. Die Schauspieler müssen ihre Raumerfahrung quasi an die Zuschauer übermitteln. Das ist dann aber nur die erzählte Welt, es bedeutet für das Publikum erstmal nichts. Dass Menschen diesen Raum körperlich erfahren, das ist nur in Installationen und im immersiven Theater möglich. Dass man einen Raum schaffen kann, der Erfahrungen auslöst bei den Menschen, die durch ihn durchgehen, das finde ich besonders spannend.“
Als Teilnehmerin der Games weiß ich, dass das klappt; man wird selbst Teil der Geschichte, kann sie mit beeinflussen. Man sitzt also nicht stumm im Theater und konsumiert – auch eine Herausforderung. „Die Teilnehmenden gehen mit total unterschiedlichen Erwartungen da rein. Manche erwarten Theater, andere haben eher Escape-Room-Hintergrund – und das ist auch das ,Komplizierte’ an diesem Format, weil es das noch nicht gibt und man schlicht nicht weiß, wie man sich verhalten ,muss’. Frank (Kontaktperson bei ,Dritter.Vierter.77“) sagt einem das ja auch nicht direkt. Die Gruppen finden das dann aber sehr schnell raus,“ meint Miriam. Katharina wirft als Bühnenbildnerin ein: „Ich hatte am Anfang die Befürchtung, dass vielleicht der Wecker, für den ich extra auf fünf Flohmärkten war, geklaut wird (lacht). Oder dass da Leute mitmachen, die das, was wir so liebevoll gestalten, nicht wertschätzen und kaputtmachen. Aber sowas ist bisher noch kein einziges mal passiert. Manche fragen im Nachhinein sogar, ob sie mit aufräumen sollen.“ Miriam fasst zusammen: „Das, was wir eigentlich erzeugen wollen, was aber wahsinnig schwierig ist, ist, dass man während des Spiels die Realität vergisst und diese fiktive Welt der Geschichte als Realität annimmt. Wenn die Spieler zum Beispiel Frank als Person wahrnehmen und ansprechen, geht das in die Richtung, was das Ideal des immersiven Theaters ist. Ich habe so ein bisschen die Hoffnung – oder fände es zumindest total schön –, wenn im Nachhinein die Geschichte sozusagen ,übrigbleibt’, also wenn man wieder an den Orten vorbeiläuft und sich diese mit der Geschichte verbinden.“
Auch diesen Wunsch kann ich direkt erfüllen, denn dass dieser Effekt eintritt, kann ich als Lindenerin absolut bestätigen, die nun nie wieder am Ihme-Zentrum vorbeigehen kann, ohne an Frank und seine verschwundene Silke zu denken und daran, wie wir herausgefunden haben, wo sich die beiden zum ersten Mal getroffen haben, was dann etwas später das Problem war, wer und was noch zum Problem wurde und was wir tun mussten, um nicht nur Silkes Aufenthaltsort zu ermitteln sondern auch mit ihr in Kontakt zu treten, was wiederum die Vorraussetzung für ganz andere Menschen schuf, ganz neue Probleme auf Grundlage des ersten Problems zu erschaffen oder auch zu lösen, wobei wir ihnen im zweiten Spiel entweder helfen oder aber auch sie daran hindern mussten…
Wer ein Fictional Reality Game spielen möchte, sollte sich nicht auf den puren Rätsellösungsmodus einstellen, sondern sich auf eine neue Spielerfahrung einlassen. Miriam betont: „Wir nutzen den Escape-Room-Begriff, damit die Spieler eine grobe Vorstellung haben. Aber wir wollen uns davon auch abgrenzen, vor allem dieses starre Regelwerk – die exakte Spieldauer, man muss sich befreien, der Zeitdruck, vorher bekommt man eine Einführung –, das sind alles Dinge, gegen die wir uns bewusst entschieden haben. Nein: Man kommt dahin und kriegt eine WhatsApp-Nachricht von Frank. Und dann ist man schon mitten in der Geschichte. Letztlich nimmt man auch selbst an dem Ausgang der Story teil, bei der zweiten Episode zumindest gibt es verschiedene Enden. Die Gruppen durchlaufen zwar alle die selben Eckpunkte, aber auf unterschiedliche Weisen: Man kann zum Beispiel viel über die Hintergrundgeschichte erfahren wenn man will und Fragen stellt, und auch inwiefern man selber weiterdenkt, ist von einem selbst abhängig. Manchmal werden die moralischen Entscheidungen von den Gruppen richtig heiß diskutiert.“
Ich werfe eine Vermutung ein und behaupte, die jüngeren Spieler seien bestimmt schon viel mehr in der virtuellen Realität drin und daher weitaus Gamification-affiner, weil mit dem Smartphone in der Hand zur Welt gekommen. Miriam widerspricht: „Man nutzt beim Spiel zwar ein Smartphone, aber eben nur WhatsApp. Die digitalen Elemente, die wir nutzen, sind so alltäglich, dass man die gar nicht mehr als Technik wahrnimmt. Wir wollen ein analoges Erlebnis schaffen, man soll schon interagieren mit der realen Welt.“ Katharina ergänzt: „Was wir noch ausbauen möchten, sind die technischen Effekte: Dass man irgendetwas macht und dadurch wird etwas ausgelöst, etwa ein Soundeffekt.“ Und Miriam nochmal ausführlicher: „Es geht immer um eine Form von Gamification, die Zuschauer werden also selber aktiv. Es geht immer darum, eine Geschichte zu vermitteln, und es hat immer mit Raum zu tun. Aber in welcher Form das passiert, das ist variabel. Da ist einmal das, was schön wäre, und dann gibt es die realen Begrenzungen des Möglichen. Welche Räume gibt es, wieviel Geld…“ – „… und von den Räumen, welche interessieren uns da?“ bemerkt Katharina – „Und welche Geschichte wollen und können wir erzählen? Die Form wirkt ja zurück auf den Inhalt. Was notwendig ist bei dem Format, ist eine Figur, die einen da durchleitet, zu der man eine gewisse Art Vertrauen hat, mit der man kommunizieren will. In einer früheren Version des zweiten Spiels hatten wir das nicht, die Figur war distanzierter, man wollte ihr nicht wirklich helfen – und sofort war man total lost.“ Katharina erinnert sich: „Da hat uns Steffi, unsere Autorin, total geholfen und hat aus den kruden Ideen, die wir hatten, den Plot gemacht und hat auch die Figuren ausgearbeitet.“
Miriam gibt zuletzt noch einen Ausblick, was das Büro für Eskapismus in nächster Zeit vorhat: „Schulklassen ab Stufe 10 können als Klassenausflug unser Spiel spielen. Dazu bieten wir einen passenden Workshop an. Die Geschichte aus den ersten zwei Episoden wird nicht konkret weitergeführt, der Inhalt des nächsten Spiels ist davon losgelöst. Und wir haben noch etwas; ein mobiles Rätselgame aus dem Koffer, eine Art kleiner Wirtschaftsthriller, das in einem Café platziert werden soll, wo es dann in ungefähr einer halben Stunde spontan spielbar ist. Da sind wir dran, einen passenden Ort zu suchen.“

Interview und Text: Anke Wittkopp

Online buchen kann man unter www.buero-fuer-eskapismus.de (ein „wirkliches“ Büro existiert nicht), auf die Mailbox sprechen unter Tel. 01638586653 oder eine Mail schreiben an buero@buero-fuer-eskapismus.de.

Bei „Dritter.Vierter.77“ ist die Frage: Was geschah am 03. April 1977? Frank, ein alter Mann, behauptet, dass an diesem Tag die Liebe seines Lebens spurlos verschwand. Doch nach 42 Jahren entdeckt er ein Foto, das nicht nur seine eigene Lebensgeschichte, sondern auch die Gesetze der Natur in Frage stellt. Gespielt wird outdoor in Linden, ca. 3 Stunden reine Spielzeit, Kosten 25/18 Euro p./P.

Bei „Siebter.Achter.49“ geht es darum, dass Mitte des Jahrhunderts die Erde unbewohnbar sein wird. Eine Gruppe von AktivistInnen ist bereit, die Grenzen des Vorstellbaren zu überschreiten, um unsere Erde zu retten. Wirst du dich dem Widerstand anschließen? Gespielt wird 90% indoor in Linden, ca. 1,5 Stunden reine Spielzeit, Kosten 25/18 Euro p./P.

Abgelegt unter Im GesprächEinen Kommentar verfassen...

Elea –  Olivenöl. Wein. Gutes.

Tags:

Elea – Olivenöl. Wein. Gutes.


Das inhabergeführte Olivenöl- und Feinkostgeschäft in Hannovers Südstadt zaubert nun bereits sein 10 Jahren in der Geibelstraße die Sonne des Mittelmeeres auf den Tisch! Insgesamt gibt es ELEA bereits seit 20 Jahren. Seine Olivenöle bezieht Inhaber Stefan Koszewski direkt von Erzeugern aus Kreta, Katalonien, Mallorca, Apulien, Sizilien und Frankreich. Zu seiner Philosophie gehört es, die Ölbauern und Erzeuger persönlich zu kennen, und sie, um guten Kontakt zu halten, auch regelmäßig zu besuchen.

Am liebsten steht er sogar mit den Ölbauern auf dem Feld und hilft bei der Ernte oder besichtigt ihre Ölmühlen. Wie die unterschiedlichen Landschaften ist auch jedes Öl einzigartig, die Aromen variieren von harmonisch mild und nussig bis kräftig-pfeffrig und pikant. Daneben finden sich in Hannovers beliebtem Olivenölfachhandel ausgesuchte Weine, Feinkost Antipasti, Pasta, Pesto und handgeschöpfte Schokoladen aus nachhaltigem und fairem Handel. Ebenfalls hier zu haben sind der fruchtig-herbe Likör, Sekt und Gin der Mascheewasser-Reihe, hergestellt mit regional geernteten Kräutern. Essigspezialitäten wie Tomatenessig oder ein weißer Balsamico, von denen Koszewski allein 29 im Angebot hat, sind natürlich ein perfekte Ergänzung zum Olivenöl.
Regelmäßig werden bei Elea Olivenölseminare im gemütlichen Ambiente des Ladens angeboten. Bei Antipasti, Tapas, Meze & Co. und natürlich einem guten Glas Wein wird probiert, gefachsimpelt und Interessantes rund um die Kultur der Olive dazugelernt. So erfährt der interessierte Laie, wie ein Öl minderer Qualität zu erkennen ist, wie unterschiedlich Olivenöle der höchsten Güteklasse schmecken, und zum Beispiel, dass die Qualität des Öls stark vom Zeitpunkt der Ernte beeinflusst ist. Zu einem frühen Zeitpunkt enthält die Frucht noch mehr Antioxidantien, gibt aber auch weniger Öl ab. Öle aus Massenproduktion werden aus ökonomischen Gründen in der Regel spät geerntet – mit negativen Einflüssen auf die Qualität. Die Seminare werden in Gruppen mit maximal 12 Personen durchgeführt und sind über die Homepage des Geschäfts buchbar.
Als besonderen Clou bietet Stefan Koszewski den bundesweiten Versand von umweltschonend verpackten Präsentkörben an. Attraktiv, insbesondere für Geschäftskunden, sind die geschmackvoll gestalteten Körbe voller liebevoll ausgesuchter Produkte aus dem reichen Elea-Sortiment.
Elea in der Südstadt steht für den funktionierenden inhabergeführten Einzelhandel in Hannover. Man kann sich – auch dauerhaft – gegen die starke Konkurrenz im Internet durchsetzen, mit guten und immer neuen Ideen und Konzepten, mit tollen Produkten und nicht zuletzt mit sehr viel Einsatz und Herz. So bleibt man mit seinem Geschäft erfolgreich, auch wenn man nicht in einer A-Lage ansässig ist. Wir gratulieren!  AH

Geibelstraße 18
30173 Hannover
Öffnungszeiten:
Mo – Fr 10.00 – 18.00, Sa 10.00 – 14.00 Uhr
Tel. (0511) 534 00 417
info@elea-hannover.de
www.elea-shop.de

Abgelegt unter Der besondere LadenEinen Kommentar verfassen...

Kat the fox

Tags:

Kat the fox


Katja Fuchs hat in Sydney und in Kopenhagen gelebt und sich musikalisch weiterentwickelt, da lag es nahe, international zu bleiben und in Anlehnung an ihren fuchsigen Namen wurde Kat the fox geschaffen. Die Sängerin bietet mit ihren frischen Elektropop-Songs nicht nur eine verspielte Auszeit im hektischen Alltag, sondern stiftet mit manchen auch Awareness für Themen wie den Klimawandel. Ihr Debut-Album „Everything is changing“ mit dem Klima-Song und anderen ehrlichen Texten veröffentlicht sie darum jetzt im Rahmen einer Reise in Bangkok und Sydney und stellt es im April in Deutschland bei Konzerten in Hannover, Hamburg, Leipzig und Berlin vor – easy going mit einer Mission!

Kat the fox denkt australisch, wenn man findet, man sollte seinen Träumen folgen. Was hierzulande oft kritisch hinterfragt wird, z.B. auch jenseits der Mitte Zwanzig an dem eigenen Willen zur Musikmacherei festzuhalten, ist etwa in Australien, wo es Katja  hinzieht, ganz „easy going“. Ganz so easy hat sie es sich selbst gar nicht gemacht: Die Sängerin hat schon Gesangsunterricht in Sydney, Kopenhagen, Hamburg und Hannover genommen, belegte in Australien Schauspiel- und Musical-Kurse, hat am Complete Vocal Institute in Kopenhagen die weltweit bekannte Complete Vocal Technique erlernt. 3 ½ Monate hat sie konzentriert an ihrem Gesang gearbeitet, ist stimmlich sehr weit gekommen. Leider erwischte den singenden Fuchs genau an diesem Punkt eine Herzkrankheit, Katja musste eine lange Pause einlegen. Durch die Krankheit verlor sie aber nicht nur Zeit sondern gewann auch etwas; eine neue Tiefe und ein neues Verständnis für andere, die  nicht so können, wie sie wollen.
Jetzt startet Katja musikalisch wieder durch und wann immer sie denkt, ein Thema, das sie selbst bewegt, könnte kollektiv interessant sein, dann schreibt sie ein Lied darüber. Auch, aber nicht nur über Liebe und Herzschmerz. Ein anschauliches Beispiel ist ihr Song „A girl’s gotta do“. Katja erklärt: „Meistens jongliert man drei-vier Projekte gleichzeitig, ohne da groß ein Thema draus zu machen. Eigentlich sehnt man sich parallel nach Leichtigkeit, danach, mal auszusteigen – aber man überhört sich oft selbst und macht immer weiter, managet so ganz nebenbei alles. Das sollten wir viel mehr wahrnehmen, und das wollte ich mit dem Song zeigen. „Surrender“ stammt aus einer Phase zum Thema „Loslassen“ und geht darum, dass es im Leben doch anders kommt, als man sich das so vorgestellt hatte. „Turning point“ dreht sich um den Wandel in der Gesellschaft. Ich finde, dass wir mittlerweile eine recht egoistische Gesellschaft haben, in der wir nicht mehr so viel Rücksicht aufeinander nehmen – geschweige denn auf Schwächere, Ältere, – und das stößt mir immer mehr auf. In Australien dagegen stehen die Leute in der Bahn schon für 50-Jährige auf, haben mehr Bewusstsein fürs Kollektive. Das ist auch ein Grund, warum ich immer mit einem Auge nach Australien rübergucke, und momentan zieht es mich einfach wieder dorthin.“
Auch privat mag Katja Elektro. Zum anderen ist sie gerne autark, hat keine feste Band, um flexibel auf Gigs im Ausland reagieren zu können. So verändern sich die Live-Arrangements immer wieder, denn die Begleitung und die Instrumente variieren je nach Gig: Katjas Freundin und Sängerin Christina Kornelious  aus Hannover war etwa beim ersten Auftritt auf dem Festival „Hildesheimer Wallungen“ dabei, momentan sind Geigerin Daniela Kühn und Bassist Hermann von Ehrenstein aus Hamburg mit im Boot. Im Dezember stand Kat the fox in der Kategorie „Bester Singer“ im Finale des 37. Deutschen Rock und Pop Preises, ausgerichtet vom  Deutschen Rock- und Popverband und der Deutschen Popstiftung – sowohl ihr Debütalbum als auch ihre Elektropopband wurden mit dem Deutschen Rock und Pop Preis 2019 ausgezeichnet.
Das Album möchte Kat the fox während einer Reise zuerst am anderen Ende der Welt veröffentlichen: Angesichts der momentan nicht einzuschätzenden Lage steht der Plan, für eine gewisse Zeit nach Australien zu gehen, nicht 100% fest, die Radiopromotion dort vor Ort allerdings schon. Was definitiv stattfindet ist ein Urlaub in Thailand, während dem Kat the fox im Oxa Beach Koh Phangan auftritt – wo, wenn alles klappt, vor der Traumkulisse auch ein neues Video entstehen soll. In Australien wäre es ebenfalls ihr Traum, in Open-air-Locations aufzutreten und Bewusstsein für die Klimadebatte zu schüren. Tatsächlich hat sie den Song „5 to 12“ über den Klimawandel schon seit Längerem in der Schublade, passt, denn das Thema bewegt sie schon lange. Den CO2-Verbrauch wird sie neben der Flug-Kompensation, dem Plan, vor Ort tatkräftig ehrenamtlich mit anzupacken und mit ihrem Auftrag, die Australier aufzurütteln, ausgleichen.. Ein Fuchs muss tun, was ein Fuchs tun muss… – und dann darüber singen natürlich! Anke Wittkopp

Infos, Termine, Videos und Kontakt gibt’s unter www.katthefox.de und www.facebook.com/katthefox.musician.

Abgelegt unter MusikerporträtEinen Kommentar verfassen...

Stadtkind twittert